Nordhausen in alten Ansichten Band 1

Nordhausen in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Rainer Hellberg
Gemeente
:   Nordhausen
Provincie
:   Thüringen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6544-0
Pagina's
:   112
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Nordhausen in alten Ansichten Band 1'

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49 Die Frauenberger Kirche an der Sangerhäuser Straße ist das älteste evangelische Gotteshaus in Nordhausen. Erstmals wurde die Kirche im [ahre 1180 erwähnt. Sie zeigte das dem früheren Mittelalter geläufige basilikale Schema: hohes Mittelschiff, niedrige Seitenschiffe, Querschiff, Chorjoch und drei halbrunde Absiden. Irn Iahre 1480 erhielt sie die bis 1945 vorhandene Kreuzform.

Die Frauenberger Kirche ist die einzige, die fast unverändert in der ursprünglichen Gestalt bis 1945 erhalten geblieben ist. Die Aufnahme von 1935 zeigt die Kirche von der Sangerhäuser Straße.

Beim Luftangriff auf die Stadt wurde die Kirche bis auf das

Querschiff zerstört, das heute nach umfangreicher Sanierung als Kirche genutzt wird. Die Häuser links der Kirche wurden beim Luftangriff im April 1945 völlig vernichtet, nur die bergab zum Kloster-

hof führende Martinstreppe blieb erhalten. Sie wird heute als Lesserstiege im Stadtplan bezeichnet.

50 Das Fachwerkhaus des Frauenberger Kloster im [ahre 1935.

Durch Schenkungen zu Reichtum gelangt, ließen sich die Nonnen um 1450 dieses Gebäude bauen. In Nordhausen entstanden mit dem Marienkloster im Altendorf und dem Marienkloster Neuwerk auf dem Frauenberg im 13. Jahrhundert zwei Frauenklöster des Zisterzienserordens. Während des Bauernkrieges 1525 brandschatzten aufständische Bauernhorden das Frauenberger Kloster, der letzte Probst flüchtete nach Bennungen, wo er sich als pfarrer niederließ. Nach der Reformation wurde das Kloster aufgelöst und dessen Hinterlassenschaft dem Magistrat

der Stadt übergeben. Mit einem Teil des Vermögens richtete man in dem Gebäude ein Hospital ein, von vielen das 'Klostcr' genannt. Es bestand bis April 1945 als Hospital und Altersheim. Beim

Bombenangriff auf die Stadt wurde das gesamte Kloster vernichtet.

5 1 Blick von der Bahnhofstraße in die Neustadtstraße im Iahre 1910. Noch bestimmten Pferdegespanne das Straßenbild, obwohl seit 1900 die elektrische Bahn vom Bahnhof kommend durch den östlichen Teil der Neustadtstraße in Richtung 'Vor dem Vogel' und unter dem Petersberg entlang zur Rautenstraße fuhr. In der Neustadtstraße waren neben einer Vielzahl von Brennereien auch verschiedene Handwerksbranchen ansässig. Viele kleinere Geschäfte und gemütliche Gaststätten belebten das Straßenbild und erfreuten sich großer Beliebtheit. Das dritte Haus links beherbergte die bekannte Gastwirtschaft von Hermann Schneidewind,

der zusätzlich noch ein Lohnfuhrwerk betrieb, das bis in die sechsziger [ahre als Fuhrgeschäft und Kohlenhandlung existierte.

Zwischen den ersten beiden Häusern links im Bild ist der

Aufgang zur Lesserstiege erkennbar. Am Eckhaus rechts mit der Uhr befindet sich heute einer der bekanntesten Betriebe der Stadt, die Nordbrand GmbH Nordhausen.

NORDHAUSEN

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52 Die St.-Jakobi-Kirche, auch Neustädter Kirche genannt, vom Primariusgraben aus gesehen im [ahre 1935. Eine neustädtische Kirche bestand bereits Ende des 13. Jahrhunderts. Mit der Geschichte der Kirche St. Jakobi ist der Name des pfarrers und Nordhäuser Chronisten Friedrich Christian Lesser auf das engste verbunden. Lesser wechselte 1741 vom Frauenberg in die Neustadt und übernahm dort den durch Witterungseinf1üsse und Naturkatastrophen stark geschädigten Vorgängerbau. Für den notwendigen Abriß des alten Gemäuers und einen Neubau hatte sowohl die Neustädter Gemeinde als auch die Stadt kein Geld. AufInitiative Lessers führte man eine Spendenaktion durch, aus deren Einnahmen der Bau des Gotteshauses bezahlt wurde.

1 749 erfolgte die feierliche

Einweihung. Fünf]ahre später starb Lesser. Seine letzte Ruhestätte fand er in dieser Kirche. Nachfolger war der Pfarrer Hüpeden.

Beim Bombenangriff im April 1945 fiel die Kirche in Schutt und Asche. Heute befindet sich dort der Parkplatz unterhalb der Stadtterrasse.

53 Vom oberenAustritt der Lesserstiege gelangte man durch ein Spitzbogenportal auf den Primariusgraben.

In der westfälischen Zeit wurde dieserWallgraben Eigentum der Kirchengemeinde St. Nikolai, die ihn ihrem Geistlichen, dem Ersten Prediger der Stadt, dem Pastor Primarius, zur Bewirtschaftung überließ. Im [ahre 1906 wurde der Graben zwischen den beiden Stadtmauern eingeebnet, mit einem breiten Fußweg sowie gärtnerischen Anlagen versehen und nannte man ihn den Primariusgraben. Dieser Weg entlang der Stadtmauer mit dem viereckigen Marterturm und dem halbrunden Schalenturm war

ein touristisches Kleinod, sauber, liebevoll gepflegt und gehegt. Über die Brüstung des Wallgrabens hinweg öffnete sich ein herrlicher Blick auf die Unterstadt, die Goldenen Aue, das Kyffhäusergebirge,

die Hainleite und die Bleicheröder Berge.

Beim Luftangriff im April 1945 schwer getroffen und anschließend vier [ahrzehnte vernachlässigt, wurde der Primariusgraben 1994 saniert

und ist heute Teil des histori sc hen Rundwanderweges entlang der alten Stadtmauer.

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54 Ein Blick auf den Lohmarkt um 1910. Er erhielt seinen Namen nach den dort ansässigen Loh- und Weißgerbern. Die Romantik und Idylle, die von dem Platz ausging, beschrieb Philipp Rappaport 1906: ' ... Am Rande des Wassers erhebt sich eine alte Linde und überragt mit ihren Ästen die Häuser an der Südseite. Da ist manch alter Kumpan, der schon das 14. [ahrhundert schaute, manch schmucker Giebel, oben mit Luke und Kragarm, um die Lohe in die Trockenböden aufzuwinden. Den nördlichen Abschluß an der Langseite bilden ähnliche Häuser; dahinter steigt wieder die Stadt steil empor, Dach türmt sich über Dach bis hoch hinaus zu

den Dächlein der Wehrtürme. Nicht daß die Häuser alt sind, nicht daß da ein Baum grünt, nicht daß dahinter die Stadt sich erhebt, gibt dem Platze seine Wirkung; sondern was für Häuser da stehen, wo der

Baum gepflanzt ist und wie die Stadt dahinter emporragt .. :

Die Bomben vorn April 1945 bereiteten der malerischen Idylle des alten Lohmarktes ein jähes Ende.

Nordhausen - Lohmarkl

SS Die Aufnahme zeigt die Kutteltreppe im [ahre 1906. Sie ist eine der ältesten Treppen der Stadt. 81 Stufen führen hinauf zur pforte in der Stadtmauer.

Zur Historie der altehrwürdigen Stadt Nordhausen gehören auch die Treppen, die seit mehreren Jahrhunderten die Unterstadt mit der heutigen Mittelstadt verbinden. Die Kutteltreppe führt vom Königshof durch eine schmale pforte auf den Lohmarkt, durch dessen Mitte einst der Mühlgraben floß. Es ist die kürzeste Verbindung vom Lohmarkt zum Königshof mit dem 1878 erbauten Reichspost - und Telegrafengebäude. Noch vor der pforte gelangt man rechts auf den Primariusgraben und links auf den Königshofwall. Früher benutzten die Schlächter die Treppe, um die Eingeweide

(Kutteln) zu waschen, daher stammt der Name Kutteltreppe.

NORDHAUSEN

Kutteltreppe

S6 Der Königshofwall kurz nach der Eröffnung im [ahre 1938. Links die Häuser des Neuen Weges aus Richtung Lohmarkt.

Unter der Leitung des Stadtgartenarchitekten Rohscheid begannen 1936 die Arbeiten an einem zusammenhängenden Promenadenweg entlang der alten Stadtmauer, um diesen für touristische Zwecke zu nutzen. Nachdem 1936 der Finkenburgwall fertiggestellt war, erfolgte im August 1937 der Ausbau der Wallanlage zwischen Kutteltreppe und Waisenstraße. Dieser Abschnitt erhielt den Namen Königshofwall, benannt nach dem hinter der Stadtmauer liegenden Königshof Auch hier hinterließen Krieg und

die nachfolgenden 4S [ahre Wunden. Im Rahmen von ABM wurden umfangreiche Instandsetzungsarbeiten durchgeführt. Heute ist dieser Wall Teil des historischen Rundwanderweges, der auf

dem Peters berg beginnt, über Primariusgraben, Königshofund Finkenburgwall sowie der Promenade zurück zum Judenturm auf dem Petersberg führt.

57 BlickvomKarl-MeyerWall zur Kirche St. Blasii um 1938. Nach der Fertigstellung des Finkenburgwalls wurde im September 1936 mit den Arbeiten an einem weiteren Abschnitt des Rundwanderwegs begonnen und am 14. Mai des darauffolgenden Jahres der Öffentlichkeit zur Nutzung übergeben. Er führte vom Spendekirchhof zum Gehege und erhielt den Namen Karl-Meyer- Wall.

KarlMeyer (1845-1935) war ein ausgezeichneter Kenner der Geschichte der Nordthüringer Region. Sein profundes Wissen schlug sich in zahlreichen Büchern, Aufsätzen und Abhandlungen zur Heimatgeschichte nieder. Er trug wesentlich zur Erforschung und

Erschließung unserer näheren Heimat bei. Er war ordentliches Mitglied der 'PreußischenAkademie der gemeinnützigen Wissenschaften' zu Erfurt.

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58 Die Johannisgasse, so wie sie der Maler Otto Lange im [ahre 1915 sah und zeichnete. Sie verband die Johannistreppe mit dem südlichen Teil des Neuen Weges. Die neun alten Fachwerkhäuser zu beiden Seiten der engen Gasse ließen auch am Tage nur wenig Licht in die Wohnungen der wenig begüterten Leute.

Mit Vorliebe fertigte der Heimatmaler Otto Lange (18781956) Federzeichnungen an. Vielen Motiven, denen die Fotografen wegen fehlender Attraktivität kaum Interesse entgegen brachten, waren für den Lehrer und Maler noch zeichnenswert. Er verstand es, seinen Bildern einen unverwechselbaren Charakter zu geben, wobei es ihm gleichgültig war, ob sie eine enge dunkle Gasse, eine einfache Baumgruppe oder ein schmuckloses Gebäude wiedergaben. Viele solcher ver-

borgenen Winkel, enge Gassen oder Gebäude blieben so der Nachwelt erhalten.

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