Obernburg am Main in alten Ansichten

Obernburg am Main in alten Ansichten

Auteur
:   Leo Hefner
Gemeente
:   Obernburg am Main
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2816-2
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Obernburg am Main in alten Ansichten'

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49. Vom 'Babylon', der im Bild links angeschnitten ist und der ein durch den Jugendstil angeregter Fachwerkbau war, bei dem die Fächer mit Backsteinen ausgemauert waren, hatte man einen schönen Bliek auf die Südseite der Stadt, auf der sie nach 1890, gleich der Nord- und Westseite, über den eingelegten Mauerring wieder hinauszuwachsen begarm. In römischer Zeit lag hier ein Teil der 'canabae', des Lagerdorfes. Als Obernburg 1313 zur Stadt erhoben und zu einer Festung ausgebaut wurde, mußte das Vorfeld so frei daliegen, daß es für einen Angreifer keine Schutzmöglichkeiten gab. Deshalb wurden damals alle Häuser, die außerhalb der Mauergrenze lagen, abgerissen.

50. Pfarrer Matthäus Briccius (1659-1669 Pfarrer von Obernburg) ließ 1661 zwei Kreuzigungsgruppen 'von dem Miltenberger Bildhauer' anfertigen, die eine auf dem Friedhof (heute im Turm der Pfarrkirche) und die andere an der Abzweigung der Straße nach Eisenbach aufstellen, Diese gilt seither als Schutz vor Wolkenbrüchen und Unwettern, die bis dahin die Stadt immer wieder heimgesucht hatten. Seit Pfarrer Briccius dieses Kreuz in diesem Sinne aufstellen ließ, verursachten kein Kieselschlag oder Unwetter mehr die bis dahin bekannten Schäden. Gegen Ende der Nazizeit schlug ein Frevler die Christusfigur vom Kreuz und warf sie in die benachbarte Mümling. 1959 ließ die Familie Michael Englert einen neuen Korpus anbringen, der von einem ehemals in Kleinwallstadt aufgestellten Kreuz stammt.

51. Unterhalb des 'Jahnshügels', einem von Paul Benz und Otto Hain aufgeschütteten Abraumberg ihres Steinbruchs an der 'Laimenkauten', waren nach 1920 die ersten Häuser erbaut worden, als das Landratsamt, das Amtsgericht und das 'Distriktskrankenhaus' die Stadt nach Norden hatten wachsen lassen. Die Laimenkaute wurde bald darauf zum Sportplatz. Hier arbeiteten seit römischer Zeit die Obernburger Ziegler. Die große Lehmgrube diente nach ihrer Auflassung zunächst als Schuttplatz, wie die Aufnahme noch zeigt.

52. An der schon in der Frühzeit begangenen Furt war Obernburg über dem Kastell der 4. aquitanischen Reiterkohorte entstanden. Seit 1313 ist eine Stiftsfähre nachzuweisen, deren Fährrechte 1859 von dem letzten Erbpächter B. Cammer - in dessen Eigentum sie nach dem Ende des Mainzer Kurstaates übergegangen war - an die Stadt verkauft wurden. Diese richtete eine 'Fliegende Brücke' ein, das heißt, eine von der Strömungskraft des Maines angetriebene Fähre, die an einem über den Main gespannten Seil hing. Als auch diese dem stärker gewordenen Verkehr über den Main nicht mehr gewachsen war, forcierte Bürgermeister Peter Kreß die Brücke, die auf dem Bild kurz vor der Vollendung steht, als ein 'Distriktsbedürfnis'. 1890 wurde die 1945 von deutschen Truppen gesprengte Brücke eingeweiht.

53. Wie kaum eine andere Fabrik fügt sich das 'Glanzstoffwerk' in die Landschaft ein, In den zwanziger Jahren war neben dem Kamin der Viskosebau mit seiner eisernen Treppe das größte Bauwerk. Auf dem Main zieht ein KettenschIepper einen Schiffszug bergwärts. Der Main ist noch nicht durch Staustufen gestaut. Die Parallelbauten, die im vorigen Jahrhundert eingebaut wurden, um das Flußbett tiefer zu machen und die gleichzeitig wegen des schnellfließenden Wassers als Fischlaichplätze dienten, sind im Bild links vorne zu sehen. Als der Fluß einige Jahre später gestaut wurde, verschwanden die Mauem mehr als einen Meter tief im Wasser. Der Kettenschleppzug und das Glanzstoffwerk sind ein schönes Dokument der Industrialisierung und Wirtschaftskraft unserer Heimat.

54. Die Mainbriicke war das bedeutendste Bauwerk der Stadt im vorigen Jahrhundert. Sie belastete den Stadtsäckel so sehr, daß auf der Obernburger Rampe ein Briickenzollhäuschen im neugotischen Stil erbaut wurde und jeder Benützer Zoll bezahlen mußte. Ausgenommen waren lediglich die Angehörigen des Militärs und der Beamtenschaft, wenn sie im Dienst waren. Auf der Obernburger Seite ist an der ehemaligen Anlegestelle der Fähre noch das Fährmannshäuschen zu sehen, in dem die städtische Freibank ihr Fleisch verkaufte. Im Fährmannsstübchen im Obergeschoß war für Landstreicher ein Obdachlosenasyl eingerichtet worden.

55. Zwei parallel verbundene Dampfschlepper fahren unter der neuen Mainbrücke hindurch, ein Ereignis, das viele Zuschauer auf die Brücke loekte. Auf ihr ist über dem Pfeiler eine Petroleumlampe zu sehen, zusammen mit der des anderen und den beiden an den Ufern, die einzige Beleuchtung. Als die Brücke noch nicht stand, waren Schleppzüge und Flöße oft ein Grund, warum man den Zug nicht erreichte. Als es in Elsenfeld in den achtziger Jahren brannte und die Obernburger Feuerwehr wegen vorbeifahrender Schiffszüge mit der Fähre nicht übersetzen konnte, war dies mit ein Grund, warum der Brückenbau so schnell durchgezogen wurde.

56. Der Main, von den Kelten 'moinos', von den Römern 'moenus' genannt, wurde bis in die Mitte des vorigen Jahrhunderts von 'Leinreiter-Schiffen' befahren, die an der Obernburger Furt die Ufer wechselten. Als in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts seine Normalbreite durch Parallelbauten von 159 auf93 Meter verringert wurde, schuf man damit die Voraussetzung für die 1887 bis Asehaffenburg und 1893 bis Bürgstadt eingerichtete rentablere Kettenschleppschiffahrt, die aus der Konkurrenz mit den Dampfschiffen als Siegerin hervorgegangen war. Der Kettenschlepper, die 'Mainkuh', konnte einen ganzen Schiffszug bergwärts ziehen, wie das Bild vor dem 'Niederfeld ' zeigt.

57. Als sich nach dem Ersten Weltkrieg das bisherige Gerücht bestätigte, daß auf dem Gelände der Wüstung Mainhausen eine größere Fabrik erbaut werden solle, gab das den armen Spessartbauern, den Kleingütlern des Maintales und den Heimarbeitern des Mümlingtales Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Am 3. März 1924 entstieg der mit Ungeduld herbeigesehnte 'erste Obernburger Seidenfaden' dem Probespinnbad und bereits am 19. März konnte die erste vollarbeitende Spinnmaschine in Betrieb genommen werden. Die 'Glanzstoff', heute 'Enka', schuf für einige Tausend Menschen sichere Arbeitsplätze. Der neue Hochkamin (183 Meter) hat längst das alte Wahrzeichen, den Kamin mit seinem Wasserspeicher, abgelöst.

58. Die spatgotische Kirche St. Johannes der Täufer in Eisenbach erhielt 1930 einen neuen Turmhelm und einen Glockenstuhl für drei Glocken. Der alte konnte nur zwei aufnehmen und war baufällig gewesen. Die Aufnahme entstand irn Anschluß an die Turmerhöhung. Wenn man sich das mit SchaUfenstern versehene Stockwerk wegdenkt, hat man die Turmhöhe von vorher. Die Kirche steht am Platz des frühen Eisenbach, das seinen Namen von den Eisen- und Manganerzgruben ableitet und das in seinem Ursprung in die frühfränkische Zeit zurückreicht. 1936 wurde die Kirche durch eine Chorerweiterung vergrößert,

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