Obernburg am Main in alten Ansichten

Obernburg am Main in alten Ansichten

Auteur
:   Leo Hefner
Gemeente
:   Obernburg am Main
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2816-2
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Obernburg am Main in alten Ansichten'

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39. Die Gebrüder Koch haben 1915 ein Erinnerungsfoto machen lassen. Links steht Polizeidiener Peter Koch, neben ihm sein Bruder August, ein beliebter Hausmetzger, und der Landsturrnrnann Ludwig, der in der 4. Kompanie des Infanterie1andsturrnbataillons Asehaffenburg diente und dem seine beiden Brüder am 23. Januar 1915 diese Karte schickten, weil sie erfahren hatten, daß er an die Front versetzt werden sollte. Peter Koch war über 30 Jahre hindurch städtischer Polizeidiener, ein Amt, das in der Zeit des Dritten Reiches dann nicht mehr besetzt wurde und das auf den Stadthauptmann zurückgeht, den es seit der Stadterhebung gab. Er stellte die Exekutive dar und sein oberster Dienstherr war der erste Bürgermeister.

40. 'Es klappert die Mühle am rauschenden Bach!' Weder Mühlrad noch Mühlbach erinnern heute an die städtische und die Knechtsmühle, eine Idylle, die für immer vorbei ist, Als Erzbischof Peter von Mainz Obernburg am 23. Mai 1313 zur Stadt erhob, wurde von der Mümling ein Mühlbach abgezweigt, der das Rad der 'stiftischen Mühle' antreiben mußte. Der Mühlbach in dem jeder Bürger fischen konnte und in dem es besonders gute Fische gab, mußte beim Bau der Urngehungsstraße zugeschüttet werden. Wenn 'die Bach' abgelassen wurde, um ihr Bett reinigen und ihre Ufer neu befestigen zu können, war das besonders für die Jugend ein Erlebnis, konnte man die Fische doch nun mit den Händen fangen.

41. Der Almosenturm mit der Wasserpforte, dem Mühlbach und der Knechtsmühle war einer der malerischsten Plätze der Stadt. Um 1880 wurde die Stadtmauer oben abgetragen, um den Westwinden, die sich besonders an heißen Sommertagen hier stauten, gesättigt mit den 'Düften' der Stadt, einen besseren Durchzug zu verschaffen. Der abgesetzte Turm ist der bestgegliedertste der Obernburger Festung und seit seiner Fertigstellung in den ersten Jahrzehnten des 16. Jahrhunderts ein Wahrzeichen der Stadt. Neben ihm stand das Haus der städtischen Almosenstiftung. Er ist heute besteigbar. Von seinen Zinnen aus hat man einen besonders schönen Bliek auf die Spitzgiebeldächer der Stadt und das Maintal.

42. Der Krieger- und Veteranenverein hatte 1907 in der Bierbrauerei Schuster beschlossen, eine neue Fahne anzuschaffen und für die Helden der Kriege von 1866 und 1870/71 ein Kriegerdenkmal errichten zu lassen. Am 19. Juni 1910 fand unter großer Beteiligung der Bevölkerung dann die Denkmalsenthüllung und die Fahnenweihe statt. Aus dem Bild spricht eine uns seit dem Dritten Reich nicht mehr verständliche patriotische Gesinnung. Umgeben von den 'Ehrenjungfrauen' haben die stolzen Fahnenträger, in der Mitte August Koch, links neben ihm sein Bruder Peter und rechts sein Bruder Ludwig, vor dem neuen Vereinssymbol Platz genommen.

43. Der Krieger- und Veteranen-Verein Obernburg feierte vom 20.-22. Juli 1929 sein 50. Gründungsfest. Die Gründungsmitglieder waren vor allem Kriegsteilnehmer des Krieges von 1870/71. 1883 war das älteste Vereinsmitglied Stefan Raups gestorben, der noch das Armeedenkzeichen von 1813/14 besaß. Beim Festzug beteiligten sich die ehemaligen Berittenen in ihren Uniformen: Ulanen, Husaren, Schwere und Leichte Reiter (Chevauleger). Auf dem Bild stehen von links: Geiger, Josef Zöller, Karl Ripperger, Ludwig Becker, Valentin Dinkler, Fischer, Heinrich Hohm, Ignaz Schreck, August Brand, Georg Müller und Otto Hefner.

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44. Die St-Anna-Kapelle hieß bis ins 18. Jahrhundert offiziell St-Noitburgis-Kapelle. Im 16. Jahrhundert wurde sie von der Familie des Johannes Obernburger durch einen spätgotischen Chor erweitert. Dabei wurde der Hauptaltar versetzt, Bei den 1968 durchgeführten Restaurierungsarbeiten fand man im Boden unter dem ehemaligen Hauptaltar die Überreste einer Mithrasinschrift, die den Schluß zuläßt, daß die Kapelle in frühfränkischer Zeit über einem römischen Mithräum erbaut wurde, Der St-Anna-Tag, der seit der ? -",.. Erbauung des 'Annenaltares' 1559 unter Pfarrer Faul-

haber im Juli besonders festlich gefeiert wird, ist mit - seiner abendlichen Feier auf dem Friedhof für alle Teilnehmer ein besonderes Erlebnis.

45. Auf den Stapel- und Verladeplatz zwischen St-Anna-Kapelle und Almosenturm waren nach 1890 die Steinhauer mit ihren Werkstätten umgezogen, die bis dahin hinter der Stadt, an der Lindenstraße ihre Arbeitsplätze hatten. Als nach dem Abbruch der Stadtmauern mit dem Bau der Mainbrücke im Jahre 1890 die Altwasser des Maines unterhalb der Stadt mit dem sonst nicht mehr verwendbaren Bauschutt aufgefüllt und die 'Kapellengriesinseln' in eine nutzbare Wiesenfläche gemacht wurden, hatte sich dieser Verladeplatz direkt angeboten. Rechts ist der auf Schienen verschiebbare Ladekran zu sehen, mit dem die aus den Brüchen zwischen Obernburg und Wörth, hinter der Stadt und am Großwal1städter Berg herausgesprengten Steinblöcke verladen wurden. Der Eisgang zog viele Schaulustige an das verschneite Ufer,

46. Der Vorstand und die Direktion der am 16. April 1890 von Prälat Ludwig Benkert gegründeten OVGO (Obstverwertungsgenossenschaft Obernburg), Sitzend von links: Magistratsrat und Stadtkassier Kunig, sowie Direktor Konze. Stehend von links: Der Schulinspektor für das Bezirksamt Obernburg, Pfarrer Seubert aus Niedernberg, Direktor Dahlem und Pfarrer Welzbacher aus Elsenfeld. Gegen Ende des vorigen Jahrhunderts war der Weinbau durch den rentableren Obstanbau abgelöst worden. Obernburg wurde durch die OVGO zu einem Zentrum des unterfränkischen Apfelweins. Der Genossenschaft spendete Papst Pius X. 1907 seinen apostolischen Segen und Pfarrer Kneipp schrieb ein Gutachten über die Bekömmlichkeit des Obernburger Apfelweins.

47. Die 'Wingerte' (Weingärten) wurden durch 'Bangerte' (Obstgärten) ersetzt, weil strenge Fröste und kaum bekämpfbare Rebkrankheiten gegen Ende des 19. Jahrhunderts den Weinbau unwirtschaftlich gemacht hatten. Als die. veralteten und verwilderten Rebstöcke ausgehauen und dafür ertragreichere Obstbäume gepflanzt wurden, war der Apfelsegen im Herbst oft so groß, daß im Hof der OVGO meterhohe Apfelberge aufgeschüttet werden mußten und die Stadt in den folgenden Wochen nach Most, jungem Apfelwein und Apfelgelee roch. Zu Ehren des Apfels wird seit den dreißiger Jahren alljährlich in der Woche um Christi Himmelfahrt das 'Apfelblütenfest' gefeiert, das erste große Frühlingsfest des Untermains.

48. Die 'Ovgoburg' und der 'Babylon' gehörten bis in die dreißiger Jahre zu den Wahrzeichen der Stadt. Im Tanzsaal der romanisch nachempfundenen Backsteinburg feierte man im Sommer die beliebten Tanzfeste bei 'Obstschaumwein' und Apfelwein, den man gerne 'gespritzt', aber auch, besonders von Kennern bevorzugt, pur genoß. In dem von Prälat Benkert auf der Nürnberger Landwirtschaftlichen Ausstellung vor dem Ersten Weltkrieg erworbenen 'Musikpavillon' spielte die Blasmusik bei den Festen im Freien. In Zeitungsanzeigen aus dem Jahre 1910 warb der 'Verkehrs- und Verschönerungsverein Obernburg a. Main' mit dem Hinweis: 'Obstverwcrtungsgenossenschaft, Prachtaussicht vorn Burgbau.'

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