Obernburg am Main in alten Ansichten

Obernburg am Main in alten Ansichten

Auteur
:   Leo Hefner
Gemeente
:   Obernburg am Main
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2816-2
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Obernburg am Main in alten Ansichten'

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19. Wenn es sich hier auch um keine Obernburger Stadtansicht handelt, so möchte ich dieses Bild dennoch einfügen. Geistlicher Rat Wilhelm Hefner (1926-1954 Pfarrer von Obernburg) konnte den maßstabsgetreuen herodianischen Tempel 1935 fertigstellen. An einen Mitbruder schrieb er damals:

Um Weihnachten und Neujahr stand ich - wie gewöhnlich - schwer unter Druck der Arbeit fiir den Tempel. Da wurde es nicht nur ein mal elf oder halbzwölf Uhr nachts, sondern fast regelmäßig. Gott sei Dank, daß er fertig ist. Seit dem Neubau der Kirche kann er nicht mehr aufgestellt werden, weil wesentliche Teile und Figuren verlorengegangen sind.

20. Die Freiwillige Feuerwehr Obernburg wurde 1869 im Gasthaus 'Zur Sonne' (heute Kreissparkasse) gegründet. 107 Männer traten der Wehr bei. Der erfahrene Asehaffenburger Feuerwehrkommandant Schultz wurde als Lehrer engagiert und bereits am 29. Mai 1870 wurde am Wohnhaus des Advokaten Kaiser in der Römerstraße bei einer Übung 'die Schlagkraft' der Wehr demonstriert. 1886 wurden 20 Feuerwehrlaternen angeschafft und am 4. August während einer Nachtübung am Fridolin Weiler'schen Haus erprobt. Vom 15. Juni 1874 bis zum 26. März 1919 war Ernst Deckelmann Kommandant, der sich 1900 aus Anlaß seines 2Sjährigen Jubiläums vor der Bäckerei Hoek (heute Schillerstraße) mit seiner Mannschaft fotografieren ließ.

21. Heinrich Bingemer, der den seit 1880 ins Leben gerufenen 'Obernburger Boten', die Lokalzeitung für den 'Distrikt Obernburg' (später Landkreis) herausgab, der 1945 auf Anordnung der national-sozialistischen Behörden sein Erscheinen einstellen mußte, um Kräfte für den 'Endsieg' frei zu machen, war der große Mäzen und Initiator des unterfränkischen Feuerwehrwesens. Als Verleger der unterfränkischen Feuerwehrzeitung, Herausgeber von Büchern und als Förderer der Obernburger Vereine gehörte er unter anderem auch wegen seiner vielen Ehrenämter, die er begleitete, zu den populärsten Persönlichkeiten Unterfrankens. Er starb 1927, etwas über 60 Jahre alt, mit Orden und Ehrenzeichen hoch dekoriert.

22. Im Jahre 1924 kaufte der Buchdruckereibesitzer Heinrich Bingemer das Haus des Landwirts A. Helm und baute für den 'Obernburger Boten', der nach dem Auszug der Knabenschule aus dem Rathaus-Landgerichtsgebäude dort gedruckt worden war, ein neues Verlagshaus. Das Untere Tor mußte 1839 für den abgebroehenen Torturm auf Anordnung des bayerischen Staates in seiner heutigen Gestalt wieder aufgebaut werden, eines der frühen Beispiele der besonders in unserer Zeit groß geschriebenen Denkrnalpflege, Als die Stadt nach dem Wiederaufbau nicht sofort die hölzernen Torflügel anschlagen ließ, reklamierte diesbezüglich das königliche Landgericht.

23. Die Gründungskapelle des Musikvereins 1921, die aus der Feuerwehrkapelle und diese wiederum aus der Stadtkapelle hervorgegangen ist. Seit Obernburg 1313 Stadt wurde, erscheint in den Stadtrechnungen immer wieder ein Hinweis auf die städtische Musikkapelle, die nach dem Zweiten Weltkrieg unter Karl Koch zu einer weit über die engeren Heimatgrenzen hinaus bekannten Blaskapelle wurde. Das Bild der jungen Kapelle entstand kurz vor 1925 und zeigt stehend von links: Josef Reis, Heinrich Walter, Peter Koch Il., Peter Koch I., Anton Müller, Kar! Walter (Dirigent), Christoph Bayer, Franz Österlein und Franz Hofmann. Knieend von links: Johann Hahn, Max Hahn, Ferdinand Weiler und Karl Koch. Sitzend: Benno Walter und Kar! Walter.

24. Im Jahre 1872 zog das königliche Landgericht aus dem Nebenbau des Rathauses in das spatere Landratsamtsgebäude und die Knabenschule in die frei gewordenen Räume des Rathauses urn. Als diese für die gewachsene Schülerzahl zu klein geworden waren, entschloß sich die Stadt zu einem Neubau außerhalb der Stadtmauern, der 1909 bezogen werden konnte. Zusammen mit der Schule errichtete man für den Lehrer der ersten und der zweiten Schule eine repräsentative Lehrerwohnung. Der ursprünglich neben diesem Gebäude vorgesehene Eingang zum Schulhof wurde im Anschluß an den Schulbau 1910 mit einem Kriegerdenkmal für die Gefallenen der Kriege von 1866 und 1870/71 zugebaut, Der mächtige Löwe repräsentiert das Nationalbewußtsein des Kaiserreiches vor dem Ersten Weltkrieg.

25. Das 'neue Obernburg' war in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts nach Norden gewachsen, für die damaligen Verhältnisse lag zum Beispiel das Landgericht weit außerhalb der Stadt, So argumentierte man auch beim Bau der Knabenschule im Jahre 1909, daß den Kindern der weite Schulweg von der Kirche über das Untere Tor hinaus zu dem vorgesehenen Bauplatz überhaupt nicht zuzumuten sei, da oft ein scharfer Nordostwind wehe und dieser den aus dem Frühgottesdienst kommenden eventuell gesundheitliche Schäden zufligen könnte. In dem Gebäude links im Bild wohnten die beiden Obernburger Gendarmen mit ihren Familien.

26. Die Räterevolution in Obernburg im Jahre 1918 hatte in Johann Elbert ihren führenden Kopf. Die Mitglieder des Arbeiter- und Soldatenrates, durchwegs Frontsoldaten, die nichts mehr vom Krieg wissen und die einen neuen Staat in 'Freiheit und Frieden' schaffen wollten, mußten zunächst für ihre Ideale demonstrieren. So kam es nach der Ausrufung der Räterepublik auf dem Mühlstein am Biergarten des Gasthauses 'Zum Karpfen' durch Johann Elbert zu einem großen Demonstrationszug, der zum königlichen Bezirksamt zog und zur 'Beurlaubung' des Bezirksamtmanns Fischer führte, Chr. Spix schaffte es, den Aufmarsch vor dem Bezirksamt heimlich zu fotografieren.

27. Im Jahre 1618 ließ der kurfürstlich Mainzische Zahlmeister Wendel Roth seiner verstorbenen Ehefrau Katharina Sommerin und seiner jetzigen 'Hausfrau Anna Geitmanin' von dem bekarmten Miltenberger Renaissancebildhauer Johannes Junker diese eindrucksvolle Kreuzigungsgruppe anfertigen. Im Sockel des Kreuzes sind die Wappen des Stifters und seiner Frauen zu sehen, Diese wohl schönste Kreuzigungsgruppe aus dem 17. Jahrhundert an der Ecke Kreßstraße-Aschaffenburger Straße war nach dem Zweiten Weltkrieg so verwittert, daß sie in den fünfziger Jahren abgebrochen werden mußte. Ihre Reste sind heute im 'Junkersaal' des Asehaffenburger Schloßmuseums als Leihgabe ausgestellt.

28. Der Spessartbund zieht bei seiner sonntäglichen Wanderung am 25. Juli 1920 singend zum Oberen Tor. Im Hintergrund steht das eindrucksvolle Renaissancehaus der Brauerei und des Gasthauses 'Zur Sonne', daneben die Schlosserei Deckelmann, rechts das Bauernhaus von Johann Englert. Hauptlehrer Hußlein und Bürgermeister, Kommerzienrat Heinrich Wörn, waren große Förderer des Wandervereins. Als 1928 das Spessart-Bundesfest in der Stadt gefeiert wurde, betonte Bürgermeister Wörn in seiner Begrüßung, 'Obernburg habe sich seinen Platz unter den deutschen Städten erstritten und einen Menschenschlag erzeugt, der treu und innig an seinem Heimatboden hänge',

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