Nottuln in alten Ansichten

Nottuln in alten Ansichten

Auteur
:   Heinz Fliss und Hans-Peter Boer
Gemeente
:   Nottuln
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2094-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Nottuln in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Ein Buch 'Nottuln in alten Ansichten' zu rnachen, vermittelt gerade im Jahre 1977 besonderen Reiz. Denn, auf der einen Seite bemüht man sich in diesem Ort um eine intensive und an den historischen Gegebenheiten orientierte Ortskerngestaltung, während auf der anderen Seite die Forschung unlängst den Nottulner Ortskern als besonders gut erhaltenes Planungsobjekt des Barockbaumeisters Johann Conrad Schlaun erkannte.

Alt und neu miteinander zu verbinden, gewesene Strukturen vermitteln helfen und im bedauernden Betrachten über Verlorenes neue Anregungen geben, all das soll dieser Band leisten. Die neue Zeit nach 1945 ist mit ihren vielfältigen Wandlungen über Nottuln hinweggegangen und hat dabei Siedlungs- und Gewerbestrukturen völlig verändert. Die alte Landgemeinde zwischen Münster und Coesfeld trägt heute mehr kleinstädtische Züge und bietet ihrem Bürger die Versorgung und die Anreize, die auch ein größeres Siedlungsgebilde aufzuweisen hat.

Aus Nottulns alten Tagen stammen die Bilder, die wir hier zusammengetragen haben. Dem 'Paohlbörger' wie

dem 'Neubürger' vermitteln sie quasi als Dokumente ein Bild dieses reizvollen Ortes der Zeit bis 1930. Aber, und darin liegt eine wichtige Funktion, sie decken auch so manche Veränderung auf. Fotografieren war noch im 19. Jahrhundert eine Seltenheit im Münsterland, man fuhr wohl nach Münster selbst, um sich im Atelier porträtieren zu lassen. Selten nur kam der Fotograf selbst heraus. Die Mehrzahl unserer Aufnahmen datiert daher aus dem frühen 20. Jahrhundert. Die ersten Gebäudeaufnahmen schuf wohl Albert Ludorff vom Landesdenkmalamt in Münster, der 1890 Nottuln auf seine Fotoplatten bannte. Schon vor 1914 gab dann der Verlag J.H. Niemann eine erste Fotoserie für Postkarten in Auftrag, die später mehrere Nachfolger fand. Aus diesem Fundus stammt ein größerer Teil der hier vorgestellten Bilder, die übrigen stellten uns dann die Nottulner Bürger aus ihren Archiven und Alben zur Verfügung,

Ihnen allen und dem Verkehrsverein, der die organisatorischen Arbeiten übernahm, ist recht herzlich zu danken.

1. Im Jahre 1842 fertigte der Stahlstecher Esselbrügge aus Burgsteinfurt diese Ansicht NottuJns vom Grofsen Ihl aus an (heute: Rudolf-Harbig-Straße). Beherrschender Punkt in der von Bäumen und Hecken geprägten Landschaft ist der Stiftsbezirk um St. Martin mit den Kurien der Adelsfamilien. Der Ortskundige wird aber bei genauem Hinsehen auch eine ganze Reihe von noch heute stehenden Bürgerhäusern entlang der Stiftsstraße identifizieren können. Deutlich zeigt sich, daß die lebendigen Dachlandschaften mit den verschiedensten Formen NottuJn besonders prägen. Ganz rechts im Bild ist eine Leinenbleiche dargestellt. Dieses Gewerbe hat hier einmal eine große Rolle gespielt. Natürlich hat der Zeichner nicht vergessen, sich selbst rnit ins Bild zu nehmen.

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2. Diesen Bliek aus der Vogelschau ermöglichte eine sicherlich sehr umständliche Besteigung des Kirchturrnes von St. Martin. Aus etwa 60 Metern Höhe hat der unbekannte Fotograf diese Aufnahme in östlicher Richtung angefertigt. Wir sehen den Bereich um den heutigen Kastanienplatz mit der alten Schule und den unteren Teil der Stiftsstraße, Auffallend geschlossen war damals schon die Bebauung an der Mauritzstraße. Die Breide mit dem Bereich der ehemaligen Stiftsgärten war noch völlig freies Gartenland. Erfreulich deutlich wird hier auch der schön geplante Baumbestand entlang der Stiftsstraße und auf dem damaligen Schulplatz. Diese seltene Aufnahme ist kurz vor 1916 entstanden.

3. Der Nottulner Verlag J.H. Niemann gab in den zwanziger Jahren unseres Jahrhunderts eine Serie von Luftaufnahmen in Auftrag. Hier sehen wir einen ersten Bliek von Südosten auf den Ortskern. Am unteren Bildrand ist die Coesfelder Landstraße (heute B 67) mit dem inzwischen verschwundenen Schulzenhof Münnich-Hanhoff zu erkennen. Die große Wiese zwischen dem Hof, dern Nonnenbach und der Kirche nahm in den letzten Jahren das Sanierungsgebiet S.I./Münnich auf. Der Bliek schweift nach Nordwesten hinüber zum Buckenkamp und zur Kreithecke, die Stiftsteiche und die damals neu errichtete Badeanstalt sind noch gerade zu erkennen.

4. Die zweite Luftaufnahme dieser Serie ist leider nicht so gut erhalten und stark retuschiert worden. Der Bliek geht vom Südwesten nach Nordosten. In der Bildrnitte erkennen wir die Coesfelder Landstrafse, unten links den Niederstockumer Weg mit dem Anwesen Einhaus. Deutlich ist auch vor St. Martin die das Ortsbild beherrschende Stiftsstraße mit ihrer damals noch geschlossenen Bebauung zu sehen. Nach Nordosten (zum rechten Bildrand) führt die Burgstraße hinaus zur Steverheide. Ganz rechts am unteren Bildrand ist auf 'Hanhoffs Kamp' der zu Beginn des 19. Jahrhunderts hierher verlegte Friedhof zu erkennen.

5. Von Westen her nun die dritte Luftaufnahme. In der Bildmitte unten erstreckt sich ausgedehntes Gartenland, Äcker schließen sich an. Hier, zwischen dem Oberstockumer und Niederstockumer Weg steht heute die Grundschule, die in den dreißiger Jahren als neue Volksschule errichtet worden ist. Das erste Haus war damals das des Rektor Beuys am Niederstockumer Weg. In der Mitte ist, am linken Bildrand, das Gelände der ehemaligen Strumpffabrik Rhode zu erkennen. Auch dieses Luftbild macht deutlich, wie sehr das Nottulner Ortsbild vom Baumwuchs geprägt war.

6. Aus der Luft begeben wir uns nun auf den Boden zurück und schauen fast aus gleicher Blickrichtung wie bei der letzten Luftaufnahme zur Martinskirche hinüber. Am linken Bildrand ist auf der Anhöhe das Nottulner Krankenhaus zu erkennen, das fußend auf der karitativen Tradition des Stiftes in der Mitte des 19. Jahrhunderts neu begründet wurde. Rechts erhebt sich das damals wohl gerade neu errichtete Anwesen Zumbülte. Neben dem Auto auf dem noch nicht ausgebauten Oberstockumer Weg ist eine weitere technische Neuerung zu erkennen. Während des Ersten Weltkrieges wurde die Gemeinde mit der Elektrizität ausgestattet. Das Trafohäuschen steht noch heute an gleicher Stelle,

7. Von Nordwesten her betrachten wir nun die Kirche St. Martin. Im Vordergrund sind die Stiftsteiche abgebildet, die niedrigen Gebäude in der Bildmitte sind die Urnkleideanlagen der inzwischen beseitigten alten Badeanstalt. Aus diesen Teichen wurde auch die alte Mühle Zumbülte mit Wasser versorgt. Viele Fische lebten und leben noch darin. Im Sornmer ein beliebter Tummelplatz der Dorfjugend dienten die Teiche im Winter dem Schlittschuhlauf. In früheren Zeiten gewann das Stift Nottuln aus diesen Teichen Teile seines Fischbedarfes. Man unterhielt zum Fangen eigens einen Kahn, der nach Bedarf zwischen dem Mühlenteich und dem leider zugeschütteten Burgteich transportiert wurde.

8. Über das Gelände des heutigen Franz-Rhode-Parks geht der Bliek zwischen der Kirche und der ehernaligen Strurnpffabrik, Badehaus, Teich und Tennisplätze waren um 1920 durch die Besitzer der Fabrik initiiert worden, spaßeshalber nannte man das Ganze dann auch noch 'Kurpark'. Bekanntlich ist geplant, hier einen richtigen Kurpark mit entsprechenden Erholungseinrichtungen zu bauen. So wird aus der seinerzeit gewählten Bezeichnung doch noch Realität. Innerhalb der Häuserreihe zwischen der Kirche und der Strumpffabrik bietet das Händler'sche Haus einen besouders stattlichen Anblick.

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