Nördlingen in alten Ansichten

Nördlingen in alten Ansichten

Auteur
:   Dr. Dietmar-H. Voges
Gemeente
:   Nördlingen
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4878-8
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Nördlingen in alten Ansichten'

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49. Die katholische Pfarrkirche St. Salvator ist die ehemalige Klosterkirche der Karmeliter, die sich aufgrund eines 1381 geschehenen Hostienwunders und der daraus erwachsenen Wallfahrt 1401 in Nördlingen niedergelassen hatten. Wie das Kloster in typischer Lage innen an die Stadtmauer angelehnt ist, um an dieser gegen den Henkelberg am meisten gefährdeten Stadtmauerseite den Feind von einem Angriff gegen einen klösterlich geistlichen Bereich abzuhalten (vgl. Nr. 25 und 26), so fehlt der ehemaligen Bettelordenskirche, die 1422 geweiht worden ist, ebenso charakteristisch ein hoher Kirchturm, indem sich der Kirchenbau als sichtbares Abbild der Armut des Ordens mit einem kleinen Dachreiter mit Spitzhelm begnügt. Da der Karmelitenkonvent die Reformation in Nördlingen sogar geistig trug und vorantrieb, wundert es nicht, daß das Kloster 1562 endgültig aufgelöst und Eigentum der Reichsstadt wurde. 1825 überließ die Stadt die St-Salvator-Kirche der neugegründeten katholischen Kirchengemeinde.

50. Die 1422 geweihte, ehemalige Karmeliterklosterkirche besitzt einen eingezogenen Chor zu drei Joehen und mit sis Chorschluß. Das Maßwerk der dreiteiligen Spitzbogenfenster stammt aus der Zeit um 1829. Das ursprünglich einschiffige Langhaus mit flacher Decke wurde 1829 durch Spitzbogenarkaden in drei Schiffe und sechs Joche unterteilt und mit neuen Holzdecken ausgestattet; aus derselben Zeit stammt auch die Orgelempore im Westen. Im einfachen Dachreiter hängen zwischen Balkenständem zwei Glocken. Als besonderer Schmuck der katholischen Pfarrkirche (seit 1825-1829) gilt das Westportal mit einem Relief des Jüngsten Gerichtes, das um 1420 datiert und der Parlerschule zugeschrieben wird. Der ursprüngliche Hochaltar, ein spätgotischer Flügelaltar von 1518-1522 (Laux Herlin oder wohl eher Sebastian Dayg?), ist in den napoleonischen Kriegswirren abgetragen worden; den jetzigen Hochaltar (Hans Nußbaum und Albrecht Dürer zugeschrieben), heute zweifellos ein kunsthistorisches Kleinod, der 1497 als spätgotischer Flügelaltar für die Michaelskirche in Fürth gestiftet wurde, hat die katholische Kirchengemeinde 1827 ankaufen können.

51. Das Hospital zum Heiligen Geist ist zu Beginn des 13. Jahrhunderts gegründet und in typischer Lage außerhalb der älteren, inneren staufischen Stadtmauer und über dem fließenden Wasser der Eger angelegt worden, um einerseits die Egerfurt militärisch zu schützen und andererseits hygienische Maßnahmen durch Ausschwemmen zu erleichtern. Aufgabe des Spitals war es unter anderem, den spät abends ankommenden Fremden und Bedürftigen zu beherbergen, für ansteckende Krankheiten vor den Stadttoren eine Quarantänestation zu bieten, allgemein sich der Seelsorge, Armen- und Krankenpflege, auch Alten- und Waisenfürsorge in der Stadt anzunehmen. Zwar hat sich von den ursprünglichen Spitalgebäuden kaum etwas erhalten, aber zusammen mit den Neubauten des 15. und 16. Jahrhunderts sind von außen nach innen an der Baldinger Straße auf dieser Postkarte zu unterscheiden: 1) die Findel und das Waisenhaus (1571 nachgewiesen), 2) die Spitalkirche (13.114. Jahrhundert, 1848 urngebaut) mit dem Kirchturm (1563), 3) ein 1848 großenteils abgebrochener, zum Teil umgebauter Spitalbau (15. Jahrhundert) und 4) der 1564 von Caspar Walberger errichtete Spitalbau mit dem polygonalen Südwesterker, ein Bau, der noch heute als Altenheim dient und ein stadtbildprägendes Baudenkmal darstellt.

52. Die großflächige Spitalanlage zu beiden Seiten der äußeren Baldinger Straße enthält nördlich dieser Straße hauptsächlich den geistlich caritativen Bereich des Spitals, während das Gebiet südlich derselben ausschließlich den gewerblichen und landwirtschaftlichen Teilbereich umfaßt. Diesen Wirtschaftshof des Spitals nimmt gegen die Eger der langgestreckte Bau der Spitalmühle ein, die gegen die Baldinger Straße über einer Spitzbogentür ein Steinrelief der Muttergottes Maria sowie die Jahreszahlinschrift 1475 besitzt. Auf einem massiv gemauerten Erdgeschoß mit Fachwerkobergeschoß ruht ein langgestrecktes, von Dachgauben unterbrochenes und durch zwei Aufzugsquergiebel gegliedertes Dach. Während sich im vorderen Teil des Gebäudes die Spitalmühle befand, dienten die rückwärtigen Räume wohl der Metzgerei und anderen Handwerksbetrieben. Durch die Aufzugstüren des mächtigen Fachwerkgiebels zur Straße sowie durch die Quergiebel war die Nutzung der Dachgeschosse als Getreideschütteböden gewährleistet. Eine tonnengewölbte, rundbogige Durchfahrt ermöglicht vom Spitalhof den Zugang zur Roßwette (vgl. Nr. 72). Frei in der Mitte des Spitalhofes steht ein zweigeschossiges Gebäude mit Treppengiebel.

53. Das frei in der Mitte des Spitalhofes gelegene zweigeschossige Gebäude mit Treppengiebel besitzt an seiner Südseite einen Zwerchgiebel mit Aufzugsluken; der Treppenaufgang aus Holz stammt aus dem 19. Jahrhundert. Die immer wieder geäußerte Vermutung, in diesem freistehenden und wegen übergreifender Feuergefährlichkeit so isolierten Gebäude könnte die Spitalschmiede untergebracht gewesen sein, läßt sich bisher nicht nachweisen; vielmehr haben hier wiederholt Gassenvögte und Stadtkammerknechte gewohnt. Wie notwendig und wichtig es noch in diesem Jahrhundert war, zum Koehen wie zum Heizen im Winter einen ausreichend großen Holzvorrat beizeiten anzulegen, beweist diese Ansicht, auf der im Hintergrund der langgestreckte Bau der Spitalmühle von 1475 zu sehen ist (vgl. Nr. 52).

54. Das Kloster Maria Stern in Augsburg erwarb 1868 in Nördlingen in der Hüttengasse den ehemaligen Gasthof 'Goldenes Reh' und ließ 1894/95 an seiner Stelle über die Gesamtlänge der Hüttengasse das große Institutsgebäude errichten, das dann 1903/04 im Norden durch einen hohen Anbau, in dem vor allem die Kapelle Platz fand, noch wesentlich erweitert wurde. Unter den Gesichtspunkten besserer Nutzungsmöglichkeiten für einem modernen Erfordernissen angepaßten, mehrsträngigen Schul- und Unterrichtsbetrieb ist dieses Institutsgebäude, in dem die Ordensschwestern jahrzehntelang segensreich gewirkt und unterrichtet hatten, 1980/81 abgerissen worden, um einen modernen, 1982-1986 durchgeführten Neubauvorhaben nicht im Wege zu stehen. Die Hüttengasse trägt ihren Namen in Erinnerung an die Bauhütte der St.-Georgs-Kirche, da diese Steinmetz- und Bauhütte im 15. und 16. Jahrhundert rückwärtig an diese Gasse grenzte.

55. Nachdem es den Juden aufgrund eines königlichen Ediktes seit 1506 untersagt war, sich in der Reichsstadt Nördlingen niederzulassen, wuchs ihre Zahl nach der Neuzulassung und Wiederansiedlung ab 1861 bis 1885 auf über 400 Gläubige so stark an, daß diese Judengemeinde in der Kreuzgasse 1 auf dem Platz der früheren Greifenwirtschaft 1885/86 den Neubau einer Synagoge durchführte und vollendete. In der Reichskristallnacht am 10. November 1938 ist die Synagogeneinrichtung von Parteimitgliedern der NSDAP zerstört worden. Das Gebäude erwarb 1952 die Evangelische Kirchengemeinde, die es weitgehend abtragen und 1955/56 ihr Evangelisches Gerneindehaus errichten ließ.

56. Alte Tore, Türen und Portale bilden noch an etlichen Gebäuden in der Nördlinger Altstadt eine besondere, häufig allerdings wenig beachtete Zierde. Das Portal am Klösterle - dem Restbau der 1422 geweihten Franziskanerklosterkirche, die 15841587 in ein Kornhaus umgebaut worden ist, nachdem das Kloster 1536 aufgelöst worden war ist durch eine Jahreszahlinschrift 1586 datiert. Die seitlich unterhalb der Giebelbekrönung mit dem Nördlinger Stadtwappen symmetrisch angebrachten Vollund Halbfiguren sollen nach alter Überlieferung die Handwerksmeister des Umbaues darstellen. - Das schöne rundbogige Renaissanceportal, das durch eine Inschrift in das Jahr 1667 datiert ist, befindet sich im sogenannten Pullieh-Hans Hafenmarkt 2, heute Landratsamt Donau-Ries.

57. Durch den Torbogen des Berger Tores (vgl. Nr. 2 und 3) folgt der Bliek der Bergerstraße stadteinwärts. Der Weinmarkt ist zwar kaum zu erkennen, aber um so deutlicher steht im Mittelpunkt der Stadt der Kirchturm der St.-Georgs-Kirche (vgl. Nr. 45 und 46), auf den die fünf Torstraßen sternförmig zulaufen und den der Altstadtstraßenring und die Stadtmauer konzentrisch urnrunden. Jeweils mit ihrem Giebel zur Straße, allerdings nicht in einer Linie, sondern verschieden versetzt, geben die Bürgerhäuser der Bergerstraße ein gegliedertes Profil. Die Dächer sind großenteils noch mit Hohlziegeln gedeckt und mehrmals ist oben im Giebel der Aufzugs- oder Lotterbalken zu sehen, über dessen Rolle die Lasten zu den Dachböden hinaufgezogen werden konnten. Das dritte Haus auf der rechten Straßenseite ist die Sixen-Brauerei.

58. Stadtauswärts beherrscht das Berger Tor (vgl. Nr. 2 und 3) die Bergerstraße, die beide ihren Namen nach dem gegen die Schwäbische Alb ansteigenden, bergigen Gelände tragen. Auf dieser 1905 abgestempelten Postkarte herrscht in der Bergerstraße reges Leben, die Gehsteige sind gepflastert, die Fahrbahn ist es allem Anschein nach jedoch nicht. Läden, Vorhänge und Blumenkästen deuten darauf hin, daß das Berger Tor bewohnt ist. Auf der linken Straßenseite sind die Giebel der Häuser Bergerstraße 21 und 19 barockisiert, Nr. 17 ist die Sixen-Brauerei und Nr. 15 eine Seilerei und Kolonialwarenhandlung. Das traufständige Haus mit dem Quergiebel (Nr. 14) auf der rechten Straßenseite gehörte damals einer Glockengießerfamilie; rechts vom Hauseingang wächst offenbar ein Weinstock, wie noch ebenso 1%5-1970 außer in der Bergerstraße an verschiedenen Häusern am Weinmarkt und am Hallgebäude (vgl. NI. 32).

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