Obernburg am Main in alten Ansichten

Obernburg am Main in alten Ansichten

Auteur
:   Leo Hefner
Gemeente
:   Obernburg am Main
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2816-2
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Obernburg am Main in alten Ansichten'

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59. Der Innenraum der 1748-1750 erbauten katholischen Pfarrkirche St. Johannes der Täufer in Eisenbach besaß einen nicht eingezogenen Chorraum, der vom Langhaus durch eine Chorbogenmauer geschieden war und mit den drei Altären ein Beispiel für den zurückhaltenden Mainzer Spätbarock darstellte. 1936 wurde die Kirche in diesem Bereich erweitert. Die Altäre mit Malereien des Asehaffenburger Malers J.C. Bechtold und die übrigen Figuren sind in den Erweiterungsbau so geschickt integriert worden, daß die Harmonie des Raumes nicht gestört wurde.

60. Das Pfarrhaus war der größte Gutshof an der Hauptstraße in Eisenbach. Der Pfarrer besaß so viele Äcker, daß es für ihn - wie für die meisten seiner Amtsbrüder im vorigen Jahrhundert auch - eine Selbstverständlichkeit war, nach dem Werktagsgottesdienst einzuspannen und aufs Feld zu fahren. Auf dem rechten Kamin hat sich ein Storehenpaar eingenistet. So viele Tiere gab es damals noch im 'Fröschloch', daß Meister Adebar noch zum Dorfbild gehörte. Links ist die Schmiede von Thaddäus Greßbach angeschnitten. Davor stehen zwei Gesellen mit ihren langen Lederschürzen und blieken zusammen mit den Kindern und den übrigen erwartungsvoll zum Fotografen.

61. Der Schmiedemeister und Windenmacher Jakob Greßbach war im vorigen Jahrhundert wegen der Eisenvorkommen nach Eisenbach gekommen, Seine Handwinden waren von einer solchen Güte, daß die Nachfrage seinen Sohn Zachäus gezwungen hatte, einen modernen Betrieb auf der anderen Mümlingseite zu errichten und das Unterdorf zu verlassen. Bis nach Übersee hatten sich die Greßbachwinden einen Namen gemacht und so war es nicht verwunderlich, daß sich der Betrieb aus einer Windenschmiede zu einer Winden- und Maschinenfabrik entwickelte. Die Schmiede im Unterdorf stand im Hinterhof des Greßbachhauses.

62. Das Bild der Familie des Schmiedemeisters und Windenmachers Zachäus Greßbach aus dem Jahr 1890 zeigt den erfolgreichen Handwerksmeister, der die väterliche Dorfschmiede zu einer bekarmten Winden- und Maschinenfabrik ausbaute. Links stehen seine Töchter Franziska, neben ihr die älteste Tochter Sophie, die Großmutter meiner Frau. Beide heirateten später die 'Maurersbrüder' Gottfried und Johann, Vor Zachäus sitzt seine Frau Cöline, daneben steht sein jüngster Sohn Josef, der später den Betrieb weiterführte. Rechts steht Otto. Er verlor in jungen Jahren bei einem Hochzeitsschießen seinen rechten Unterarm, legte dennoch die Schlossermeisterprüfung ab und führte später die Eisenbacher Post.

63. Der Schmiedemeister und Windenhersteller Zachäus Greßbach prägte als langjähriges Mitglied des Gemeinderates die Geschicke des Dorfes besenders vor dem Ersten Weltkrieg entscheidend mit. Pflasterung, Kanalisation, Schulhausbau, Elektrifizierung, Wasserleitungsbau und Feuerwchr, um nur einige Punkte zu nennen, waren die Probleme, die damals den grundsätzlich nach dem sonntäglichen Hauptgottesdienst tagenden Gemeinderat beschäftigten. 1916 ließ er sich mit seinem Enkel Ludwig fotografieren, wobei beide ihre patriotische Gesinnung 'für Eisenbach, Kaiser und Reich' in ihrem Äußeren zum Ausdruck brachten.

64. Im Jahre 1928 veranstaltete der Sängerbund Eisenbach einen Faschingsball unter dem Motto: 'Eisenbachcr Kerb vor einhundert Jahren.' Was auf dem Bild (oben links beginnend) Babett, Sofie, Franzi, Käth, Toni, Cäcil, Hilda, Franzi, Rosmarie, Armelies und Hanna tragen, als sie im Schwanengarten fotografiert wurden, sind nachgeschneiderte Odenwälder Trachten, wie man sie im 18. Jahrhundert auch in Eisenbach getragen hat. Die 'Kochelhaube' war eine besonders festliche Kopfbedeckung.

65. In seinem Testament hatte der verstorbene Eisenbacher Pfarrer Flach 1 000 Mark für die Gründung eines Kindergartens bestimmt. Sein Nachfolger, Pfarrer Hippeli, gründete 1900 deshalb den 'St> Johannis-Zweigverein' und übertrug, dem Wunsch des Stifters entsprechend, die Krankenpflege und den Kindergarten zwei Schwestern der 'Töchter vom hl. Erlöser'. Der Kindergarten wurde zusammen mit der Wohnung der Schwestern - später waren eine Schwester für die Krankenpflege, eine für den Kindergarten und eine als Oberin tätig - im Rathaus eingerichtet. Bei schönem Wetter ging man zum Kinderspielplatz hinter der Kirche. Die Aufnahme zeigt die 1984 60jährigen, die 1929 in ihrem letzten Kindergartenjahr zusammen mit den nachfolgenden Jahrgängen fotografiert wurden.

66. Am 2. Weihnachtsfeiertag des Jahres 1873 gründeten 18 Männer zusammen mit Bürgermeister Theobald Kammer den 'Sängerbund 1873' Eisenbach, der im kulturellen Leben der Gemeinde bis heute seinen festen Platz hat. 1875 wurde eine Fahne angeschafft und 1885 das Trinkhorn, das oft mit Brunnenwasser gefüllt wurde, wenn der Durst groß und der Geldbeutelleer waren. 1884 entstand die Aufnahme mit dem zweiten Dirigenten, Lehrer Hußlein. Der erste, Lehrer Büdel, der gleichzeitig Vorstand war, wurde 1877 nach Schweinfurt versetzt.

67. Müller Pfeifer hatte 1862/63 seine Mühle und den Mühlkanal mit im Hartberg gebroehenen Steinen errichtet. Im August 1911 schloß der Mühlenbesitzer Erwin Jakob, dem die 'Neumühle' gehörte, mit der Gemeinde einen Vertrag, daß er 'ein Elektricitätswerk zwecks Abgabe elektrischer Energie für Licht- und Kraftzwecke' errichte und den in der Gemeinde benötigten Strom liefern werde. Er verpflichtete sich weiter, die elektrischen Hauptleitungen, sowie die Verteilungsleitungen in den Straßen auf seine Kosten zu erstellen, während die Hauseigentümer für ihre Hausinstallation selbst aufkommen mußten. Das erste Elektrizitätswerk von Eisenbach ist auf dem Bild der zwanziger Jahre eine Idylle am Mühlkanal.

68. Die sonntägliche Fahrt auf dem selbstgebauten Floß auf der Mümling war für Johann Ball, der das Ruder betätigte, Heinrich Philipp, der sicherheitshalber einen Regenschirm mitgenommen hatte, Otto Maurer, der die Fahrstange betätigte, und Adam Giegerich, besser als Schorsehe Adam bekannt, sicher ein besonderes Erlebnis. Ihren guten Kleidern kann man ansehen, welches Vertrauen sie in ihr 'bachtüchtiges Schiff' hatten, das mit seiner Oberfläche nur knapp über dem Wasser lag. Es ist nicht bekannt, daß die vier mit ihm baden gingen.

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