Nordhausen in alten Ansichten Band 1

Nordhausen in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Rainer Hellberg
Gemeente
:   Nordhausen
Provincie
:   Thüringen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6544-0
Pagina's
:   112
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Nordhausen in alten Ansichten Band 1'

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59 Mit der Johannistreppe im Bild eineAufnahme um 1920 - schuf man eine Verbindung zwischen der Weidenstraße und dem oberen Teil des Neuen Weges (in Richtung Waisenstraße ). Sie wurde angelegt, als man nach derTrockenlegung des Sumpfgebietes am GrimmeI in diesem Areal mit der Bebauung rechts und links des Mühlgrabens begann. Sie fiel sehr schmal und steil aus, beiderseits derTreppe entstanden terrassenartig Häuser und Gärten.

Vom Bombenhagel im Zweiten Weltkrieg verschont, wurde sie in den nachfolgenden vier [ahrzehnten stark vernachlässigt. Die Häuser an der Johannistreppe mußten wegen Einsturzgefahr abgerissen werden. Die Treppe ist heute gesperrt.

60 Über elfhundert [ahre floß das nicht immer klare Wasser des Mühlgrabens von der Zarge kommend, entlang der Parkallee durch die Nardhäuser Altstadt bis in die Bielener Flur dahin. Seine wirtschaftliche Bedeutung für die Stadt war groß, seine Nutzung vielschichtig. Wie schon der Name besagt, trieb er eine Anzahl von Mahlmühlen, etliche Ölmühlen und eine Papiermühle an. Die Kaisermühle ist die wohl älteste Mühle der Stadt. Var dem Angriff auf Nardhausen im April 1945 bildete der Mühlgraben noch immer die Antriebskraft für fünfMühlen und lieferte einigen Brennereien das Kühlwasser. Auch die Gerber und Färber am Lohmarkt benötigten zur Ausübung ihres Berufes das Wasser des Mühlgrabens. Im Mittelalter lieferte er für vier Badestuben das Wasser. Die Aufnahme zeigt

den Mühlgraben in der Elisabethstraße im [ahre 1936, im Hintergrund die Kaisermühle. Der Luftangriff im April 1945 zerstörte große Abschnitte dieser idyllischen Wasserstraße.

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61 Altstadt-IdylleinderWeidenstraße um 1905. Kinder spielten stundenlang an Ufer des Mühlgrabens, ließen ihre Schiffchen schwimmen, manche versuchten sich auf ihm mit einer Holzwanne als Kapitän und gingen nicht selten dabei baden. Manchmal war schnelle Hilfe notwendig, nicht immer gingen die Unfälle glimpflich ab. Auf seinem Weg durch die Altstadt grenzten die Häuser an einigen Stellen direkt am Mühlgraben. Kunstmaler wie Fritz Teichmüller und Walter Reinbath hielten diese romanti -

sc hen Winkel aufihrenAquarellen, Federzeichnungen oder Radierungen für die Nachwelt fest.

Aus sanitären Gründen plante die Stadt seine Beseitigung, scheiterte aber immer wieder an den anliegerrechtlichen Auseinandersetzungen mit den Mühlenbesitzern. Mit seinem Verschwinden und der

Zerstörung der meisten anliegenden Wohnviertel sind einige der charakteristischsten und malerischsten Bilder der Altstadt für immer ausgelöscht.

Weidenstrasse.

62 Der moderne Gebäudekomplex der Kautabakfabrik Grimm und Triepel in der Grimmelallee, aufgenommen vom Königshof im [ahre 1935.

Am 14. Juni 1849 gründete der Kaufmann Theodor Grimm auf einem Gelände an der Pfaffengasse eine kleine Kautabak- und Zigarrenfabrik. Neun [ahre später kaufte sich Adolph Triepel als Teilhaber in die Firma ein. Es entstand die Fabrik Grimm und Triepel. Nach dem Tode Triepels ging die Firma im [ahre 1872 in den Besitz von Ferdinand Fäustel über. Als dieser starb, erwarb der langjährige Mitarbeiter bei Grimm, OUo

Kruse, diese Fabrik. Unter Kruses Führung vollzog sich

ein gewaltiger Aufschwung des gesamten Unternehmens. Um die Jahrhundertwende arbeiteten bereits mehr als fünfhundert Mitarbeiter im Unternehmen, der Betrieb war inzwischen in die Grim-

melallee verlagert worden. Nach dem Ersten Weltkrieg übertrug Kruse seinen beiden Söhnen Georg und OUo die Firma.

63 Stolz ließen sich die Fahrer der werkseigenen PKW mit Werbeaufklebern der Firma Grimm und Triepel an den Wagentüren in der Karolinger Straße im [ahre 1935 vom Fotografen verewigen. Mit diesen Fahrzeugen wurden Kunden in ganz Deutschland besucht, Verträge abgeschlossen und kleinere Posten direkt ausgeliefert. 1924 beging die Firma zusammen mit 1 200 Mitarbeitern ihr

7 Sjähriges Jubiläum. Das Unternehmen entwickelte sich in der Folgezeit zu einer der größten Kautabakfabriken Europas. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Besitzer enteignet. In den Gebäuden

siedelte sich ein volkseigenes Unternehmen zur Herstellung von Telefonen, Münzfernsprechern und mobiler Vermittlungstechnik an, das heute als Fernmeldetechnik GmbH existiert. Die Familie

Kruse ging nach Witzenhausen, gründete dort eine neue Firma Grimm und Triepel, deren wichtigster Produktionszweig die Herstellung von Kunststofflaschen und Hohlkörpern ist.

64 Hinter dem Gast-und Logierhaus 'Drei Linden' entstand 1898/99 der den älteren Nordhäusern noch als Kinasaal bekannte Konzertsaal. Im Bild eine Aufnahme von 1902. Dieser Saal wurde für Varieté, Konzert-und Tanzveranstaltungen genutzt. Ab

1910 fanden hier regelmäßig Kinovorführungen statt.

Das Haus 'Drei Linden', erbaut 1728, zählt zu den ältesten erhalten gebliebenen Häusern der Stadt. Verkehrsmäßig günstig lag die Gastwirtschaft an der vom Grimmel über den Holungsbügel nach Hesserode und weiter nach Duderstadt führenden Heerstraße und bot sich als Rast-und Übernachtungsstät te für Durchreisende an. 1808

logierten in diesem Haus Friedrich Wilhelm lIl. und Königin Luise.

Trotz Bombeneinschläge in der näheren Umgebung überstand die Gaststätte den Luftangriff fast unversehrt. Der

Konzertsaal, der bis zuletzt als Kino diente, wurde im Mai 1945 durch Brandstiftung zerstört.

65 Der GrimmeI zwischen Grimmelallee und Wassertreppe war eine dichtbesiedelte Straße, in der man Handel und Gewerbe betrieb. Auf der Aufnahme aus dem [ahre 1905 sind die Häuser noch gepflegt und in gutem Zustand. Im Anschluß an die alten, noch sichtbaren Häuser befand sich einst das Grimmeltor. Links am Bildrand ein 'Seltershàuschen' der Firma Bellinghausen, rechts das Gebäude ist heute als 'ErnstSchneller-Haus' bekannt. Im Hintergrund der Dom mit seinem gewaltigen Steildach und die ungleich hohen Türme der Blasiikirche. Das umzäunte Grundstück links gehörte Richard Schenke, Inhaber der Brennerei Wilhelm

Uhley. Straße und Häuser überstanden den Zweiten Weltkrieg ohne nennenswerte Schäden, verfielen aber in den darauffolgenden [ahrzehnten. Erst nach 1991 wurde im Rahmen eines umfangreichen

Sanierungsprogrammes der GrimmeI neu gestaltet und erhaltenswerte Häuser wieder hergerichtet.

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66 Der Hof der Brennerei Wilhelm Uhley, Inhaber Richard Schencke, in der Grimmelallee 10 um 1930. Bauern aus den umliegenden Ortschaften warteten auf die Auslieferung der Schlempe. Sie holten das begehrte Futter in Holzfässern ab, was dem Stadtbild ein besonderes Gepräge gab.

Die Schlempe war eines der Abfallprodukte des Brennereigewerbes und eignete sich ausgezeichnet als Mastfutter für Schweine und Rinder. Einst nutzten die Brennereibesitzer die anfallende

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