Nordhausen in alten Ansichten Band 1

Nordhausen in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Rainer Hellberg
Gemeente
:   Nordhausen
Provincie
:   Thüringen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6544-0
Pagina's
:   112
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Nordhausen in alten Ansichten Band 1'

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39 Die Schützenstraße in BlickrichtungTaschenberg im [ahre 1908. Die ersten Wohnhäuser, größtenteils zweigeschossig, standen an der Nordseite. Die Gebäude auf der Südseite wurden in den Gründerjahren nach 1871 im Stil der Wilhelminischen Zeit gebaut, versehen mit viel Schnörkel, Ornamenten und vorgetäuschter Architektur. Als die Bevölkerungsdichte in Nordhausen immer mehr zunahm und der Platz innerhalb der Stadtmauern nicht mehr ausreichte, entstanden erste Ansiedlungen vor den Toren der Stadt, so auch diese Straße. Ihren Namen verdankt sie dem einst an dieser Stelle befindlichen Schießstand.

Das Schützenhaus stand am

westlichen Ende der Straße. Im Februar 1945 fielen die ersten Bomben auf die Schützenstraße, im April zerstörten englische Flugzeuge diese ganz. Nach dem Krieg erfolgten der Neuaufbau und die

Umbenennung in Dr.-HansSilberborth-Straße, nach dem verdienstvollen Lehrer und Heimatforscher (18871949).

Gruss aus Ilordhouscn

40 Die alkoholfreie Jugendherberge für Mädchen in der ehemaligen Schützenstraße um 1928. Die erste Jugendherberge in Nordhausen, eine der ersten in Deutschland, entstand im Novenber 1921. Ihr Domizil hatte sie in einem Fachwerkhaus in der Martinstraße Nr. 3 unterhalb der Treppe neben der Frauenberger Kirche. Zwar war die städtische Einrichtung recht spartanisch, aber sie bot der wanderfreudigen Jugend billige Übernachtungsmöglichkei ten. Die reizvolle Südharzlandschaft zog viele unternehmungslustige Jungen und Mädchen nach Nordhausen, so, daß schon bald die zwei

Räume mit den dreißig Betten nicht mehr ausreichten. Bis 1927 wurde die Anzahl der Übernachtungsmöglichkeiten auf 125 aufgestockt, wofür

50 Betten und 75 Strohsäcke zur Verfügung standen. Auf

Initiative des Nordhäuser Arztes Dr. Isemann entstand im ehemaligen Schützenhaus in der Schützenstraße, der heutigen Dr.-Silberborth-Straße, eine zweite Jugendherberge.

41 Wechselhaft ist die Geschichte der Bloedaustraße auf dem Taschenberg. Benannt wurde sie nach Ludwig Bloedau (1820 bis 1870), der in Nordhausen als Arzt wirkte. Er war Mitglied der freireligiösen Gemeinde und galt als Wohltäter für notleidende Menschen. Sein Wirken war den Stadtvätern Anlaß, die Straße nach ihm zu benen-

nen.

Einst eine Prachtstraße, wie die Aufnahme von 1920

zeigt, wurde sie beim Bombenangriff auf Nordhausen völlig zerstört. Mit ihren architektonisch wertvollen Wohnhäusern, den begrünten Randstreifen, der sauberen Fahrbahn und der schönen Wohnlage zog sie viele Pen-

sionäre, Angehörige des damaligen Mittelstandes, Lehrer und Beamte an.

Im Hintergrund mündet die Bloedaustraße in die Lindenstraße.

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42 Die Feuerwehr der Stadt Nordhausen bei einer Übung arn Steigerturm der Feuerwache in der Sedanstraße 1 5, der heutigen Rudolf-BreitscheidStraße (gegenüber dem Gericht, an die Stadtmauer angrenzend).

Diese Aufnahme ließ der Branddirektor OUo Eberhardt anläßlich seines 25 jährigen Dienstjubiläums 1910 als Postkarte drucken und in Umlauf bringen.

Am 29.Januar 1866 beschloß die Stadtverordnetenversammlung die Einführung einer besoldeten Feuerwehr. Im September desselben [ahres versahen sechs Oberfeuermänner und 48 Feuermänner in vier Zügen ihren Dienst. Im Iahre 1935 bezog die Feuerwehr ihr neues Objekt in der Hohekreuzstraße 1. Beim Luftangriff auf die Stadt wurde das Objekt der Feuerwehr zerstört, was zwangs-

läufig eine provisorische Unterbringung in verschiedenen Gebäuden mit sich brachte. 1949 konnte die wiederhergestellte Feuerwache in der Hohekreuzstraße 1 bezogen werden.

f. H

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43 Die Petrikirche auf dem Peters berg trat infolge ihrer hohen Lage und ihres schlanken, helmgekrönten, von allen Himmelsrichtungen sichtbaren Turms mit den beiden Nebenhelmen besonders aus dem Stadtbild hervor. Die erste urkundliche Erwähnung geht auf das [ahr 1220 zurück. Über das Baujahr der Kirche gibt es keine gesicherten Erkenntnisse, der Baubeginn des Turmes ist mit dem 25. April 1362 exakt bestimmbar. Der gemauerte Teil hatte eine Höhe von 38 Metern. Der Turmhelm maß nochmals 27 Meter, so daß die Gesamthöhe 65 Meter betrug. Im Turm befand sich die Wohnung des Türmers, der das Horn tagsüber alle Stunden zu blasen und die Turmuhr zu regulieren hatte. Auf der Aufnahme um 191 0 sind zwischen den beiden Nebenhelmen das Fenster und der

Schornstein der Wohnung zu erkennen.

Beim Luftangriff wurde die Kirche zerstört, vom Turm blieb nur das Mauerwerk übrig. Seit 1987 ziert ein neuer Helm den Turm, der damit wieder zu einem Wahrzeichen der Stadt wurde.

pelrikirche

Nerdbeusen

44 Die Innenausstattung der Petrikirche war von schlichter Schönheit. Das Bild zeigt eine Aufnahme aus dem [ahre 1905. Die prächtige Kanzel, eineArbeit der Friedemannschen Werkstatt in Erfurt, stammte aus dem [ahre 1 61 2. Der bronzene Taufkessel (Bildmitte ), geschaffen von einem thüringischen Gießer, befindet sich heute in der Justus- Jonas- Kirche. Gedenktafeln mit 144 Namen erinnerten an die im Ersten Weltkrieg gefallenen Gemeindemit glieder.

Die Petrikirche bestand aus einem dreischiffigen langhaus aus dem ausgehenden 14. [ahrhundert, einem frühgotischen Chor mit Fachwerkgiebel (etwa 1220) und dem Turm mit zwei Nebenhelmen; ursprünglich waren es vier. Im [ahre 1660 stürzte ein Nebenhelm bei einem Sturm ab, ein weiterer wurde

später abgetragen. Den entstanden en freien Platz nutzte man für das Turmblasen, das eine Bläsergruppe an Sonnund Festtagen durchführte.

NORDHAU5EN.

Jnneru der- Petrikirche,

45 Der Judenturm auf dem Rähmen um 1930.

Ende des 15. Jahrhunderts erbaut, besaß er ein massives Obergeschoß und war mit einem Kegeldach versehen. Einst waren hier mit Hakenund Steinbüchsen bewaffnete Soldaten stationiert. Bis 1 546 befand sich eine jüdische Begräbnisstätte vor dem Turm. Seinen Namen verdankt er diesem ehemaligen Friedhof Die Überlieferung verlegt in seine Gemäuer die Wohnstätte des Friedhofsgärtners. Die beiden Grabplatten, die im unteren Drittel eingemauert waren (Bildmitte), wurden um 1930 entfernt.

Nach dem Krieg richtete der Kunstmaler prof Martin Domke, der unter anderem die Glasfenster der St.-BlasiiKirche entworfen hat, in diesem Turm sein Atelier ein. Nach dem Weggang des Künstlers im [ahre 1951 war

der Judenturm zwar noch einige Zeit bewohnt, aber dem Verfall preisgegeben. 1994 saniert, ist er heute Bestandteil des historischen Rundwanderweges entlang der alten Stadtmauer.

46 Heimbewohner der Provinzialanstalt für Fürsorgezöglinge beim Laubenbau undAnlegen von Gemüsebeeten um 1910.

Handwerkliche und gärtnerische Tätigkeit waren Teil des Erziehungsprogramms. Diese Anstalt am Weinberg wurde am 7. September 191 0 nach dreijähriger Bauzeit ihrer Bestimmung übergeben. Jungen und Mädchen, viele aus sozial gefährdeten Familien, aber auch elternlose Kinder waren hier untergebracht. Durchschnittlich vierzig Mitarbeiter sorgten sich um die Erziehung und das Wohl der Zöglinge. Gärten mit Obstbäumen lieferten den Ertrag für die weitestgehende Selbstversorgung der Einrichtung.

Im Ersten und Zweiten Weltkrieg wurden in der Erziehungsanstalt Hilfslazarette eingerichtet. Die im Krieg verwundeten Soldaten hatten auf dem weiträumigen Gelände und in den eigens dafür

hergerichteten Gebäuden gute Möglichkeiten zur Rekonvaleszenz.

47 Jakob Plaut, Bankier und späterer Ehrenbürger der Stadt Nordhausen, hatte seiner Vaterstadt am 1 1. Juni 1879 eine Stiftung in Höhe von 300000 Mark zur Errichtung einer Altersversorgungsanstalt überwiesen.

Am 21. Juni 1880 fand die Grundsteinlegung an der Halleschen Straße, Ecke Taschenberg statt. Bereits am 31. Oktober des darauffolgenden [ahres wurde die Anstalt als Jakob-Plaut-Stift feierlich eingeweiht. Seit der Eröffnung gewährte die Anstalt jährlich etwa fünfzig älteren Bürgern, auch Ehepaaren, freie Wohnung und teilweise freien Unterhalt.

Jakob Plaut verstarb im Februar 1901. Infolge der Inflation

ging der größte Teil des Geldes verloren. Die Stadt mußte für die Unterhaltung des Stifts finanzielle Unterstützung gewähren.

Das Gebäude wurde beim Luftangriff auf die Stadt im

April 1945 zerstört. Heute erinnert nur noch das Foto aus dem [ahre 1915 an das Stift. Im Hintergrund links das alte Krankenhaus amTaschenberg.

48 Auf Anregung von Chefarzt Dr. Willecke beschloß die Stadtverordnetenversarnm lung einen Erweiterungsbau des städtischen Krankenhauses am Taschenberg. Das 1888 errichtete Gebäude reichte kapazitätsmäßig zur stationären Behandlung nicht aus und es entsprach auch nicht mehr den technischen Erfordernissen.

Die Bauarbeiten begannen im Herbst 191 1. Nach vierzehn Monaten war das Gebäude arn 14. [anuar 191 3 bezugsfertig. Das Krankenhaus verfügte nunmehr über 51 Patientenräume mit 137 Betten für die stationäre Behandlung und 1 2 Betten für das Personal. Im Bild der Erweiterungsbau im [ahre 1915, mit Verbindungstrakt zwischen altem und neuen Krankenhaus, der über die Bergstraße hinwegging. Während das alte Krankenhaus im April 1945 den Bom-

ben zum Opfer fiel, wurde der Erweiterungsbau schwer beschädigt und diente nach

teilweisem Wiederaufbau als Lehrlingswohnheim.

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