Northeim in alten Ansichten

Northeim in alten Ansichten

Auteur
:   Günter Merl
Gemeente
:   Northeim
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2778-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Northeim in alten Ansichten'

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49. Northeims 'Klein-Venedig' war einst die Rhumegegend. Hier arbeiteten Gerbereien, von denen links im Bild eine zu sehen ist (Schornstein). Sie gehörte dem Lohgerbereibesitzer Heinrich Schrader (geboren 1846). 1966 wurde die im Schlachthofweg 630 (nach alter Zählung) gelegene Gerberei abgerissen. Die Gerber zählten zur Schuhgilde, der bereits 1432 der Schuhwall überlassen wurde, 'darsulvest er ledder to gervende', Diese Partie an der Rhume, die als besonders idyllisch galt, wurde auf einer Postkarte kurz vor dem Ersten Weltkrieg festgehalten.

der Rhume mit Schlachthaus.

50. Das städtische Schlachthaus wurde am 21. Oktober 1889 in Betrieb genommen. Bei der Verkoppelung erhielt es die Schlachterinnung. Die Gesamtkosten beliefen sich auf 84 300 Mark. Inspektor des Schlachthauses war der Tierarzt Helmig, während der Organist Gropengießer die Fleischbeschautätigkeit übernahm. Ihm assistierten der Tierarzt Kaiser, Maler Engelmann und Friseur Kümmert. Der Chronist bemerkt stolz: Die ganze Einrichtung entspricht allen berechtigten Anforderungen so sehr, daß unser Schlachthaus mehreren anderen Städten zum Muster und Vorbild gedient hat. (1894.)

51. Im Leine- und Rhumegebiet treten vorwiegend irn Winter Hochwasser auf. 1909 zeigte der Pegel in Berka 394 cm. Zwischen 1901 und 1940 uferte die Rhume dreiundfünfzigmal im Winter aus, Die Überschwemmungen dauerten im Durchschnitte 2,2 Tage. Die Stadt Northeim wird in ihren tiefer gelegenen Teilen zuweilen in Mitleidenschaft gezogen. Unser Foto zeigt die überschwemmte Rückingsallee mit dem Mühlenanger. Sie ist seit 1770 eine Allee und seit 1873 bebaut. Im Hintergrund ist der 'Rücking' zu erkennen. Das Bild hält die Hochwasserkatastrophe vom 31. Dezember 1925 fest.

52. Der Gastwirt Ernst Huch gründete 1882 'Huchs Gesellschaftshaus', das früher 'Bad Rhumetal' hieß (Am Mühlenanger 12). Besonders im Sommer erfreute sich das Gasthaus wegen seines parkähnlichen Konzertgartens großer Beliebtheit. Das Gebäude wurde 1822 von F.W.C. Rumann errichtet. Neben angenehmer Gastlichkeit bot der Wirt Sole- und Dampfbäder (1897). Nach dem Zweiten Weltkrieg diente das Gesellschaftshaus der Besatzungsmacht als Militärkantine. Hervorzuheben sind die botanischen Seltenheiten des Gartens, die zum Teil unter Naturschutz gestellt wurden: Pyramideneiche, Tulpenbaum, buntblättriger Weißdorn, Platane und rotblühende Kastanie.

53. Das hiesige Schützenwesen ist so alt wie die Stadt selbst. Die Bürgerschützengesellschaft, die Einzelrnitglieder und Korporationen umfaßt, besitzt Am Mühlenanger 14 ein Schießhaus, dessen Vorläufer auf das Jahr 1801 zurückgeht, Zu diesern Zeitpunkt wurden Schießstand und Schützenhaus mit besonderen Feierlichkeiten eingeweiht. Die Baukosten konnten aus freiwilligen Spenden Northeimer Burger aufgebracht werden. Am 28. September 1905 wurde das alte Schießhaus abgerissen und durch einen Steinbau ersetzt. Dabei erweiterte man die Schießstände auf einhundertflinfundsiebzig Meter. Die Baumaßnahmen kosteten vierzehntausend Mark. Im Mai 1906 konnte die neue Anlage in Betrieb genommen werden (vergleiche unser Foto). Eine Erweiterung folgte im Jahre 1924.

54. Unser Bild entstand anläßlich des Gauturnfestes 1920 auf dem Mühlenanger. Vorturner auf einer Tribüne führten Übungen vor, die von Musik begleitet wurden (unten rechts). Die Befehle wurden von der Tribune aus erteilt. Die Schar der angetretenen Turner, die nach dem hier gezeigten Vorbild ihre Übungen ausführen sollten, ist auf dem Bild nicht mehr sichtbar. Organisierte Leibesübungen gehen in Northeim auf das Jahr 1848 zurück. Damals wurde der 'Northeirner Turnverein' gegründet, der 1868 als 'Männer-Turn-Verein' fortgeführt wurde. Dazu kam 1889 der 'Turn-Club'. Beide Vereine schlossen sich 1934 zur 'Northeirner Turnerschaft von 1848' zusammen.

55. Northeim war ein beliebter Treffpunkt der Turner und Sportler, da es zahlreiche Tagungs- und Festräume anzubieten hatte. Bereits 1849 trafen sich die Turner Südhannovers in unserer Heimatstadt. Es folgten die Gauturnfeste von 1887 und 1894 und ein Kreisturnfest von 1901. Bei den Vorführungen im Jahre 1920 zeigten sich die Damen in ihrer neuen Sportkleidung bei Stabübungen. Das Sportfest fand am Mühlenanger statt. Der Turnwart ist im Bild links zu sehen. Im Bildhintergrund sind drei der sieben Wieterberge zu erkennen.

Partie en der Rhume.

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Hortheim' i. H. Städtis~h;Bad~anstalt 1

56. Die erste hiesige Badeanstalt lag südöstlich von 'Huchs Brücke'. Sie wurde 1860-1861 von Kar! Rehkopf ins Leben gerufen. Unser Foto entstand kurz vor 1910. Seit der Jahrhundertwende wagten sich auch weibliche Badegäste in das Wasser der Rhume. 1904 ging die Badeanstalt in den Besitz der Stadt über. Der Maurerpolier und Schlachter August Ehlers war zu dieser Zeit Bademeister. Leider bot das kalte und nach Regenfällen schlammige Rhumewasser keine ideale Badegelegenheit, so daß 1930 das heutige Bergbad gebaut wurde.

an der Rhume.

57. Der Badeanstalt an der Rhume angeschlossen war ein Verleih von Ruderbooten, der vor allem bei Nichtschwimmern und ungünstiger Witterung sehr viel Zuspruch fand. An der Ausleihestelle gab es einen Ausschank, wo ein Gläschen Schnaps für fünf Pfennig und ein Glas Bier für zehn Pfennig angeboten wurden. Brötchen mit Sardmen oder Rollmops kosteten ebenfalls nur zehn Pfennig. Dies war Grund genug, auch ohne sportliche Interessen die Badeaustalt zu besuchen. Während das Baden in der Rhume heute nicht mehr möglich ist, hat sich die Tradition des Bootsverleihs bis in unsere Tage erhalten. Im Hintergrund des Bildes ist der Fachberg erkennbar.

Langebrücke mil Rücking vor Northeim

58. Aus dem Jahre 1424 hören wir, daß die hölzerne 'Kobrügge' (Kuhbrücke) erneuert werden mußte. Das Kloster, das die Brücke zu erhalten hatte, bestritt die Restaurierung aus den Einnahrnen eines Opferstockes, in den Kaufleute nach glücklicher Heirnkehr Geld einlegten. 1568 wurde die zweite Brücke erbaut. Die auf dem Foto abgebildete 'Langebrücke' ist ein Neubau, dessen Grundsteinlegung am 4. Oktober 1830 erfolgte. Die Wegebaumeister Wendelstadt und Söhlke erhielten den Auftrag. Seit 1850 wird kein Brückengeld mehr erhoben. Im Hintergrund sehen wir den Rücking, der bei dem ehemaligen Wartturm (Küheturm) errichtet wurde und bis vor wenigen Jahren das gastronomische Eingangstor Northeims bildete. Das Foto stammt aus dem Jahre 1909.

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