Nossen in alten Ansichten Band 1

Nossen in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Klaus Bartusch
Gemeente
:   Nossen
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6624-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Nossen in alten Ansichten Band 1'

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9 Haben wir den Untermarkt erreicht, und blieken zurûck, sehen wir rechts die alte Schule.

Am 14. Juni 1892 soll sich ein festlicher Umzug von diesem Gebäudekomplex am Untermarkt aus zum neuen Schulgebäude bewegt haben. Vom 16. April 1849 bis zu diesem Zeitpunkt wurden die Nossener Kinder hier, am unteren Abschluss des Marktes, unterrichtet.

Im linken Teil des Bildes sieht man das Hauptgebäude der Schule. Heute befindet sich in dem wunderbar restaurierten Bau das Blumengeschäft 'Blumeneck' Neumann. Früher schloss sich das sogenannte Torge-

bäude an, durch das ein Fußweg zum eigentlichen Markt führte. Auf der rechten Hälfte der Postkarte ist dieses Haus dargestellt. Nachdem 1868 das Eisenbahnzeitalter auch Nossen

erreichte, musste es beim Bau der Bismarckstraße abgerissen werden. Am linken Bildrand erkennt man einen Teil der ehemaligen Gaststatte 'Deutsches Haus' und rechts der zum Schût-

zenberg gelegene Flügel der alten Schule, in dem sich heute Wohnungen befinden.

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10 Das Bild zeigt die heutige Pestalozzischule, die Grundschule der Stadt. 1992 begingen die Nossener festlich das hundertjährige Jubiläum. Zwischen dem Hauptgebäude mit der herrlichen Aula im zweiten Obergeschoss und der am rechten Bildrand zu sehenden Turnhalle klafft an der heutigen FriedrichList-Straße noch eine Baulücke, die erst 1912 durch weitere sechs Klassenzimmer geschlossen wurde. Erst jetzt konnten die Schulkinder, ohne vorher den oft schlammigen Schulhof zu queren, zum Sportunterricht in die Halle.

Für die Schüler und die

Einwohner der Stadt wurde im Keller dieses Anbaues ein öffentliches Brauseund Wannenbad eingerichtet, das auch noch nach dem Krieg regen Zuspruch fand.

Das gesamte Schulgebäude wurde in den vergangenen Iahren gründlich saniert, Treppenaufgänge, Stûtzmauern und Geländer erst im Iahr 1999.

ossen.

Bürger- chule.

11 Kirche zu Nossen etwa um 1900.

Hat man den steilenAnstieg vom Muldental zur Oberstadt geschafft, sollte man sich die sehr schön renovierte Kirche etwas näher ansehen. Besonders wertvoll sind die beiden Portale, die aus dem ehemaligen Kloster Altzella stammen und etwa um 1200 entstanden sein dürften. Sie wurden bei den beiden großen Stadtbränden 1577 und 1680 zwar beschädigt, aber nicht zerstört. 1 7 1 9 wurden bei einem weiteren Brand neben der Kirche auch noch die gegenüberliegende pfarre und die Schule zerstört. 'Daß zuerst der Kirchturm von der großen Hitze entzünder wurde und die Kirche von oben herabgebrannt, das Gewölbe zerborsten und eingefallen und alles in einen jämmerlichen Steinhaufen

verwandelt worden ist', berichtet der Chronist.

Der Wiederaufbau erfolgte nach der Genehmigung durch den sächsischen Barockbaumeister und Hofarchitekten Pöppelmann im jahre 1 722.

1 2 Das Kriegerdenkmal zwischen Kirche und Schloss wurde am 12. Dezember 187 1 eingeweiht und erinnert an den im Deutsch-Französischen Krieg errungenen Sieg.

Es trug einmal die Namen der beiden gefallenen Nossener Kriegsteilnehmer. Früher standen hier drei Nussbäume als Symbol für das Nossener Stadtwappen, heute spenden mächtige Kastanien Schatten über den aufgestellten Ruhebänken.

Der Kirchturm, der bis 1629 noch zwei stattliche Hauben trug, bekam 1841 seine heutige Form. Die früher an der Nordseite angebrachte Sakristei wurde

1 748 an der Ostseite neu errichtet. Der Friedhof umgab früher die Kirche und erstreckte sich bis zum Schützenberg, der deshalb an seinem oberen Ende lange noch als 'Grabecke' bezeichnet wurde.

13 Eines der bis dahin wohl schönsten Bilder von Nassen schuf der 1803 in Dresden geborene und mehrere Iahre an der Zeichenschule Meißen wirkende Maler Ludwig Richter mit diesem Aquarell. Das Bild muss vor 1831 entstanden sein, da die in diesem [ahr eingeweihte Gerberei Müller vor der Pöppelmannbrücke noch fehlt.

Etwa vom Standort der ehemaligen Obermühle (BaupunktVogel) blickt der Betrachter über die das Muidental überspannende steinerne Pöppelmannbrücke auf den Schlossberg mit dem Schloss und Teile der Oberstadt. Das Original

des Bildes ist wohl während des Zweiten Weltkrieges verloren gegangen, aber die Originalplatte (gestochen von J. Woods) befinder sich im Besitz des Heimatmuseums.

14 'Ûber die Mulde führt eine 1717 auf Kosten Augusts des Starken ganz massivaus Pirnaer Sandsteinquadern erbaute und gepflasterte sehr schöne Brücke, deren Herstellung seinerzeit über 20 000 Thaler gekostet het', schreibt ein Nossener Chronist 192 O. Die Pläne für den Brückenbau stam-

men vom bekarmten Baumeister Pöppelmann, deshalb auch der jetzt oft verwendete Name 'Pöppelmannbrücke' . Die Brücke wurde in den neunziger Iahren grundlegend renoviert.

1945 hatte die abziehende Wehrmacht den stadtwär-

tigen Brückenbogen gesprengt. Die darauf erfolgte Reparatur war sicher nicht denkmalsgerecht und wohl mehr eine schnelle Notlösung.Als dann 1968 noch sowjetische Panzer größere Schäden verursachten, war eine Benutzung nur noch auf eingeschränkten Fahr-

bahnen und notdürftig geflickten Fußwegen möglich. Heute strahlt die Muldenbrücke in neuem Glanz, originalgetreu restauriert und mit einer Gedenktafel für seinen Erbauer Pöppelmann versehen.

15 Vom mittleren Rodigtweg hatte man 1911 einen wunderschönen Bliek zum Schloss.

Bis Anfang des vergangenen Iahrhunderts waren die bis zur Stadtgrenze reichenden Wälder und Felder Privatbesitz, die Stadt durfte aber Promenadenwege anlegen und den Rodigtturm aufstellen. Man bangte aber für die Zukunft, und so wurden der Rodigt und das Land am Seminar gekauft. 1905 erwarb die Stadt dann das gesamte Rittergut Augustusberg mit den dazugehörigen Äckern.

Dieser Aussichtspunkt existiert heute nicht mehr. Geländer und Bank sind

längst zerfallen, nur der gusseiserne Deckel der alten Wasserleitung erinnert noch an den Aussichtspunkt. Die inzwischen hochaufgewachsenen Bäume verdecken

heute die Sicht aufSchloss und Kirche.

16 Nossen hatte bereits

1 7 0 1 eine erste Poststa tion, die im Grundstück Markt 9 untergebracht war. Der erste Nossener Postverwalter war ein Herr Iohann Georg Otto, gleichzeitig Medicus und Apotheker. Durch den großen Stadtbrand 1 71 9 wurde dieses Gebäude zerstört, und so wurde die Post in den verschiedensten Häusern untergebracht, ehe 1885 das Postamt auf derWaldheimer Straße 40 eingerichtet wurde.

Ab 1872, bis weit ins letzte Drittel des 20. Iahrhunderts, führte im Haus am Markt 9 die Sattler- und Tapeziermeisterfamilie Roitzsch ihr Geschäft. In den zur Berggasse gelegenen Anbauten waren Werkstatt- und Lagerräume untergebracht, im Vorderhaus das Lederwarengeschäft,

Gardinenspannerei und Wohnungen. Heute befinden sich in dem Gebäude eine Jeansboutique, ein Lederwarengeschäft und Wohnräume.

17 Postamt Nossen um 1885.

Bis zum Bau eines völlig neuen und modernen Postgebäudes (1904) auf der heutigen Bismarckstraße war das eigentliche Postamt hier untergebracht. Die Posthalterei, der Fuhrbetrieb der Post, befand sich in der Siebenlehner Gasse 2.

Um die Iahrhundertwende bestand eine wesentliche Aufgabe der Post im Betrieb der Personenpost, also der Beförderung von Personen. Sie erfolgte anfangs mit Postkutschen und pferdeschlitten. Am 31. Dezember 1924 verließ letztmalig ein Postschlitten Nossen-Siebenlehn den

Nossener Posthof. 1925 wurde der Kraftpostverkehr, zunächst mit dem dreirädrigen Phänomobil (1 Passagier) und danach mit Autobussen, eingeführt.

In dem Gebäude auf der Waldheimer Straße produzierte später die Firma Lein (ab 1946 als Nossener Korsettfabrik) Miederwaren, und seit dem Sommer 1955 wurde es danach

viele Iahre als Kinderkrippe genutzt. Zurzeit befinden sich in dem Gebäude die Räume des Kinderschutzbundes Nossen.

181mjahre 1900 hatte man vom Standort des heutigen Rathauses diesen Blick auf den Markt und die Kirche. Links im Bild sieht man die 'Restauration zum Anker' und gleich daneben 'Adlers Markthalle' (Nr. 42), rechts die Sterndrogerie van Feodor Ottto und den 'Thüringer Hof'. 'Anker', 'Adlers Markthalle' und die Sterndrogerie sind auch heute noch bekannte Adressen am Markt. Im 'Thüringer Hof' (Nr. 23) befanden sich späterWerkstatt und Geschäftsräume der Buchbinderei Werner und das Kino 'Astoria', dann Geschäfte der volkseigenen Handelsorganisation (HO) und jetzt Schreibund Lederwaren Thäter,

sowie die Quellefiliale von Carina Thäter, in den Etagen Wohnungen. Wie an fast allen Häusern der rechten Marktseite (ungerade Hausnummern) findet man an den Rückseiten

Hinterhöfe, Anbauten und steilabfallende Zugänge zur Berggasse. So konnte man das früher oft übervolle Kino ' Astoria' auch über den Hinterausgang zur Berggasse verlassen.

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