Nordholz in alten Ansichten

Nordholz in alten Ansichten

Auteur
:   Sylvia Thees
Gemeente
:   Nordholz
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5310-2
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Nordholz in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Nordholz - das ist heute die nicht immer ganz freiwillige Vereinigung der früher einmal selbständigen Gemeinden Deichsende, Nordholz, Wursterheide, Wanhöden, Scharnstedt und Spieka mit Spieka-Neufeld und CappelNeufeld. Dieser Zusammenschluß setzte erst 1967 ein und fand sieben lahre später seinen Abschluß und seitdem ist die historische Entwicklung einheitlich und übersichtlich. Bis dahin jedoch war es ein weiter Weg und die Geschichte der einzelnen Ortschaften verläuft ebenso unterschiedlich wie kompliziert.

Hier waren z.B. die Nonnen vom Kloster Neuenwalde, die über Wanhöden die Grundherrschaft errichten und durch die Verleihung von Kapital manchen Wurster Bauern in die Pflicht nehmen konnten. Da war aber auch Bulders, einer der drei nach Sturmfluten zu Hilfe gerufenen friesischen Deichbauunternehmer, der sich im Laufe des 17. Jahrhunderts aufgrund einer Pfandeinlösung hier festsetzen und dessen Familie innerhalb weniger Jahre eine nicht unbedeutende Herrschaft aufbauen konnte.

Die Menschen - vorwiegend Geest- und Marschbauern wurden natürlich von der Landwirtschaft in dieser Gegend geprägt: war es bei den einen ein Leben in Armut, wegen des kargen Bodens verbunden mit der Sorge um die nächste Ernte, so war es bei den anderen ein Leben in Wohlstand, allerdings auch verbunden mit der Sorge um die nächste Ernte, denn ihnen drohten Sturmfluten und die Überschwemmung des eigentlich fruchtbaren Bodens. Kleine Erfolge, wie der Bau der Kirche in Spieka 1319, wie die allmählich verbesserte Entwässerung der Marsch, wie die nach und nach immer mehr Schutz bietenden Deiche oder wie die langsam steigende Bodenausbeute auf der Geest, dürfen nicht überbewertet werden, doch machten sie das Leben erträglicher und es waren Lichtblicke im Streit mil der Natur.

Wenn wir heute auf die große Einheitsgemeinde Nordholz mil etwa 7 000 Einwohnern auf annährend 6 500 Hektar Grundfläche blieken, so ist ein erstaunlicher Wandel zu beobachten. Die Sorgen der Bauern um die Ernte sind aufgrund moderner Anbaumethoden, Motorkraft und Anwendung von Kunstdünger kleiner geworden. Die Grenze zwischen Arm und Reich, zwischen Geest und Marsch, hat sich verwischt. Konnten zum Beispiel die Wanhödener Geestbewohner noch vor hundert lahren auf ihrem Land fast nur Schafwirtschaft betreiben oder in den Mooren Torf stechen, um diesen dann den Wurstern zum Tausch gegen Getreide anzubieten, ist das Abhängigkeitsverhältnis der Geestbewohner an den Grenzgebieten Wurstens zu den reichen Marschbauern erloschen. Obwohl ein guter Teil der Bevölkerung auch heute noch landständig ist, so ist ihre Struktur doch eine ganz andere geworden. Von Nordholz aus wird heute - wie überall sonst - einer Vielzahl von Berufen nachgegangen.

Technischer Fortschritt und Reichsgründung haben zu diesem Auf- und Umschwung beigetragen. Der Wegfall von Grenzen und Zöllen bei gleichzeitiger besserer Verkehrsanbindung durch die 1896 auch endlich durch Nordholz führende Eisenbahn ermöglichten letztlich den Bau von Hartsteinwerk und Ziegelei. und ließen auch aufgrund der strategischen Bedeutung einen riesigen Zeppelinhafen entstehen. So bekam Nordholz für kurze Zeit sogar weltpolitische Bedeutung.

In diese Jahre des Fortschrirts, die sich in der Wurster Gegend wohl erst allmählich nach 1870 ankündigen, wirft dieses Buch einen Blick; und es ist deshalb nicht verwunderlich , wenn sich auf den Bildern aus der 'guten alten Zeit' oft auch ein Stückchen 'neuer Geist' zeigt.

f-'iühle in ordholz.

1. Die große Windmühle, die am südlichenEnde der ehemaligen Dorfstraße steht, kann man wohl das 'Wahrzeichen Nordholz' nennen. In Urkunden aus dem Jahre 1766 wird die erste Mühle, eine Bockmühle, bereits erwähnt. Diese stand auf dem späteren Schulhof westlich der Dorfstraße. Die große Mühle , die 1863 auf der anderen Straßenseite erbaut wurde, ist dem Typ nach ein Galerieholländer und war damals technisch sehr fortschrittlich. Nur für zwölf Jahre war die Mühle ein Schmuckstück und der Stolz des Dorfes. da sie im März 1875 vom Blitz getroffen wurde und in Flammen aufging. Nach den alten Plänen wurde die Mühle wieder aufgebaut.

2. In diesem Schulhaus in Deiehsende hat ab 1890 der Schulunterricht für die bereits 1827 zu einer Schulgemeinde zusammengefaßten Orte Nordholz und Deiehsende stattgefunden. 1889 war das zur Schule umgebaute ehemalige Gefangenenhaus, das im Garten von Heinrich Knippenberg stand, abgebrannt. Über Standort und Finanzierung eines neuen Schulhauses kam es zwischen Nordholz und Deichsende zu heftigen Auseinandersetzungen. Nach der Einigung kam es dann zum Bau der neuen Schule am Südende der Dorfstraße, gegenüber der Mühle.

Schule Nordholz-Deichsende.

3. Hier sehen wir den Lehrer Hermann Stehn inmitten seiner Schülerschar vor der neuen Schule (um 1890). Ab 1871 war Hermann Stehn für über 32 Jahre als Lehrer in Nordholz tätig. Er kam aus Lüdingworth und war ein Urgroßvater des Bäckermeisters Meyn. Der erste Lehrer in Nordholz war sein Vorgänger Joharm Diedrich Wittkopf aus Otterndorf. Diese Lehrer unterrichteten noch die Schüler aller Jahrgänge in einer Klasse. Von 1824 bis 1865 war Nordholz allerdings nur Nebenschule und die beiden obersten Jahrgänge mußten die Hauptschule in Spieka besuchen.

4. Auf dem Foto von 1912 sind die Lehrer Rahbens und Tilking mit ihren Schülern zu sehen. Der eine oder andere Leser wird sicher noch Mutter oder Vater unter den Schülern entdecken. oder vielleicht selbst noch bei einem der Lehrer die 'Schulbank gedrückt' haben. Die neue Schule hatte zunächst lediglich zwei, und nach der Vergrößerung 1928 fünf Klassenräume. Denn nachdem die Lehrerwohnung aus Platzgründen aus dem Erdgeschoß in das Dachgeschoß verlegt wurde , konnte sie erweitert werden. An dieser Schule wurde bis 1968 unterrichtet.

6russ aus Deiehsende.

Bäckerei und Handlung QOO Rudelf Meyn.

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5. Am Südende der Dorfstraße in Deichsende liegt das Gebäude der Bäckerei Meyn. Auf der Aufnahme von 1912 ist das Gebäude, das 1906 von Rudolf Meyn gebaut und irn gleichen Jahr bezogen wurde, bereits vergrößert worden. Der Ursprung der bis heute bestehenden Bäckerei war in der Mühle, die der Otterndorfer Müller Joharm Nikolaus Meyn 1801 gekauft hatte. Von 1887 bis 1906 befanden sich die anfangs noch kleine Bäckerei und der Graupenhandel im Müllerhaus direkt neben der Mühle.

Nordholz

Oorfstralle

6. Nun werfen wir einen Bliek die Dorfstraße entlang nach Norden. Der Jahreszeit entsprechend wirkt diese Aufnahme von 1922 etwas grau und düster. Wir sehen zwei Reiter, die vor dem Haus von Familie Luhn zu einem 'Klönschnack' verweilen. Die Reiter sind auf dem Weg zur Hengststation, die von 1872 bis 1957 beim Gasthof 'Stadt Frankfurt' betrieben wurde und für die Förderung der Pferdezucht in Wursten und Ritzebüttel von größter Bedeutung war. Die Hengststation wurde später nach Cappel-Strich verlegt, wo sie noch heute ist.

Nordholz·Deichsende

Dorfstr,e,6e.

7. Jetzt schauen wir die Dorfstraße entlang nach Süden. Das kleine Mädchen vorne kommt von Bäcker Meyn und geht mit dem Brot nach Hause. Die beiden anderen Mädchen gehen zur Schule, die ja in Deichsende am Südende der Dorfstraße liegt. Auf der Aufnahme von etwa 1920 gehen die Kinder wie selbstverständlich auf der Straße, da es noch keinen Autoverkehr im Ort gibt. Überhaupt wirkt Nordholz noch überaus dörflich. Davon zeugen die Reetdächer, das Fachwerk und nicht zuletzt der Misthaufen am linken Bildrand.

8. Hier nun die Dorfstraße um 1920 vor dem Geschäft von Henry Thalmann. Außer einer Warenhandlung hatte er eine Gärtnerei und Imkerei. Es scheint sich auf den ersten Bliek kaum etwas verändert zu haben, dennoch hat hier schon die Neuzeit Einzug gehalten: an einem Baum vor dem Geschäft lehnt ein Motorrad und am Hausgiebel sind die Vorrichtungen für den elektrischen Strom erkennbar, der in Nordholz, Deichsende und Wursterheide ab Mitte 1921 vom Überlandwerk-Nord-Hannover bezogen werden konnte.

9. Am nördlichen Ausgang des Dorfes, am sogenannten Armenende, bauten 1888 die Eheleute Rüsch ihr Haus, das bis heute in Familienbesitz ist. Das besondere an diesem Gebäude ist, daß es vorher in Ihlienworth gestanden hat, dort komplett abgetragen, anschließend hier in Nordholz neu aufgestellt und auch wieder in Lehm aufgemauert wurde. Das Foto von 1910 zeigt die Familie im 'Sonntagsstaat' vor ihrem Haus, das noch, wie damals üblich, ein Reetdach trägt. Aufgrund der vielen Brände und drastischer Erhöhung der Versicherungsprämien für Häuser mit Strohdach wurden später die meisten Gebäude umgedeckt, so auch dieses.

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