Nottuln in alten Ansichten

Nottuln in alten Ansichten

Auteur
:   Heinz Fliss und Hans-Peter Boer
Gemeente
:   Nottuln
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2094-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2 - 3 werkdagen (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Nottuln in alten Ansichten'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

59. Die einzelnen Handwerker bestimmter Berufsgruppen hielten in früherer Zeit einen engen Zusammenhalt aufrecht. Dies ging über die berufliche Sphäre hinaus bis in das gemeinsame Feiern, Unser Bild zeigt als Beispiel dieses Zusammenhalts die Nottulner Schneider, die hier - Ende der zwanziger Jahre - zu einern Schützenfest ausrücken. Hierzu hat man sich jedoch stilgerecht ausgeschrnückt: neben der Fahne mit dem Schneiderwappen rechts tragen Kinder noch eine überdimensionale Schere und ein Bugeleisen mit. Die Aufnahme entstand vor dem Haus der Baronin von Twickel, das heute den Schwestern Unserer Lieben Frau gehört.

60. 'Die Holschken' waren das klassische Schuhwerk auch der Nottulner Bevölkerung. Lederschuhe waren kostbar und teuer und wurden daher sehr geschont. So wird noch heute erzählt, daß die Kinder aus den Bauerschaften mit Holzschuhen zum Kirchenbesuch aufbrachen. Am Dorfrand oder bei befreundeten Familien zogen sie sich dann die mitgeführten Lederschuhe an. Unser Bild entstand bei Schlagheck-Pöppelmann, dem wohl bekanntesten Nottulner Holschkenmacher. Auf dieser Maschine wurden die Rohlinge zurechtgeschnitten, in einem weiteren Arbeitsgang erfolgte das Aushöhlen der Holzklötze. Auch diese Arbeit war eine Wissenschaft, Material und Bearbeitung mußten sorgsam überwacht werden. Die Aufnahme entstand in den zwanziger Jahren.

61. Besonders stark verandert hat sich in den letzten Jahrzehnten das Gewerbe der Schmiede. Hiervon gab es in Nottuln stets eine ganze Anzahl, allein 1817 wurden elf Huf- und Grobschmiede gezählt. Da im gleichen Jahr allein in Nottuln 409 Pferde vcrhanden waren, die zu den etwas mehr als 400 landwirtschaftlichen Betrieben der unterschiedlichsten Größenordnung gehörten, kann man sich ein reiches Arbeitsfeld für diesen Berufsstand ausrechnen. Unser Bild zeigt einen Bliek in die Schmiede Denter an der Landstraße (heute B 67), wo das gesamte Arsenal an Werkzeugen fiir den Hufbeschlag aufgereiht ist. Diese Aufnahme - obwohl gestellt - zeigt doch deutlich den Alltag in einem solohen Betrieb um 1920.

62. Hoch angesehen war am Orte auch die Zunft der Schuhmacher, die sich auf unserem Foto anläßlich eines Festzuges vor ihrem Wagen zeigt, Natürlich weist man voller Stolz auf den Wert der handwerklichen Arbeit hin: 'Tausend Hühneraugen solln dich drücken, läßt du vom Pfuscher dich beglücken'. Da in früherer Zeit die industrielle Fertigung von Schuhen sich noch nicht so stark durchgesetzt hatte, konnte die einzelnen Schuster durchaus von ihrem Gewerbe leben. Hierbei ist zu beachten, daß Schuhe länger hielten und häufiger zum Reparieren weggegeben wurden.

63. Auch das kirchliche Brauchtum muß man sich viel prachtiger vorstellen. So gab es früher wesentlich häufiger Wallfahrten und Prozessionen, zu denen die Gerneindemitglieder in großer Zahl mit Fahnenabordnungen, Ministranten und weißgekleideten 'Engelchen' auszogen. Seit dem 18. Jahrhundert ging von NottuJn aus zum Beispiel die Wallfahrt nach Billerbeck. Bittprozessionen, Hagelprozession und der Fronleichnamsfeiertag waren damals noch fest im Kalender verankert. Unser Bild entstand im Jahre 1926 und zeigt die Begrüßungsprozession für den neuen Dechanten Rump. Die Aufnahme entstand an der Mauritzstraße bei dem Bierverlag Jansing. Sie zeigt auch noch den einzigartigen Lindenbestand an dieser Durchfahrtsstraße, der erst um 1960 zerstört wurde.

64. Bereits 1383 wird die kirchliche Bruderschaft zum heiligen Martin urkundlich erwähnt, und seit 1784 ist die regelmäßige Feier ihrer Schützenfeste und ihr weiteres Brauchturn nachweisbar. Dieser Bruderschaft gehörten vor allem die unverheirateten jungen Männer und älteren Junggesellen des Dorfes an. Stets hat dieser Verein besonders lustige Feste gefeiert, was gerade bei der Obrigkeit des Dorfes im 19. Jahrhundert nicht so gern gesehen wurde. Unser Foto entstand im Jahre 1926, als Fritz Wessels (untere Reihe, dritter von links) die Geschicke der Bruderschaft als Vorsteher leitete.

65. Die Aufrnärsche und Paraden der NottuJner Bruderschaften haben lange Tradition und sind in ihrer heutigen Forrn schon in der Mitte des 18. Jahrhunderts nachweisbar. Ein berittenes Offizierskorps und eine entsprechend geschmückte Königskutsche gehörten ebenso zum Brauchtum wie der Parademarsch und der Fahnenschlag. Den geistlichen und weltlichen Behörden erweist man ja auch noch heute in fast barocker Forrn die 'Reverenz'. Unser Bild zeigt die Königskutsche der Martinibrüder 1927 vor der verschwundenen Gaststatte Wissing arn Mauritz.

66. Hier stellt sich der Männergesangverein von 1860 der Kamera. Dieser Chor bildete sich im vorigen Jahrhundert aus der St.-Antonius-Bruderschaft, mit der er heute noch eine enge Verbindung unterhält. Dies zeigt sich zum Beispiel beim Patronatsfest der Bruderschaft, wo der Männergesangverein die alte Pestmesse feierlich umrahmt. Zur Zeit der Entstehung dieses Gruppenbildes (um 1930) leitete der spätere Nottulner Bürgerrneister Pennekamp den Verein. Er steht als sechster von links in der ersten Reihe. Die musikalische Leitung des Männergesangvereins hatte damals über mehrere Jahrzente der bekannte Nottulner Lehrer Petermann, der als fünfter in der ersten Reihe neben Pennekamp steht. Der Männergesangverein Nottuln hat in den nunmehr 117 Jahren seines Bestehens viel zum Nottulner Kulturleben beigetragen.

67. Einer der angesehensten Nottulner Vereine war seit seiner Gründung der sogenannte Kriegerverein, der sich heute 'Kameradschaft ehemaliger Soldaten' nennt. Nach ersten Gründungsversuchen im Jahre 1867 wurde der derzeit bestehende Verein Anfang des Jahres 1876 endgültig konzipiert. Zweck dieser Vereinsgründung war neben der Hebung des Nationalgedankens die Pflege kameradschaftlicher Bindungen bei den ehemaligen Soldaten. Unser Bild zeigt einen Aufmarsch des Kriegervereins zu Beginn der zwanziger Jahre, als er - kurz nach dem Ersten Weltkrieg - seine wohl größte Mitgliederzahl erreichte. Die Aufnahme entstand an der Einmündung der Stiftsstraße in die heutige B 67; links sind Teile des ehemaligen Anwesens Branse zu sehen. In der Bildmitte steht das Anwesen Frie, rechts sind die verschwundenen Wirtschaftsgebäude der ehemaligen Gaststätte Wissing zu sehen.

68. Nottulns älteste bekannte Musikkapelle war wohlohne Zweifel die im Volksmund so genannte 'Kellerkapelle'. 1891 wurde sie gegründet und erhielt ihren Namen wegen des Probenortes, Man war närnlich zum Probieren in den gerade errichteten Keller des Anwesens Dahlhaus am Mauritz gezogen. Josef Dahlhaus (Mitte der unteren Reihe) war Leiter und Dirigent dieser Blasrnusik, die bei vielen Festlichkeiten und Feiern die musikalische Umrahmung bildete. Natürlich gehörte auch der Wirt auf das Bild: ganz links steht der Gastwirt Denter, in dessen Haus die Aufnahme 1891 rnöglicherweise sogar entstanden ist.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Algemene voorwaarden | Algemene verkoopvoorwaarden | © 2009 - 2022 Uitgeverij Europese Bibliotheek