Nordhausen in alten Ansichten Band 2

Nordhausen in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Rainer Hellberg
Gemeente
:   Nordhausen
Provincie
:   Thüringen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6628-7
Pagina's
:   112
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Nordhausen in alten Ansichten Band 2'

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9 Der Triebwagen Nr. 7 auf der Grünen LinieBahnhof-GrimmelalleeAltentor - BarfüßerstraßeKornmarkt - Bahnhof vor dem Gebäude der Fa. Carl Bohnhardt am Altentor im Iahre 1905.

Allen Skeptikern zum Trotze, die der Bahn ein schnelles Ende prophezeiten, erfreute sich die Tram sofort großer Beliebtheit bei den Nordhäusern; sie benutzten das neue Verkerhsmittel rege. In den vier Monaten des Eröffnungsjahres beförderte die Straßenbahn bereits

250 000 Personen.

Bereits zwei Monate vor Inbetriebnahme des neuen Verkehrsmittels hatte die

Polizeiverwaltung in Nordhausen eine Verordnung herausgegeben 'betreffend den Betrieb der Straßenbahn in Nordhausen'. Im Abschnitt III - Bestimmungen für die Fahrgäste -

heißt es unter anderem: 'Gefangenen- Transporte, geladene Gewehre, feuergefährliche Gegenstände, oder solches Handgepäck, das durch seinen Umfang, üblen Geruch oder

schmutzigen Beschaffenheit die Fahrgäste belästigt, dürfen in den Wagen nicht befördert werden .. .'

10 Die Tram (Rote Linie) in der Grimmelallee wartet an der Ausweichstelle nahe des Kreisständehauses auf die entgegenkommende Bahn der Grünen Linie. Im Hintergrund das Stadtbad. Das Bild zeigt eine Aufnahme urn 1914.

Der damalige Wagenpark bestand aus dreizehn Motorenwagen aus der Hannoverschen Waggonfabrik Linden-Hannover, die Motoren und die Elektrik kamen von Siemens & Halske Berlin. Die 6,5 m langen Wagen hatten Rollenabnehmer,Oberlichtfenster und unverglaste Plattformen. 28 Personen fanden im Wagen Platz, 16 konnten sitzen. Es fehlte

jeglicher Komfort, die Fahrgäste waren durch die offenen Plattformen der Witterung und im Winter der Kälte ausgesetzt. Die Nordhäuser ließen sich davon nicht abschrecken

und so stiegen die Fahrgastzahlen auf 63 8 000 im Iahre 19 0 3, fünf]ahre später auf861 000.

11 DerTriebwagen Nr. 12, Baujahr 1900, fährt von der Haltestelle Gehege/Geiersberg am Gesellschaftshaus Zur Hoffnung vorbei in Richtung Bahnhof. Die Aufnahme entstand um 1925.

Im achtzehnten Iahr ihres Bestehens hatte die Tram stark unter den Folgen des Ersten Weltkrieges zu leiden. Die Beförderungszahlen gingen rapide zurück. Der gesamte Regelbetrieb wurde vom 15. Ianuar bis 15. März 1918 wegen Unrentabilität eingestellt.

Vier Iahre später kam aus finanziellen und verkehrstechnischen Gründen das endgültige Aus für den Streckenabschnitt Altentor -

Kornmarkt. Durch die Zunahme des privaten PKWVerkehrs, die Einführung erster Omnibusse und die einsetzende Arbeitslosigkeit in der zweiten Hälfte der zwanziger Iahre gingen

die Beförderungszahlen weiter zurück, so daß der Regelverkehr zurWilhelmNebelung-Straße eingestellt wurde.

12 Der Triebwagen Nr. 22 in der Grimmelallee. Im Hintergrund links das Gaswerk. Die Aufnahme entstand um 1 935.

Um die Attraktivität und Beförderungszahlen wieder zu erhöhen, erfolgten trotz Weltwirtschaftskrise Verbesserungen am Wagenpark. So wurden die offenen Plattformen verglast und das veraltete Rollensystem wurde aufStromabnehmer -Bügelbetrieb umgestellt. Außerdem kamen acht neue Straßenbahnwagen mit Scherenstromabnehmern, stärkeren Motoren, moderner Bremsanlage, besserer Federung und größerem Platzangebot (14 Sitz- und

42 Stehplätze) aus dem Wismarer Waggonbau zum Einsatz. An mehreren Gleisanlagen erfolgte ein Umbau, so in der Grimmelallee. Dort erhielt die Straßenbahn teilweise einen

eigenen Bahnkörper. In Betrieb genommen wurde ein neuer, zweigleisiger Streckenabschnitt zwischen Stolberger Straße / Ecke Wilhelm- Nebelung-Straße und dem pfingstweg, der

heutigen N aumannstraße, mit einem Höhenunterschied von 34m auf

700 m Länge.

13 Diese Maßnahmen führten tatsächlich wieder zu einer Steigerung der Beförderungszahlen. So nutzten 1935 über 1,5 Millionen Fahrgäste das umweltfreundliche innerstädtische Verkehrsmittel. In Kriegszeiten stiegen die Beförderungsleistungen sogar auf über 4 Millionen Fahrgäste an.

Im Bild der Triebwagen Nr. 23 - heute als Traditionswagen noch im Einsatz in derTöpferstraße unterwegs in Richtung Kornmarkt. Rechts die Einmündung in die Schreiberstraße. Die Aufnahme entstand um 1935.

Durch die Luftangriffe am 3. und 4. April 1945 auf

Nordhausen, bei denen

8 800 Menschen ihr Leben verloren, wurden drei Viertel aller Gebäude zerstört. Auch Stromanlagen, Oberleitungen, Wagenpark und 60 Prozent der Gleisanla-

gen der Straßenbahn fielen dem Bombenterror zum Opfer.

Mit bewundernswertem Fleiß gingen die Nordhäuser ans Werk und begannen, ihre Tram wieder

fahrbereit zu machen. Am 3. Juni 1946 konnte das gesamte Streckennetz befahren und acht mühsam reparierte Wagen eingesetzt werden.

14 Die fast 125jährige Geschichte des Städtischen Museums in Nordhausen nahm in der höheren Töchterschule in der Blasiistraße ihren Anfang.

Die Aufnahme zeigt die Schule um 1880.

Am 29. September 1876 wurde das erste Museumszimmer der Stadt Nordhausen im Vorraum der damaligen höheren Töchterschule in der Blasiistraße eröffnet. Vorausgegangen waren verschiedene Initiativen, so von Antiquarius Fischer, der 1869 anregte, 'ein bescheidenes Plätzchen zu finden, woselbst die hier gefundenen Alterthümer für immer eine würdige Aufnahme fän-

den' . Auf Anregung des Oberlehrers am Gymnasium Prof. Dr. Theodor Perschmann wurde die Museumsangelegenheit

1 874 auf den Nordhäuser Geschichts- und Alter-

turnsverein übertragen. Der engagierte Lehrer übernahm selbst das Amt als 'Conservator' im zukünftigen Museum.

15 Drei Iahre später mußte das Museum aus Platzmangel in das neuerbaute Volksschulgebäude am Taschenberg umziehen, denn die Sammlung hatte einen enormen Umfang angenommen. Dem engagierten Wirken des Nordhäusers Hermann Arnold ist es zu verdanken, daß im Mai 1879 das 'Städtische Alterthums-Museum' in diesem Haus seine pforten öffnete. Bis zu dem erneuten Umzug im Iahre 1888 in das ehemalige Gymnasium in der Predigerstraße vergrößerte sich das Museum von anfänglich 4 auf 17 Räume, in denen die Exponate Platz fanden. Die Aufnahme zeigt den Aus-

stellungsraum im Museum - ehemals Gymnasium - in der Predigerstraße um 1900. Im Hintergrund, Bildmitte, ist der 'Vogel' zu sehen, der 1365 vor dem Neustädter Rathaus an der

Grenze zwischen Oberund Unterstadt errichtet wurde und heute seinen hoffentlich endgültigen Standort im MeyenburgMuseumhat.

16 Anläßlich des 25jährigen Bestehens des Nordhäuser Museums fand am 5. Oktober 1901 eine würdige Festveranstaltung statt. Auch eine Postkarte wurde anläßlich des Jubiläums herausgegeben. Abgebildet sind die beiden Persönlichkeiten, Wegbereiter und Förderer der musealen Einrichtung, Professor Theodor Perschmann und Hermann Arnold.

Arnold (1831-1909), ein vielgereister Bürger und Brennherr, widmete sich in seiner freien Zeit dem Sammeln von Altertümern und Kunstgegenständen, wobei er eine besondere Leidenschaft für Muscheln und Schnecken entwickelte. Unter seiner Leitung und mit seiner finanziellen Unterstützung wurden erste Ausgrabungen im Gräberfeld auf dem Sool-

berg bei Auleben unternommen. Er war langjähriger Conservator am Museum, aus dessen Amt er 1901 ausschied. Nach seinem Tod am 30. Dezember 1909 vermachte er der

Stadt mehr als 1,7 Millionen Mark - bestimmt je zur Hälfte 'zur Linderung der Leiden der Menschheit' und 'zum Bau, zur Ausstattung, Erhaltung und Erweiterung des Städti-

schen Museums nebst Bibliothek undArchiv' sein Wohnhaus mit Garten und wertvolle Sammlungen.

17 Das Museum am Friedrich- Wilhelm- Platz um 1910.

N ach dem Ausscheiden Arnolds übernahm der Mittelschullehrer Hermann Heineek die Leitung des Museums, das 1906 erneut die Räumlichkeiten wechseln mußte, da das Gebäude für schulische Zwecke benötigt wurde. Die ehemalige Schule am Friedrich-Wilhelm-Platz sollte nun längere Zeit Heimstatt für die museale Einrichtung der Stadt sein, in der auch das Stadtarchiv und die Volksbibliothek untergebracht waren. Allein 18 Räume standen für das Museum zur Verfügung, das am V.Juni 1907 feier-

lieh eröffnet wurde. Durch die Arnoldstiftung war man in der Lage, in der Folgezeit den Ankauf von Gegenständen im großen Maß zu tätigen. Der Erfurter Professor Alfred Over-

mann, nunmehr Leiter des Museums, stellte in achtjähriger Arbeit eine zehn Zimmer umfassende kostbare Stilmöbelsammlung zusammen, die im Frühjahr 1921 erstmals der Öf-

fentlichkeit präsentiert wurde.

Nordhausen.

18 Der Zeitungsverleger Gustav Müller kaufte 1907/08 das Flurgrundstück in der Osterstraße 3 1 und ließ im selben Iahr nach Plänen des Architekten Ehlen diese Villa bauen. Die Aufnahme aus dem Iahre 1909 zeigt das Haus aus südöstlicher Richtung. 1916 wechselte das markante Gebäude den Besitzer. Der neue Eigentümer, Fabrikant Carl Becker jr., beauftragte den Dresdner Gartenarchitekten Wilhelm Röhnick zwei Iahre später mit der Umgestaltung des Grundstücks in einen Villengarten.

1926 erwarb der Magistrat der Stadt Nordhausen von der inzwischen verwitweten Frau Becker das Anwesen und richtete darin ein Museum ein, das erst die Bezeichnung Neues Museum bekam und 1934 in

Meyenburg-Museum umbenannt wurde. Die gesamte Stilmöbelsammlung, die Professor Alfred Overmann erworben hatte, erhielt dort einen würdigen Platz.

NORDHAU8EN. Vill ?? n d., O.t ??? I,. ???.

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