Oberschleißheim in alten Ansichten

Oberschleißheim in alten Ansichten

Auteur
:   Otto Bürger
Gemeente
:   Oberschleißheim
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3454-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Oberschleißheim in alten Ansichten'

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9. Kein Wunder, daß sich Wladimir Svertschkow (1822-1879) in einer durch drei Schlösser geschichtlich wie durch eine Gemäldesammlung künstlerisch reichhaltig dokumentierten Atmosphäre wohlfühlte, wie sie in Oberschleißheim vorherrschte. Der gebürtige Russe, erst Offizier, dann der künstlerischen Neigung folgend Schlachtenmaler, spezialisierte sich schließlich auf Handwerk und Gewerbe. Er ließ sich an der Freisinger Straße inmitten eines neuangelegten Parks ein Wohnhaus (in das später der Dichter Bernd Isemann zog) sowie Werkstätten für Glasmalerei bauen. Zu seinen Auftraggebern zählte auch König Ludwig Il. Svertschkows finanzielle Lage erlaubte es, für die minderbemittelte, überwiegend in der Landwirtschaft tätige Bevölkerung, eine Kinderbewahranstalt einzurichten (als Vorläufer des 1902 gegründeten Kindergartens).

10. Die Dichter Bernd Isemann (1881-1967) und Waldemar Bonsels (1880-1952) -Bild-wohnten in den ersten Jahren des zweiten Jahrzehnts dieses Jahrhunderts als Freunde und als Nachbarn Haus an Haus an der Freisinger StaBe am Rande des Berglwaldes. Ihre gemeinsame Verlagsgründung 'E.W. Bonsels und Co' in München-Schwabing gipfelte in dem Bestreben, gemeinsam - aber jeder für sich - ein Tiermärchen zu schreiben. Während Bonsels 'Die Biene Maja und ihrer Abenteuer' mit über 1,5 Millionen Exemplaren - übersetzt in vierzig Sprachen - ein Welterfolg wurde, wartet Bernd Isemanns Ameisengeschichte 'Nala und Re' noch auf ihre Entdeckung.

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11. Die Kunststadt München zog in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts auch den in Düsseldorf geborenen Otto Hupp (1859-1949) in seinen Bann. 1882ließ sich der ungewöhnlich vielseitige und begabte Künstler von Gabriel von Seidel an der Mittenheimer Straße ein Haus bauen. Hier entstanden Wappen, keramische Kunstgegenstände, Entwürfe für Briefmarken, Geldscheine, Münzen usw., die nicht nur in Deutschland, sondern sogar in Europa bis hin nach Amerika Lob und Anerkennung fanden. Otto Hupp kaufte nach und nach die an seinen Besitz angrenzenden Grundstücke auf, bepflanzte sie mit verschiedenen Baumsorten und schuf so den sogenannten Huppwald.

12. In Sichtweite des Neuen wie auch des Alten Schlosses konzentrierte sich das Geschäftsleben. Ein Schild an der Südseite des Eckhauses an der Effnerstraße (links im Bild) verkündete einst: 'Metzgerei & Handlung von Lorenz Kellner vorm. Zendat. ' Der Metzgermeister Kellner ließ aber auch eine große Anzahl von Postkarten, wie diese hier mit Ansichten vom Ort aus dem Jahre 1905, in einem eigenen Verlag herstellen. In den dahinter liegenden Anwesen wohnten von links nach rechts der Müller Ludwig Schachtner sowie der Bäckermeister Eugen Stellwag. Ganz am Ende der Häuserzeile sieht man das Vordach des Feuerwehrhauses vorspitzen.

13. Die Postkarte aus dem Jahre 1908 zeigt die Dorfidylle, wie sie damals noch auf Schritt und Tritt anzutreffen war. Links im Bild das Haus des Bäckermeisters Georg Neuhäusler (später Hastreiter). Rechts von der Brücke über den Dachauer Kanal, durch Bäume halb verdeckt, die Gast- und Tafernwirtschaft 'Blauer Karpfen'. Der Maler Robert Raudner ließ auf einem in jener Zeit entstandenen Ölgemälde, das die Wirtschaft als Hauptmotiv zeigt, ein paar Gänse gemütlich über die im Vordergrund des Bildes verlaufende Dachauer Straße watscheln. Heute ist das Überqueren der Straße an dieser Stelle wegen des starken Verkehrs sogar für die Einwohner risikoreich.

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14. 'Zu allen Zeiten und von allen Seiten loekt Schleißheim stets von neuem.' Diesen von Hans Brandenburg zitierten Ausspruch wußten auch in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg die Wirte Michael Haselsberger, Alfred Hochenrieder, Elise Lindner, Franz Maier, Schuster Josef (Kreuzstraße), Simon Schuster (Neuherberge), Rudolf Söllner und August Kellner zu schätzen. Sie alle genossen Ansehen und Wohlstand. August Kellner war Eigentümer des stattlichen Gasthofes 'Zum Deutschen Ritter' an der Freisinger Staße, zu dem ein hübscher Garten und eine größere Anzahl von Fremdenzimmern gehörten. Viele am Flughafen beschäftigte Soldaten wohnten hier für kürzere oder längere Zeit. Ein folgenschwerer Fliegerangriffwährend des Zweiten Weltkrieges legte das Haus zur Mittagszeit in Schutt und Asche. Viele Tote waren zu beklagen.

Schieißheim - Kg!. Schloß

15. Oberschleißheims Handel und Gewerbe fanden nicht nur am Ort sondern auch im näheren und

< < weiteren Hinterland Interessenten. Deshalb entschied sich auch der Kaufmann Franz Jacob in seinem Neubau an der Freisinger Straße, schräg gegenüber der Schule Anfang des Jahrhunderts eine Kolonialwarenhandlung zu eröffnen (Foto rechts unten). Somit gab es 1912 in der Gemeinde mit seinen 1 380 Einwohnern 5 Krämer, 3 Metzger, 2 Bäcker, 2 Flaschenbierhandlungen, 8 Wirtschaften, 3 Baugeschäfte, 4 Schuhmacher, 2 Sattler, je einen Schreiner und Gärtner, die Ackergerätefabrik Ignaz Lipp sowie die zum Kgl. Proviantamt gehörende Mühle bzw. in Neuherberg eine Schweinezuchtanstalt.

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16. Zu den ältesten Bauten neben den Schloßanlagen zählen in der Gemeinde die Arbeiter-, Handwerker- und Kleinbauernhäuser an der Dachauer Straße entlang des Kanals. Dabei wies der Baustil mit den sogenannten Stichwalmdächern eine für Oberschleißheim typische Form auf. Er findet sich ebenso beim Offizierswohnhaus der Fliegerersatzabteilung (jetzt Raiffeisenbank), wie beim Katzenbergerhaus oder wie bei der Waldwirtschaft 'Bergl'. Das Bild zeigt das Arbeiterwohnhaus von Johann Benl neben dem Gasthaus 'Blauer Karpfen' nach einer Zeichnung von Heinz Katzenberger. Das Benl-Haus wurde nach dem Zweiten Weltkrieg abgerissen.

17. Eine originelle städtebauliche Besonderheit weist der Ortsteil Lustheim auf. Hier erhielten Ende des 18. Jahrhunderts die 'dahier nöthigen Arbeitsleuthe' die Erlaubnis, sich an der Rondellmauer ,die den Hofgarten im Osten begrenzt, anzusiedeln. Nach und nach wurden die Häuser einstöckig ausgebaut. Zu diesem Zwecke schlossen sich 1910 dreizehn Eigentümer zu einer Baugenossenschaft zusammen. Der letzte Ausbau erfolgte 1971. Die immer wieder geäußerte Meinung, daß es sich hier um 'Türkenhäuser' handelt, ist nicht richtig. Es stimmt zwar, daß Max Emanuel in Schleißheim für den Kanalbau gefangene Türken beschäftigte. Es entbehrt aber jeglicher Grundlage, daß der Kurfürst seine Kriegsgefangenen in Lustheim ansiedelte. Das Foto zeigt die Anwesen Gabl, Raml und Berger (von links nach rechts) Anfang der dreißiger Jahre.

18. Wunderschöne alte Alleen durchziehen den Ort, umsäumen alle Straße und zeigen dem Kundigen schon von weitem, daß er sich einem Fürstensitz nähert. Soweit das Auge reicht prangen Felder und Wiesen, von allen Seiten lackt der dunkle Wald, der Schleißheim mit würziger Luft versorgt .. , Schleißheim eignet sich auch zur Sommerfrische und sind, wie überhaupt fûr längeren Aufenthalt, Fremdenzimmer vorhanden, so in der Kgl. Schloßwirtschaft, Gasthof Bergl u. a. auch in Privathäusern. Wegen aller Auskûnfte wolle man sich an den Verschönerungsverein Schleißheim wenden, der alle Aufschlüsse bereitwilligst erteilen wird. (Aus einem anonymen Prospekt, erschienen 1914.) Foto aus dem Jahre 1912.

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