Nordhausen in alten Ansichten Band 3

Nordhausen in alten Ansichten Band 3

Auteur
:   Rainer Hellberg
Gemeente
:   Nordhausen
Provincie
:   Thüringen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6695-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Nordhausen in alten Ansichten Band 3'

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19 Die Firmen Athenstädt & Bachrodt, Berlin & Bona, G.A. Hanewacker, Rudolf Hanewacker, C.A. Kneiff, F.c' Lerche, Gearg Reddersen, Salfeldt & Stein, Walther & Sevin und H. & R. Wittig gründeten 1920 die N ardhäuser Tabakfabriken Aktiengesellschaft, im Bild eine Aufnahme von 1 920. Grund waren die drastisch gestiegenen Preise für Rohtabake nach dem Ersten Weltkrieg, die für ein einzelnes Unternehmen unerschwinglich waren. Mitte der dreißiger Iahre gründete diese Aktiengesellschaft eine Rauchtabakfabrik, der sie die Firmenbezeichnung 'Nortag' (Abkürzung für N ardhäuser Tabakfabriken AG) gab.

Der Betrieb wurde der AG angegliedert, die zwischen 1927 und 1928 die Kautabakfabrik am Hüpedenweg

(jetzt Straße der Genossenschaften) baute, die von G.A. Hanewacker genutzt wurde. Die Aktiengesellschaft hatte ihren Sitz in der Firma Athenstädt & Bachrodt in der Kasseler

Straße 5. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Betrieb am Hüpedenweg in Volkseigentum überführt und nannte sich vorerst Nortag-Hanewacker, dann VEB Nartak

(NardhäuserTabak). Der Name blieb bis zurWende 1990 bestehen.

20 Ziegelwerk Paul Döring in der Stolberger Straße 141, um 1 92 5.

Die Firma entstand aus einer Handstrichziegelei, die im Iahre 1870 von FritzTeichmüller gegründet und 1881 von C. Cliesener übernommen wurde. Sie war die erste, die sich mit der Herstellung von Falzziegel befasste und diesbezüglich ein entsprechendes Reichpatent besaß.

Um die Jahrhundertwende gab es in der Stadt mehr als zwanzig Ziegeleien.

Bis zum Zweiten Weltkrieg waren neben diesem Betrieb noch die Unternehmen Ziegelwerk RudolfSchulze & Co am Hohlungsbügel, Ziegelwerk Kahlenberg & Co. in der Harzstraße, und die Dampfziegelei Förstemann, nördlich der Leim-

bacher Straße, tätig.

Diese Firmen unterhielten die Verkaufsorganisation 'Vereinigte Nordhäuser Dampfziegeleien' mit Sitz in der Töpferstraße.

Die Ziegelei Paul Döring

KG wurde nach dem Ausscheiden des privaten Gesellschafters Bernhard Sourell im April 1972 verstaatlicht und als 'VEB Ziegelwerk Nordhausen' geführt. Nach 1990 kam

der Betrieb wieder in Privathand und firmierte unter der Bezeichnung Ziegelwerk Nordhausen Dipl. Ing. Sourell GmbH.

21 Buchdruckerei, Papierhandlung, Nummerier- und Perforieranstalt Bernhardt Lechtenberg in der Ludwigstraße, Ecke Freiheitsstraße (jetzt Weberstraße) um 1902.

In der Bildmitte der Rasier-, Frisier- und HaarschneideSalon Richard Beume später Wäschegeschäft Otto Reinbath - rechts daneben der Hauseingang zum Geschäft und zur Buchdruckerei.

Bernhardt Lechtenberg gründete Anfang des 20. Jahrhunderts in der Ludwigstraße 17 die Buchdruckerei mit einem Ladengeschäft. Der Tüchtigkeit und dem Geschäftssinn war es verdanken, dass sich das Unternehmen rasch entwickeln und vergrößern konnte. Ein Geselle, ein Lehrlinge und ein Meister übernahmen das Drucken

vornehmlich von kunstvoll gestalteten Briefbögen, Visitenkarten, Glückwunschund Trauerkarten. Zu den Kunden zählten vor allem Firmen aus Nordhausen und der Umgebung. Im Verkaufsraum konnten die Kunden die verschiedensten Sorten Papier und

Büro- und Schulbedarfsartikel erwerben. Nach dem Tod des Firmengründers heiratete Franz Knöchel die Witwe und übernahm das Unternehmen.

Das Gebäude wurde beim Luftangriff auf N ordhausen am 3. und 4. April 1945 zerstört. DerVersuch

eines Neubeginns in der Hausdruckerei der Firma Wolfram wurde von der sowjetischen Ortskommandantur unterbunden. Damit endete die Existenz der Firma Bernhardt Lechtenberg.

22 Die Lithographie aus dem Iahre 1896 zeigt eine Gesamtansicht von Nordhausen aus westlicher Richtung und die Caffee-Surrogat-Fabrik von H.C. Krause.

Der Nordhäuser Bürger und Kaufmann Iohann Heinrich Christian Krause gründete 1835 eine Zichorienfabrik, die sich zunächst im Haus Rautenstraße 15 (vor der Zerstörung 1945 Möbelfabrik Aurin) befand und Mitte des 18. Iahrhunderts in ein ehemaliges Mühlengrundstück an der Salza am Rande der Stadt verlegt wurde. Dort widmete

er sich vornehmlich der Herstellung von nicht kolonialisiertem Kaffee- Ersatz, der aus gerösteter Gerste und Malz sowie Zichorie bestand.

Der Durchbruch gelang

dem Unternehmer mit dem 'Gesundheitskaffee Echten Dr. Lutze'. Der bekannte Homöopath Dr. Arthur Lutze, der auch kurze Zeit in Nordhausen ansässig und mit dem bekannten Nordhäuser Arzt Philipp Rath und H.C. Krause

befreundet war, besaß in Köthen eine homöopathische Klinik und war Verfasser zahlreicher wissenschaftlicher Bücher. Er entwickelte 1850 ein besonderes Rezept für einen Kaffee-Ersatz, das er Krause zur alleinigen Herstellung

übergab. Diese Getreidekaffee-Spezialität bestand aus Roggen, Gerste und Zuckerrüben, war zwar weniger aromatisch, dafür aber der Gesundheit dienlich.

23 Urkunde anlässlich des 50. Gründungsjubiläums der Firma H.C. Krause.

Nach dem Tod des Unternehmers führte seine Frau Emma, geb. Lesser, die gutgehende Fabrik weiter. Im November 1866 heiratete sie Johannes Max Zacharias, der nun Teilhaber des Unternehmens und nach Emmas plötzlichem Ableben alleiniger Besitzer wurde. Der Gesundheitskaffee machte aus Max Zacharias einen sehr wohlhabenden Mann.

Im Mai 1 950 erfolgte die Überführung des Betriebes in Volkseigentum. Vier Iahre später begann man mit der Röstung von Kaffee und Erdnüssen.

180 Arbeitskräfte stellten Kaffee-Sorten wie Rondo, Mona, Mocca fix und Melange her. 1 968 wurde

dem Betrieb, der nun VEB Drei Streif Nordhausen hieß, derVEB Korn- und Kartoffelflocken Heringen angegliedert. Bis zur Wende produzierten knapp 200 (vornehmlich) weibliche Beschäftigte den beliebten Bohnenkaffee. Nach erfolgter Privatisierung des Betriebes waren es nur noch rund 25 Betriebsangehörige, die 14 Sorten Kaffee - darunter den 'Echten Dr. Lutze'herstellten. Das Aus für den Traditionsbetrieb kam im Iahr 2000.

24 Tiefbau- und Kälteindustrie AG, vorm. Gebhardt & König, Grimmelallee 44/45, urn 1910.

Der Gefriermaschinist Louis Gebhardt, der vorher bereits von 1 892 bis 1 896 als technischer Leiter bei Gefrierarbeiten in Nordfrankreich tätig war, gründete am 26. November 1898 den Betrieb 'Eismaschinen und Internationale Tiefbau GmbH, vormals

L. Gebhardt, Nordhausen' in der Grimmelallee 44. Im März 1900 kam es mit dem Benneckensteiner Kaufmann August König zur Geschäftszusammenlegung und zu einer Umbenennung der Firma in 'Eismaschinen und Internationale Tiefbaugesellschaft van Gebhardt & König mbl-I'. 1903 erfolgte die Umwandlung in die Aktiengesellschaft 'Tiefbau-

und Kälteindustrie AG, vorm. Gebhardt & König' , die eine erhebliche Kapitalerweiterung brachte. Die Firmierung hatte bis 1 939 Bestand.

Im Ianuar 1899 gründeten

besaß bereits seit 1 896 ein Rohrlager in der Rothenburgstraße 13.

das Bankhaus Laupenmühlen in Essen, der Rechtanwalt Dr. Heinrich Busch unter anderem die Deutsche Tiefbohr AG in Berlin und Nordhausen. Laupenmühlen & Co.

25 Montagehalle der "Tiefbau- und Kälteindustrie AG, vorm. Gebhardt

& König' um 1910.

1906 entstand in Nordhausen ein zweites Schachtbauunternehmen. Die Deutsche Tiefbohr AG hatte ihre Schachtbauabteilung - bei gleichzeitiger Überschreibung der Maschinenfabrik in der Rothenburgstraße 13 - als Schachtbaugesellschaft m.b.H. verselbständigt. Sie wurde 1911 in 'Deutsche Schachtbau AG' umgewandelt. 1 907 erfolgte der Umzug der Tiefbohr AG nach Berlin und 1911

die Umfirmierung in Deutsche Erdöl AG/ DEA. Der Vorgängerbetrieb des VEB Schachtbau Nordhausen - die Schachtbaugesellschaft 'Gebhardt & König - Deutsche Schachtbau AG' entstand durch

eine von der Konzernmutter 'Deutsche Erdöl AG, Berlin' angeordnete Fusion der beiden Nordhäuser Unternehmen am

l.Januar 1939.

Die Bombardierung Nordhausens am 3. und 4.April 1945 sowie die militärische und politische Niederlage Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg führte fast zum wirtschaftlichen Zusammenbruch der Firma 'Gebhardt & König - Deutsche Schachtbau AG'. Der Betrieb war zu mehr als 30 Prozent zerstört. Danach begann man mit der Instandsetzung der Gebäude, Anlagen und Maschinen.

26 Baustelle Schiffshebewerk Rothensee der 'Deutschen Schachtbau AG Nordhausen' im Iahr

1 933. Bohren von Gefrierlöchern mit vier Bohrgeräten auf dem Gefrierlochkranz am Schacht 1.

Im Mai 1947 ging die Gebhardt & König Deutsche Schachtbau AG

in den Besitz des Landes Thüringen über. 195 1 erfolgte die Zuordnung der Schachtbau- und Bohrbetriebe zur Staatlichen Geologischen Kommission Berlin. Durch die Teilung in die Aufgabenbereiche Schachtbau, Bohrung und Ausrüs tung /Werks tattfertigung entstanden die Betriebe VEB Schachtbau, Verfestigung und Abdichtungen Leipzig, VEB Geologische Bohrungen Leipzig und VEB Ausrüstungen Nordhausen. Nach Rück-

verlagerung der Firma Schachtbau von Leipzig nach Nordhausen im Iahr 1954 erfolgte die Angliederung des VEB Ausrüstungen an diesen Betrieb.

Der Schachtbau wurde

1959 aus dem GEOKOMVerbund herausgelöst und alsVEB Schachtbau Nordhausen der VVB Nichteisenmetallindustrie Eisleben, dem späteren Mansfeldkombinat, angeglie-

dert. Im September 1992 erwarb die Bauer Spezialtiefbau GmbH Schrobenhausen das Unternehmen und führt es seitdem als Schachtbau Nordhausen GmbH weiter.

27 Das villenartige Verwaltungsgebäude derTiefbau- und Kälteindustrie AG, vorm. Gebhardt und König, in der Grimmelallee 44 entstand in den Anfangsj ahren des 20. Iahrhunderts, wobei jedoch der rechtsseitige zweigeschossige Anbau erst 1909 erfolgte. Die Aufnahme datiert aus dem Iahr 1910. An der linken Hausseite vor dem Eingangsbereich befand sich ein Springbrunnen inmitten eines geschmackvoll angelegten Gartens, den man heute noch erahnen kann.

Die Mansarden und das darunter liegende Obergeschoss waren als Wohnungen ausgebaut, die übrigen Zimmer und ein Teil des Kellers wurden als Büroräume genutzt. In diesem Haus wohnte der

Firmengründer Louis Gebhardt bis 1 9 1 2, dann ging der Vorstandsvorsitz der Firma auf Wilhelm Zaeringer über.

Bis zum Kriegsende von schweren Schäden verschont, diente das Gebäu-

de vorerst als Wohnunterkunft für ausgebombte Betriebsangehörige mit ihren Familien, die unter der Leitung von Bergassessor a.D. Kurt Bührig mit dem Wiederaufbau des schwer zerstörten Werkes begannen.

Die Villa war stets Sitz der Schachtbau- Betriebslei tung, bis diese den Standort nach der Fertigstellung des neuen Werkes am Industrieweg noch vor der politischen Wende aufgab.

28 Straßentankwagen für Pferdegespann aus der Anfangszeit der MABAG, um 1925.

Wagen dieser Bauart waren bereits im 19. Jahrhundert auf den städtischen Straßen unterwegs, um das aus Amerika importierte Leuchtpetroleum zu Kolonialwarenhandlungen und Apotheken zu bringen. Mit der aufkommenden Motorisierung erfolgte damit anfangs auch die Auslieferung von Dieselöl und Benzin, für das die Minaerölgesellschaften eigene Markennamen einführten. Der Pferdetankwagen

stand aber nur kurz am Anfang derTankanlagenproduktion.

Allein in den letzten drei Friedensjahren vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs lieferte die MABAG insgesamt 3 788 Betan-

kungsanlagen in alle Regionen Deutschlands und ins Ausland.

Die DEA hatte sich vor 1923 über Aktienkäufe auch bei der Firma Gebhardt & König, Nordhausen, die erforderliche Aktienmehrheit verschafft

und konnte somit die Geschäftspolitik entschei dend beeinflussen. So diktierte sie 1923 die Gründung eines Tochterunternehmens für die firmenspezifischen Werkstattfertigungen namens Maschinen- und Apparatebau AG

Nordhausen. Zwei Iahre später wurde dann die offizielle Kurzbezeichnung MABAG eingeführt.

1948 wurde der Betrieb in Volkseigentum überführt und dem VEB Abus Maschinenbau angeschlossen.

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