Nördlingen in alten Ansichten

Nördlingen in alten Ansichten

Auteur
:   Dr. Dietmar-H. Voges
Gemeente
:   Nördlingen
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4878-8
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Nördlingen in alten Ansichten'

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29. Das Rathaus zeigt an der dem Marktplatz abgewandten Ostseite sowie an der Südseite besoudere architektonische Gliederungs- und Schmuckelernente. Der über zwei Stockwerke sich erstreekende Erker der Südseite ruht unten auf einer unterwölbten Auskragung und wird oben von einem Spitzdach mit schmiedeeisernen Wasserspeiern bedeckt. Die Bemalung des Erkers wie des Südgiebels, allerdings auch aller anderen Seiten, ist bei der Gotisierung des Rathauses 1857-1862 entfernt worden. Nach einer 1563 in einem Nachbarhaus ausgebrochenen Feuersbrunst, die teilweise auch das Rathaus beschädigte, wird der Turm an der Ostseite des Rathauses - auch Archiv- oder Schatzturm genannt weitgehend neu errichtet. Über vier quadratischen Geschossen erhebt sich ein dreigeschossiger polygonaler Oberbau, der mit einem Kuppelhelm mit Laterne, in der die Schlagglocke der Rathausuhr hängt, abgeschlossen wird. Kunsthistorisch der wertvollste Schmuck ist jedoch die steinerne Freitreppe von 1618.

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30. Ein besonderer Schmuck des Rathauses ist die 1618 von Wolfgang Walberger geschaffene Freitreppe. Im kleeblattbogigen Aufsatz über dem Treppenportal hält ein Engel zwischen zwei Löwen als Schildhaltern das Nördlinger Reichsstadtwappen: in Gold ein golden gekrönter und golden bewehrter schwarzer Adler mit rot ausgeschlagener Zunge. Das Haus im Hintergrund mit dem schmiedeeisernen Balkon und dem viergeschossigen verputzten Fachwerkgiebel, das sogenannte Aschersche Haus, in dem sich wohl schon 1398 eine Apotheke befand, ist 1911 abgebrannt und zugunsten des freien Rathausplatzes nicht wieder aufgebaut worden. Rechter Hand und dem Rathaus gegenüber steht das inschriftlich 1522 datierte Leihhaus, das nur 18511873 als Leihhaus, sonst als Waage und Kanzleigebäude diente und heute wieder städtische Ämter beherbergt.

31. Das Rathaus besitzt mit der steinernen Freitreppe, die Wolfgang Walberger 1618 anstelle eines Treppenaufganges aus Holz geschaffen hat, ein kunsthistorisches Kleinod, das Stilelemente der Spätgotik mit solchen der Renaissance sehr harmonisch miteinander verbindet. In einem Gerüst von vier kannelierten Rundsäulen, die mit reich verzierten Sockeln und bekrönenden Aufsätzen ausgestattet sind, ist die Treppenbrüstung wie das durchbrochene Maßwerkgeländer darüber mit gotisierenden Stilelementen geschmückt, die an der ganzen Außenwandung des Treppenbaus in verschiedener Form vielfach wiederkehren. Während die rundbogige Tür in die alten Verliese der Stadt hinunterführt, wo schwere Verbrechen abgestraft, aber auch Folterungen angewandt worden sind, verweist das Flachrelief eines Narren mit der Inschrift: 'Nun sind unser zwey' auf das Narrenhäuslein , in dem als einer Art Pranger kleine Vergehen abgebüßt wurden.

32. Das Hallgebäude am Weinmarkt, der von etwa 1800 bis 1936 auch Holzmarkt hieß, ist auf dem Platz von vier Vorgängergebäuden, darunter der Erbes-Laub für den Gemüsehandel und der reichsstädtische Musterhof, 1541/43/44 errichtet worden und sollte laut Baubeschluß als Lagerhaus für Wein, Salz und Korn dienen, im ersten Obergeschoß zudem der Börse während der Nördlinger Pfingstmesse wie überhaupt der Verwaltung und für Verhandlungen Raum bieten. Der dreigeschossige Bau rnit Treppengiebeln und einem sehr hohen Satteldach besitzt an seinen vier Ecken fünffach gebrochene Erker, deren beide vordere zum Weinmarkt das Nördlinger Stadtwappen mit dem Reichsadler (vg!. Nr. 30) sowie die Jahreszahl1542 zeigen. Vor dem Danie1, dem Kirchturm der St.Georgs-Kirche, im Hintergrund befindet sich als Eckhaus zur Hallgasse die 1320 gestiftete ehemalige Schuler-, Heilsbronner- oder Weinmarktskapelle; das Eckgebäude links im Vordergrund (Weinmarkt 2) war im 16. Jahrhundert ein vielbesuchtes Badehaus, das Schallen- oder Straußbad.

33. Die beiden 1880-1882 einheitlich mit neubarocken Stuckfassaden renovierten Giebel gehören ursprünglich zu zwei selbständigen Gasthöfen. Links die Gastwirtschaft 'Zum Engel' (Weinmarkt 7) ist 1506-1682 nachgewiesen; 1590 wurde die seit zehn Jahren verwitwete 'schöne Engelwirtin' Anna Koch der Hexerei bezichtigt, verurteilt und verbrannt. Schon 1660 hat der Eigentümer der 1424-1882 nachweisbaren Gastwirtschaft 'Zur Goldenen Krone' (Weinmarkt 8) auch die Engelwirtschaft erworben und diese 1682 mit der 'Krone' vereinigt. Die Kronenwirtin Maria HolI, 1593 ebenfalls der Hexerei angeklagt, hat 62mal unmenschlichen Folterungen widerstanden und durch ihre so erzwungene Freilassung den Hexenwahn in Nördlingen überwunden. Dargestellt ist auf der Postkarte zudem der Stabenfestzug, ein in Nördlingen wohl schon seit 1409 nachgewiesenes, sicherlich seit 1651-1659 durchgeführtes Frühlingsfest für die Schuljugend, die einerseits vom Rat der Stadt beschenkt wird, andererseits diesem für die gewährte Schulbildung Dank sagt. Noch heute gehört das Stabenfest als unverzichtbarer Termin in den Jahresablauf aller Nördlinger.

34. Das Kürschnerhaus am Hafenmarkt, auch Gürtel- und seit dem 18. Jahrhundert Hafenhaus genannt, ist anstelle eines älteren Baues von 1382 in den Jahren 1425-1427 gebaut worden und vielleicht das älteste, sicherlich eines der ältesten Messehäuser Deutschlands. Während der seit 1219 nachgewiesenen Nördlinger Pfingstmesse wurden hier Pelze aber auch alle anderen Erzeugnisse der Fell- und Lederverarbeitung, selbst Pergament gehandelt; im 18. Jahrhundert wurden hier auch Hafnerwaren angeboten. Über zwei tonnengewölbten Kellern erhebt sich in einer VierflügelanJage mit schmalem Innenhof ein zweigeschossiger Fachwerkbau, dessen Obergeschoß mit dem vierseitig umlaufenden Satteldach etwas vorkragt. Zwei Doppeltore an den Schmalseiten erschließen das Gebäude in Längstrichtung und ermöglichen sogar eine Durchfahrt. Mit dern Rückgang des Messehandeis verfiel das Kürschnerhaus allmählich; am 3. Mai 1955 ist es vollständig abgebrannt.

35. Wurden während der Nördlinger Pfingstmesse im 14251427 errichteten, 1955 abgebrannten Kürschnerhaus alle Erzeugnisse der Pelz- und Lederverarbeitung gehandelt, so auf dem Hafenmarkt Hafnerware und auf dem hier angrenzenden (und sichtbaren) Salzmarkt und Federnmarkt eben diese Handelsware. Im rechter Hand benachbarten Paradies (1466), einem wegen Baufälligkeit 1877 abgebrochenen anderen Messehaus, bestand das Angebot hauptsächlich aus Kulturgütern und Luxusartikeln wie zum Beispiel Büchern, Musikinstrumenten, aber auch Schmuck und Galanteriewaren. Über die Paradiesgasse , ehedem Federnund Salzmarkt, trifft der Bliek rückwärtig auf den schönen spätgotischen Staffelgiebel des Gebäudes Eisengasse 1 und weiter im Hintergrund auf den Rathausturm.

36. Mit Bliek in die innere oder obere Löpsinger Straße steht stadteinwärts auf der linken Seite als Eckgebäude der Gasthof 'Deutsches Haus', der unter diesem Namen 1849 eröffnet worden ist. Im 14. Jahrhundert besaßen die Zisterzienserinnen von Kloster Zimmern an dieser Stelle einen Klosterhof, der nach Einführung der Reformation und Auflösung des Klosters den Grafen von Oettingen zufiel. Der Gasthof 'Deutsches Haus' wurde 1849 in dem 1702 von einem Nördlinger Bürger erstellten Neubau eingerichtet und 1906 durch einen schönen Saalbau erweitert, der auf dieser Abbildung von 1902 noch nicht vorhanden ist. Auf derselben Straßenseite steht drei Häuser weiter die Gastwirtschaft 'Zum Goldenen Rad', die seit 1542-1567 bis heute mit zeitweiligen Unterbrechungen und Veränderungen unter diesem Namen geführt wird.

Obere LöpsingerstraBe

37. Nachdem der Gasthof 'Deutsches Haus' in der inneren Löpsinger Straße am 26. März 1911 völlig abgebrannt ist, wurde noch in demselben Jahr der hier abgebildete Neubau 'Hotel Deutsches Haus' errichtet, der teilweise die Bauformen des Vorgängerbaues wieder aufnimmt, jedoch sichtbare Veränderungen aufweist wie ein zweites Obergeschoß , den aus der Gebäudeachse verschobenen großen Zwerchgiebel zur Löpsinger Straße sowie die beiden durch einen Balkon miteinander verbundenen Erker. Dieses durch einen Bombentreffer am 12. Oktober 1941 zum Teil zerstörte Gebäude wurde danach jedoch nicht wieder aufgebaut, sondern abgerissen, obwohl der Saalbetrieb weitergeführt wurde, bis auch dieser dem Neubau eines 1980 eröffneten neuen Kaufhauses weichen mußte. Am linken Bildrand dieser Postkarte um 1920 ist die 1865 errichtete Neue Schranne zu sehen.

38. Das Hotel 'Fadenherrn' (Bei den Komschrannen 4) und der dazugehörige Saalbau waren ursprünglich das Gasthaus 'Weißes Roß' sowie die neue Stadtmangel mit einer Schwarzfärberei (bis 1804). Die Gastwirtschaft 'Weißes Roß' läßt sich auf diesem Platz von 1521-1537 bis 1862-1866 nachweisen. Als im 17. Jahrhundert ein gewesener Fadenhändler oder Fadenherr dieses Gasthaus erwarb und betrieb, erhielt die Gastwinschaft den Namen 'Fadenherrn' als Übernamen, den dann das Hotel 'Fadenherrn' bis zu seiner Schließung im Jahre 1969 weiterführte. Die drei zum Hotel 'Fadenherrn' gehörigen Gebäude, nämlich Gastwirtschaft und Hotel, Saalbau sowie Kino, sind 1971-1973 durch einen dreigiebligen Neubau ersetzt worden, in dem sich seit 1985/86 die Raiffeisenbank befindet.

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