Obernburg am Main in alten Ansichten

Obernburg am Main in alten Ansichten

Auteur
:   Leo Hefner
Gemeente
:   Obernburg am Main
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2816-2
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Obernburg am Main in alten Ansichten'

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29. Das Distriktskrankenhaus wurde 1899 errichtet und war für die stationäre Versorgung der Bewohner des Bezirksamtsbereichs Obernburg ein großer Fortschritt. Am 25. August 1910 wurde zwischen dem Vertreter des Distriktsausschusses Dr. Blüm (Obernburg) und der Kongregation der Töchter vom Allerheiligsten Erlöser in Würzburg ein Vertrag abgeschlossen, der dem Krankenhaus bis zum September 1959 sein Pflege- und Verwaltungspersonal sicherte. Ihnen folgten die Pallottinerinnen, die mit der Verlegung des Kreiskrankenhauses nach Erlenbach mit umzogen.

30. Vor dem Ersten Weltkrieg standen das Landratsamt, das Amtsgericht und das Distriktskrankenhaus als markanteste Bauwerke im Norden der Stadt. Die Lindenstraße ist 1920 bereits mit Häusern bebaut. Die Mädchen- und die Knabenschule füllen die Baulücken zur Stadt hin aus, Auf der anderen Mainseite ist der Platz des 'Enkawerkes' noch mit Wald bewachsen. Von Elsenfeld steht gegenüber von Obernburg noch kein Haus. Um die Stadt herum liegen Äcker und Obstbaurngrundstücke, einige Jahre später begehrteste Bauplätze.

Kg. Amtsgericht.

31. Das königliche Amtsgericht ist ein stolzer Neurenaissancebau aus rotem Buntsandstein, erbaut auf einem ehemaligen Hopfengarten, der zu Beginn des 19. Jahrhunderts angelegt worden war und bei dessen Rodung der Obernburger Bürger Kessler römische Gefáße fand. Als er 1848 darüber dem bayerischen Hauptmann Ney berichtete, der mit einer Abteilung Jäger hierher verlegt worden war, ließ dieser seine Soldaten hier ausgraben und schaffte Wagenladungen voll römischer Gefäße, in eigens für sie geflochtene Weidenkörbe gestellt, nach Nümberg ins Römisch-Germanische Nationalmuseum, wo sie heute noch sind. Das Amtsgericht wurde am 19. Oktober 1919 bezogen und ist heute für 110000 Bewohner zuständig,

32. Mit dem Brückenbau im Jahre 1890 erhielt auch die Mainstraße, der 'Gänsrain' eine neue Bedeutung, wurde sie doch nun zu einer vielbefahrenen Verbindungsstraße. Waren es früher die Fuhrwerke, die lärmend über das Kopfsteinpflaster zur Fähre holperten, so wurde der zunehmende Autoverkehr nach dem Ersten Weltkrieg für die Anwohner zu einer immer größeren Belästigung, die erst mit dem Bau der Südbrücke aufhörte. Für die erwartungsvoll beobachtenden Kinder scheint der 'Photographenapparat' des Chr. Spix ein besonderes Ereignis gewesen zu sein. Die Schillerstraße als Verbindung zur Lindenstraße ist neben dem Gasthaus 'Zum Hirschen' bereits durchgebrochen, ein Hinweis, daß die Aufnahme etwa um 1910 gemacht worden sein dürfte.

33. Kommerzienrat Heinrich Wörn baute zwischen 1893 und 1900 den bis ins 18. Jahrhundert zurückreichenden väterlichen Handwerksbetrieb zu einer maschinell betriebenen Gerberei-Fabrik aus. Im Mühlbach wurden unterhalb der Maintorbrücke die Felle gewässert, um dann, wie auf dem Bild zu sehen ist, zusammen mit Eichenrinde in die Lohgruben gelegt zu werden. Das so gegerbte Zahmsohlleder wurde wegen seiner hervorragenden Qualität vor allem von der Schuhindustrie und den Schuhmachern sehr geschätzt. Beim Bau der Lohgruben wurde die Nord-Ost-Ecke des römischen Kastelis entdeckt.

34. Ein 'Pfuhlfaß' geladen, fährt ein Kuhfuhrwerk die Mainstraße hinunter. Nahezu in jedem Haus gab es bis in die dreißiger Jahre eine kleine Landwirtschaft. Auch als die Kleinbauern Glanzstoffarbeiter geworden waren, dauerte es noch Jahre, bis der Verdienst so groß war, daß sich einer nach dem anderen von seinen Kühen, Geißen oder Schweinen trennte. Nach Schichtschluß war es eine Selbstverständlichkeit, auf dem Feld weiter zu arbeiten. Nach 1950 wurde 'der Gänsrain' zu einer der verkehrsreichen Straßen der Stadt. Besonders die Lastkraftwagen machten den Anwohnern bis zum Bau der Südbrücke zu schaffen. Von der Ruhe, die auf unserem Bild ist, träumte man nur noch.

35. Unterhalb der Mainbrücke stand während der Erntezeit die Dreschmaschine. Erntewagen hinter Erntewagen nahmen den Platz ein, an dem während der übrigen Jahreszeit vor allem Fichtenholz für die Papierindustrie gelagert und in Schiffe verladen wurde. Wer seinen mit Garben voll beladenen Wagen nachgefahren haben wollte, der mußte einen Familienangehörigen oder einen Bekarmten abstellen, der dafür sorgte, daß er in der Reihe blieb, wenn das Getreide der davorstehenden gedroschen und so Platz geworden war. Dennoch kam es immer wieder zu wortreichen Auseinandersetzungen, wer an der Reihe sei. Da half oft auch ein kühles versöhnendes Bier aus dem benachbarten Karpfen nichts mehr.

36. Der 'Affenstein' war an der Affen-Maingassenecke eingemauert und befindet sich jetzt im 'Römerhaus', Die Untere Gasse hieß 1890 noch Affengasse, Da sich niemand die geflügelte Sphinxfigur, die zwischen den Vorderpfoten einen menschlichen Kopf hält, erklären konnte, nannte man sie wegen der Straße, in der sie angebracht war, 'Affenstein', Der Sphinx gehört zu einem britonisch beeinflußten römischen Grabdenkmal und zeigt, daß die Soldaten des Britonennumerus, die der aquitanischen Kohorte unterstanden, ihre in England gebräuchlichen Grabdenkmäler auch hier errichteten. So finden sich gleiche Darstellungen auch in Colchester und am Hadrianswall.

37. Die Mainstraße war neben der Römerstraße, die durch das Obere und Untere Tor begrenzt wurde, die zweitwichtigste. Wer auf die andere Mainseite wollte, mußte den 'Gänsrain' hinunter. In der Mitte der Straße stand ein Ziehbrunnen, der 1800 in einen Pumpbrunnen umgebaut und nach dem Bau der städtischen Wasserleitung 1897 entfernt wurde. Am Haus des Färbers Klimmer ist noch die Petroleumlampe, die zusammen mit der am Pfaffengasseneck den Gänsrain beleuchtete. Links, in der Straßenmitte, steht das Haus der Buchbinderei Johann Weitz, rechts ist das Schild der Bäckerei und des Gasthauses 'Zum Anker' zu sehen. Die Schillerstraße als Verbindung zur Lindenstraße ist noch mit dem Haus des Bäckers Hoek zugebaut.

38. Im Jahre 1925 wurden vor dem Haus des Kaufmanns Karl Reitz und 1926 vor dem der Firma Schenk (heute Elektro-Reis) in der Mainstraße die ersten Benzinzapfstellen errichtet. Am 15. Juli 1926 hatte der Stadtrat verfügt, daß der 'Einbau des Behälters auf dem städtischen Trottoir zu erfolgen habe', um Verkehrsstörungen zu vermeiden. Der wohl prominenteste Gast war 1936 der Negus von Abessinien, der mit seinem mit Gold verzierten Rolls-Royce bei Luitpold Reis tankte, dann nach Klingenberg weiter fuhr und dort rnit Dr. August Brötz (Enkawerk) eine Blechkarambolage hatte. Luitpold Ruis, der erste Obernburger Elektrofachhändler steht mit seiner Frau vor seinem Geschäft.

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