Oberviechtach in alten Ansichten

Oberviechtach in alten Ansichten

Auteur
:   Ludwig Berger
Gemeente
:   Oberviechtach
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3340-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2 - 3 werkdagen (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Oberviechtach in alten Ansichten'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

39. Die dieken Stämme, welche im Sägewerk verarbeitet wurden, mußten von den Arbeitern oft selber aus den Wäldern geholt werden. Zunächst wurde dazu ein betriebseigenes Pferdegespann benützt. Mit fortschreitender Technisierung aber wurde auch hier das Pferd von einem Bulldog abgelöst. Doch wie so vieles technisches Gerät hatte auch dieser seine Kinderkrankheiten. Sollte dieses Gefáhrt in Gang gebracht werden, mußte erst tüchtig unter dem Motor eingeheizt werden. Hat es sich dann einmal fortbewegt, so war es der Kunst des Fahrers überlassen, die richtige Motordrehrichtung einzuhalten. Fuhr nämlich dieser Schlepper mit solch einem hochaufgeladenen Wagen zum Berg hinauf, so mußte der Fahrzeuglenker peinlichst darauf achten, daß die Motordrehzahl nicht zu weit absank. Im niederen Drehzahlbereich bestand die Gefahr und das passierte auch mehrmals, daß sich das Schwungrad plötzlich nicht mehr nach links drehte, sondern nach rechts. Wie gefährlich dies mit solch einer Last war, kann sich jeder ausrechnen. Einen Vorteil aber hatte dieser Bulldog auch, Man konnte als Treibstoff alles verwenden, sogar Petroleum und Altöl.

40. Der Bahnhof, der wirklich Wirtschaftskraft in diese Gegend brachte, steht hier noch einsam auf weiter Flur. Schon bald nach Fertigstellung der Geleise bis Oberviechtach befaßte man sich mit einem Weiterbau. Vielerlei Vorschläge und Wünsche wurden beraten und diskutiert. Sogar eine Fortführung der Schiene nach Neunburg oder Rötz wurde erwogen. Schließlich kam man doch zur Einigung, die Bahn nach Schönsee fahren zu lassen. Ins Auge gefaßt wurde dabei allerdings eine Verbindung bis nach Waidhaus herzustellen. Glücklich war man in Oberviechtach über diese Pläne überhaupt nicht. Die vielen Reisenden, welche durch die damalige Endstation bedingt in Oberviechtach verweilen mußten, ließen viel Geld in den Geschäften und Wirtshäusern zurück. Bei der Weiterfûhrung der Bahn hatte man Angst, diese Gäste wieder zu verlieren. All diese Bedenken halfen aber nichts. Im Jahr 1913 fauchte die Dampflock auch bis Schönsee.

41. Wenn auch viele kleine Handwerksbetriebe in Oberviechtach ansässig waren, so hatte die Bevölkerung als Haupteinnahmequelle doch die Landwirtschaft. Dabei war noch nicht wie heute eine Rinderzahl von mindestens 50 Stück erforderlich. Das wäre auch keinesfalls möglich gewesen. Ein Bauer mit 20 bis 30 Stück war schon ein ganz schöner Hof. Leben konnte man aber auch schon mit ein paar Stück, Ein luxuriöses Leben war natürlich nicht möglich, Diese Bildszene, aufgenommen aus der Sicht des jetzigen Autohauses Hanauer, war in der Zeit um 1905 etwas alltägliches.

42. Waren das Getreide in der Scheune und die Feldarbeit für dieses Jahr abgeschlossen, dann begann die Zeit des Dreschens, In ganz frühen Zeiten wurde das Getreide auf der Tenne mit der Drischel gedroschen. Eine Erleichterung für die Landwirte war dann schon die sogenannte Stiftenmaschine und erst als die Dampfmaschine auch in Oberviechtach einzog, war das Gröbste überwunden. Man brauchte nur Arbeitskräfte. Aber die gab es ja reichlich. Wenn die Drescher kamen, wurde meistens auch in Nachbarschaftshilfe zusammengeholfen. Diese Oberviechtacher Dreschkolonne (Bild) hatte zwei Besitzer. Die Dampfmaschine gehörte der Familie Hafenrichter (Schlosser). Die dazugehörige Dreschmaschine der Familie Gillitzer. Die verantwortlichen Maschinisten und Heizer waren Deyer1 und Merthan.

43. Bekanntlich waren die Bewohner dieser Gegend in der Hauptsache darauf angewiesen, was der Boden hergab. Das waren neben den Produkten aus Wiesen und Feldern auch die Steine, Es heißt nicht umsonst, 'diese Gegend sei Steinreich'. Die Arbeit war natürlich sehr hart, denn die Steinriesen, die zu Bausteinen, Pflastersteinen oder Grenzsteinen verarbeitet wurden, mußten alle ausschließlich mit der Hand bewältigt werden. Dieser abgebildete Steinbruch, einer unter vielen, befand sich bei Eigelsberg,

44. Für jede technische Erleichterung, welche sich anbot, war man dankbar, wenn auch die Handarbeit nachwievor an dominierender Stelle stand. Auf diesem Bild sieht man eine damals sensationelle Neuheit im Straßenbau. Es war eine Steinzertrümmerungsmaschine (Steinbeißer) welche berelts mit einem Ottomotor angetrieben wurde. Diese Maschine war eingesetzt bei einem Straßenbau in Richtung Wildstein und wurde bedient von Arbeitern aus Oberviechtach.

45. Ein Straßenbau Großprojekt war mit Sicherheit der Bau der Ostmarkstraße in der Zeit der Herrschaft des Nationalsozialismus. Dieser Straßenbau sollte auf höchsten Befehl so schnell wie möglich vorangetrieben werden. Darum mußte alles was Hand und Fuß hatte mithelfen. Diese Baustelle befand sich unweit von Oberviechtach.

46. 'Das goldene Handwerk' könnte man beim Anblick dieses Bildes sagen. Max Bösl (Balzerschreiner) war nicht Schreiner, sondern auch Bildhauer. Mit seinen Schnitzereien war er weit über die Grenzen Oberviechtachs hinaus bekannt. Im Bild arbeitet er gerade an einem Teil des Haupteingangs der Pfarrkirche.

47. Das Bier war seit eh und je ein wichtiges Nahrungsmittel, Fast in jedem größeren Dorf gab es deshalb mindestens eine Brauerei. Dieses Bild zeigt die Eröffnungsfeier im Komunbrauhaus in Oberviechtach. Es stand auf dem Grundstück des jetzigen Anwesens Schmidt in der Oberen Gasse (Nabburger Straße), nördlich des Notariats Mahir, das im Hause Alois Roßmann untergebracht war. Die in der Braugemeinschaft Beteiligten waren in erster Linie Oberviechtacher Gastwirte. Im Bild links stehend (mit weißer Schürze) der Braumeister Michl Bauer (Burgerbräu).

48. Noch eine zusätzliche, allerdings saisonbedingte Einnahmequelle wurde eifrig genützt. Es war die Hopfenernte in der Hallertau. Die dortigen Hopfenbauern wußten, daß in der Oberpfalz genügend und gute Leute zu bekommen waren. Ganze Sonderzüge und später dann Omnibusse transportierten die Hopfenzupfer in die Hallertau. Das Zupfen wurde irn Leistungslohn bezahlt. Die gesammelten Trollen zählte man Metzenweise zusamrnen, Einige Männer wurden eingeteilt mit langen Stangen die Stränge von den gesparmten Drähten herabzureißen. Auf dem Bild eine Gruppe aus Oberviechtach und den umliegenden Dörfern.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Algemene voorwaarden | Algemene verkoopvoorwaarden | © 2009 - 2022 Uitgeverij Europese Bibliotheek