Nottuln in alten Ansichten

Nottuln in alten Ansichten

Auteur
:   Heinz Fliss und Hans-Peter Boer
Gemeente
:   Nottuln
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2094-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Nottuln in alten Ansichten'

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39. Der Gang um den Kirchplatz sei mit dieser Aufnahme abgerundet. Wir blieken vom Kirchturm her über den Platz nach Norden, linkerhand liegt die alte Küsterei. Das kleine Stallungsgebäude daneben, ursprünglich ein eigenes Wohnhaus, wurde in den sechziger Jahren abgerissen und durch einen modernen Neubau ersetzt. Das Dekanat hatte damals noch eine höhere Mauer, Tore und ein Eisengitter längs der Straße. Im Hintergrund lugt das Haus Lammerding durch die Lindenreihe. Zum Zeitpunkt dieser Aufnahme war die Reihe der drei Speicherhäuschen zwischen Wübken und dem Dekanat schon verschwunden und die heutige Platzsituation entstanden.

40. Im Jahre 1926 wurde der Nottulner Dechant Lieftücher begraben. Wohl alle Mitglieder der Gemeinde und viele Ehrenabordnungen nahmen an diesern Begräbnis teil. Unser Bild zeigt uns einen kleinen Ausschnitt der umfangreichen Trauerfeier. Abordnungen der Vereine bilden das Spalier für den toten Geistlichen. Die Polizei und die Feuerwehr, noch mit Pickelhauben ausgerüstet, sind ebenfalls aufrnarschiert. Der Kriegerverein hat seine Mitglieder an der Straße antreten lassen.

41. Die Blaudruckerei Kentrup ist auf eine Hausstätte angesiedelt, die schon am Anfang des 17. Jahrhunderts erwähnt wird. Als Gegenstück zur Mädchenschule rechts des Dekanats war hier, auf der linken Seite, die Jungenschule untergebracht. Das Vorderhaus ist seiner Forrn nach ebenfalls ein alter Kirchenspeicher. Im rückwärtigen Gebäude lebten im 18. Jahrhundert die Nottulner Lehrer mit ihren Familien. Die Aufnahme entstand kurz vor dem Ersten Weltkrieg.

42. Dieses prächtige niedersächsische Bauernhaus errichtete im Jahre 1720 Jost Hermann Bremer genannt Schulze Vehoff auf der alten Hausstätte. Der Vehoff - heute Schürmann-Növer - ist wohl mit der älteste Hof im Bereich Nottulns und diente als Grundausstattung des Stiftes, Dementsprechend waren die Besitzer dieses Hofes in früherer Zeit auch mit die größten Steuerzahler am Ort. 1903 wurde dieses Langhaus abgerissen und durch den bis heute stehenden neoklassizistischen Bau ersetzt. Der Vehoff stellte über Jahrhunderte die Vorsteher des Kirchspiels, Ein Sohn dieses Hofes wurde um 1800 Dechant an St. Martin.

43. Im Jahre 1890 nahm Albert Ludorff auch den alten Speicher auf dem Hofe Schürmann-Vehoff auf die Platte. Dieses schöne gotische Gebäude ist eng mit der Geschichte des Hofes und der Kirche verbunden. Eine leider nicht zu belegende Tradition berichtet, das Haus sei von den Bauleuten, die die Kirche errichtet hätten, als Stützpunkt während der sommerlichen Bauperioden erdacht und gebaut worden. Tatsächlich ist das zweigeschossige Haus durchaus zum Wohnen eingerichtet gewesen, wie ein Kamin, Schränke, Waschgelegenheiten und ein Hängeabtritt bestätigen. Nach der derzeit laufenden Renovierung wird der Speicher hoffentlich einern guten Zweck zugeführt werden.

44. Vom Balkon des Hauses Lammerding entstand diese Aufnahme anläßlich eines der Handwerkerurnzüge. Auf der rechten Seite der Hagenstraße sind sehr gut die beiden alten Anwesen Stegemann und Sendes zu erkennen. Im Hause Stegemann lebten seit 1731 alle Nottulner Glöckner, das Haus Sendes direkt dahinter ist nach dem Brand von 1748 neu errichtet worden. Besonders markant war der alte Treppeneingang an einer absichtlich abgeschrägten Hausecke.

45. Das Geschäftshaus Tekülve in der Hagenstraße entstand an der Stelle des Armenhauses, welches im Jahre 1659 von der Stiftsdame von Valcke gegründet wurde. Ursprünglich sollten mit den Zinsen einer Stiftung in diesem Hause vier gebrechliche Frauen leben, die gesundheitlich nicht imstande waren, sich ihren Lebensunterhalt selbst zu verschaffen. Dabei sorgte das Nottulner Hospital für ihr leibliches WohL Die Insassen des Hauses waren natürlich zu einem frommen Lebenswandel verpflichtet und hatten das Gedächtnis der Stifterin in Ehren zu halten. Spater haben in diesem Hause - der ältesten Nottulner Sozialeinrichtung - bis zu sieben in Not geratene Mitbürger gelebt Erst Mitte der sechziger Jahre wurde dieser alte Fonds aufgelöst. Die alte Stiftertafel wurde beim Abbruch geborgen und am Krankenhaus sicher angebracht.

46. Adelshöfc und Bürgerhäuser kennzeichnen ja in hohem Maße das Bild des Nottulner Ortskerns, Dennoch darf man nicht übersehen, daß in Nottuln bis in das 19. Jahrhundert hinein etwa ein Viertel der arbeitsfähigen Bevölkerung sich im Tagelohn verdingen und nebenbei durch Weberei den kärglichen Lebensunterhalt erwerben mußte. Dieser Teil der Bevölkerung lebte in kleinen Nebenhäuschen, in Backhäusern und Speichern. Davon haben sich einige Exemplare - zumeist als Garagen oder Schuppen erhalten. Unser Bild zeigt das Haus Gertz in der Hagenstraße um 1920, das in ganz hervorragender Weise ein solohes Wohnquartier vorstellt.

47. Auch die Gastronomie in unserer Gemeinde war natürlich starkenWandlungen unterworfen. Auf der einen Seite gab es die klassischen Gasthöfe und Hotels, wo selbstverständlich auch übernachtet und gespeist werden konnte. Daneben bestanden zahlreiche kleine Schenkwirtschaften, die überwiegend sogar im Nebenberuf betrieben wurden. Zumeist besaßen die Inhaber eine kleine Landwirtschaft nebenbei, brauten selbst ihr Bier und brannten eigenen Korn. Insbesondere in der Nähe der Kirche gab es mehrere dieser reizvollen Gaststätten, die heute zumeist verschwunden sind; einige wurden jedoch zu anerkannten und renommierten Wirtshäusern. Unser Bild zeigt das Haus Kruse in der Hagenstraße, wo seit langem ein Ausschank eingerichtet ist. Die Aufnahme datiert von etwa 1914.

48. Nottulns Wirtschaftsleben wurde noch bis in die fünfziger Jahre entscheidend durch die Strurnpfstrickerei Gebrüder Rhode geprägt. 1876 wurde dieses Unternehmen in Senden gegründet, etwa 1880 gründete man in Nottuln einen Zweigbetrieb, der spater zur Zentrale avancierte. Die ersten Strickereimaschinen wurden in der ehemaligen Gastwirtschaft 'Zumbusch' an der Landstraße aufgestellt, die auf unserem Bild ganz rechts zu erkennen ist. Dieser Gebäudeteil hat sich übrigens noch lange erhalten. Kurz nach 1900 kam es dann zu umfangreichen Erweiterungen. Das schöne Beispiel der Industriearchitektur auf unserem Foto ist eine der frühen Baustufen. Spater wurde noch weiter und in großem Umfang angebaut.

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