Oberviechtach in alten Ansichten

Oberviechtach in alten Ansichten

Auteur
:   Ludwig Berger
Gemeente
:   Oberviechtach
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3340-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Oberviechtach in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Die Stadt Oberviechtach liegt in der schönen Hügellandschaft des Naturparks Oberpfàlzer Wald, unmittelbar an der B 22, der sogenannten Ostmarkstraße, welche den Einwohnern das Tor zum Westen öffnet. Der Weg nach Osten dagegen ist weitgehendst versperrt, da nach etwa zehn Kilometer Luftlinie die 'Tschechische Grenze', welche hierzulande auch 'Eiserner Vorhang' genannt wird, die Landschaft durchschneidet. Es gibt hier auch keinerlei Grenzübergänge bis nach Norden hin bei Waidhaus und nach Süden in Furth im Wald. Dies bewirkt natürlich einen enormen wirtschaftlichen Nachteil.

Zusätzlich erschwert wurde das Leben in dieser Gegend besonders in früherer Zeit durch den sehr kargen Boden, der nur einen mageren Ertrag hervorbrachte. Der Untergrund, der vielerorts wie mit Steinen gepflastert erscheint, ist meist nur mit einer dünnen Humusschicht überzogen.

Die hier ansässigen Bürger, welche zum größten Teil eine kleine Landwirtschaft besaßen, mußten in früher Zeit mit einem Leben ohne Luxus auskommen. Es reichte oft gerade noch für das tägliche Brot, Wer natürlich damals schon die Möglichkeit entdeckte, sich einen Nebenerwerb zu schaffen, der hatte es etwas besser. So gab es in und um Oberviechtach zahlreiche Schuster, Schneider, Schmiede, Sailer, Weber, Kufner, Metzger und Bäcker, Aus dieser Zeit stammen auch die heute noch bekarmten berufsbezogenen Hausnamen. Der gemütlich, quer durch die Gegend sich schlängelnde Steinbach, auch Siechenbach genannt, ermöglichte es einigen Müllern ihr Handwerk zu betreiben. Bedingt durch die steinreiche Gegend und den qualitativ guten Granit entstanden rings um Oberviechtach auch mehrere Steinbrüche. Zusätzlich bot der Wald einigen Köhlern eine Verdienstmöglichkeit. Dem Fleiß und der Begnügsamkeit der damaligen Bürger war es zu verdanken, daß Oberviechtach (früher auch Vitahe, Vietach und Fichtag genannt) schon am 5. Mai 1337 von den Pfalzgrafen Rudolf Il. und Rupprecht 1. das Marktrecht er-

hielt, obwohl die erste urkundliche Erwähnung erst aus dem Jahre 1130 in einer Urkunde des Klosters Endsdorf hervorgeht. Es wird jedoch angenommen, daß der Ort bereits bei der Besiedlung dieses Gebietes unter Karl dem Großen seinen Ursprung hatte,

Die vielen räuberischen Feldzüge, meist aus dem Osten kommend, zwangen die Oberviechtacher im 14. Jahrhundert eine Festungsmauer zu errichten. Trotzdem wurde der Markt im Jahr 1432 von den Hussiten eingenommen und in Brand gesteckt. Lediglich die Burg Murach hielt dem Ansturm stand und konnte nicht bezwungen werden. Im Jahr 1433 wurden die Hussiten bei der Ortschaft Hiltersried geschlagen und aus der Gegend vertrieben. Im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) kamen wiederum Not und Elend über die Bevölkerung, nachdem der ganze Ort vollkommen zerstört war. Als dann endlich wieder alle Spuren der Verwüstung beseitigt waren, hausten im 18. Jahrhundert, besonders aber im Jahr 1773 kurz hintereinander sechs verheerende Brände und vernichteten wiederum das ganze Hab und Gut. 113 Gehöfte mit Kirche und Rathaus brannten vollkommen nieder.

Von Unglücken verschont blieben die Oberviechtacher aber auch in späteren Jahren nicht. Erst im Jahre 1924 brannte nochmals eine ganze Zeile von Scheunen nieder, Erstaunenswert jedoch ist, daß sich die Menschen damals immer wieder aufrafften und von vorne anfingen. Durch enormen Fleiß und gegenseitiger Hilfe in Hand- und Spanndiensten konnte bald auch das Gröbste überwunden werden. Von einer 35Stunden-Woche war allerdings nicht zu reden. Das Tagwerk begann meist schon lange vor dem Morgengrauen, z.B. Mähen von Heu und Grummet mit der Sense, und endete erst wieder nach Sonnenuntergang. Der Taglohn von Handwerkern und Tagwerkern war auch in keiner Weise mit der heutigen Entlohnung zu vergleichen. Aus einem Artikel in der Grenzwarte, der hiesigen Heimatzeitung von 1912, ist zu entnehmen, daß die Verputz- und Malerarbeiten am hiesigen Madehenschul-

haus zum Taglohn von 3,50 Mark erledigt wurden.

So dürftig wie der Lohn waren aber auch die damaligen Mahlzeiten. Im Speiseplan konnte man nur wenig Abwechslung erkennen. Einen Vorteil jedoch hatte diese Ernährung gegenüber der Jetzigen schon. Man lebte gesünder und kaum jemand brauchte mit Kalorien rechnen. Über die eigene Verpflegung hinaus mußten aber auch noch die sogenannten Kostgeher kostenlos mit Essen versorgt werden, welche von den Gemeinden den einzelnen Familien von Zeit zu Zeit zugeteilt wurden.

Die Kinder lernten von Grund auf dieses sparsame Leben. Dafür waren viele Spielchen, wie zum Beispiel 'Schussern und Blinde Kuh' umso interessanter. Die selbstgebastelten Pfeiferl und Hollerbixn waren noch etwas ganz Besonderes. Sehr früh wurden die Kinder auch schon zur Arbeit herangezogen, besonders in der Landwirtschaft. Kuh, Sau und Gänse hüten waren die häufigsten Arbeiten. So allmählich aufwärts ging es in dieser Gegend erst ab 1904, nach dem Bau der Bahnlinie Nabburg-Oberviechtach und dem Weiterbau nach Schönsee. Die Freude über die Bockelbahn wurde aber schon bald gedämpft, denn nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs im Jahr 1914 wurden viele junge Männer zum Kriegsdienst abtransportiert. Ein großer Teil davon, es waren im Markt mit den nahen Dörfern 103 tapfere Soldaten, durften ihre Heimat nicht mehr sehen. Im Zweiten Weltkrieg, der bereits 21 Jahre später wütete, mußten vergleichsweise sogar 174 Soldatenleben geopfert werden.

Der Markt Oberviechtach war seit dem Jahre 1900 auch im Besitz eines Bezirksamtes, bzw. Landratsamtes, das den bevölkerungsschwächsten Landkreis verwaltete bis zur Gebietsreform im Jahr 1972. Das Stadtrecht erhielt Oberviechtach 1952: Seit 1961 kann sich die zur Zeit gut 5 000 Einwohner zählende ehemalige Kreisstadt einschließlich der eingemeindeten Ortsteile auch Garnisonsstadt nennen. Bildliche Zeugnisse aus frühen Zeiten liegen uns nur wenige

vor. Erst ab Ende des 19. Jahrhunderts begarm man hier zu fotografieren. Die in diesem Buch zusammengestellten Aufnahmen stammen etwa aus der Zeit kurz vor der Jahrhundertwende bis in die dreißiger Jahre. Die aus der Vielzahl von Bildern ausgewählten Motive sollten den älteren Bürgern eine Erinnerung und der Jugend ein Ansporn sein, sich für die Historik in ihrer Umgebung mehr zu interessieren. Gar manchen Betrachter werden diese Bilder wehmütig stimmen, wenn er erinnert wird an die sogenannte gute alte Zeit. War auch das Leben hart und die Ernährung einfach, so konnte man doch gemütlicher und ohne so viel Hektik sein Tagwerk vollbringen. Die Jugend wird sich manches in den Bildern gezeigte so gar nicht recht vorstellen können, haben sich doch die Lebensgewohnheiten auf dem Land in den letzten vier Jahrzehnten fast um 180 Grad gewendet.

Einer der Hauptgründe, dieses Büchlein zusammenzustellen war aber mit Sicherheit der Zweck zur Erhaltung der alten Bilddokumente. Bei der Vielzahl derer, welche mir ihre Mithilfe zuteil werden ließen, wäre es vermessen, Namen zu nennen. Ich möchte mich auf diesem Weg recht herzlich bedanken, bei all denen, welche mir diese wertvollen alten Fotos aushändigten. Die historisch bedeutenden Daten stammen zum Teil aus persönlichen Überlieferungen in der Bevölkerung, zum Teil aber sind sie entnommen den Werken 'Eine Jugend im Oberpfà1zer Wald' von Josef Weigl, die 'Chronik des Amtsgerichts Oberviechtach' von Frau G. Waldherr und 'Die Pfarrei Oberviechtach in Geschichte und Gegenwart' von H. Herrn Konrad SchießL Diesem Letztgenannten sei ganz besonders herzlich für seine umfangreichen Forschungsergebnisse gedankt, welche er der Pfarrei und der Stadt Oberviechtach zuteil werden ließ. Die Quellen sind aus diesen Werken ersichtlich. Durch- diese vielen Helfer wurde das Zustandekommen des Büchleins erst ermöglicht.

Gruss aus Obervlechtach

Verlag Josef Mang, Obeeviecatecb. Jakob Stetrmer, Luxuspapiere en gros, cbwarzach N. B.

1. Diese Aufnahme dürfte das älteste, vom Markt Oberviechtach noch existierende Foto sein. Der genaue Betrachter wird feststellen, daß das Bahnhofsgebäude noch nicht vorhanden ist. Weiter sieht man an der Westfront der Kirche noch eines der mit Schindeln gedeckten Anwesen Nr. 81 Gerstner (Heumann) und Frischmann (Kreicherbauer) Nr. 83, welche die Kirche einengten und den Zugang nur durch einen engen Steig zuließen. Das eine Anwesen wurde dann im Jahr 1889 und das andere im Jahr 1906 abgerissen. Diese Gebäude dürften diesen Platz eingenommen haben seit Ende des 16. Jahrhunderts, nachdem der Friedhof an seinen jetzigen Platz verlegt war. Hier befand sich auch das Schulhaus, das bis Ende des 19. Jahrhunderts (so die Pfarrgeschichte) neben der Kirche stand. 1899 wurde es abgerissen, weil es angeblich das schlechteste in der Oberpfalz war.

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2. Dicses Bild aus dem Jahre 1911 gestattet einen Bliek aus dem Süden über die Nunzenrieder Straße hin zum Markt Oberviechtach. Von einer Bebauung entlang dieser Straße bis zum Armenhaus ist noch nichts zu sehen. In der Nähe dieses sogenannten Arrnenhauses, ehemals auch Siechenhaus genannt, befand sich in früherer Zeit auch ein Friedhof. Hier wurden hauptsächlich ungetauft verstorbene Kinder begraben. Der Flurname Siechenwiesen ist heute noch gebräuchlich. Der Pfarrfriedhof befand sich bis etwa Mitte des 16. Jahrhunderts bei der Kirche. Links im Bild sieht man bereits das 1910 erbaute Leichenhaus beim neuen Friedhof. Im Hintergrund kann man die Ägidiuskirche in Hof erkennen.

3. Der Ort Oberviechtach ist seit jeher geprägt von der im Südwesten sich erhebenden Burg Murach, welche möglicherweise gleichzeitig oder früher als der Ort entstanden ist. Das Bild zeigt einen gedrungenen Bliek ins Zentrum Oberviechtachs. Die Umbauung an der Westfront der Kirche ist bereits beseitigt. Im Vordergrund der ehemalige Pfarrhof mit den Ökonomiegebäuden. Rechts der Kirche steht das alte MädchenschuJhaus, das in früherer Zeit wahrscheinlich als Kloster diente und von 1840 bis 1881 das hiesige Landgericht beherbergte. Nach Fertigstellung des neuen Gerichtsgebäudes an der jetzigen Bahnhofstraße wurde im Haus an der Klostergasse die Mädchenschule untergebracht. 1912 wurde es von grundauf renoviert. In dieser Zeit gab es um den Markt auch noch Patrimonialgerichte. Es waren dies die Gerichte Pullenried und Vorderlangau unter Gutsbesitzer Anton von Schmaus, sowie Eigelsberg unter Gutsherr August von Fernberg. 1848 wurden diese Gerichtsstellen aufgelöst.

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4. Wie eine Henne mit ihren Küklein steht stolz und alles überragend die Pfarrkirche im Mittelpunkt. Ihr heutiges Aussehen, abgesehen von der Erweiterung im Jahre 1962, hat sie seit 1773, nachdem die Kirche mit einem grofsen Teil des damaligen Marktes abbrannte und wieder neu aufgebaut wurde. Aus einer Rechnung von 1778 geht hervor, daß der Wiederaufbau 4 612 Gulden, 10 Kreuzer und 1 Schilling kostete. Vor dem verheerenden Brand hatte die Kirche schon zweimal ein anderes Gesicht. Aus einer Karte des Churamtes Murach von 1589 ist zu sehen, daß sie ein langgestreckter romanischer Bau mit einem massiven, dreigeschossigen Turm im Westen war, von einem Friedhof umgeben. Ein Urn- oder Neubau ist nicht bekannt. In einem Stich von Merian im Jahr 1644 aber sieht die Kirche trotzdem ganz anders aus. Der auffallend hohe Turm steht jetzt nördlich des Chors. Das Gotteshaus selbst ist eine hochaufgerichtete, spatgotische Hallenkirche mit vier Jochen. 1689 wurde sie dann nochmals um zwei Joche verlängert. Im Vordergrund dieses Bildes sieht man noch das ehemalige Felixnhaus, das der Erweiterung des Marktplatzes weichen mußte.

5. Hier eine Ansicht vom mit Seerosen bewachsenen Marktweiher zur Pfarrkirche. Am Turrnmauerwerk erkennt man deutlich die Spuren der Vergangenheit. Die reichhaltige Geschichte, welche sich um dieses Gotteshaus formierte, ist zurückzuverfolgen bis zum Jahr 1237. Hier wird das erstemal ein Pfarrer von Oberviechtach urkundlich erwähnt,

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6. Während sich das Innere im Vorderteil der Pfarrkirche seit dem Jahr 1916 nicht mehr veränderte, wurde die Rückseite bei der Erweiterung im Jahr 1962 vollkommen umgestaltet. Dieses Bild zeigt die rückwärtige Ansicht mit den beiden Emporen. Gar manche Erinnerung wird sich beim Anblick dieses Bildes entwickeln. Für viele Männer war die Empore (im Volksmund nur 'Boa' genannt) ein eigenes Domizil. Mancher friedlich schlafende Kirchgänger zeigte sehr oft seine Andacht mit tief herunterhängendem Kopf an, der beim schrillen Ton der Ministrantenglöcklein ruckartig nach oben schnellte. Sehr oft regte so eine männliche Andachtsgeste auch die Sonntagspredigt des Pfarrers an, der von der Kanzel aus seine Pfarrkinder ja sehr gut im Blickfeld hatte. Mit energisch anschwellender Stimme und einem kritischen Hinweis auf derartige Untugenden konnte der Prediger so kurzzeitig die volle Aufmerksamkeit der Anwesenden auf ihn lenken.

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7. Als weiterer Mittelpunkt des Ortes war neben der Kirche schon immer auch der Marktplatz anzusehen. Dieses Bild dürfte entstanden sein um das Jahr 1910. Der Grund zu dieser Annahme ist der, nachdem die Bepflanzung im sogenannten Kirchgarten noch sehr niedrig ist. Im Jahre 1906 wurde hier das letzte, die Kirche einengende Anwesen abgebrochen. Der Springbrunnen, welcher damals den Marktplatz zierte, wurde höchstens von Pferdegespannen umparkt. Schön wäre es, wenn dieses Prunkstück wieder errichtet werden könnte, nachdem in diesem Zusammenhang sogar das damalige Brunnenmandl ausfindig gemacht werden konnte.

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8. Im Kirchengarten wurde 1921 die Mariensäule errichtet. Sie diente bis zum Bau eines neuen Kriegerdenkmals als Gedenkstätte für die Opfer des Ersten Weltkriegs. Eine Inschrift lautet: Dieses Denkmal errichtete die Pfarrgemeinde Oberviecntacn für die im großen Kriege 1914-1918 gefallenen Soldaten im Jahre des Heiles 1921. Dieses Kunstwerk wurdeIrn Jahr 1963 bei der Erweiterung der Pfarrkirche in die Allee verlegt.

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