Nortorf in alten Ansichten

Nortorf in alten Ansichten

Auteur
:   Hans Jürgen Schönwandt
Gemeente
:   Nortorf
Provincie
:   Schleswig-Holstein
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5175-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Nortorf in alten Ansichten'

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37. Wer sich auf dem Weg nach Borgdorf bewegt, vermut wohl nicht, daß sich hinter diesen Mauern einmal eine Kornmühle befand. Hans Einfeldt betrieb diese bis in die dreißiger Jahre. Eine Mühle ganz besonderer Art befand sich auch noch in Borgdorf. Sicher nur noch wenigen bekannt, daß der Gaststätte 'Kiautschou' eine Mühle, speziell für den damals noch viel angebauten Buchweizen, die von den Inhabern Fritz, und später Robert Harder betrieben, angeschlossen war. Aufgrund der Kunstdüngungeranwendung kann aber kein Buchweizen mehr gedeihen, demzufolge der Mühlenbetrieb aufgegeben werden mußte. Auf dem Grundstück wurde später das 'Hotel Berlin' erbaut.

38. Vor Erfindung der Dreschmaschine rnußte das Korn in den langen Wintermenaten mit dem Dreschflegel auf der Diele ausgedroschen werden. Anläßlich eines Erntedankfestumzuges zeigen hier im Zweiertakt, wie man damit umzugehen hatte, die Friedhofswärter Max Selk und Johannes Heutmann. Zu dritt und viert war es auch möglich. Das ausgedroschene Korn wurde dann auf der dahinter stehenden Staubmühle (Stöfmöhl) vom Spreu getrennt. Vor der Stöfmöhl der Autor dieses Buches, darüber ist das Dach des Steigerturmes der Feuerwehr sichtbar. Das Gesparm führte Kar! Schönwandt.

39. Die erste Dampfdreschmaschine von Claus Sachau auf dem Marktplatz um 1890 wurde noch mit Pferden dorthin gezogen, die besonders lärmunempfindlich sein mußten, wie mir Gustav Heeschen erzählte. Damit hat das neue Zeitalter der Dampfmaschine den Dreschflegel in der Landwirtschaft überflüssig gemacht. Unter vielen Neugierigen wurde das Getreide von den Bauern dort fuderweise hingefahren und abgedroschen. Die Maschine wurde später an drei Bauern in Dätgen verkauft. Die Häuser im Hintergrund von links: Papiergeschäft Arpe, später F. Richter, E. Schüssel, heute Reinigung Lagemann, Gastwirtschaft und Braunbierbrauerei von Heinrich Scheppmann, später Gastwirt D. Schönwandt, früher Lohgerber vor der Kirche , heute Fa. Richter.

40. Mit fortschreitender Technisierung wurde der Dreschmaschinensatz immer kleiner, sodaß die Dreschmaschine auch wetterunabhängig in der Scheune untergebracht werden konnte; das Getreide verläßt nicht mehr die Scheune. Durch die Glühkopfzünder-Trecker wurde die Feuersgefahr auch weitgehend behoben. Hier der Lanz-Bulldog von Rennekamp während des Krieges auf dem Hof des 'Holsteinischen Hauses', damals noch mit Landwirtschaft. Was aus der Klappenpresse rauskam, mußte mit Muskelkraft wieder auf den Boden befördert werden. Eine Frage an Techniker: warum ließ man die Antriebsriemen überkreuzt laufen? Nach der Einführung des Mähdreschers wurde das Korn sofort vom Feld zu den Getreidehändlern gefahren, was aber meistens eine Nachtrocknung erforderlich macht.

41. Noch vor der Genossenschaftsmeierei am Markt befand sich im oben abgebildeten Haus in der Neuen Straße die Meierei von Ludwig. Zuvor war darin die Fettwarenhandlung von A.L. Mohr. Wie mir berichtet wurde, stellte Mohr hier um 1886 das erste 'Kunstfett' aus Kokos, die Margarine, her. Er siedelte bald nach Hamburg über, hatte in kurzer Zeit über 100 Angestellte und mehrere Filialen. Die große und schnelle Verbreitung dieses butterähnlichen und billigen Brotaufstrichs brachte die Bauernvertreter im Preußischen Landtag dazu, zu beantragen, daß das 'Zeug' nur blaugefärbt verkauft werden dürfte. Wenn auch nicht gefärbt, wurde doch für das Aussehen und die Form der Verpackungen Schutzvorschriften erlassen. A.L. Mohr war die Keimzelle des Unilever-Konzerns.

42. 'Kundendienst' wurde früher ganz groß geschrieben. Milch, Brötchen, Butter, Eier u.s.w. wurden durch einen Milchmann bis vor die Haustür der Kunden gebracht. Zunächst mit Pferdefuhrwerken (Bild: Milchmann Peters) aber auch mit dreirädrigen Transporträdern. Wie Henning Lassen, hat auch Kalli Kohn, zunächst mit dem Pferdefuhrwerk, später mit einem Auto, vierzig Jahre lang treu seine Kunden beliefert; mit ihm ist dieser Service eingestellt. Für seinen Dienst, den vor allem alten Leute schätzten, bekam er als letzter 'Fliegende Händler Nortorfs' das Bundesverdienstkreuz. Ohne Auszeichnung, jedoch nicht weniger eifrig, schoben die Gebrüder Hamann mit Fischen und Frau Andreßen mit Gemüse und Obst, ihre Ankunft durch lautes Klingeln und Ausrufen und Anpreisen der Ware ankündigend, durch die Straßen.

43. Zur Käseherstellung braucht man bekanntlich Milch, dann ist es gut, wenn man die Meierei gleich hinter dem Haus hat. So dachte wohl auch Heinrich Klünder, als er direkt hinter der 1904 gegründeten Genossenschaftsmeierei eine Käsefabrik eröffnete. Das Bild zeigt eine 18köpfige Belegschaft mit dern Ehepaar Klünder und die beiden Kinder. Diese Aufnahme entstand vor 1929, denn links ist noch das Haus von Nicolaus Becke , vorher Klempner Voss, sichtbar. Heute ist die Meierei bis an die Kirchhofstraße herangebaut. Bemerkenswert, der Betrieb verfügte damals schon über zwei Autos. Diese Firma wurde nach dem Krieg von Willi Hennings als Käsehandlung weitergeführt. Heute sind die Gebäude im Besitz der Genossenschaftsmeierei .

44. Bis zur Erfindung des Kartoffel-Roder mußten diese Erdfrüchte im wahrsten Sinne des Wortes ausgebuddelt werden. Diese Arbeit wurde von Frauen gemacht, die auf den Knien liegend, jeweils zwei Reihen mit einem Hacker rodend, die ganze Koppel hinaufkriechen mußten. Vorteil, die Kartoffeln wurden gleich sortiert. Aber wir Jungs, die die vollen Körbe entleeren mußten, bekamen oft mehr als deftige Frauenwitze zu hören. Aber feiern verstanden die Frauen auch. Jedes Jahr nach der Ernte veranstalteten sie ein vergnügten 'Kartoffelball' . Das Bild zeigt die Frauenkolonne Johanna Rohwer, sie hatte die Organisation der Kolonne, beim Umzug während eines Erntedankfestes.

45. Als zentraler Ort entwickelte sich Nortorf auch zum Handelszentrum. In vielen Gastwinschaften entwickelte sich ein Handel rnit Ferkel und Kälbern. Als Schwerpunkte stellten sich bald 'Klünders Gasthof', heute 'Landkrug' , und bis zuletzt noch 'Pöhl's Gastwirtschaft' in der Bahnhofstraße heraus. Um das Gewicht des Viehs festzustellen besaßen diese beiden Gastwirtschaften eine amtliche Viehwage. Meist nahm der vereidigte Wirt dieses Amt wahr. Auf dem Bild die typisohen Wagen zum Ferkeltransport mit Bauern, Viehhändlern und Schlachtern aus Nortorf und Umgebung. Die Vermittlung von Arbeitskräften übernahm 'Hannes-Klapper', 'Staben's Gasthof", in der Poststraße.

46. Besonders die Schlachter und Viehhändler kauften direkt bei den Bauern. Das obere und die nachfolgenden Bilder zeige ich nicht, weil es sich um besondere Bullen handelt, die es wert waren noch vor ihrern Tod im Bild fest zu halten, sondern wegen des Hintergrundes und den abgebildeten Personen. Das Bild, aufgenommen um 1900 beim Schlachter Elsner in der Niedernstraße, zeigt im Hintergrund die Lederfabrik von Hinselmann (später Böhme-Köster-TELDEC). Den Bullen aus Heikenborstel hält am Kopf, das Schlachterbeil schon in der Hand, der damalige Geselle Franz Moritz. Links die Frau und Kinder von Bernhard Elsner, später Wurstfabrik Voß und Elsner, Jungfernstieg. Auf diesem Grundstück befindet sich heute die TELDEC.

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