Nördlingen in alten Ansichten

Nördlingen in alten Ansichten

Auteur
:   Dr. Dietmar-H. Voges
Gemeente
:   Nördlingen
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4878-8
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Nördlingen in alten Ansichten'

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9. Vor dem Oberen Wasserturm im Hintergrund ist einer der vier Backofentürme zu erkennen, die am Bäumlesgraben den langen Mauerabschnitt bis zum Baldinger Tor zusätzlich verstärken, Die gegen die Feldseite halbrunden Türme, die ihren Namen vermutlich ihrer Form verdanken, sind zwischen 1480 und 1540 gebaut worden. Sie tragen ein nach vorne abgerundetes Satteldach, das nur bei dem hier sichtbaren Turm aus Ziegeln gemauert, bei allen anderen Backofentürmen mit Hohlziegeln gedeckt ist.

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10. Das Baldinger Tor, das nach dem unmittelbar vor der Stadt gelegenen Dorf Baldingen benannt ist, erschließt und sichert die Femhandelsstraßen zum einen westlich nach Württemberg und an den unteren Neekar sowie zum anderen nördlich über die Reichsstädte Dinkelsbühl und Rothenburg an den Main und von dort an den Rhein. Das alte Baldinger Tor von 1376 und 1406, das 1534 durch den Kaiserturm verstärkt worden ist, wurde im Dreißigjährigen Krieg während der Belagerung der Reichsstadt Nördlingen 1634 so stark beschädigt und anschließend nur notdürftig ausgebessert, daß der Torturm 1703 einstürzte. Der Restbau ist 1705 in der abgebildeten und heutigen Form fertiggestellt worden. Im Hintergrund ist ein anderer, nordöstlich vom Baldinger Tor gelegener Backofenturm zu sehen.

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11. Der Spitzturm, der seinen Namen seinem hohen und spitzen Helmdach verdankt, wird schon im 15. Jahrhundert mehrmals genannt, muß allerdings wegen Bauschäden 1592 instandgesetzt und 1763 wiederum renoviert werden. Der Spitzturm ist so weit aus der Stadtmauer und in den Zwinger vorgezogen, daß er eine hier vorhandene Mauerbiegung der sonst an sich weitgehend runden Stadtmauer in beiden Richtungen überwachen kann.

12. Der Bliek auf die Innenseite der Stadtmauer am Spitzturm zeigt den rundherum zumeist überdachten Wehrgang, der an seiner zur Stadt hin offenen Seite durch ein Balkengeländer gesichert ist. Die im ganzen gesehen nahezu kreisrund verlaufende Stadtmauer mit einer Länge von 2 632,50 m besitzt, wie hier sichtbar, mehrfach deutlich kantige Biegungen. Solange der wehrtechnische Verteidigungswert der Stadtmauer unbestritten war, wurden selbst an der Innenseite Anbauten an den Mauerring nicht geduldet, damit ein etwa über die Mauer eingedrungener Feind sich in ihnen nicht gegen die Stadt hätte versehanzen können; die Casarmen (vgl. Nr. 8 und 24) wurden erst im späten 17. und vor allem 18. Jahrhundert unter bestimmten Auflagen zugelassen.

13. Der Untere Wasserturm soll den MauerdurchlaB befestigen, durch den die Eger wieder aus der Stadt herausfließt. Der wie das außen dazugehörige Vorwerk wohl aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts stammende Turm ist im 17. Jahrhundert in der abgebildeten heutigen Form verändert oder sogar neu aufgebaut worden. Ähnlich der Walkmühle am Oberen Wasserturm lehnt sich hier die Neumühle an die Eger und in den Schutz des Unteren Wasserturmes und der Stadtmauer. Die unmittelbar oberhalb der alten Steinbrücke gelegene Neumühle, die seit 1318 nachweisbar ist, besitzt noch heute ein lauffähiges altes Mühlrad.

14. Zwischen dem Unteren Wasserturm und dem Löpsinger Torturm fällt dieser Mauerabschnitt besonders auf, wo auf Konsolsteinen unten doppelte, darüber vierfache Rundbogenarkaden ein Wandstück tragen, das vier, jeweils paarig angeordnete Rundbogenfenster mit gefaster Leibung aufweist. Das ganze Wandstück ist der Rest eines hier bollwerkartig ausgebauten, ehemaligen Backofenturmes von 1539, der bis auf diese sehr eindrucksvollen und malerisohen Reste 1820 abgetragen worden ist.

15. Das Löpsinger Tor, das nach dem nahe gelegenen Dorf Löpsingen benannt ist, sichert die wichtige Handelsstraße nach Nürnberg und in die nordöstlichen Gebiete. Das alte Löpsinger Tor ist bereits vor 1388 Iertiggestellt, um 1550 dann auch das Vortor. Wegen Baufälligkeit wird der spätgotische Torturm 1592 abgebrochen und in den Jahren 1593/94 nach dem Vorbild des benachbarten Deininger Torturms (1517-1519) neu errichtet. Anstelle eines früheren Zeltdaches erhält der Torturm 1770 die heutige Tambeurbedachung, auf der früher offenbar Störche nisteten.

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16. Um das Löpsinger Tor rankt sich die vielerzählte Sage von der glücklichen Errettung der Stadt aus höchster Not durch eine Sau, als 1440 Graf Hans von Oettingen versucht haben soll, die Reichsstadt Nördlingen zu überfallen. An den von den bestochenen Wächtern abends nicht versperrten Torflügeln rieb sich nämlich eine Sau, wodurch dieselben sich öffneten und der Verrat noch rechtzeitig entdeckt wurde. Aus dem Zuruf an die Sau: 'So, G'selI so!' soll angeblich sogar der Nördlinger Wächterruf entstanden sein. Seit 1987 beherbergt der Löpsinger Torturm auf sechs Ebenen das Nördlinger Stadtmauermuseum, sicherlich das einzige dieser Art in Deutschland und in vielerlei Hinsicht ebenso reizvoll wie sehenswert.

17. Das Deininger Tor, das seinen Namen nach dem nahe gelegenen Dorf Deiningen trägt, wird bereits 1389 erwähnt, allerdings 1516-1519 durch einen Neubau in der heutigen Form ersetzt. Im Gegensatz zu dem sehr dickwandigen und eher gedrungen wirkenden Löpsinger Tor (1593/94), das deshalb der Renaissance zugeordnet wird, kann der früher gebaute und schlank aufstrebende Deininger Torturm (1516-1519) als ein Abbild der Spätgotik betrachtet werden.

18. Während der Belagerung der Reichsstadt Nördlingen im Dreißigjährigen Krieg konnten sich 1634 die Kaiserlichen nach heftiger Beschießung des Deininger Tores in diesem Torturm festsetzen und von hier gegen die Stadt Stellung beziehen. Um diese bedrohliche Gefahr abzuwenden, steekten die Nördlinger den Torturm kurzerhand in Brand und vernichteten und vertrieben so die eingedrungenen Feinde. Danach wird das Deininger Tor 1636 erst notdürftig, 1645-1647 dann endgültig wiederhergestellt, wie es hier von der Stadtseite zu sehen ist,

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