Nordhausen in alten Ansichten Band 2

Nordhausen in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Rainer Hellberg
Gemeente
:   Nordhausen
Provincie
:   Thüringen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6628-7
Pagina's
:   112
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Nordhausen in alten Ansichten Band 2'

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39 Der Nardhäuser Stadtparkimjahre 1905.

Das Gelände zwischen der Parkallee und der Zarge war noch bis Mitte des 1 9. Jahrhunderts ein mitWeidengebüsch bewachsenes, versumpftes Flußgebiet, das bei Hochwasser ständig überschwemmt wurde. Das wilde Flüßchen Zarge lenkte zunehmend die Aufmerksamkeit der Stadtväter auf sich, da es immer mehr in Richtung Crimderöder Allee (Parkallee ) drängte und sich im Laufe der Zeit sogar ein neues Flußbett gesucht hatte.

Der Nardhäuser Stadtrat Karl Hartmann (1 79 11873) ließzwischen 1850 und 1 873 einen acht bis zehn Meter hohen und zwölf bis fünfzehn Meter breiten Damm östlich der Zarge von Krimderode bis zur Ausspannschenke Lar-

beerbaum errichten. Anschließend erhielt die Zarge ein festes Flußbett. Ab 1878 wurde mit den Arbeiten am westlichen Zargedamm nach Angaben des Stadtrates van der Föhr begonnen.

40 Der Stadtpark im Iahre 1907.

1880 ging man daran, den Stadtpark anzulegen. Nachdem der Nordhäuser Magistrat einen engagierten Stadtgärtner namens Hermsdorf eingestellt hatte, erhielt das einstige sumpfige Gelände durch Wegetrockenlegung und pflanzen von verschiedenen Bäumen und Sträuchern ein geordnetes Aussehen.

Als der alte verdienstvolle Mann in Pension ging und der Stadtgarteninspektor Rohscheid diese Aufgabe übernahm, wurde die Zahl der städtischen Garten-

arbeiter vervierfacht. Aus dem 14 ha großen Areal entstand einen Musterpark, mit breiten, gut gepflegten Wegen, bepflanzt mit hunderten Bäumen und Sträuchern aller Art und zahlrei-

chen Blumensorten. Bäche und zwei Schwanenteiche, eine Fontäne, 45 Ruhebänke, zwei Kinderspielplätze, einen Pavillon und drei Denkmäler sowie zwei Toiletten komplettierten die

schöne Anlage, zu deren Bewässerung vier kleine Wasserläufe dienten.

Nordhausen

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41 Am nördlichen Ausgang des Stadtparks steht dieser wuchtige Granitblock, den ein schlichte Medaillon ziert - im Bild eine Aufnahme um 1920. Gewidmet ist dieses Denkmal dem Arzt Dr. Oskar Hermann Hasse (1 837 1898), der sich große Verdienste um die Anlage der Kohnsteinallee erworben hat und Mitbegründer und späterer Vorsitzender des Harzklu b- Zweigvereins Nordhausen war. Gleichermaßen mit dem Beruf und seinen wissenschaftlichen Forschungen auf dem Gebiet der direkten Blutübertragungen wuchs seine Verbundenheit zur Natur.

Am 17. Oktober 1877 gründete er zusammen mit 25 weiteren naturverbundenen Bürgern der Stadt den Harzklub-Zweigverein

Nordhausen. Er hatte als Vorsitzender des Vereins maßgeblichen Anteil, daß am 5. Juli 1891 die Kohnsteinallee (seit 1920 Goetheweg) eingeweiht, die Flora und Fauna des Alten Stolbergs durch Beschilderung der öffentlichkeit zugänglich gemacht und am 12. Juli 1894 der Poppenbergturm bei Ilfeld errichtet wurde.

42 Gesicherte Angaben zur Zeit der Entstehung des N ardhauser Mühlgrabens gibt es nicht. Man geht davon aus, daß er bei der Gründung des fränkischen Reichshofes Altnardhausen um 786 angelegt warden ist und wesentlich kürzer war. Erst mit zunehmender Besiedlung und der damit verbundenen Entstehung weiterer Mühlen erfolgte eine Verlängerung des Wassergrabens.

Vermutlich seit Mitte des 18. Jahrhunderts nahm der N ardhäuser Mühlgraben an der Jericho-Mühle das Wasser aus der Zarge auf, führte östlich der Krimderöder und N ardhäuser Flur unterhalb des Geiersberges

durch die Altstadt und Unterstadt und mündete nach fünfKilometern in der Bielener Flur wieder in die Zarge. Im Bild das Wehr an der Jericho-Mühle in Krimderode um 1930.

Rechts zweigt der Mühlgraben ab, der unweit des Kuntz-Spartparkes wieder in die Zarge mündet.

43 Der Nordhauser Mühlgraben am Philosophenweg, unweit der Gaststätte ParkschloB im Iahre 1 935. Der künstlich angelegte Graben gehörte weit über tausend Iahre zum Erscheinungsbild der Stadt und war aus ihr nicht wegzudenken. Mit seiner Wasserkraft wurden die Mühlen der Stadt angetrieben, an ihm entstand blühendes Handwerk, und den Gewerbetreibenden lieferte er Brauchwasser.

Alte Nordhäuser schwärmen noch heute von entspannenden Spaziergängen auf dem Philosophenweg entlang des Mühlgrabens, dessen Uferbereiche vor allem bei Mädchen und Jungen sehr beliebte Aufenthaltsorte war.

Mit zunehmender Industrialisierung Ende des 19. Jahrhunderts verlor er

seine einstige Bedeutung. Aus sanitären Gründen plante die Stadtverwaltung seine Beseitigung, scheiterte aber an den anliegerrechtlichen Forderungen. Die Bombenangriffe auf Nordhausen lösten das Problem auf tragische Weise sehr gründlich. An vielen Stellen wurde der Mühlgraben zerstört und verschwand bis auf ein kleines Stück aus dem Stadtbild, das er über

1000 Iahre wesentlich mit geprägt hatte.

44 Die Rotleimmühle um 1920.

Der rötlich gefärbte Lehm, der noch bis vor etwa dreißig Iahren am Beethovenring gewonnen und in der nahen Ziegelei Kahlenberg verarbeitet wurde, gab der Mühle ihren Namen. Fast no Iahre war die Rotleimmühle, die urkundlich erstmals 1304 erwähnt wurde, im Besitz des Altendorfer Zisterzienser-Nonnenklosters. 1525 ging sie in Eigentum der Stadt über. Direkt vor der Mühle befand sich das Mühlgrabenwehr, das das Wasser regulierte, das oberschächtig das Mühlenrad antrieb.

Die Stadtkämmerei verpachtete die Mühle meist-

bietend für sechs Iahre. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde der Betrieb eingestellt, das Gebäude diente alsWohnhaus, und die Anbauten nutzte man zur Viehhaltung. Im Ianuar

1 939 zog aufWeisung der Stadt die Technische Nothilfe ein. Nach fast vierzigjähriger Nutzung als Pionierhaus, wurde der Gebäudekomplex 1995 mit hohem Aufwand saniert

und ging in Eigentum des Jugendsozialwerkes Nordhausen e.V über.

45 Feldgottesdienst auf der Rotleimwiese, im Hintergrund ist die der Gebäudekomplex der Rotleimmühle zu sehen.

Die erste Feldandacht in Nordhausen hielt Superintendent Hammer am 18.Juni 1915 aufder Wiese der Rotleimmühle zur Erinnerungsfeier an die Schlacht bei Belle-Alliance. An ihr nahmen Bürgerschaft, Krieger-, Turn- und Schützenverein sowie Verwundete der Reservelazarette am Weinberg und Peters berg teil.

'Der auf derWiese errichtete Feldaltar war umgeben von zahlreichen Fahnen der Vereine. Der Chor der vereinigten Männergesangsvereine der Stadt sang

Chorlieder, die Stadtkapelle begleitete die Lieder der großen Gemeinde', schreibt Superintendent Hammer 1 937 in seiner handschriftlichen Chronik der Kirche und Gemeinde St. Nikolai.

In gleicher Weise fanden während des Ersten Weltkrieges noch mehrfach Feldgottesdienste auf dieser Wiese statt, der letzte am 1. August 1 9 18.

46 Am Rosengang - hier eine Aufnahme mit der Rosenmühle aus dem Iahre 19 13 - floß das Wasser vom Altendorf kommend, weiter zurWiedigsburg und trieb die Rosenmühle

an. Der gesamte Uferbereich am Rosengang war ohne Schutzgitter, obwohl hier täglich sehr viele Mädchen und Jungen zur Wiedigsburgschule unterwegs waren. Zwar kam es ab und

an vor, daß ein Kind beim gegenseitigen Necken ins Wasser fiel, aber Ernstliches ist nie passiert. Vor den großen Mühlrädern waren zudem eiserne Rechen angebracht, so daß

weder ein größerer Gegenstand noch ein Mensch in das Rad gelangen konnte, Verletzungen waren daher ausgeschlossen.

47 Die Rosenmühle am unteren Ende der Rosengasse verdankt ihren Namen dem Erbauer Rosa, einen im 14. Jahrhundert in Nordhausen ansässigen Ratsherrn und Ratsmeister. Im Iahre 1848 betrieb die Buchdruckerei Gustav Müller, deren Hauptsitz am Königshoflag, und der die Nordhäuser Zeitung druckte, in der Rosenmühie zwei Schnellpressen. Dazu beschäftigte er zwanzig Arbeitskräfte. Hier entstanden unter anderem die bekannten Müller'schen Bibeln.

Zur Rosenmühle gehörten kurz vor der Jahrhundertwende mehrere Gebäude, die als Wohnungen für

neun Familien dienten. Anfang des 20. Iahrhunderts konnte der geschäftstüchtige Müllermeister Albert Wolschendorf durch den Einbau einer Dampfmaschine die Mühle so-

wohl als Wasser- wie auch als Dampfmühle betreiben. Damit war es möglich, daß die Mühle auch während der alljährlichen Trockenlegung des Mühlgrabens 'ihren Dienst versah'. Nach

Kriegsende wurde der Mühlenbetrieb mit Strom bis 1960 aufrecht erhalten. Zur Zeit steht das Gebäude leer und harrt einer umfassenden Sanierung.

48 Mühlgraben-Idylle an der Wiedigsburg im Iahre 1924. Vor allem Kinder und Jugendliche zog es an diesen Teil des künstlich geschaffenen Wasserlaufs in der malerischen Altstadt von Nordhausen. Hier an seinem Ufer träumte so manches Mädchen von den ersten heimlichen Jungenbekanntschaften und der großen Liebe, schickten

die Kinder kleine Papierschiffchen auf die Reise, denen sie gedankenverloren nachsahen.

So mancher Junge fühlte sich als großer Kapitän, wenn er in Omas altem Holzbottich ein kleines Stückchen auf den nicht immer klaren Wellen des Mühlgrabenwassers dahin-

paddelte und in blühender Phantasie unbekannte Ländern entdeckte - ihren literarischen Vorbildern aus Büchern von Karl May, Robert Louis Stevens en oder Jack London gleich.

Unvergeßliche Erlebnisse an und auf dem Wasser des künstlich angelegten Grabens prägten so einen Großteil ihrer Kindheit. Mit dem Verschwinden des Mühlgrabens sowie der

meisten anliegenden Wohnviertel sind einige der charakteristischen und malerischsten Bilder der Altstadt für immer ausgelöscht.

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