Nordhausen in alten Ansichten Band 2

Nordhausen in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Rainer Hellberg
Gemeente
:   Nordhausen
Provincie
:   Thüringen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6628-7
Pagina's
:   112
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Nordhausen in alten Ansichten Band 2'

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59 Trotz Widerstand in der Stadtverordnetenversammlung, die das historische Gebäude liebend gern abgerissen hätten, konnte mit finanzieller Unterstützung der Provinz Sachsen, einigen Privatspenden und der Nordhäuser Handwerker schaft der Wiederaufbau der Finkenburg im Frühjahr 1927 beginnen, mit deren Leitung man Stadtbaurat Rost beauftragte.

Das Gebäude wurde bis auf die Grundmauern abgetragen, die noch zu verwendenden Fachwerkhölzer geborgen und registriert. Der Bauunternehmer Carl Grosse übernahm die Koordinierung der Zimmer-

arbeiten, Zimmermeister Oscar Beck führte die Arbeiten aus und ersetzte die unbrauchbaren Hölzer durch neue. Nach dem Setzen des Sockels durch das Baugeschäft H. Bartens aus

der Ritterstraße, begann das Aufrichten des Fachwerkgefüges. Im Bild das Abtragen des alten Fachwerkes, im Hintergrund das Gebäude der Loge.

60 Die Zimmerleute der Firma Oscar Beck bei Arbeiten am überkragenden zweiten Obergeschoß.

Das wiederaufgebaute Gebäude stellt einen Versuch dar, den ursprünglichen baulichen Zustand der Fassaden von 1445 wiederherzustellen. Die Finkenburg hat nach der Fertigstellung im Gegensatz zum abgebrochenen Bau statt der drei, nur noch zwei Geschosse im Ständerbau, das zweite Obergeschoß kragt als Stockwerk über. Die Fenster erhielten Bleiverglasung. Im Inneren wurden die 'Herrenstube' und der große Saal im zweiten Obergeschoß wieder in historischen Stilfor-

men hergestellt. Bei allen anderen Räumen war dies aufgrund der Verbauung nicht möglich, sie gestaltete man nach den Erkenntnissen der Baukunst des 15. Jahrhunderts.

61 Am 2. September 1927 wurde die Finkenburg als HandwerkerGildehaus feierlich eingeweiht.

Im Erdgeschoß waren Gaststuben entstanden, die zum Teil als Anbau entlang der Wassertreppe lagen. Reichverzierte Wandtäfelungen, nach den Entwürfen des Berliner Kunstmalers Frey gefertigt, eine rustikale Einrichtung und die bleiverglasten Fenster verliehen den Räumen ein historisches Ambiente. Die Innungszimmer im ersten Obergeschoß bestachen durch eine Farbenvielfalt und gediegene handwerkliche Ausstattung. An den Wänden des 150 Personen fassenden Gildesaales kündeten zahlreiche Sprüche

von Meisterehre und dem segensreichen Wirken aller Schaffenden. In den Fensterscheiben - gestiftet von den Handwerkern - waren die Wappen der einzelnen Innungen und der Stadt

eingearbeitet. Sie sollten die Einigkeit der Nordhäuser Handwerker zum Ausdruck bringen. Die Aufnahme zeigt die Weinstube der Finkenburg kurz nach der Eröffnung.

62 Bis 1940 diente die Finkenburg - hier eine Aufnahme von 1927 - der Kreishandwerkerschaft als Gildehaus, dann wurde das geschichtsträchtige Gebäude als Kindertagesstätte für 100 Kinder umfunktioniert - der immer größere Dimensionen annehmende Krieg verlangte auch den Einsatz aller arbeitsfähigen Frauen in wichtigen Produktionsbetrieben.

Nach 1945 als Parteihaus erst von der SPD, später von der SED genutzt, ging das Gebäude 1959 wieder an die Handwerkerschaft. 1992 beschädigte ein Brand in der Gaststätte die Holzteile im Erdgeschoß des Hauses erheblich. 1995 begannen grundlegende Sanierungsmaßnahmen unter denkmalpflegerisehen Gesichtspunkten. Am 4.Juni 1996 stand das

Gebäude wieder für die Kreishandwerkerschaft, der mittlerweile 880 Betriebe und 13 Innungen angehörten, zur Verfügung.

63 Die Adler-Apotheke am Lutherplatz 7 war die älteste Apotheke der Stadt. Erstmalig wurde sie 1504 im städtischen Archiv unter dem Namen RatsApotheke erwähnt. Sie befand sich schon damals auf dem Holzplatz, dem späteren Lutherplatz, im Haus Nr.8-9.

Einer der ersten Inhaber, Blasius Michel, soll zu Beginn der Reformationszeit den Nordhäusern aus Luthers Schriften vorgelesen haben.

Von den großen Bränden in den Iahren 1548 und 1710 blieb auch die AdlerApotheke nicht verschont. Die Apotheke wechselte in das 1713 erbaute Geburts-

haus von Iustus Jonas, einem Freund Luthers. An beide Männer erinnerten Gedenktafeln am Gebäude - auf der Aufnahme um 1915 fehlten diese jedoch. Der letzte Besitzer, B. Krau-

se, ließ die Apotheke wesentlich vergrößern und modernisieren und so herrichten, daß sie sich dem mittelalterlichen Häuserensemble am Lutherplatz anpaßte. Bis 1981 befand sich

die Adler-Apotheke provisorisch im Gebäude Kollwitzstraße 1 b und ging dann in die Krankenhausapotheke ein, womit der alte Name verschwand.

64 Die Mohren-Apotheke zur 1 GGG-Jahr-Feier 1927 am pferdemarkt 1.

Die wachsende Bevölkerungszahl der freien Reichsstadt Nordhausen und der damit bedingte Bedarf veranlaßte den Magistrat der Stadt, im Iahre 1732 eine zweite Apotheke in der Stadt zu errichten. Diese entstand am pferdemarkt in dem Haus, in dem sie sich bis 1945 befand.

Bis Anfang des 1 9. Iahrhunderts war die Apotheke in Besitz des Magistrats und wurde jeweils auf sechs Iahre verpachtet. Nach dieser Zeit wurde sie in eine freierkäufliche umgewandelt. Im Iahre 1868 erwarb Friedrich Ernst Schulze die Mohren-Apotheke und führte sie fast vierzig Iahre.

Danach übernahm Sohn

Ernst das Geschäft.

Die Bomben im April 1945 vernichteten sämtliche Gebäude am pferdemarkt. Heute besteht am Markt eine Apothek mit dem gleichenNamen.

65 Der Schlachthof gegenüber der ZorgestraBeimjahre 1900.

Eine Trichinenepidemie in Hettstedt im Iahre 1865, die zahlreiche Menschenleben forderte, lieB die Stadtväter von Nordhausen ernsthaft über den Bau eines Schlachthofes nachdenken. Aber erst als zehn Iahre später der Verein für Gesundheitspflege gegründet wurde, der sich 1876 der Schlachthoffrage erneut widmete, kam das Projekt zum Tragen. Es vergingen jedoch fast nochmals zwanzig Iahre, ehe der erste Spatenstich im September 1895 erfolgte. N ach fünfzehn Monaten Bauzeit wurde am 1. Dezember 1896 der Schlachthof als städtisches Unter-

nehmen feierlich seiner Bestimmung übergeben. Bereits 1897 kamen

10 524 Schweine, 2 402 Rinder, 4 37 1 Kälber, 4 377 Schafe und 174 pferde zur Schlachtung.

19 11 errichtete man an der Südostecke des Betriebs ein Sulzereigebäude, ein Iahr später eine Kühlanlage und eine Eisproduktionsanlage.

NORDHAUSEN. . Städtrs

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