Nordhausen in alten Ansichten Band 3

Nordhausen in alten Ansichten Band 3

Auteur
:   Rainer Hellberg
Gemeente
:   Nordhausen
Provincie
:   Thüringen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6695-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Nordhausen in alten Ansichten Band 3'

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9 Gleisbauarbeiten in der Güterzugeinfahrgruppe im Bahnhof Nordhausen.

Im Hintergrund das erste Stellwerk des Bahnhofs aus Richtung Osten (Nzo). Das Foto der Bildstelle der ehemaligen RBD Kassel wurde Mittejuli 1937 aufgenommen.

Auf der Strecke Halle-Cassel wurden schon 1 874 weit mehr Personen befördert als auf den Strecken von Nordhausen nach Erfurt oder nach Northeim. Im Frachtverkehr fiel die Bilanz noch günstiger aus. Die Anbindung Nordhausens an das Schienenverkehrsnetz der mitteldeutschen Ost-Westlinie sorgte für einen immensen wirtschaftlichen Aufschwung. Die Eisenbahn war aufgrund der hohen Zahl an Beschäftigten aber auch selbst ein bedeutender

Wirtschaftsfaktor und trug nicht unwesentlich zur positiven Entwicklung des sozialen und kulturellen Umfelds der Stadt bei.

Seit der Inbetriebnahme der Halle-Casseler Haupt-

bahn war Nordhausen Sitz ihrer Betriebsdirektion. Später hatten noch zwei Eisen bahn be triebsämter, ein Eisenbahnverkehrsamt sowie ein Eisenbahnmaschinenamt und nach

1945 ein Reichsbahnamt (bis 1993) ihren Sitz in Nordhausen.

10 Das Geschäft von F.W Wolfram in derTöpferstraße 26, links danebenzum Kornmarkt (Nr. 14) gehörend - das Café Schilling. Das Eckhaus (vorn rechts) gehörte ebenfalls zum Kornmarkt (Nr. 13) und beherbergte die Gaststätte 'Sippels Restaurant' . Aufnahme um 1935.

Im Iahr 1786 gründete Friedrich Wilhelm Wolfram die Eisen- und Eisenwarenhandlung 'F.WWolfram'. Das Geschäft bestand in dem seit 1700 im Besitz der Familie Wolfram befindlichen Haus in der Töpferstraße 26.

In einer amtlichen Erhebung über die wirtschaftlichen Verhältnisse Nordhausens wurde die Eisenwarenhandlung, die hauptsächlich ihre Waren in die sächsischen und schwarzburgischen Fürs-

tentümer absetzte, als vorzüglich und bedeutend genannt. Im Laufe des 19. Jahrhunderts entwickelte sich die Firma zu einer der größten und führenden dieser Branche in Deutschland. 1824 übernahm der Schwiegersohn Leberecht Gebhardt das Geschäft. 1852 übergab er es an seinen Schwiegersohn Friedrich Kranz. Unter dessen Führung und Mitwirkung der beiden Teilhaber (Schwiegersohn Richard Wiese und Sohn Iulius Kranz) nahm das Unternehmen eine stetigen Aufstieg. Ab 1906 leiteten die Söhne Erich Kranz und Friedrich Wiese die Firma.

11 Der im Mitteltrakt des Lagergebäudes gelegene Packraum der Firma F.W Wolfram in der Steinstraße 22, um 1935.

Infolge steigender Umsätze und der Notwendigkeit, entsprechend umfangreicher Lagerkapazität zu schaffen, machte sich im Laufe der Iahre die Verlegung des Großhandelsbetriebes in die Nähe des Bahngeländes an der Steinstraße erforderlich. Hier expandierte die Firma 1 923. Es wurden moderne Anlagen mit Gleisanschluss geschaffen und ein den Erfordernissen entsprechendes Bürogebäude errichtet. Das gesamte Gelände hatte eine Größe van 22 000 qm.

1 938 beschäftigte die Firma 160 Arbeitskräfte, davon 55-60 Stammkräfte und 8-10 Lehrlinge.

Das Unternehmen versorgte von Nordhausen aus den gesamten mitteldeutschen Raum, lieferte aber auch in alle Teile Deutschlands, von Celle bis nach Nordbayern, von Lippstadt und Paderborn

bis zur Lausitzer Grenze sowie ins Erzgebirge und Vogtland.

Die Bombenangriffe im April 1945 brachten der Firma großen Schaden, das Geschäft in derTöpferstraße war zerstört. Nach

Kriegsende wurde in der Ernst- Thälmann-Straße (ehern. Steinstraße ) ein Flachbau errichtet, der bis in die jüngste Vergangenheit als Fachgeschäft diente, in dem man rund 8 000 Artikel vertrieb.

12 Ein mit Eisen beladener Zug vor den Versandhallen der Firma F.W Wolfram, um 1935.

1950 übernahm Marianne Evers (geb. Wiese), Witwe des Herrn Gustav Evers, die Großhandlung.

Die politische Wende brachte für die Firma einen Neuanfang. Seit 1990 führte in der neunten Generation der Enkel der Familie, Thomas Evers, den Fachhandel für Baubeschläge und Werkstatteinrichtungen. Das gesamte Firmengelände in der Ernst- Thälmann-Straße wurde 1993 verkauft und ein neues Areal auf dem Terrain der Thüringer Motorenwerke GmbH erworben. Im ehemaligen Klubhaus der IFA entstand ein Großlager mit Verkauf. Das Warensortiment umfasste etwa 26 000 Artikel. In der

Töpferstraße eröffnete die Firma ein Haushaltwarengeschäft. Bei den Billigangeboten der Baumärkte vor den Toren der Stadt für Kunden aus dem Umfeld von Nordhausen gut

und schnell zu erreichen konnte das Traditionsunternehmen preislich nicht mithalten. Auch im Großhandelsbereich war der Markt gesättigt. Die Folge war die Konkursanmel-

dungarn 13.Mai 1998. Nach einer 212-jährigen Tradition kam Ende des gleichen Iahres für das älteste Unternehmen der Stadt das entgültige Aus.

13 Zichorienfabrik von Schreiber & Sohn in der Stolberger Straße 87, um

1 840. Die Turmwindmühie, 1832 erbaut, wurde 1875 abgerissen.

Der Unternehmer Christian Gottlieb Schreiber siedelte 1820 mit seiner Familie van Wernigerode, wo er eine Zichorienmühie betrieben hatte, nach Nordhausen um. Er eröffnete am Steinweg ein Zichoriengeschäft, das sich

i edoch bald als zu klein erwies. Auf der Höhe der Stolberger Chaussee baute er eine Zichorienfabrik. Ein weiteres Geschäft wurde in der Töpferstraße eröffnet, die Kuttelmühle an der Salza erworben und

die Zichorienfabrikation ständig erweitert. Um die Frachtkosten für die vorwiegend aus der Magdeburger Börde eingeführten Rohstoffe zu sparen, erwarb Schreiber große

landwirtschaftliche Flächen. 1851 errichtete er in Heringen eine weitere Zuckerfabrik. Da der Anbau von Zuckerrüben und die Produktion von Zucker im Inland einen

gewaltigen Aufschwung erfuhren, schufen sich die Schreibers - inzwischen waren die drei Söhne Hermann, Gustav und Adolf Teilhaber im Geschäft - ein weiteres Standbein.

14 Die Schreibersche Fabrik in der Stolberger Straße, um 1914.

Die Schreibers konzentrierten sich verstärkt auf die Zucht von Zuckerrübensamen. Der fruchtbare Boden der Goldenen Aue war dazu hervorragend geeignet.

Ihre hartnäckige Arbeit zeitigte bald Früchte; das Ergebnis ihrer Zucht wurde weltbekannt und fand reichen Absatz. Der Schreibersche Betrieb wurde nach und nach zu einem der größten Exportunternehmen für Zuckerrübensamen der Erde. Das Unternehmen florierte, Hermann übernahm die Leitung des Betriebes, spä-

ter löste ihn Carl-Wilhelm ab. Eine Rübenzuchtanstalt, eine Rübensamenreinigungs- und Versandstation schossen aus dem Boden. Des weiteren entstanden eine Weizenund Gerstenflockenfabrik in Heringen, dazu eine

Branntweinbrennerei und eine Molkerei in Nordhausen. 1904 erwarb Hermann Schreiber die Karlsburg in Sundhausen als Wohnsitz. Ihm blieb es vorbehalten, in den Iahren des Zweiten Weltkriegs den Betrieb zu leiten.

Nach Kriegsende ging der Schreibersche Besitz in Volkseigentum über. Die Zichorienfabrik in der Stolberger Straße wurde noch Jahrzehnte als Großhandelslager für Schuhe und Lederwaren genutzt.

15 Blick auf das Werksgelände der Firma 'CO Schmalz, Holzwarenfabrik und Sägewerk' in der Kasseler Straße 54, um 1920. Im Hintergrund der Fabrikneubau, im Vordergrund Hedwig Schmalz mit Terrier Foxi.

Im Iuli 1878 gründete Christian Wilhelm Martin Schmalz im Hinterhaus des Grundstücks Weberstraße 18, wo er einige Räume gemietet hatte, einen kleinen holzverarbeitenden Betrieb, in dem er Fasshähne herstellte. Die Auftragslage war gut, zwölf Gesellen und ein Meister fanden ausreichend Beschäftigung. Schon bald reichte der Platz nicht mehr aus. Der Unternehmer fand ein neues Domizil in der Neuen Mühle am Mühlgraben in der Halleschen

Straße am Fuß des Taschenberges. 1882 heiratete C. Schmalz Martha Unger, die Tochter eines Arztes aus Großwechsungen. Aus dieser Ehe gingen sechs Kinder hervor, unter anderen die späteren Komplementäre der Schmalz

KG, Wilhelm und Carl. 1884 erwarb der geschäftstüchtige Unternehmer das Grundstück Kasseler Straße 55 und errichtete vier Iahre später ein erstes größeres Produktionsgebäude. Im Adressbuch von 1885 fand der Betrieb

als Fasshähne-Fabrik Berücksichtigung.

1889 kaufte C. Schmalz die Holzhandlung L. Schomburg in der Kasseler Straße 54 mitWohnung und viel Nebengelass sowie ein Grundstück in der Wertherstraße.

16 Langholzwagen auf dem Betriebgelände der Firma 'CO Schmalz KG, Holzwarenfabrik und Sägewerk' zwischen Werther- und Bismarckstraße, um 1927. Blickrichtung zum Bahnhof.

Um 1890 rückte die Herstellung von Stielen immer mehr in den Vordergrund. Hauptabnehmer waren Schaufel-, Spaten-, Gabelund andere Werkzeugfabriken im Ruhrgebiet und in Oberschlesien, ein nicht unbeträchtlicherTeil der Stiele wurde exportiert. Der Einkauf des Rohholzes erfolgte fast ausschließlich nach vorheriger Besichtigung des Materials an Ort und Stelle im Wald. Die Stämme wurden dann mit dem Pferdegespann eines Fuhrunternehmens ins Werk gefahren. Erst nach 1930 übernahm eine Zug-

maschine den Transport. Ein zweites Standbein schuf sich der Unternehmer ab 1890 mit der Eröffnung eines Holzhandeis. Große Mengen Holzdielen wurden bezogen und weiter veräußert. Nach der Jahrhundertwen-

de erfolgten in der Firma mehrere Investitionen, unter anderem der Bau eines neuen Fabrikgebäudes sowie eines Maschinen- und Kesselhauses mit hohem Schornstein (gesprengt im Ianuar 2002), die Errichtung eines Brun-

nens und einerWasserenthärtungsanlage sowie die Anschaffung moderner Maschinen. 1906 beschäftigte der Betrieb rund achtzig Arbeitnehmer.

17 Festlich geschmückt präsentierte sich das Firmengelände zum 50. Betriebsjubiläum 1938, Blick von der Kasseler Straße. Zur Erweiterung der Lagerkapazität kaufte der Unternehmer fast das gesamte Land zwischen der Werther- und Bismarckstraße (jetzt Reichstraße), ebenso Flächen an der Steinstraße, die Gutterrnann'sche Sägerei in Krimderode und die Grundstücke Kasseler Straße 53 und 53 a. Während des Ersten Weltkriegs begann er, eine eigene Landwirtschaft aufzubauen. Anfang September 192 2 wurde der Betrieb in eine Kommanditgesellschaft (KG) umgewandelt, mit Wilhelm und Carl Schmalz als Komplementäre.

Das Unternehmen florierte, 1930 waren etwa 150

Arbeitskräfte beschäftigt. 1938 beging man das 50. Gründungsjubiläum der Firma, die nun 'CO Schmalz KG, Holzwarenfabrik und Sägewerk' hieß.

Den Luftangriff aufNordhausen unbeschadet überstanden, musste die Firma

auf Anordnung der Amerikaner Mitte Mai 1945 im Sägewerk die Arbeit aufnehmen. Bis Anfang 1953 leiteten Wund C. Schmalz den Betrieb. Im März des gleichen Iahres erfolgte die völlig ungerechtfertigte Verhaftung der beiden

Komplementäre, mit dem Ziel, die Firma zu enteignen. Das geschah am 15.Juni 1954:DerBetrieb ging im Volkseigentum über und hieß fortan VEB 'Harzer Stielwerk' .

18 Festwagen der Kreissparkasse Nordhausen Sparkasse des Kreises Grafschaft Hohenstein - beim Mitteldeutschen Handwerkertag 1926. Das Geldhaus hatte seinen Sitz in der Grimmelallee 22.

Im Iahr 1824 gab es in Nordhausen sechs 'WechsIer', deren Tätigkeit, wie schon der Name sagt, im 'Wechseln von Geldsorten' bestand. Notwendig wurde der Umtausch sowohl durch die damalige Währungszerspli tterung der deutschen Staaten als auch durch die besondere Struktur des Nordhäuser Branntweinhandels.

Denn die Nordhäuser Branntweinkunden, die den Branntwein selbst abholten, zahlten meist in der Währung ihres Heimatlandes.

Für die kleineren Gewer-

betreibenden gab es seit den vierziger Iahren Darlehnskassen bzw. Spar- und Kreditbanken. Die Gründung der Kreissparkasse geht in das Iahr 1841 zurück. Die Stadtsparkasse

(Am Markt 15) entstand 1873. Im Laufe der Iahre erlangten diese Kreditinstitute hohe wirtschaftliche Bedeutung. Allein der Spareinlagenbestand der Kreissparkasse betrug vor

dem Ersten Weltkrieg über 27 Millionen Goldmark. 32 000 Sparer zählten zu ihren Kunden.

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