Obernburg am Main in alten Ansichten

Obernburg am Main in alten Ansichten

Auteur
:   Leo Hefner
Gemeente
:   Obernburg am Main
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2816-2
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Obernburg am Main in alten Ansichten'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

9. Im Jahre 1929 konnte der Turnverein Obernburg sein goldenes Vereinsjubiläum mit einem dreitägigen Fest feiern, Am Sonntagnachmittag, dem 30. Juni, stellte sich der Festzug in der Lindenstraße auf, um durch die Römerstraße zur neuerbauten Turnhalle (heute Stadthalle) zu ziehen, wo anschließend das Schauturnen der bekarmten 1. Riege der Turngemeinde 'Eintracht Frankfurt am Main' zu sehen war. 1879 hatten 17 junge Männer im Gasthaus 'Zum Karpfen' den Turnverein gegründet, der zunächst im Saal des Gasthauses 'Zum Löwen', dann in der 'Sonne' und in der 'Traube' übte und der unter dem rührigen Vorstand Heinrich Büchold am S. Mai 1927 in die neu errichtete Turnhalle umziehen konnte.

10. Die Metzgerei Sebald Klimmer in der Römerstraße wird heute von seinem Enkel weitergefûhrt. Zu Beginn unseres Jahrhunderts inserierte er in den Zeitungen:

Fabrikation und Versand feiner Wurst- und Fleischwaren, Spezialitäten: Cervelatwurst und Salami Als in der Zeit der Räterevolution von dem Redner J. Elbert während einer Demonstration am Karpfengarten seine angeblich zu hohen Wurstpreise und die schlechte Qualität seiner Ware angegriffen wurden, nahm er dem Anschuldiger den Wind aus den Segeln, indem er sagte: 'Johann, du kamst doch als auch zu mir und sagtest, Sebald hast du nicht doch noch einen Schwartenmagen für mich? '

11. Der Hexenturm beschützte die Nerdwestecke der im 14. Jahrhundert errichteten Stadtbefestigung, die zunächst mit Halbtürmen bewehrt wurde und die im 16. Jahrhundert erhöht wurden, In der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts wurden die Mauern geschleift. Links ist am Turm der Ansatz der abgebrochenen Stadtmauer zu sehen, die von der Türe in der Turmmitte betreten werden konnte und die etwa fünf Meter hoch war. Der ehemalige Zwinger, eine Fahrstraße, lebt heute in der Unteren und Oberen Wallstraße weiter. Der Name Hexenturm entstand erst in der Zeit der Hexenprozesse, als die der Hexerei Angeklagten in seinem Verlies inhaftiert wurden.

12. Die Römerstraße Ende der zwanziger Jahre mit dem Rathaus, in dessen Parterre bis 1909 die Lehrerwohnungen, dann, bis 1928, die Druckerei des 'Obernburger Boten' und anschließend das Friseurgeschäft Rupp waren, das anstelle der beiden Fenster ein Schaufenster und eine Türe einbrechen ließ, Das Rathaus, dessen Diensträume in dem mit gotischen Treppengiebeln versehenen Bau nicht mehr ausreichten, bezog den ersten Stock. Rechts im Bild ist das Gasthaus 'Zum Braustübel' zu sehen, das neben 'Schusters Bierkeller' in der Nähe des Runden Turmes noch einen Biergarten mit einer Kegelbahn betrieb. Links liegt das Friseurgeschäft von Heinrich Heinlein, Vor dem Anwesen des Uhrmachers Reitz, das dritte Haus auf der rechten Seite, war seit 1925 eine Esso-Tankstelle.

13. Nach dem Dreißigjährigen Krieg wurden in Obernburg die ersten Bierbrauer ansässig. In den folgenden Jahrzehnten wurden deshalb neben den Weinkellern Bier- und Eiskeller außerhalb der Stadt erbaut. Der Löwenwirt, Sonnenwirt, Karpfenwirt, jeder hatte seine eigene Brauerei und seinen Bierkeller, zu dem in der Regel auch ein Biergarten für die Sommermonate gehörte, Das Braustübllag in der Römerstraße (heute Eisen-Bitter) und hatte seinen Biergarten auf dem Dach. Da hier vor allem auch Münchner Paulanerbier getrunken wurde, vornehmlich der beliebte 'Urtyp', ging man nicht ins Braustübl, sondern in den 'Urtyp'.

Dachgarten

14. Das Haus der Bäckerei von Kar! Deckelmann, bei dem man auch Lebensmittel kaufen konnte, gehört seit dem Durchbruch der Schillerstraße mit zu den markanten Gebäuden des Rathausviertels. Schade, daß es den schönen Balkon nicht mehr gibt, der in dem des Textilhauses Benninger auf der anderen Seite der Römerstraße eine Entsprechung hatte. Der aus Gußeisen gefertigte Balkon über dem Eingang mit seinen drei nach außen gelegten Treppenstufen paßte nach dem Zweiten Weltkrieg wegen des veränderten Geschmacks nicht mehr in das Bild der Römerstraße. Vor dem Bau der Umgehungsstraße kam es hier immer wieder zu einem Verkehrsstau, besonders wenn Langholzfuhrwerke in die Mainstraße einbogen.

15. Zwischen 1903 und 1908 wurde zwischen dem Gasthaus 'Zum Hirschen' und der Bäckerei Deckelmann die Schillerstraße als Verlängerung der Mainstraße zur Lindenstraße durchgebrochen. Links ist das Textilhaus Benninger zu sehen, das einst bekannte Gasthaus 'Zur Krone', das während des Dreißigjährigen Krieges bevorzugtes Quartier des Schwedenkönigs Gustav Adolf, seines Reichskanzlers Oxenstierna und des Feldmarschalls Tilly war. In der Bildmitte steht auf der rechten Seite die 'Posthalterei', eines der größten und schönsten Häuser der Stadt. An ihrer Stelle wurde in den dreißiger Jahren die Post erbaut.

16. Das Rathaus wurde 1452 errichtet, weil das alte baufällig geworden war. 1868 mußte es aus dem gleichen Grund erneut umgebaut werden. In dem gotischen Trakt war im ersten Stock die große Ratsstube, Nachdem das königliche Landgericht 1875 in das Landratsamtsgebäude umgezogen war, wurde die Knabenschule in die frei gewordenen Räume verlegt. Als Chr. Spix seine Aufnahme machte, waren die Wohnungen des ersten und zweiten Lehrers bereits nicht mehr im Parterre und die beiden Schulsäle im ersten Stock waren Wohnungen. In dem Schaukasten warb der 'Obernburger Bote', die von H. Bingemer herausgegebene Lokalzeitung, die bis 1928 hier gedruckt wurde, mit Bildern aus aller Welt um seine Leser,

17. Im Jahre 1722 erbaute der in Obernburg geborene Pfarrer Ph. Cammer anstelle der abgebrochenen spätgotischen eine neue Kirche im Stil des Mainzer Spätbarocks. Als diese gegen Ende des vorigen Jahrhunderts zu klein wurde, brach man den Chorraum ab, setzte 1890 ein Querschiff ein, verlängerte den Bau durch den neuen Chor nach Osten, übernahm Bildwerke aus der bisherigen Kirche und gestaltete vor allem den Hochaltar völlig neu, Hinter ihm hing das von Professor August Holmberg (München) 1894 gemalte große Ölgemälde, das für 9 000 Goldmark aus dem vom bayerischen König gestifteten Kunstfond bezahlt wurde und das Christus am Kreuz über der Stadt Obernburg schwebend, assistiert von zwei Engeln, darstellte.

PFARRKIRCHE

18. Als Geistlicher Rat Wilhelm Hefner 1926 die Pfarrei Obernburg übernahm, war ihm die Ausgestaltung der Kirche ein besonderes Anliegen und bald hatten sich die Obernburger daran gewöhnt, ihren Pfarrer in einem weißen Kittel, ein schnitzfertig zugerichtetes Stück Lindenholz unterm Arm, von der Schreinerei Kempf zum Pfarrhaus laufen zu sehen. Neben der Krippe und dem Tempel des Herodes. die er nach seiner großen Israelreise schnitzte, schuf er eine Anzahl von Kruzifixen und Andachtsbildern, unter anderem auch die Riemenschneider nachempfundene ausdrucksstarke Ölberggruppe, die heute in der Unterkirche steht und an der er auf unserem Bild gerade an den letzten Feinheiten arbeitet.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2020 Uitgeverij Europese Bibliotheek