Nordhausen in alten Ansichten Band 2

Nordhausen in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Rainer Hellberg
Gemeente
:   Nordhausen
Provincie
:   Thüringen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6628-7
Pagina's
:   112
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Nordhausen in alten Ansichten Band 2'

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19 Stilmöbelzimmer im Meyenburg-Museum nach der Eröffnung des Hauses 1927.

Dr. August Stolberg übernahm 1923 die Leitung des Museums. Der Kunsthistoriker und Archäologe wurde drei Iahre später zum Museumsdirektor ernannt. Dr. Stolberg bemühte sich intensiv, mit Sonderausstellungen und historischen Museumskonzerten die Akzeptanz der Einrichtung in der Bevölkerung weiter zu erhöhen. Im Iahre 1926 kaufte die Stadt das Beckersche Grundstück in der Os terstraße, der heutigen A.-Puschkin-Straße. Die intime Atmosphäre der Villa mit der großen park-

ähnlichen Gartenanlage war wie geschaffen für die kostbare Stilmöbelsammlung. Zur 1 Oûû-jahr-Feier 1 927 präsentierte man die einmalige Sammlung in der Villa.

20 Die ideal erscheinende Lösung war allerdings wiederum nicht von Dauer, denn das Gebäude am Friedrich- WilhelmPlatz wurde für schulische Zwecke benötigt. Das Museum mußte erneut umziehen, in eine Villa am Gehege, die von einer faszinierenden Parkanlage umgeben war. Im Bild eine Aufnahme von 1930.

Am 7. Juli 1934 eröffnet das neue Haus, das fortan Lindenhof-Museum genannt wurde. 'Welche andere Mittelstadt in deutschen Landen, wie unser Nordhausen, hat zwei solcher Museen. Aus dem Bürgersinne heraus geschaffen! So ist das Mu-

seumswerk im Geiste Hermann Arnolds, der Förderers, nun geschaffen', schrieb die Nordhäuser Zeitung am 9.Juli 1934. Doch die Freude über das Lindenhof- und Meyen-

burg-Museum währte gerade mal vier Iahre.

21 Ausstellungsraum mit kirchlicher Kunst im Lindenhof- Museum um

1 935, links die lebensgroße Pieta der Maria mit dem toten Christus, entstanden um 1460-1480, aus der Altendorfer Kirche.

Das letzte Kapitel der 'ambulanten Existenz' des Museums, wie ein Chronist den ständigen Umzug des Städtischen Museums treffend bezeichnete, begann 1938.

In Deutschland rüstete man für den Zweiten Weltkrieg. Der Lindenhof wurde für militärische Zwecke benötigt. Das zwang die Stadtväter zum intensiven Nachdenken über die Zukunft der mu-

sealen Einrichtung. Da keine andere Möglichkeit bestand, wurden kurzerhand die Stilzimmer aufgelöst und zum Teil verschiedenen Institutionen zur Verfügung gestellt. Die Be-

stände aus dem Lindenhof erhielten, so gut es ging, im Meyenburg-Museum eine neue, wenn auch beengte Heimstatt.

Nach der Wiedervereinigung wurde das Haus

umfangreich saniert, eine neue Ausstellungskonzeption erarbeitet und die museale Einrichtung der Stadt mit dem 'Tabalkspeicher' in der Bäckerstraße erweitert.

22 Die Aufnahme, entstanden auf dem Schulhof der Töpfertorschule im Iahre 1913, zeigt das Tivoli- Theater kurz vor demAbriß.

Nordhausens Theatertradition reicht bis ins 16. Jahrhundert zurück. Vor allem Schüler des Gymnasiums erfreuten bis etwa 1700 die Bürger der Stadt mit Theaterstücken, auf dem Markt, in Kirchen und der Aula des Gymnasiums. 1789 wurde in der Flohburg Schillers 'Räuber' aufgeführt, später fanden Vorführungen im Schreiberschen Theater, erbaut 18 1 7, in der Rautenstraße 46 statt, das etwa 500 bis 600 Personen Platz bot. 1869 ließ der Schirmfabrikant Burghardt in einem Garten parallel zur Stadtmauer nahe der Baltzerstraße das Tivoli- Theater

bauen. Schauspielgruppen wurden engagiert, die im neuen Haus Gastspiele gaben. Doch schon bald überstiegen die Ausgaben die Einnahmen. Das Defîzit konnte trotz intensiver Be-

mühungen nicht ausgeglichen werden. 1911 kaufte die Stadt den Musentempel. Umbau- und Renovierungskosten erwiesen sich als zu hoch, so daß man den Abriß des Gebäudes

und einen Neubau-

das heutige Stadttheater beschloß.

23 Entwurf des neuen Theaters aus dem Iahre 1914.

Im Frühjahr 1913 begann der Abriß der Gebäude des Tivoli- Theaters. Zügig folgte die Grundsteinlegung des Theaterneubaus, der im Sommer 19 14 im Rohbau stand. Im selben Iahr legte Dipl. Ing. Nerlich den Entwurf für den neuen Musentempel vor. Der Anbau (im Bild links vorn) wurde allerdings nicht gebaut. Nerlichs Zeichnung druckte man auf eine Postkarte und brachte sie in den Handel, wobei der Reinertrag aus dem Verkauf dem Baufonds zu gute kam.

Der seit 1904 in Nordhausen lebende und arbeitende Architekt Gustav Ricken, projektierte und leitete die Innengestaltung des Hauses, das unter großen

Mühen am 29. September 1917 mit einem Festprogramm feierlich eingeweiht wurde. Die Stadt besaß mit diesem Theater 'das schönste neuere ganz Mitteldeutschlands , dessen

Fassaden dem Kleinen Haus in Stuttgart nachgebildet sind', urteilte damals die Magdeburgische Zeitung.

Der beim Luftangriff auf Nordhausen stark beschä-

digte Musentempel, wurde unter großen Mühen wieder aufgebaut und am 15. Oktober 1949 neu eröffnet.

24 Blick vom Hesseröder Berg auf Salza um 1 930. In der Bildmitte ist die Kirche zu erkennen, rechts die bewaldete Anhöhe des Kuhbergs, links davon der Hofberg in Krimderode, an dessen Fuß sich die Jericho-Mühle erahnen läßt.

Die Gemeinde Salza entwickelte sich seit Ende des 19. Jahrhunderts von einem armen, unbeachteten Dorf zu eine leistungsstarken und sauberen Gemeinde. In kommunalen, wirtschaftlichen und geistig-kulturellen Bereichen vollzog sich in relativ kurzem Zeitabschnitt ein außerordentlicher Wandel. Die größten Veränderun-

gen traten durch den überaus regen Straßen- und Wohnungsbau ein. Im Rahmen des Siedlungsprogramms entstand am Fuß des Kohnsteins die Randsiedlung Obersalza. Das

Ortsbild verbesserte sich durch das Anlegen von großzügig gestalteten Grünflächen und Blumenbeeten sowie das Bepflanzen der Straßenränder mit Bäumen.

Zahlreiche Vereine gründeten sich und entwickelten ein reges Vereinsleben in der Gemeinde.

25 Fast am Ortsausgang von Salza, linksseitig der Herreder Straße, befindet sich ein Gebäudeensemble, das von den Einwohnern kurz 'Domäne' genannt wird. Sie bildete zusammen mit dem ehemaligen ]unkerhof den ältesten Teil der Siedlung Salza. Nachdem der Ort 1700 preußisch geworden war, ging die Domäne 1720 als verschuldeter Besitz des Hauptmanns Niebecker an den preußischen Domänenfiskus und wurde 'Kóniglich Preußische Domäne'. Sie bestand bis kurz nach dem Zweiten Weltkrieg.

N ach der Bodenreform ging sie in Volkseigentum über und gehörte der

Landwirtschaftlichen Prod uktions genossenschaft, aus dem 1984 das Volkseigene Gut entstand das bis 1990 existierte.

Seit der Wiedervereinigung werden die Gebäude nach

umfangreicher Sanierung von kleineren Firmen genutzt, das ehemalige, 1918 erbaute Herrenhaus - hier eine Aufnahme (rechts unten) um 192 0 - dient heute als Wohnhaus.

Salza (Harz)

26 Van 1833 bis 1932 war Salza Sitz eines Superintendenten. 1837 wurde die alte, jedoch noch in gutem Zustand befindliche Kirche niedergelegt, da sie für die stark angewachsene Bevölkerung des Ortes nicht mehr ausreichte. Unter dem Superintendenten Girschner entstand in relativ kurzer Zeit ein Kirchenneubau auf dem Kirchhof.

'Der Staat als Patron und der König gewährten Baugelder, die Gemeinde leistete die pflichtschuldigen Frondienste', berichtet der Chronist. Im November 1838 konnte bereits die neue Kirche feierlich mit einem Festgottesdienst ein-

geweiht werden - hier eine Aufnahme von 1 92 O.

Der Geschäftsmann Hermann Hoppe betrieb in der Hauptstraße eine gutgehende Buchbinderei und Papierhandlung, die an-

schließend von Friedrich Schrader weitergeführt wurde. Später war dort die Bibliothek von Salza untergebracht. Nach der Wiedervereinigung eröffnete in diesem Gebäude ein

]eansgeschäft, das bis 1998 bestand.

Gruß aus Solzo

b. ~ordhausen

27 Die Lithographie wurde 1900 geschaffen vom Verlag Wilhelm Fischer in Salza.

Das Kinderheim, Anfang des 20. Jahrhunderts errichtet, gab der Heimstraße - heute Johann-KleinspehnStraße - ihren Namen.

Das Kolonialwarengeschäft Wilhelm Fischer, Inhaber Emil Fischer, befand sich in der oberen Hauptstraße. Heute befindet sich dort das Eiscafé Murano.

Zu Beginn des 20. Iahrhunderts nahm die Anzahl der kleineren Geschäfte und Kolonialwarenhandlungen in Salza stetig zu. Begründet war das in den wachsenden Bevölkerungszahlen.

Wurde im Iahre 1840 mit

1 068 Einwohnern die Tausendgrenze überschritten, so waren es 1 885 bereits

2 345. Damit rangiert Salza hinter Ellrich und Bleicherode an dritter Stelle in der

Grafschaft Hohenstein. 1934 leb ten 4 545 Menschen in der Gemeinde, die als 'Gartenvorort' von Nordhausen bezeichnet wurde.

28 Am 10.Juni 1928 eröffnete das Salza -Quellbad feierlich seine Pforten. Ein Ereignis, das entsprechend gefeiert wurde. Dreitausend erwartungsfrohe Gäste begrüßten den Festumzug, der aus der Gemeinde kommend, im Bad einmarschierte. Darunter Schulklassen, Sport- und Gesangsvereine und die Feuerwehr. Sportliche und kulturelle Veranstaltungen rundeten die Einweihungsfeier ab.

Mit diesem Freibad schuf sich die damals noch selbständige Gemeinde eines der schönsten Bäder in der näheren Umgebung, bestehend aus einem Schwimmbecken mit 3-

und 1- Meter-Sprungtürme, ein Planschbecken und sanitären Einrichtungen sowie großflächigen Liegewiesen. Sogar Möglichkeiten zum Rudern gab es, von der auch jahrelang be-

Bevölkerung großer Beliebtheit.

geistert Gebrauch gemacht wurde.

Nach 1945 wurde das Schwimmbecken voll ausbetoniert. Auch heute noch erfreut sich dieses, nach 1990 sanierte Bad bei der

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