Nottuln in alten Ansichten

Nottuln in alten Ansichten

Auteur
:   Heinz Fliss und Hans-Peter Boer
Gemeente
:   Nottuln
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2094-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2 - 3 werkdagen (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Nottuln in alten Ansichten'

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9. Ein bis heute immer wieder gern gezeigtes Sujet ist ohne Zweifel die Gruppe der Fachwerkbauten hinter den Stiftskurien am Nonnenbach. Aus dem Garten des heutigen Anwesens Dr. Gerd Baumeister entstand diese alte Aufnahme etwa 1925. Die kleinen Häuser dienten als Wirtschaftsgebäude, zum Backen und Bierbrauen. Denn, jeder der Adelshöfe hatte früher eine eigene Landwirtschaft zu bestellen und benötigte daher entsprechenden Raum. Besonders gut erhalten ist ja auch das Hinterhaus der von der Reck'schen Kurie, das in den dreißiger Jahren zum Jugendheim urngebaat wurde, nach dem Zweiten Weltkrieg lange Zeit auch als Notkirche der evangelischen Kirchengemeinde diente.

10. Die Kurze Straße - bis vor einigen Jahren hieß sie wegen der daran liegenden Fabrik noch 'Industriestraße' - ist eine der noch recht jungen Wegeverbindungen im Ort. Erst nach 1880 wurde sie angelegt, damit eine bessere Verbindung vom Stift zur Coesfelder Straße möglich wurde. Ursprünglich gab es nämlich nur einen kleinen Fußweg, der mit einer senmalen Brücke zwischen Händler und Stöveken über den Nonnenbach führte, Links ist noch so gerade die große Tür des verschwundenen Spritzenhauses zu erkennen. Hier stand die alte Handspritze der Feuerwehr. In einem besonderen 'Kaschott' sperrte die örtliche Polizei auch wohl Landstreicher und kleine Gauner ein, bevor sie abtransportiert wurden. Rechts stehen die Anwesen Irmer und Frye-Badde.

11. Die Vikarie der Pfarre St. Martin und die Buchdruckerei Niernann waren die ersten Gebäude die überhaupt südlich des Nonnenbaches unterhalb des alten Mühlenstaues angelegt wurden. Dazu waren seinerzeit zum Teil urnfangreiche Erdarbeiten nötig, weil der hier vorhandene Wiesengrund außerordentlich sumpfig war. Jüngst hat man dies bei Arbeiten im Sanierungsgebiet Münnich wieder feststellen müssen. Auf dem Bild links erkennen wir den Ostgiebel der Senden'schen Kurie. Die dichte Baumgruppe rechts daneben kennzeichnet den Platz der Stiftsmühle; weiter rechts folgt die Rückfront des Aseheberger Hofes.

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12. Diese Aufnahme von St. Martin entstand im Jahre 1890 im Rahmen der Kunstdenkmälerinventarisation durch den Konservator Albert Ludorff. Bei genauem Hinsehen stellt man fest, daß sich sowohl im Terrain als auch an der Kirche einiges verändert hat. Die bis heute vorhandene Turmuhr war noch nicht montiert, auf dern Dach waren noch die sogenannten 'Uhlenfluchten' angebracht. Wie sehr sich das Gelande aufgefüllt hat, kann man am Hause Haverbeek am linken Bildrand erkennen: Sockel, Fenster und Kellereingang ragten noch viel höher heraus. Das heutige Haus Boer war noch nicht errichtet. Reizvoll ist die Gruppe der neugierigen Zuschauer auf der Stiftsstraße : alle sind noch Holzschuhträger. Auf dem Stiftsplatz, der damals noch zu Militärparaden diente, stand eine Pumpe, die letzte Erinnerung an die ehemalige Schule.

13. Auf diesem Bild geht der Bliek über den Stiftsplatz nach Westen. Rechts erhebt sich die Südwand von St. Martin, im Hintergrund sind die Häuser Stöveken, Händler und Hunke zu erkennen. Auf dem Stiftsplatz, dessen hinterer Teil zumindest zum Zeitpunkt dieser Aufnahme um 1900 gärtnerisch gestaltet war, errichtete die St.-Antonius-Bruderschaft von 1609 im Jahre 1894 eine Antoniusstatue. Sie zeigte auf einem mehrstufigen Sockel den Heiligen mit Blickrichtung zum Stift. Da die gärtnerischen Anlagen um das Heiligenbild nach 1945 völlig zerstört waren, setzte die Bruderschaft den oberen Teil des Denkmals um und auf den Kirchplatz. Der Stiftsplatz verlor damit einen wichtigen Blickfang.

14. Der Bliek in das Kircheninnere zeigt den Zustand im Jahre 1890, also nach der großen Renovierung vorn 1850-1855, mit der die barocke Herrlichkeit unserer Kirche unterging. Flandrische Kronenleuchter und Blaker an den Säulen sorgten im Dunkeln für das nötige Licht. Neugotische Heiligenfiguren und viele Fahnen runden das Gesamtbild ab. Auch die Kanzel hatte damals noch den für die Akustik so wichtigen Schalldeckel, der leider verschwunden ist, An den Banken erkennen wir eine wichtige Kleinigkeit: die einzelnen Familien und Höfe hatten in der Kirche alle reservierte Starnmplätze, Diese wurden gegen eine bestimmte Gebühr vermietet und waren früher fest mit den einzelnen Häusern verbunden. Listen darüber haben sich schon aus dem 18. Jahrhundert erhalten. Einzelne Sitzbänke konnte man sogar absperren.

15. Im Bliek nach Westen dominiert im Kirchenschiff natürlich die prachtvolle Orgel, die aber im Jahre 1890, als diesc Aufnahme ebenfalls durch Ludorff entstand, schon mehrfach umgebaut und versetzt war. Geschaffen hatte das originale Werk der Beckumer Orgelbauer Mencke in den Jahren 1719-1721. Stark erweitort hat sich zumindest der Orgelprospekt bis heute gut erhalten. Auch auf diesem Bild ist das sehr schöne und lebhafte Netzgewölbe gut zu erkennen, das damals noch bis zur Unkenntlichkeit übermalt war. Ganz arn linken Bildrand sind die alten gotischen Chorstühle abgebildet, die um 1900 entfernt wurden und nach langem Streit und Irrfahrt im Landesmuseum Münster landeten, wo sie der Bombenkrieg wohl endgültig zerstört hat,

16. Ebenfalls aus der Nottulner Kirche stammt dieses Kunstwerk, das wohl nur ganz wenigen Nottulnern ein Begriff ist. Diese in ihrer primitiven Form fast einmalige Ölbergszene wurde von der Jungfer Aenne Pyckenbrock urn 1450 gestiftet. Wir sehen Christus, der den Leidenskelch zu seinem Vater hochhält. Rechts schlafen die drei Jünger, die zu wachen versprochen hatten. Jenseits des Zaunes dieses Gartens Gethsemane kommen schon die Häscher mit der Laterne, um Jesus zu fangen. Judas zeigt noch auf seinen Beutel mit den 30 Silberlingen und weist den Knechten den Weg. Besonderen Reiz hat die Darstellung auch durch die kleine Figur unten links: die Stifterin hat sich selbst mit abbilden lassen. Es ist das einzige erhaltene Bild einer Nottulner Kanonissin des Mittelalters. Heute ist dieses Kunstwerk im Landesmuseum in Münster verwahrt.

17. Wie in allen Ländern üblich wurde auch die Nottulner Kirche früher zu den Festtagen besonders reich geschmückt. Unsere vorliegende Aufnahme entstand urn 1930 zu den Weihnachtsfeiertagen. Abgebildet ist der Chorraum mit dem kurz nach 1900 angeschafften neuen Altar. Rings um diesen Altar hat man jedoch an beiden Seiten hinauf eine große Weihnachtskrippe errichtet. Links erkennen wir die Verkündigung an die Hirten auf den Feldern vor Bethlehem. Auf der rechten Seite steht der Krippenstall, zu dem Hirten und Könige gezogen kommen. Große Weihnachtskrippen dieser Art wurden vor allem durch den verstorbenen Küster Heinrich Hülsmeier in oft tagelanger Arbeit aufgebaut,

18. Die Erinnerungen alter Nottulner verknüpfen sich immer wieder rnit dem reichen Baurnbestand, den der Ortskern in früherer Zeit hatte und auch demnächst haben soll. Unser Bild zeigt den oberen Teil der Stiftsstraße rnit dem Nonnenbach, etwa um 1930. Damals war auch der Vorplatz vor dem heutigen Hause DI. Baurneister noch gärtnerisch gestaltet. Erfreulicherweise wird auch bei den Renovierungsbemühungen die Lindenallee nach dem alten Vorbild wieder bis hierhin hochgezogen. Auf dem Platz, von dem aus der Fotograf arbeitete, stand noch bis um 1880 ein Haus, das ebenfalls nur durch eine Brücke über den Nonnenbach zu erreichen war. Bis zu dessen Abbruch war die Kurze Straße ein reiner Fufsgängerweg.

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