Nottuln in alten Ansichten

Nottuln in alten Ansichten

Auteur
:   Heinz Fliss und Hans-Peter Boer
Gemeente
:   Nottuln
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2094-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Nottuln in alten Ansichten'

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19. Albert Ludorff nahm schon 1890 die alten Stiftskurien auf die Platte. Rechts sehen wir die 1706 errichtete Kurie der Familie von Ketteler. Mehr zur Mitte hin ist der Adelshof zu sehen, den die Äbtissin Maria Anna von der Reek zu Steinfurt 1748 wohl durch Johann Conrad Schlaun wieder errichten ließ. Der Nonnenbach selbst, der damals oft als 'Mühlenbach' bezeichnet wurde, hatte noch keine befestigten Ufer und diente auch als Abfallbeseitigung. Bei Arbeiten an der ehemaligen Mühle sammelten Heimatfreunde 1976 aus meterdieken Schuttschichten Keramikreste und andere häusliche Hinterlassenschaften, die teils noch aus dem Spätmittelalter stammten. Bis 1812 mußten übrigens gegen Vergütung einer Tonne Bier die Eigenbehörigen des Stiftes den Bach einmal im Jahr säubern.

20. Diese Aufnahme entstand im Jahre 1926 und bietet uns mehr zufällig eine Nordansicht der Reck'schen und der Senden'schen Kurie. Viele Schaulustige hatten sich auch auf die inzwischen beseitigte Mauer längs der Stiftsstraße gestellt. An diesem Tag fand in Nottuln eine Glockenweihe statt. Der alte Dechant Lieftüchter nahm diese Weihe einer neuen Marienglocke vor, die gerade in Gescher bei Petit + Edelbroek gegossen worden war. Feierlich hatte man sie mit Fahnenabordnungen eingeholt. Das abgebildete Exemplar wurde allerdings 1942 eingeschrnolzen und mußte 1947 wieder ersetzt werden. Auch die 1754 gegossene und irn Ersten Weltkrieg eingeschmolzene Vorgängerglocke war der Muttergottes geweiht gewesen. Seit alters her zählen vier Glocken zum Nottulner Geläute. Der derzeitige Bestand stammt aus den Jahren 1511, 1754, 1783 und 1947.

21. Der Drost zu Senden ließ 1749, also ein Jahr nach dem 'Großen Brand', seinen Familienhof in Nottulns Stift neu errichten. Als Baumeister ist auch hier Schlaun anzusehen. Das Haus kam spater in den Besitz verschiedener Nottulner Bürger, Am Anfang dieses Jahrhunderts lebte hier der Arzt Dr. Bracht. Der Fabrikant Rhode baute das Haus dann um und setzte es nach den modernsten Kenritnissen seiner Zeit in neuen Zustand. Dabei wurde allerdings auch die alte Inneneinrichtung, die der des Reck'schen Hofes geglichen haben soll, ausgebaut. Besenders schön war auch der Garten des Rhode'schen Hauses, über den heute die Schlaumstraße führt, Für dieses Gelände hatte sich sogar ein Gartenplan aus der Zeit um 1800 gefunden. Diese Aufnahme entstand um 1920.

22. Der Bliek des Fotografen ging bei diesern Bild über den unteren Teil der Stiftsstraße. Die Aufnahrne ist ebenfalls in der Mitte der zwanziger Jahre entstanden. Ganz rechts steht das inzwischen verschwundene Hotel Laun. Dahinter erkennen wir die Front der Aseheberger Kurie. Seinerzeit war hier in der rechten Hälfte des Hauses noch ein Tordurchbruch. An der Doppelreihe der Linden ist links schon das Anwesen Boer zu erkennen. Die Stiftsstraße ist übrigens bis zum Jahre 1959 in dieser Form erhalten geblieben.

23. Die enge Straße am gotischen Hochchor von St. Martin entlang wurde zu Beginn des 19. Jahrhunderts angelegt. Unser Bild zeigt links das Haus des Kaplans Westerath. Als dieser im 'Kulturkampf nach 1872 keine Wohnung bekommen konnte, baute er sich mit Hilfe seiner Familie dieses kleine Sandsteinhaus, direkt an der Kirche. Nach 1890 kam dann das heutige Café Boer hinzu. In einer Zeit ohne Autoverkehr reichte die Straße natürlich für Fußgänger und Pferdegespanne aus. Vor etwa 50 Jahren wurden dann die hübschen Vorgärten längs dieses Straßenzuges entfernt und zu Bürgersteigen gemacht. Die Aufnahme entstand um 1914.

24. Um 1930 entstand die hier abgebildete Karte. Den Zuwachs des Autoverkehrs können wir jetzt schon an drei parkenden Autos erkennen. Auch die Front der Aseheberger Kurie war damals schon renoviert worden. Der bekannte Kunsthistoriker Rensing hatte diesen schönen Bau nämlich als eine Arbeit Schlauns erkannt und die Besitzer-Familie Laun zu einer umfangreichen Renovierung bewogen. Eine besondere Bewandtnis hatte es übrigens mit dem Balkon am Hotel Laun. Noch bis in die dreißiger Jahre hinein wurden hier sonntags morgens nach dem Hochamt wichtige gemeindliche Nachrichten durch den Gendarm ausgerufen. Diese Forrn der Benachrichtigung wurde im Volksmund nur als 'Publikandum' bezeichnet.

25. Das Bild zeigt die alte Stiftsmühle. Nur noch ein Wehr und die Kaskaden erinnern heute an diese für die Nottulner Wirtschaftsgeschichte so wichtige Stelle. Im Hochmittelalter etwa wurde hier ein Mahlwerk mit Stau errichtet, wodurch die geologische Situation irn Ortskern völlig verandert wurde. Nach dem Brand von 1748 errichtete Schlaun einen völligen Neubau, der jedoch um 1850 wieder durch einen Brand zerstört wurde. Jetzt irn Besitz der Familie Laun wurde ein neuer Betrieb gebaut, zu dem auch eine Brennerei gehörte, Ein allseits geschätzter Kom wurde hier gebrannt. Der Mühlenkolk, den unser Bild zeigt, war ein bellebter Spielplatz nu die Dorfjugend,

26. Im Bereich der ehemaligen Abtei errichtete die Äbtissin Margaretha Theodora von Velen 1734 ein neues Wirtschaftsgebäude. Das erhaltene Wappen steht im Original heute im Café Boer und wurde nach dem 'Großen Brand' erst an dem neuen Haus wiederverwendet. An den Aufbau erinnert auch eine Balkeninschrift an der Front zur Stiftsstraße. Nach der Aufhebung des Stiftes kaufte die Stiftsdame von Hochstetten den Besitz. 1833 ging er in den Besitz der Familie Boer über, die hier über zwei Generationen eine Blaufärberei, ab 1890 dann eine Bäckerei mit Laden- und Cafébetrieb führte.

27. Im Jahre 1734 errichtete die damalige Äbtissin von Velen im Stiftsgarten ein kleines Haus. Es ist noch nicht ganz klar, wem dieses Gebäude als Wohnung gedient hat. Zwei Wohnungen waren darin untergebracht, die in der Mitte über nur einen gemeinsamen Kamin verfügten, Am Westgiebel war das Wappen der von Velen mit der Jahreszahl angebracht. Dieses Haus verdient insofern Interesse, weil es als einziges Stiftsgebäude den 'Großen Brand' von 1748 unversehrt überstanden hatte. Diese Tatsache verdankt es nur dem Umstand, daß das Dach nach damals moderner Methode schon mit Pfannen gedeckt war. 1959 wurde dieses Haus abgerissen und an seiner Stelle entstand das Geschäftshaus Albert Steinhoff.

28. So stellte sich um 1914 noch der untere Teil der Stiftsstraße dem Betrachter. Durch die 1784 angepflanzte Allee geht der Blick schnurgerade auf das Anwesen Althaus-Delbeck. An der linken Straßenseite stand das ehernalige Jugendheim. Hier waren auch lange die Berufsschule und die Bücherei untergebracht. Das Haus Vieth (rechts) wurde 1824 von dem Händler Susmann Wolf gebaut. Das folgende Haus baute sich 1821 der Zimmermann Berhard Köpper. Beide Häuser nehmen den Platz ein, den Schlaun für ein großes Wirtschaftsgebäude des Stiftes vorgesehen hatte.

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