Obernburg am Main in alten Ansichten

Obernburg am Main in alten Ansichten

Auteur
:   Leo Hefner
Gemeente
:   Obernburg am Main
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2816-2
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Obernburg am Main in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Obernburg am Main, an der alten Mainfurt, die Mümling- und Elsavatal verband, aus einer keltischen Siedlung (um 500 vor Christus) und dem römischen Kastell der 4. aquitanischen Reiterkohorte (83/85 nach Christus) entstanden, hieß 'Nemaninga'. 259/60 nach Christus wurde es von Alemannen und bald darauf von Franken erobert und weiterbewohnt. Deshalb bestimmen die von römischen Landvermessern festgelegten Straßen auch heute noch das Aussehen der Altstadt.

Das fränkische Dorf wurde ein 'königliches Tafelgut' und gehörte zur Vogtei der Schenken von Klingenberg, die wegen Erbstreitereien gegen Ende des 13. Jahrhunderts finanziell so am Ende waren, daß sie die Obernburger Vogteirechte veräußern mußten. Nachdem diese für 600 Pfund Hellerpfennige (72 Kilogramm Silber) vom Stift St. Peter und Alexander in Asehaffenburg erworben waren - die Obernburger hatten beim Kauf etwas nachgeholfen und durch eine Sammlung unter den Bewohnern 200 Hellerpfunde zusammengebracht, die sie der Kaufsumme beischossen - machte Erzbischof Peter von Mainz 1313

aus dem Dorf eine Stadt und befestigte sie mit Mauern und Türmen. Damit legte er die städtebauliche Entwicklung für die folgenden Jahrhunderte fest. Erst, als nach der Mitte des vorigen Jahrhunderts die Mauern geschleift wurden, weil die Bevölkerung so angewachsen war, daß innerhalb der spätmittelalterlichen Festung die Wohnungsnot das vordringlichste Problem geworden war, veränderte sich das Weichbild der Stadt.

Die hier neben den anderen Bildern reproduzierten Fotografien des Rechnungsrates Christoph Spix entstanden zwischen 1890 und 1920 und dokumentieren in einzigartiger Weise den Beginn des modernen Abschnittes der Stadtgeschichte, der in unseren Tagen mit der Sanierung der Altstadt eine neue Bedeutung erhält. Obernburgs vielschichtige Bevölkerung, angefangen von den keltischen Frühbewohnern, den romanisierten Aquitaniern und Britonen, den Alemannen und Franken, bis hin zu den hier hängengebliebenen Soldaten und Kaufleuten des Mittelalters, den Neubürgern nach dem Dreißigjährigen und denen nach dem Zweiten Weltkrieg, wurde und wird geprägt

vom Wein und Apfelwein und von den Früchten, die auf den fruchtbaren Hängen des 'Orles' wachsen. Sie alle fühlten und fühlen sich in der malerischen Landschaft der 'Drei-Flüsse-Stadt' wohl.

Im Jahre 1978 wurde das Dorf Eisenbach, das seinen Namen von den Eisen- und Basaltgruben ableitet, in denen bis in unser Jahrhundert hinein abgebaut wurde, das seinen Ursprung in dem großen Eisenbedarf der fränkischen Krieger des 8. Jahrhunderts hat und dessen Bewohner seit Jahrhunderten mit denen von Obernburg freundschaftlich verbunden sind, eingemeindet.

Während des Dreißigjährigen Krieges hatte die Stadt viel zu leiden. Seuchen, Pest, Hunger und Krieg hatten die Bewohner 1648 auf 84 Familien zusammenschrupfen lassen. In den zahlreichen Gasthäusern hatten es sich nicht nur der Schwedenkönig Gustav Adolf und sein Reichskanzler Oxenstierna, der kaiserliche Kommandeur der Liga, Graf Tilly gut gehen lassen, auch ihre Offiziere und Mannschaften holten aus den geschundenen Einwohnern heraus, was zu holen war. Es dauerte mehr als einhundert Jahre,

bis diese Wunden verheilt waren. Neue Kriege und Truppendurchzüge ließen die Bewohner auch in den folgenden Jahrzehnten nicht zur Ruhe kommen. So kämpften am 6. September 1796 Österreicher und Franzosen um die strategisch wichtige Stadt, deren Bewohner sich vornehmlich vom Weinbau ernährten und die es immer wieder verstanden hatten, aus den 'Heimsuchungen' jeweils das Beste zu machen.

In unserem Jahrhundert wurde die soziale Struktur Obernburgs durch den Bau des 'Glanzstoffwerkes' nach dem Ersten Weltkrieg auf dem Gelände der einst Obernburg gehörenden Wüstung Mainhausen auf der anderen Mainseite von der bäuerlichen in die des Industriearbeiters verändert.

Auf der Umgehungsstraße und der neuen Südbrücke fahren heute nach Nord und Süd, nach Ost und West die Autos und Lastkraftwagen auf den gleichen Routen wie einst die Ochsenkarren der Kelten, die Streitwagen der Römer, die Fuhrwerke der Franken und die Güterwagen der mittelalterlichen Kaufleute.

Römerstrasse,

1. Die Römerstraße hat ihr Gesicht wie keine andere Obemburger Straße verwandelt. Kaum ein Haus steht heute noch so da, wie es das Bild zeigt. Wenn sie nicht durch Neubauten ersetzt sind, so sind sie umgebaut worden. Links liegt das große Haus der Bäckerei und Konditorei Bader, daneben das Geschäft von Friedrich Müller. Rechts ist die Brauerei mit Gasthaus 'Zur Sonne' zu sehen, daneben die Schlosserei Deckelmann. Etwa in der Bildmitte auf der rechten Seite lag an der Ecke der Kaisergasse das Gasthaus 'Zum Vogel Strauß', Vor dem Umzug der Sparkasse in das Gasthaus 'Zur Sonne' war sie dort einquartiert.

2. Die St-Wendelinus-Kapelle wurde 1969 als verkehrsgefährdend eingestuft und abgebrochen, weil sie an der Einmündung des Oberen Neuen Weges in die Miltenberger Straße nach Meinung der ftir den Verkehr zuständigen Behörden den Autofahrern die Sicht nahm. 1616 war die Kapelle, die anstelle eines Wendelinusbildhäuschens errichtet worden war, gründlich restauriert und von dem 'Aschaffenburger Maler' mit Wandmalereien verschönert worden. Bei Flurgängen und Prozessionen wurde hier Station gemacht und sie diente bei Jubiläen als dritte Bußkirche. Nach dem Zweiten Weltkrieg war sie bis zum Bau der Friedenskirche das Gotteshaus der evangelischen Kirchengemeinde. Auf dem Bild ist im Hintergrund der W. Braun'sche Biergarten, vor dem Bau der OVGO eine beliebte Gartenwirtschaft.

3. Das Obere Tor, auch Uhrturm genannt, erhielt sein heutiges Aussehen erst in der Zeit der Bauernkriege, als der Mainzer Kurfürst Uriel von Gemmingen (1508-1514) anordnete, die Halbtürme wegen der unruhigen Zeiten zu erhöhen. Als 1523 auf das Satteldach der Uhrturm mit seiner 'welschen Haube' gesetzt wurde, gab es von nun an neben der Kirchturmuhr auch eine rein städtische. Für beide war jedoch die Stadt zuständig und jährlich wurde das Aufziehen der Uhren an den Mindestbietenden vergeben. Als nach 1880 auch die Mauern neben dem Oberen Tor abgetragen wurden und 1890 das am Tor angebaute städtische Hirtenhaus der Spitzhacke zum Opfer fiel, waren die Baufachleute überzeugt, man müsse links und rechts des Tores ein Stück Stadtmauer als Stützen stehen lassen.

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4. Engbrüstig liegt das Haus von Kar! Ratter zwischen den Häusern in der Nähe des Oberen Tores. Durch den schmalen Gang gelangt man in das Rothermichshaus im Hinterhof. Die Aufnahme dokumentiert, wie der durch die Mauern und Türme begrenzte Wohnraum bis ins Letzte ausgenützt wurde. Nur durch den durch die städtische Feuerordnung notwendigen Brandwinkel von den Nachbarhäusern getrennt, bestanden die Wohnräume in den einzelnen Stockwerken oft nur aus einem Zimmer; im Parterre lagen die Wohnküche und eine Stube. Die Schlafräume für die oft mit zahlreichen Kindern gesegneten Familien befanden sich im ersten und zweiten Stock. Deshalb mußte nicht nur die Familie zusammenhalten, auch eine gute Nachbarschaft gehörte zur Selbstverständlichkeit.

5. Der Schuhmacher August Reis war wegen seiner aus seinen Söhnen gebildeten Turnerriege bekannt, die er trainierte und anführte, Sein Haus, neben dem Deckelmannschen Geschirrladen, in dem vor allem handgetöpfertes Haushaltsgeschirr angeboten wurde, lag in der Häuserreihe, die vom Gasthaus 'Zum Löwen' bis 'Zur Sonne' reichte und deren Keller durch Türen miteinander verbunden waren, so daß immer wieder zu hören war, hier wäre einst ein Kloster oder ein großes Bauwerk gewesen. In Wirklichkeit handelt es sich um eine seit dem 14. Jahrhundert übliche Bauweise, um bei Feuer oder feindlichem Angriff eine Fluchtmöglichkeit zu haben.

6. Der Turnverein Obernburg beteiligte sich beim Kreisturnfest in Asehaffenburg am 4. August 1912 mit seiner Musterriege am Doppelbarren und war so erfolgreich, daß die Mannschaft zwei Auszeichnungen erhielt. Die siegreichen Sportler waren, in der oberen Reihe links beginnend: Peter Ederer, ein Unbekannter, Fritz Deckert, Anton Wiesbach und Kunig (? ). Vordere Reihe von links: Franz Babylon, Karl Helm, Fritz Rothermich, Karl Kreher, Heinrich Hein, der die Riege trainierte und führte, Jakob Rothermich, Heinrich Schollmayer, Ludwig Helm und Franz Bingemer.

7. Das Gasthaus und Metzgerei 'Zum bayerischen Hof' (heute Römer-Apotheke) hatte im Parterre einen Kniestock, das heißt, die im Renaissancestil geschnitzte Türe war ein Tor, durch das man mit den Handelswagen in das Haus fahren konnte, um im Lager Güter zu löschen und neue aufzuladen. Die Kaufrnannsfuhrwerke, die auf der Strecke Frankfurt-Wertheim fuhren, hatten hier ihre Raststation. Die Aufnahme entstand kurz vor der Jahrhundertwende, als es die RundeTurm-Straße noch nicht gab und die 1926 abgebrochene Schmiede des Anton Abb noch stand. Vor dem Tor stehen Josef und Maria Ederer, neben ihnen ihr Knecht K. Haselbacher und auf der Straße die Postkutsche mit dem Postillion Giegerich aus Mömlingen.

8. Der 'Runde Turm', alle anderen sind in ihrem Grundriß quadratisch, entspricht in seiner Höhe seinem Umfang, nämlich 23 Metern. Neben ihm war bis zum Abbruch der Stadtmauern, die in seiner Nähe sogar von selber einstürzten, der einzige Durchlaß der Westmauer. Gleich der 'Wasserpforte', neben dem Almosenturm, war auch dieser nur für den Fußgängerverkehr, während das Obere-, Untere- und Maintor für den Wagenverkehr waren und an ihnen der Pflasterzoll entrichtet werden mußte. Vom Runden Turm aus war man schnell auf der Lindenstraße, 1890 noch ein Feldweg, an dem lediglich einige Scheunen standen und der bis zur Aufhebung des Pf1asterzolls in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts gerne als Schleichweg diente, wenn man versuchte, sich um ihn zu drileken.

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