Nordhausen in alten Ansichten Band 2

Nordhausen in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Rainer Hellberg
Gemeente
:   Nordhausen
Provincie
:   Thüringen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6628-7
Pagina's
:   112
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Nordhausen in alten Ansichten Band 2'

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Einleitung

Nordhausen begeht 2002 seinen 1075. Geburtstag. Ein stolzes Alter, das nur wenige deutsche Städte vorzuweisen haben.

Das Antlitz der Stadt wurde durch Jahrhunderte deutscher Geschichte geprägt. Mit ihren Mauern, Türme und Treppen, winkelige Gassen, buntem Fachwerk und majestätischen Bürgerhäusern bot Nordhausen einst ein Bild stolzer Schönheit - bis wenige Tage vor Ende des Zweiten Weltkrieges.

Am 3. und 4. April 1945 verwandelten unzählige Bomben die liebenswerte alte Stadt in eine Trümmerlandschaft,

8 800 Menschen verloren ihr Leben. Historisch Wertvolles war für immer verloren, 82 Prozent aller Häuser wurden unbewohnbar, von den 109 Unternehmen (40 Spirituosenbetriebe, 6 Tabakfabriken, 21 Lebensmittelbetriebe und 42 Industriebetriebe) sanken 46 in Schutt und Asche, von den Handwerksbetrieben blieben nur 40 Prozent und beim Handel nur 28 Prozent aller Betriebe unversehrt.

Mit dieser Schreckensbilanz stand Nordhausen an 7. Stelle unter den zerstörten Städten Deutschlands.

Wie schon so oft in der über 1 OOOjährigen Geschichte der Stadt, gingen die Bürger mit ungebrochenem Fleiß und bewundernswertem Elan daran, die Spuren des Infernos zu beseitigen und Nordhausen wieder aufzubauen.

Die Trümmerlandschaft ist beseitigt, die großen Lücken, die der Krieg riß, sind wieder geschlossen. Geblieben ist nur die Erinnerung.

In den vergangenen Iahren entwickelte sich vor allem bei den jüngeren Generationen verstärkt das Interesse, die altehrwürdige Stadt, wie sie einmal war, kennenzulernen. Die Schar der Postkarten- und Fotosammler Nordhäuser Ansichten nahm zu und wird immer größer.

Anhand unverfälschter Bilder lassen sich die Veränderungen in der Stadt und der jeweilig herrschende Zeitgeist am anschaulichsten nachvollziehen. Heimatliteratur hat in Nordhausen Konjunktur. Der großen Nachfrage Rechnung tragend, erschienen nach der Wiedervereinigung zahlreiche Bildbände, die sich großer Beliebtheit erfreuen, tragen sie doch wesentlich dazu bei, das wachsende Informationsbedürfnis der Nordhäuser an der Geschichte ihrer Stadt zu befriedigen.

Der vorliegende zweite Band 'Nordhausen in alten Ansichten' widmet sich im besonderen Maße Jubiläen, die in jüngster Zeit begangen wurden und solchen, die in Kürze anstehen.

So beging der Wasserverband Nordhausen am 15. Oktober 1999 das 125jährige Jubiläum der städtischen Wasser-

versorgung, am gleichen Tag jährte sich die Wiedereröffnung des Theaters nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg zum 5 O. Mal, fast 1 0 0 0 0 0 Menschen erwiesen der Nordhäuser 'Bimmel' zum 100. Geburtstages Anfang Juni 2000 ihre Reverenz.Von den wenigsten Einwohnern bemerkt, jährte sich die Zugehörigkeit Salzas zu Nordhausen am 1. Juli 2000 zum 50. Mal, am 16. Oktober 2000 feierten Schüler, Lehrer und Gäste den 10 O. Geburtstag der Petersbergschule, vor 150 Iahren wurde die Frisör-Innung Nordhausens gegründet, das städtische Museum begeht im September 2001 das 125.Jubiläum, und am 2.August 2002 jährt sich derTag, an dem Nordhausen seine Rechtsfreiheit verlor und preußisch wurde, zum 200.

Mal. Alle diese großen und kleinen Geburtstage finden ebenso wie der Nordhäuser Mühlgraben sowie die Niederlegung und der Aufbau der Finkenburg eine etwas ausführliche Berücksichtigung. Manche Themen und Ereignisse konnten allerdings nur angerissen werden, vieles mußte aus Platzmangel ganz unberücksichtigt bleiben. Die Texte in diesem Buch spiegeln in vielfältiger Weise wider, was zu den Grundsignaturen dieser sich immer schneller verändernden Zeit zählte und die Menschen beschäftigte: Der Blick nach vorn in Verbindung mit Fortschritt oder Verfall, der Blick zurück auf eine bessere oder

auch glücklicherweise überwundene Zeit, der Blick auf die Gegenwart als einer guten und geordneten oder als einer zerrütteten, bösen und kaputten Welt.

1 Lichtdruckanlaßkarte, herausgegeben anläßlich der Konferenz des Vorstandes des Centralverbandes für Ansichtskartensammler am 20./21. Februar 1897. Abgebildet sind die drei Vorstandsmitglieder Lindemann (oben), Zschinitzsch (links) und Metzner, im Hintergrund eine Totalansicht von Nordhausen.

Die Geburtsstunde der Ansichtskarte geht bis ins Iahr 1 870 zurück, als der Oldenburger August Schwarze die ersten farbigen Postkarten in die Welt sandte. 1894 wurde in Deutschland der erste SammlerVerein für illustrierte Postkarten gegründet. Ein Iahr später entstand der Centralverband der Ansichtskarten-Sammler. Den Aktivitäten Alfred Metzners, der am 1. April 1898 nach Nordhausen übersiedelte

und einen Kunstverlag eröffnete, war es zu verdanken, daß im gleichen Iahr in Nordhausen das organisierte Sammeln der Ansichtkarten begann. Mit Ausbruch des Zweiten

Weltkrieges löste sich der Verein nach über 50jährigern Bestehen auf

Seit 1998 treffen sich wieder Sammler von Nordhäuser Ansichtskarten aus dem gesamten Bundesge-

biet zweimal jährlich in der Rolandsstadt zum Karten- und Erfahrungsaustausch.

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21mjahre 1885 gründeten literaturbegeisterte Nordhäuser Gymnasiasten ein 'Lesekränzchen' , das sich dann 'Gymnasial-Leseverein' nannte. Die Mitglieder widmeten sich neben der Pflege der Jugendkameradschaft dem Lesen anspruchsvoller Literatur und der Deklamation von Gedichten sowie Vorträgen aus den verschiedenen Wissensgebieten. Auch eigene Dichtungen pflegte man in diesem Verein. Des weiteren wurden alljährlich Theateraufführungen besucht, bei denen Werke der Klassiker aber auch der zeitgenössischen Dichter

zur Aufführung kamen. Wie es damals üblich war, brachten Vereine, die etwas auf sich hielten, eigene Postkarten heraus - hier eine Aufnahme aus dem Iahre 1905.

3 Die sich verschlechternde Wasserversorgung in Nordhausen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zwang die Stadtväter zum intensiven Nachdenken über eine allseits zufriedenstellende Lösung des Problems. Die Wasserqualität der 1 6 öffentlichen Brunnen nahm rapide ab. Mehrere Varianten wurden erstellt und wieder verworfen.Am 3.Januar 1873 schloß die Stadt mit der Kontinental- WasserwerksAktien-Gesellschaft einen Vertrag zur Errichtung eines Wasserwerkes auf Kosten der Gesellschaft. Das kostbare Naß wurde aus dem Flûßchen Thyra nahe Neustadt entnom-

men. Das Wasserwerk, im Ianuar 1874 in Betrieb genommen, wurde am 8. Mai von der Stadt käuflich erworben, da die Gesellschaft in finanzielle

Die Aufnahme zeigt die Filterhalle des Wasserwerkes in der Osterstraße nach der Inbetriebnahme im Iahre 1931.

Schwierigkeiten geraten war. Dieses Datum gilt als Geburtsstunde der städtischen Wasserversorgung in Nordhausen.

4 Die schöne und ruhige Lage gab sicherlich mit den Ausschlag dafür, daß sich die Stadtväter 1898 entschieden, auf dem Petersberg eine Bildungseinrichtung zu errichten. In anderthalb Iahren Bauzeit entstand eine Schule, die später den Namen Petersbergschule erhielt -links auf der Aufnahme von 1910. Sie wurde am

16. Oktober 1900 feierlich eingeweiht. Insgesamt 22 pädagogischen Fachkräften oblag die Verantwortung über durchschnittlich fünfhundert Kinder. Nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges funktionierte man die Schule in ein Reservelazarett um. Im Iahre 1919

wurde aus der ehemaligen Volksschule eine Grundschule für Knaben. Im Westflügel erfolgte 1930 die Unterbringung einer Hilfsschule (Pestalozzischule) für schwach-

begabte Kinder ein.

Die beim Luftangriff stark beschädigte und anschließend unter großen Schwierigkeiten wiedererrichtete Schule feierte am 5. Februar 1952 Wiederer-

öffnung. Sie erhielt den Namen Theo-NeubauerSchule. Nach der Wiedervereinigung erfolgte wieder die Umbenennung in Petersbergschule.

Nordnaasen

5 Die elektrische Bahn kommt!

Bereits meherere Monate bevor die Straßenbahn erstmals durch Nordhausens Straßen rumpelte, wurden bereits Postkarten mit Motiven der 'Elektrischen' herausgegeben. Sie sollten einerseits die Bürger der Stadt auf das große Ereignis einstimmen, andererseits aber durch Versenden dieser Phantasiekarten dem 'Rest der Welt' vom Fortschritt in der tausendjährigen Stadt am Südharz künden.

Die Lithographie van August Fuchs, Nordhausen, wurde am 13.August 1900 abgestempelt und ging an einen Adressaten in Zittau.

Sie ist eine von sechs dieser farbenprächtigen Phantasiekarten, die vor der Inbetriebnahme der Straßenbahn verbreitet wurden.

6 Verlegen van Straßenbahnschienen um das Grundstück der Fa. Carl Bohnhardt am Altentor 8 im Iahre 1900.

Bereits 1 879 hatte man für Nordhausen eine pferdebahn proj ektiert und mit dem Bau begonnen, sogar eine Gleisverbindung nach Ilfeld war geplant. Durch den Konkurs der pferdebahn-Gesellschaft kam das Aus, noch bevor die erste Bahn ihren Dienst versah. Doch die Idee, die Unterund Oberstadt mit einer Bahn zu verbinden, bestand fort. Seit 1892 beschäftigten sich die städtischen Behörden in Nordhausen mit den Plänen für eine Straßenbahn. Im No-

vember 1897 nahmen die Pläne praktikable Formen an: Der Bau einer elektrischen Zentrale, die Licht und Kraft erzeugen sollte, sollte auch den Betrieb der Straßenbahn ermöglichen.

Elf Monate später erfolgte der Vertragsabschluß mit der Elektricitäts-Aktiengesellschaft vorm. Schuckert & Co. in Nürnberg zur Errichtung und zum Betrieb eines Elektrizitätswerkes

sowie einer Straßenbahn in Nordhausen.

7 Nach nur knapp vierzehnmonatiger Projektierungs- und Bauzeit war es dann so weit. Unter großer Begeisterung der Nordhäuser Bürger fand am

25. August die feierliche Eröffnung des Elektrizitätswerkes und der 'Tram' statt. Allerdings sehr zum Leidwesen der zahlreichen Droschkenbesitzer, deren Geschäft ohnehin schon rückläufig war. Durch den Bau der Straßenbahn kam das Verkehrsmittel fast gänzlich zum Erliegen.

Die Aufnahme aus dem Iahre 1902 zeigt das Elektrizitätswerk und das Straßenbahndepot, das am

14. Mai 1901 seiner Bestimmung übergeben wurde.

Am 1. April 1920 gingen das Elektrizitätswerk und die Straßenbahn zum Kaufpreis von 3,25 Millionen Mark in städtischen Besitz über.

Nerdbeusen

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8 Monatskarte für die Benutzung der Straßenbahn im Iahre 1 902 zum Preis von 6 Mark.

Auf drei Linien wurde der Regelbetrieb aufgenommen.Am 25.August, dem Tag der feierlichen Betriebseröffnung, fuhr die sogenannte Weiße Linie vom Bahnhof über Kornmarkt Wallrothstraße zum Gehege. Zwei Tage später folgten die Rote Linie vom Bahnhof über Kornmarkt, Barfüßerstraße, Grimmelallee zurück zum Bahnhof und die Grüne Linie in umgekehrter Richtung. Die Gesamtstrecke betrug 7,1 km.

Eine Fahrt kostete anfangs 15 Pfennige, eine Monats-

karte 6 Reichsmark. Für größere Gepäckstücke und Hunde - beides durfte man nur auf der vorderen Plattform plazieren - mußten extra Fahrscheine gelöst werden. Das Fahrgeld

wurde auf der vorderen Plattform unter Aufsicht des Fahrers in einen Zahlkasten geworfen.

Unterschrift des Abonnenten: St

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