Obernburg am Main in alten Ansichten

Obernburg am Main in alten Ansichten

Auteur
:   Leo Hefner
Gemeente
:   Obernburg am Main
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2816-2
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Obernburg am Main in alten Ansichten'

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69. Josef Kloos, seine Frau 'Jule' und ihr Sohn Josef stehen vor ihrem mit einem Weinstock umrankten Haus, Vater Kloos war zunächst Kochmeister in der OVGO. Sein Können und sein Geschmack bestimmten die beliebten Apfelgelees und Säfte, Später wurde er Polizeidiener in Eisenbach, Mit der Dorfschelle verkündete er die Bekanntmachungen. Wegen seines urwüchsigen Humors allseits beliebt, immer zu einem Spaß aufgelegt, gehörte er als eine überall bekannte Persönlichkeit zu den Eisenbachern, die man auch in den Nachbarorten gut kannte. Mit ihm starb ein Stück vonAlt-Eisenbach. Ein Polizeidiener wurde nach ihm nicht mehr bestellt.

70. In Eisenbach gab es drei Basaltgruben. Die eine war am 'Stellweg-Raibacher Weg', die andere am 'Eisernen Pfahl' und die ergiebigste lag im 'Steinknuß'. Gegen Ende des vorigen Jahrhunderts wurde nur noch in diesem Bruch abgebaut. 1900 mußte die Arbeit jedoch eingestellt werden, weil eine über dem Basalt lagernde brüchige Sandsteinschicht einzustürzen drohte. 1924 begann die Gemeinde erneut mit dem Basaltabbau, weil man zu der Überzeugung gekommen war, im Tagbau arbeiten zu können. Aus dieser Zeit stammt unser Bild, auf dem von links beginnend zu sehen sind: Karl Hohm, Adam Giegerich, Richard Marquart, Johann Ball, Amand Ball, Albrecht Schnabel, Karl Weigand, Heinrich Hohm und Josef Schnabel.

71. Im Jahre 1910 wurde die Straße von Eisenbach bis zur Wagnermühle (später Deckelmanns- und Kochsmühle) an der Abzweigung der Staatsstraße Obernburg-Wörth mit einer Teerdecke versehen. Der Straßenbau war ftir die nicht gerade im Reichtum schwelgenden Kleinbauern eine willkommene Einkommensaufbesserung. Mit der Dampfwalze - einem fauchenden Ungetüm - wurden die im Handbetrieb gleichmäßig verteilten Basaltsteine aus den Eisenbacher Gruben glatt gewalzt. Voller Stolz steht links Straßenwärtermeister Schnabel, der kurz und bündig deshalb 'Chausseeschnabel' genannt wurde, vor seiner Straßenbaumannschaft.

72. In der Hauptstraße in Eisenbach stand auch die 'Neue Linde' mit dem Pumpbrunnen. Davor stehen unter anderen Julia Weiß, Leonhard Elbert und Otto Berninger, Die Straße wurde erst einige Jahre zuvor gepflastert und kanalisiert. An dem Boll-Kellerschen Haus rechts ist unter der neuzeitlichen elektrischen Straßenlaterne noch die alte Petroleumlarnpe erhalten, ein Hinweis, daß die Aufnahme kurz nach 1911 entstanden sein dürfte. Gegenüber dem Bernhardschen Haus erhebt sich das Gasthaus 'Zur Krone' mit seinem kunstvoll geschmiedeten Wirtshausschild. Die machtige 'Alte Linde', rechts am Straßenende, überragt mit ihrer weitausladenden Krone die einstöckigen Häuser,

73. In der Odenwaldstraße in Eisenbach liegt die Bäckerei von Johann Krug, die um 1920 noch kein Schaufenster und auch keinen Laden in unserem heutigen Sinn hatte. Die Backwaren wurden im Wohnzimmer verkauft. Nebenbei betrieb J. Krug, der sich mit seiner Magd Anna, seiner Frau Anna, der Schwester des Pfarrers Treitz und seinem Sohn Gottfried, der seine Bäckerk1eidung trägt, vor seinem Anwesen fotografieren ließ, eine Landwirtschaft. So kam es, daß vor allem selbst angebautes Getreide verarbeitet wurde. Berühmt waren seine großen 'Weck', die besonders an Sonntagen sehr geschätzt waren. Die meisten Familien bucken ihr Brot im Gemeindebackhaus.

74. An einem Sonntag in der Zeit um 1930 ließen sich unter der mächtigen Krone der alten Linde fotografieren, von links beginnend: Mathilde Rudolph, Amand Ball, Gertrud Hohm, Adam Vath, Verena Hohm, Libia Kraich, Margaretha Becker - da sie die Hebamme war, kurz 'Ammegret' genannt - Gertrud Pfeufer, Thekla Hohm, Barbara Hohrn, Anna Appel und die Kinder Elvira Pfeufer und Reinhold Hohm. Die Bank um die Linde lud besonders an Sonntagnachmittagen zu einem 'Schwätzchen' ein, bei dem die rieuesten Ereignisse ausgiebigst 'durchgehechelt' wurden.

75. Der letzte Eisenbacher Schweinehirt Karl Haselbacher, hier mit seinen Söhnen Peter und Gottfried, zog jeden Tag mit seiner Herde am Morgen in die Lairnenkaute. Wenn er mit seinem Horn blies und durch die Dorfstraße lief, wurden die Ställe geöffnet und bald hörte man nur noch das Grunzen der Schweine, die sich so an ihre Freiheit gewöhnt hatten, daß es bei der Rückkehr am Abend oft Probleme gab, wenn das eine oder andere Tier noch keine Lust verspürte, in den heimatlichen Stall zu gehen. Die Sausuhle hielt die Tiere gesund, entgiftete sie doch der Lehm auf eine ganz natürliche Weise und hielt das Ungeziefer ab.

76. Der Main mit den Parallelbauten, das Glanzstoffwerk, das sich an der alten Furt an den Berg schmiegende Obernburg, die Mainbrücke und die wenigen Häuser Elsenfelds sind auf dieser Luftaufnahme aus dem Ende der zwanziger Jahre eine Landschaft, die noch rein bäuerlich geprägt ist. Fein abgegrenzt reihen sich Äcker und Wiesen aneinander. Die Fabrik scheint sich in dem Kiefernwa1d des im 16. Jahrhundert zur Wüstung gewordenen Mainhausens versteeken zu wollen. Wie frisch geputzt liegt die Flußlandschaft da und strahlt eine Ruhe aus, wie sie die folgenden Jahrzehnte nie mehr kannte.Kein Jahrhundert zuvor hat dieses Stück Landschaft so verändert wie die der Aufnahme nachfolgenden Jahrzehnte.

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