Northeim in alten Ansichten

Northeim in alten Ansichten

Auteur
:   Günter Merl
Gemeente
:   Northeim
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2778-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Northeim in alten Ansichten'

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9. Diese mit einer 'erwartungsvollen' Inschrift versehene Postkarte gibt uns einen Eindruck von der Kirchstraße im Jahre 1898. Wir blieken von St. Sixti aus zur Breiten Straße. Die 'Kerkstrate' hieß zeitweilig Schulgasse (17. Jahrhundert). 1932 wurde sie in Peter-Homann-Straße umgetauft, um die Erinnerung an einen Knochenhauermeister wachzuhalten, der 1529 gegenüber dem Mönch Arnd Bode die neue Lehre energisch vertrat. Seit dem 24. April 1945 trägt die Straße wieder ihren ursprünglichen Namen. Die Häuser Nummer 1, 2 und 3 wurden nach dem Brand von 1813, Nummer 8 und 9 um 1829 errichtet.

10. Die Northeimer Pflichtfeuerwehr verfügte um die Jahrhundertwende über fünf Spritzen und eine Reservespritze, die freiwillige über drei Spritzen, zwei 'Balancierleitem', ein Sprungtuch und einen Rettungsschlauch. Durch eine mit Dampf betriebene Feuerspritze, die von der Stadt bewilligt wurde, konnte der Gerätepark der hiesigen Feuerwehr aufgewertet werden. Am 21. November 1893 wurde diese Spritze erfolgreich in der Gegend des Entenmarktes eingesetzt. Unser Foto zeigt eine Feuerwehrübung vor der Südseite der St. Sixti-Kirche, wo sich bis 1870 die Kapelle 'Unserer Lieben Frau' befand (Nische links im Bild). Besonders beachtenswert ist die gotische Tür.

KOMMANDO 1886-1QOO

·Niemeyer· Jürgens kerl·

·Hortleder·Magerhans ·l<lapproth· Redel·

11. Northeim wurde im vorigen Jahrhundert mehrfach von schweren Branden heimgesucht. Es sei nur an die Brandkatastrophe vom 28. Mai 1832 erinnert, wo das Rathaus in Flammen aufging, und an die Feuersbrünste im Herbst 1892 (6. Oktober und 2. November), durch die die östliche Seite des Marktplatzes, Teile der Breiten Straße und Hintergebäude in der Hagen- und Kirchstraße eingeäschert wurden. Kurz vor der Jahrhundertwende besaß Northeim eine freiwillige und eine Pflichtfeuerwehr. Grundsätzlich waren alle männlichen Einwohner vom achtzehnten bis zum sechzigsten Lebensjahr zum Dienst verpflichtet. Die freiwillige Feuerwehr zählte zu der Zeit, als unser Foto entstand, ungefähr einhundertzehn Mitglieder. Sie unterstand der städtischen Polizei Ein vom Magistrat ernannter Hauptmann befehligte sie.

12. Bereits im Jahre 1832 fertigte der damalige Schuhmachermeister Ludwig August Grimme Maßschuhe an. Sein spezielles Interesse galt orthopädisch einwandfreien Kinderschuhen. Der Meister verkaufte seine Erzeugnisse sowohl in seinem Geschäft als auch an Markttagen in der Umgebung, Aus dieser Werkstatt entwickelte sich das heutige Schuhhaus Grimme in der Breiten Straße 28. Obwohl der Handwerksbetrieb schon seit langern eingestellt ist, hat sich die Tradition des Schuhverkaufs bis in unsere Tage erhalten. Das Foto stammt aus der Zeit nach der Jahrhundertwende.

13. Daß auch frühere Zeiten mit dem Erbe ihrer Väter nicht pietätvoll umgingen, belegt dieses Foto aus der Zeit um 1905. Wir sehen das Kassebeersche Haus (Breite Straße 37), das heute als hervorragendster Vertreter des Renaissancestils in Northeim gilt. Die rechte Seite des Bauwerks von 1566 tritt als 'Utlucht' hervor. Kaum lesbar war damals die lebensbejahende Inschrift nach schweren Zeiten der Pest, die in unserer heutigen Sprache etwa folgendermaßen lautet:

Trink und iß! Gottes nicht vergiß!

Bewahr' deine Ehre!

Dir wird nichts weiter (in das Grab mitgegeben} als das, was du um und an hast.

Damit mußt du von der Erde scheiden.

)Yorlheim i . ..7{.

Breitestrasse

14. Der Ostteil der Breiten Straße hat im Laufe eines knappen Jahrhunderts sein Aussehen wesentlich verändert. Die Fachwerkhäuser (rechts im Bild) an der Ecke zur Häuserstraße wiehen einem Neubau (Nummer 36). Daneben steht das Kassebeersche Haus (Nummer 37). Daran schließt sich die Gaststatte 'Zum goldenen Löwen' an. Seit 1772 ist sie ein Fuhrmannsgasthof mit geräumigen Stallungen gewesen, 1808 kehren hier reisende Handwerker ein. Um 1900 - aus dieset Zeit stamrnt unser Foto - ist die Gaststatte eine gutbürgerliche Wirtschaft mit Landkundschaft, Ein Gaskandelaber vor dem Gasthaus und eine Pumpe auf der Straße erinnern noch an 'die gute alte Zeit'.

15. Einen Abschnitt der Breiten Straße mit reichlicher 'Personenstaffage' zeigt dieses Bild von 1906. Rechts sehen wir das Schreibwarengeschäft W. Beyer (Nummer 56). Daneben hatte der Uhrmachermeister Brandes seine Auslagen. Die Uhr weist auf sein Gewerbe hin. Interessant sind die damals üblichen 'Hochräder', die die Kinder bei sich haben. Im Haus Nummer 58 hatte der Friseur Fr. Koch einen Salon. Ganz links im Bild grenzt das Hotel Sonne an. Das Foto vermittelt eine gute Vorstellung der damaligen Mode.

Hotel Sonne.

Ilcrtheim i. fiann.

lO~t25 PbotoE:r. u. Verlac Ernst Robla.nd.

16. Die aus dem Jahre 1909 stammende Postkarte zeigt das Hotel Sonne. 1815 kaufte der Feldwebel Georg Sonne den 'König von England' , wie das Hotel damals genannt wurde. Sonne war Kämmereischreiber, Pachter des Hammenstedter Kruges und städtischer Schulze. Das von ihm anstelle von zwei Häusern errichtete Hotel kostete 6 000 Reichsthaler. Besenders bei den Offizieren des Standortes war das Gasthaus bald beliebt. Die 'Sonne' wurde das erste Haus am Platze. Als beim Brand von 1832 der 'König von England' eingeäschert wurde, entstand das jetzige Hotel Seit 1919 führte es Otto Müller zu einer neuen Blüte. Die Postkarte wurde vom Verlag Ernst Rohland herausgegeben, dessen Geschäft im Bild rechts zu sehen ist.

17. Das Bild von 1906 zeigt zwei alte Northeimer Geschäfte. Links sehen wir die ehemalige Seilerei Ernst Döring, rechts den Damen- und Herrensalon des Friseurmeisters Fritz Kersten. Es ist das Haus Breite Straße 6 (früher: Nummer 46), in dem sich heute ein Kaffeegeschäft befindet. Der Sohn des Friseurmeisters führte den Salon weiter. Fritz Kersten war Mitglied des Männergesangvereins von 1850 und des Vereins für Freihandschießen von 1864. Als Stabsfeldwebel diente er bei der Bürgerschützengesellschaft, Das links im Bild eben noch erkennbare Haus ist die Buchhandlung C. Spannaus.

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NORTHEIM. mON.>TERPLIlTZ

18. Der Münsterplatz hat eine bewegte Geschichte. Irn Mittelalter stand hier die Münsterkirche, die am Anfang des 18. Jahrhunderts abgerissen wurde. Ein Teil des Platzes wurde durch einen Friedhof eingenommen. Eindringliche Klagen über den verwahrlosten Zustand des Kirchhofes führten am Ende des 18. Jahrhunderts dazu, daß der Friedhof vor das Höckelheimer Tor verlegt wurde. Rat und Stift einigten sich darauf, daß der Platz 'auf ewige Zeiten unbebauet bleibe und der freien Benutzung des Publikums überlassen werde'. Die Bepflanzung mit Linden übernahm die Stadt. Auf dem Platz ist das ehemalige Kriegerdenkmal mit der Germania erkennbar. Im Hintergrund befindet sich St. Spiritus.

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