Oberschleißheim in alten Ansichten

Oberschleißheim in alten Ansichten

Auteur
:   Otto Bürger
Gemeente
:   Oberschleißheim
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3454-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Oberschleißheim in alten Ansichten'

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19. Tiefe Religiosität und Ehrfurcht vor Gott kennzeichneten die Bevölkerung von Oberschleißheim, 1919 waren von den 1 900 Einwohnern 1 800 Katholiken. Flur und Feld zierten Kreuze wie dieses hier an der St.-Margarethen-Straße, das 1874 'Zur Ehre und Verherrlichung Gottes, um Gnade und Segen der Feldfrüchte und zur Anbetung des gekreuzigten Herrn Jesus Christus' unter anderen von Glasermeister Nachtmann, Josef Biangini und Johann Schenkl aufgestellt wurde. 1907 erfolgte eine grundlegende Renovierung, für die der Gemeindediener Max Müller bei den Schleißheimer Bürgern 11 Mark sammelte. Schreinermeister Konrad Fuchs hielt für die Nachwelt alles auf einem Notizzettel fest, auf dem es unter anderem heißt: 'Leser dieses Blattes mögen allen den Gebern ein Vater unser beten.'

20. Zur Zeit des bayerischen Kurfürsten Carl Theodor, Ende des 18. Jahrhunderts, ließ der 'Bayrische Obristjägermeister Theodor Freyherr von Waldkirch Churpfalz' am Rande des Mooses zwischen Oberschleißheim und Mittenheim eine Tränke für Rehe und Hirsche errichten. Entlang der Zufahrtsstraße, einer Abzweigung der Mittenheimer Straße, wurden Linden gepflanzt. Der 'Schleißheimer Hirschplan ' wie auch die über hundert Jahre alte Allee ist verschwunden. Doch erinnert die sogenannte Hirschplanallee mit ihren in den siebziger Jahren gepflanzten Jungbäumen heute noch an das geschichtliche Ereignis, von dem J.G. Winter 1784 einen Kupferstich anfertigte.

Schlei8heim b. München Schlo8wirtschaft

21. Die Kgl. Schloßwirtschaft, deren Pachtung die Familie Gaßner-Haselsberger inne hat und in anerkennenswerter gut bûrgerlicher Weise leitet, ist der Sammelplatz für Automobile und Radfahrer. Bei frohem Wort und gutem Trunk geht es an die Leibes Atzung, wobei die Schleißheimer Spezialität 'Isarfische' viel Freude findet. Im südlichen Flügel des alten Schlosses gelegen, verfügt die Kgl. Schloßwirtschaft über gemütliche Innenlokalitäten; besonders bemerkenswert ist der schone, sogenannte KapellenSaal (vor dem Schloßumbau die ehemalige Schloßkapelle) mit edlem, omamentalen Schmuck. Im Sûden schließt sich ein schöner, von hochstämmigen, breitausladenden Bdumen beschatteter Garten an. Nach einer zeitgenössischen Schilderung aus dem Jahre 1914.)

22. Ein vielbesuchter Bierquell, mit dem sicb wie in Schleißheim überall, geschichtliche Erinnerungen verbinden, ist die etwa 15 Minuten außerhalb des Ortes liegende Waldwirtschaft 'zum Bergl', Hier stand einst die um 1600 erbaute St. Ignazikapelle und Klause WilheIms V. des Frommen, damals durch etnen unterirdischen Gang mit dem zehn Minuten entfemten, ehemaligen, jetzt säkularisierten Männerkloster Mittenheim verbunden. Der Gang ist heute noch vorhanden, ebenso der Kalvarienberg mit interessanter Kreuzigungsgruppe. Bericht aus dem Jahre 1914.

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Sdllei8heim bei Münt!len ~~.

Veterlnärpolizsiliche Anstalt."

23. Im Jahre 1914 erschien folgende Notiz: In Richtung Dachau entstand die veterinärpolizeiliche Versuchs-Anstalt. Der Neubau enthält in seinem nördlichen Teil zwei Stallgebäude mit einer Länge von 31 bzw. 26 Metern. Das eine ist als Pferdestallung vorgesehen, im zweiten sollen Rinder. Schafe, Schweine und kleine Versuchstiere getrennt untergebracht werden. Im Anschluß wurde eine Impfhalle und eine Schmiede erstellt, Das Hauptgebäude bekommt im Erdgeschoß die Sezierhalle, in die eine Gleisanlage zum Transport der Tierkadaver führt. Außerdem sind im Erdgeschoß noch Präparierräume und ein Verbrennungsofen für Tierleichen. Im ersten Stockwerk befinden sich u.a. ein Wutschutzraum, wëhrend das zweite Stockwerk einen Kursussaal mit außergewöhnlich großen Fensterflächen beherbergt.

Schleissheim.

24. Das Königliche Hotbräuhaus befand sich in der südwestlichen Ecke des Remontedepots mit der Schäfflerei als Abschluß (ebenerdiger Querbau an der Giebelseite, Foto Mitte). Gleich daneben stand das Kühlhaus sowie das Wasserhaus (verdeckt, nur das Dach ist noch sichtbar). Zur Erinnerung an den Gründer Herzog Wilhelm V. gab es jährlich im Frühjahr einen dunklen Wilhelmsbock. Das Bier wurde dann in den kühlen Kellern auf der Nordseite des Gutes Hochmutting eingelagert. Für den Sommer gebrautes Bier - Märzen - erhielt eine höhere Stammwürze, da es sich so als länger haltbar erwies.

25. In einer 1911 erschienenen Broschüre mit dem Titel 'Schleißheim - der lohnendste Halbtags-Ausflug von München' heißt es: Und etwas ganz Besonderes hat Schleißheim selbst mit München gemein:

Es besitzt auch ein Königliches Hofbräuhaus! Schon unter Wilhelm V. wurde hier Bier gesotten. Die jetzige Braustätte datiert auch schon vom Jahre 1780, und für die Köstlichkeit des hier erzeugten Tropfens sind die beste Empfehlung die allsonntags in Scharen nach Schleißheim pilgernden Mûnchner, deren Trinksachverständigkeit wohl unbestritten ist! 1912 wurde die Erzeugung des Gerstensaftes eingestellt und sämtliche Anlagen an die Hackerbrauerei als Bierdepot verpachtet. Das Foto aus dem Jahre 1911 zeigt links von Fanny Barfuß den Braumeister Adolf Hilg.

26. Geselligkeit, gemeinsamer Zeitvertreib aber auch gegenseitige Hilfe kennzeichneten im Jahre 1912 das Vereinsleben am Ort. Damals gab es in Oberschleißheim folgende Vereine: Armenverein, Feuerstutzenverein, Freiwillige Feuerwehr, Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz, Kinderhortverein, Radfahrerclub, KUV Concordia, Kgl. priv. Schützengesellschaft Bergl, Sanitätskolonne, Schützenverein 'Bojaren' und 'Nachteule', Verschönerungsverein, Veteranenverein - und den Krankenunterstützungsverein Edelweiß. Seine Mitglieder stellten sich 1912 vor dem Portal des Schlosses Lustheim dem Fotografen. In der Mitte links neben der Fahne Toni Hirschvogel, rechts neben der Vereinsfahne Mathias Gandlgruber.

27. Im Namen seiner Majestät des Königs 'Betreff: Formation der Armee' gab das bayerische Kriegsministerium am 15. März 1912 eine Verordnung heraus. Danach geruhte Seine Königliche Hoheit Prinz Luitpold, des Königreichs Bayern Verweser, nachstehendes Allergnädigst zu verfügen: 1. Formationsänderungen.1. Vom 1.4.12 ab wird eine Fliegerkompagnie neu errichet und der Luftschifferund Kraftfahrabteilung unterstellt. Standort der Fliegerkompagnie: Ober-Schließheim ... Das Spiel mit den 'Fliegenden Kisten' konnte beginnen.

28. Am Dienstag, den 16. April 1912, erschien in der Münchner Zeitung auf Seite 4 folgende Meldung: Münchner Flugzeugindustrie. Von dem Militärflugplatz aus ist Oberleutnant GrafWolfskeel heute morgen bei sehr böigem Winde nach Schleißheim geflogen und dort vor dem neu errichteten Schuppen glatt gelandet. Es ist dies das erste Militärflugzeug, das in Schleißheim stationiert sein wird; es wurde vollständig von den Flugzeugwerken Otto hergestellt. Als Flugfeld wählte das Kriegsministeriurn das Gelände südlich der SchloBanlagen beiderseits der Münchner Straße aus. Die Fliegerkompagnie wurde zunächst im Gebäude No. 1 des Remontedepots untergebracht.

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