Nordhausen in alten Ansichten Band 2

Nordhausen in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Rainer Hellberg
Gemeente
:   Nordhausen
Provincie
:   Thüringen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6628-7
Pagina's
:   112
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Nordhausen in alten Ansichten Band 2'

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29 Der Hütteteich wurde Mitte des 16. Jahrhunderts zum Betreiben einer Kupferschmelzhütte angelegt. Den Betrieb stellte man später wieder ein, derTeich jedoch blieb. Im Winter holten dort die Brauereien das Eis zum Kühlen des edlen Gerstensaftes. Zwischen 1950 und 1965 erfolgte die Verfüllung mit Schutt und Asche. Geblieben ist ein Platz, der den Namen Hütteplatz erhielt. Seit 1869 bestand die Linie Nordhausen-Northeim, allerdings vorerst ohne Zuoder Aussteigemöglichkeit in Salza. Nur eine Bedarfshaltestelle am Kahnstein gab es, die 1904 mit der Bahnhofseröffnung in Salza 1904 geschlossen wurde. Die Züge halten heute zwar noch in Salza, aber das Bahnhofsgebäude existiert seit 1 997 nicht mehr.

Die erste Schule in Salza entstand 1822 in der Kirchstraße 10. Die Knaben mußten vormittags, die Mädchen nachmittags die Schulbank drücken. Eine zweite Schule eröffnete

1864 in der Teichstraße. Durch die Zunahme schulpflichtiger Kinder wurde ein Neubau notwendig, den man zwischen 1 897 und 1902 errichtete. Auch heute werden die Schüler

in diesem Gebäude unterrichtet. Im Bild Aufnahmen um 1920.

Gruß aus Salza a.: Harz Hüttedeich mit Kohnstein

Bahnhof

Ha uptstra6e

30 Der Stadtweg, die spätere Hauptstraße, in Salza um 1910.

Im letzten Viertel des 1 9. Jahrhunderts vollzogen sich in der Gemeinde, vor allem auf kommunalem Gebiet, deutliche Fortschritte. Man begann, Straßen neu anzulegen und bestehende auszubauen. So wurde aus dem Stadtweg von der Staatsbahn bis zum Restaurant Eldorado eine breite, den Anforderungen der Zeit entsprechende Straße, die man bis zur Herreder Straße mit einer Pflasterdecke, später mit einer Asphaltdecke versah und an den Seiten mit Rotdorn bepflanzte. Beiderseits der Straße entstanden

Wohnhäuser und kleine Geschäfte.

Weitere Verbesserungen traten durch den Bau einer Wasser- sowie einer Gasleitung ein. Die Feuerwehr der Gemeinde wurde auf

6rub aus Salza .a. fjan.

über siebzig Kameraden verstärkt, modern ausgestattet und mit einem Mannschaftswagen bedacht.

Stadtweg.

3 1 Die Gaststätte Friedenseiche, hier eine Aufnahmevon 1932,kannauf eine weit über 150jährige Tradition zurückblicken. Im Iahre 1730 wurde rechts neben der späteren Friedenseiche das Forsthaus errichtet, an das der Wirt Friedrich Probst einen Tanzsaal und eine Scheune anbaute. Nach dem Deutsch-Französischem Krieg 1870/71 pflanzten Salzaer Bürger nahe der Gaststätte eine Friedenseiche. Die Wirtschaft, die bis dahin Jägerhofhieß, erhielt daraufhin den Namen Friedenseiche. In den achtziger Iahren des 19. Jahrhunderts riß der Eigentümer beide Anbau-

ten wieder ab und errichtete das noch vorhandene Objekt.

Bis 192 7 befand sich die Gaststätte in Privatbesitz, dann übernahm sie der Turnverein Salza e.V

Die Friedenseiche war Zentrum des Arbeitersports und des kulturellen Lebens in der Gemeinde. Ab 1 950 betrieb die HO das Lokal. Nach der Wiedervereinigung erwarb sie eine pri-

vate Besitzerin und änderte den Namen in Kastanienhof, was allerdings nicht bei allen Salzaern auf Verständnis stieß.

Friedens-Eiche, SALZA A. HARZ

32 Das Restaurant 'Zur Erholung' in der Hauptstraße 1 8 in Salza um 1 9 1 5 .

Das Gebäude wurde um 1880 als Wohn- und Geschäftshaus am Stadtweg errichtet. Im Hof befand sich eine pferdeschlachterei. Das Fleisch verkaufte man in der gutgehenden Fleischerei. Später richtete der Geschäftsinhaber in den gegenüberliegenden Räumen eine Gastwirtschaft ein, in der als Spezialität ebenfalls pferdefleischgerichte für wenig Geld angeboten wurden. Sie erhielt deshalb den Spitznamen Ponybar, der sich bis in die heutige Zeit erhalten hat.

Die familiäre Atmosphäre und die niedrigen Preise waren ausschlaggebend, daß sich das Lokal ständig großen Zuspruchs erfreute.

N ach Anfang der siebziger Iahre des vorigen Jahrhunderts standen in Heinz Hartmanns Gastwirtschaft schmackhafte pferdeschnitzel, -gulasch oder rouladen auf dem Speiseplan. Heute führt sein Schwiegersohn das Lokal 'Zur Erholung'.

Restaurant zur Erholung, Besitzer: H. Kühne, Salza bei Nordhauscn (Harz). Telefon 1041.

33 Der Ebertplatz in Salza um 1935. Mit einer regen Bautätigkeit traten Anfang der zwanziger Iahre Veränderungen ein, die das Ortsbild wesentlich beeinflußten. Die Gemeindevertretung stellte billiges Bauland zurVerfügung, förderte den Eigenheimbau und ließ selbst ganze Häuserblöcke errichten. So entstand ab 1930 auf dem Gelände der Frauenberger Hufe ein gänzlich neues Wohngebiet mit dazugehörigen Straßen, die

N amen von berühmten Persönlichkeiten erhielten:

Ricarda-Huch-, Fichte-, Schumann-, Kant-, Chopin- und Mozartstraße sowie Ebertplatz.

Zwischen 1920 und 1935 entstanden insgesamt 161 Neubauten mit 539 Wohnungen.

Der Salzaer Gartenverein schuf 1934 am Rande der neuen Siedlung - heute

Gelände Autohaus Stark einen gepflegten Sondergarten mit seltenen Grünpflanzen und farbenprächtigen Blumenstauden.

34 Im Biergarten der Gastwirtschaft 'Zum Schurzfell' um 1920. Die gastronomische Einrichtung besaß eine fast 25 Ojährige Tradition ehe sie 1 961 für immer ihre Pforten schloß.

Der hohe weiße Stein mit dem Preußenadler erinnerte an die Erteilung der Konzession. Der Adler wurde 1944 abmontiert und eingeschmolzen, der Stein überlebte noch bis 1962 im Garten der geschichtsträchtigen Gastwirtschaft.

Der Mälz- und Hefemeister Christian Ewald kaufte im Iahre 1907 die Gaststätte und erweiterte sie durch den Anbau einer Veranda.

Der geschäftstüchtige Wirt verstand es, durch verschiedene Veranstaltungen und Tanzvergnügen im geräumigen Saal das Geschäft neu zu beleben. Der neugestaltete Garten mit den

schattenspendenden Kastanien wurde an den warmen Sommertagen von Ausflüglern und Spaziergängern stark besucht. Zusätzlichen Auftrieb erhielt die Gaststätte durch die Be-

darfshaltestelle der Harzquerbahn, die man 1910 am Schurzfell einrichtete, und dem gegenüberliegenden stark frequentierten Preußensportplatz .

35 Salzaer Bürger formieren sich anläßlich der 1150-Jahr-Feier mit ihren Festwagen in der Heimstraße zum Festumzug am 6. September 1936.

Zum 1150-jährigen Bestehen von Salza fand vom 30. August bis zum 6. September 1936 eine Festwoche mit zahlreichen kulturellen und sportlichen Veranstaltungen statt. Den Höhepunkt bildete der große historische Festumzug durch die Straßen der Gemeinde, bei dem die Entwicklung des zweitältesten Dorfes im Südharzvorland in Bildern nachvollzogen wurde. Unter den über

1 000 Mitwirkenden befanden sich Angehörige

aller Firmen und Handwerksbetriebe, der Feuerwehr, der Schule und sämtliche Vereine des Ortes, unter anderem zwei Schützenvereine, zwei Gesangsvereine, der Trachten- und

Jodlerverein, der Heimatverein sowie alle Sportvereine. Über 10 000 Besucher nahmen an den zahlreichen Veranstaltungen teil, deren inhaltliche Schwerpunkte die Förde-

rung der Heimatverbundenheit und des Brauchtums bildeten.

36 Zwischen der Zorgebrücke am Altentor und Salza bestand ein gepflaster ter Weg quer durch ein Feld, der den Namen Kurzes Feldchen erhielt. Für die Salzaer, die täglich nach Nordhausen zur Arbeit

mußten, war das Kurze Feldchen der kürzeste Weg in die Stadt und ab 25. August 1900 auch zur Straßenbahnhaltestelle am Altentor.

Abends, nach getaner Arbeit, kehrte man gern auf

ein Bier in die direkt neben dem Kurzen Feldchen liegende Gastwirtschaft Eldorado ein.

Im Zuge der Bebauung des Zuckerweges im Iahre

1 973 mußte dieser beliebte Weg weichen.

Im Hintergrund, rechts, ist die Ziegelei und Baumaterialhandlung A. Kahlenberg & Co, Inhaber Hermann Heinecke, in der Harzstraße zu erkennen.

37 Die Gaststätte Eldorado lag genau an der Stadtgrenze. Sie ist etwa um 1870 entstanden. Die Aufnahme aus demjahre 1903 zeigt, daß die Harzquerbahn ursprünglich einen anderen Verlauf hatte. Seit Eröffnung der Strecke im Iahre 1897 bis 1934 fuhr sie, vom Schurzfell kommend, genau auf der Stadtgrenze den Zuckerweg entlang und überquerte am Eldorado vor den ersten Häusern Salzas die heutige Bochumer Straße.

Damals gab es nach Salza noch keine befestigte Straße. Da die Straßenführung hier ungenau war, rechnete das Haus mal zur Salzaer Straße, mal zum Schurzfell-

weg und sogar kurzzeitig zur Kneiffstraße.

Wie es bei zahlreichen Lokalen, die an Zufahrtsstraßen lagen, üblich war, gehörten Kolonialwarenläden mit zur Gaststätte. So konn-

te man auch im Eldorado zum Feierabend sein Bier trinken und gleichzeitig den Einkauf für die Küche erledigen.

Im Iahre 1973 mußte die beliebte, urgemütliche

Gaststätte den neuen Wohnvierteln am Zuckerweg und Birkenweg weichen.

38 Die erste Fußballmannschaft der SpielVereinigung Preußen 05 auf der Sportanlage 'Am Schurzfell' 1919.

Im Iahre 1905 wurde in Nordhausen der Sportverein Preußen 05 gegründet. Für die Wettkämpfe stand die eigene Anlage am Schurzfell zur Verfügung, als Vereinslokal wählten die Mitglieder das Restaurant 'Zum Schurzfell' , sehr zur Freude des Wirtes und Besitzers Otto Klettke. Im Verein waren eine Leichtathletik-, eine Damensport-, eine Handball- und eine Jugendabteilung integriert, die in den Wintermonaten in derTurnhalle des Lyzeums trainierten.

Bei Preußen 05 machte vor allem die Damen-Faustballmannschaft von sich Reden; sie wurde 1930 Mitteldeutscher Meister

und erreichte bei den Deutschen Meisterschaften 1930 in Dessau einen hervorragenden vierten Platz. Die Fußballmannschaft war zwar nicht ganz so erfolgreich, erfreute sich jedoch bei den Freunden des

runden Leders auch großer Beliebtheit. Die Heimspiele der Mannschaft waren ständig gut besucht. Anschließend wertete man im Vereinslokal bei Bier und Hochprozentigem die Begegnungen aus. Heute

erinnert nur noch ein Gedenkstein am ehemaligen Preußensportplatz auf dem Schurzfell an die 45jährige sportlichen Traditionen des Vereins.

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