Oberviechtach in alten Ansichten

Oberviechtach in alten Ansichten

Auteur
:   Ludwig Berger
Gemeente
:   Oberviechtach
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3340-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Oberviechtach in alten Ansichten'

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59. Kapellen wie diese gab und gibt es fast in jedem Dorf um den Ort Oberviechtach. So in Eigelsberg die ehemalige Schloßkapelle, welche am 8. März 1727 erstmals erwähnt wurde. Die ehemalige Burg- und Schloßkapelle auf Haus Murach, welche dem heiligen Nikolaus geweiht war. Der Bau dieser Kapelle ist nicht bekannt, lediglich der Abbruch, der 1807 geschah. Im Jahr 1936 wurde dann die sogenannte Ringlstetter Kapelle zu Ehren des heiligen Bruder Konrad in Obermurach errichtet. Aus dem Jahr 1892 stammt die Kapelle in Schönthan zu Ehren der Gottesmutter. In Tressenried steht eine Kapelle, welche erbaut wurde von Pfarrer Rosenheimer im letzten Jahr seines Wirkens 1928 inder Pfarrei Oberviechtach. Am Ortsrand von Oberviechtach, in der sogenannten Dreifaltigkeit steht die Ebner Kapelle, welche 1855 durch den Landarzt Wolfgang Ebner aufgrund eines Gelübtes aus einer bereits verfallenen Kapelle unbekannter Herkunft errichtet wurde. Dann die Kapellehen wie zum Beispiel bei Nunzenried. Und schließlich noch die Dorfkapelle in Lind (frühere Schreibweise Lyndt), deren Entstehung um das Jahr 1740 erfolgt sein mußte. Im Jahr 1841 wurde diese schon verfallene Kapelle (im Bild) wieder neu errichtet. Damit aber noch nicht genug. 1935 entschlossen sich Linder Bürger unter großem Kostenaufwand die dem heiligen Bruder Konrad geweihte Kapelle abzureißen und an anderer Stelle wieder zu errichten, da der bisherige Platz besonders für Langholzfahrzeuge eine große Behinderung war.

60. Solche Glockentünnchen wie dieses gab es früher ebenfalls in jedem Dorf. Sie beherbergten jeweils die Angelusglocke, welche nicht nur die Aufgabe hatte, an das Gebet zu erinnern, sondern auch bei einem Brandausbruch um Hilfe zu rufen, Wenn ein Dorfbewohner das zeitliche segnete, wurde ebenfalls die Glocke geleutet. Die Gründe dafür, daß diese Glocke nicht in Verbindung mit den jeweiligen Kapellen untergebracht wurden, ist darin zu suchen, daß die meist nur einfachen Dachkonstruktionen der Belastung der Glocke und dem damit verbundenen Leutevorgang nicht standgehalten hätten und zweitens die Türmchen meistens da errichtet wurden, wo jemand zu finden war, der das Leuteamt übernahm, Nachdem ausgehend vom Zweiten Weltkrieg diese Glocken sehr wenig wurden, ist es um so erfreulicher, daß sich die Dorfbewohner immer noch, ja in letzter Zeit immer mehr wieder darum kümmern.

61. Das gesellschaftliche Leben in den Dörfern wurde früher noch viel intensiver gepflegt als heute. Ein kleines Dorfwirtshaus wie hier zum Beispiel in Eigelsberg war zu mindest an den Sonn- und Feiertagen Mittelpunkt der Dorfbevölkerung. Da konnte der Wirt mit ruhigem Geflihl jedesmal ein Faß Bier anzapfen. Auf Promille brauchte man damals noch nicht zu achten und Geld kostete es ja auch nicht viel. Man braucht jedoch nicht zu glauben, daß in solchen Dorfwirtshäusern immer nur die gleichen Gesichter zu sehen waren, da es kaum Verkehrsmittel gab. Die jungen Burschen kamen oft von sehr weit anmarschiert.

62. Nachdem unsere Vorfahren immer wieder von verheerenden Branden heimgesucht wurden, welche das Hab und Gut der Bürger vernichteten, ging man langsam aber notgedrungen dazu über, Feuerwehren zu gründen. Dies geschah in unserer Gegend schon vor etwa 100 bis 120 Jahren, was man aus den vielen Stiftungs- und Gründungsfesten ersehen kann. In Oberviechtach selbst taten sich im Jahr 1865 freiwillig Männer zusammen zu einer Wehr gegen den roten Hahn, nachdem es kurz vorher erst wieder richtig brannte. Dies braucht einem nicht verwundern, wenn man die Liste dieser Brandkatastrophen sieht zwischen den Bränden von 1773, bei dem fast der ganze Markt eingeäschert wurde und dem Brand von 1928, welchem der Gasthof 'Zur Post' zum Opfer fiel. So brannte es innerhalb des Marktes Oberviechtach in den Jahren 1826, 1849, 1865, 1872, 1878, 1884, 1888, 1891, 1898, 1903, 1912 und 1924. Dieses Bild zeigt die strammen Feuerwehrmänner aus Oberviechtach, als sie ihr erstes Motorlöschgerät erhielten, das die Karrenspritze aus dem Jahre 1897 ablöste. 1905 feierte die Oberviechtacher. Wehr das 40jährige Stiftungsfest und im Jahr 1925 Fahnenweihe.

63. Auch dieses Bild besitzt bereits historischen Wert. Zu einem Erinnerungsfoto im wahrsten Sinne des Wortes stellten sich diese Männer, Es waren die Gründer der Blaskapelle Obervlechtach. Der bereits erwähnte 'Postbot Müller' war der Kapellmeister. Nach sehr viel Erfolg und einem Bekanntheitsgrad weit über die Gemeindegrenzen hinaus, erfreute sich dieser Klangkörper größter Beliebtheit, Daß diese Blaskapelle erst in jüngster Zeit zu existieren aufgehört hat, kann man nicht so recht verstehen. Es wäre doch sicher möglich, daß sich wieder einige ehemalige Musiker zusammentun und mit ihren Instrumenten das Erbe dieser, wie im Bild gezeigten ersten Blasmusikanten antreten.

64. Diese Ansichtskarte gibt es seit dem Jahre 1908. Sie zeigt einen weiteren ehemaligen Klangkörper aus Oberviechtach, Dieses komplette Streichorchester wurde betreut von einem gewissen Herrn Trösch, der arn Amtsgericht Oberviechtach tätig war. Die Besonderheit an dieser musizierenden Gruppe war die, daß zwar einwandfreie Musik gemacht wurde, jedoch selten in der Öffentlichkeit. Es war also fast ein reines Hausmusikorchester. Lediglich bei einern Besuch seiner Königlichen Hoheit, Prinz Leopold von Bayern arn 4. September 1899 wurden dem hohen Gast abends um 9.00 Uhr vor der Post (am Marktplatz) im Rahmen einer Feierstunde einige Serenaden vorgeführt. Bei diesem Fototerrnin des Orchesters achtete man allerdings auch auf das Äußere. Damit der vierte Streicher von rechts auch über sein Notenpult sieht, wurde er eigens auf einen Schemel gestellt. Trotz des noch kleinen Aussehens dieses Burschen wurde aber auch aus ihm noch etwas Großes. Der 'Expetiterrnaxl' (Max Schwarz) wurde ja bereits erwähnt.

65. War auch die Zeit hart und das Leben karg, so kannte man doch den Streß unserer Zeit noch nicht. Besonders in der Winterzeit fand man da immer wieder Gelegenheit, sich bei gemeinsamen Spielchen die Zeit zu vertreiben. Dabei traf man sich am Abend in der 'Roggastum' (Spinnstube), oder sonst in der 'Hutzastum', Für die Männer war damals das Eisstockschießen auf dem Marktweiher große Attraktion. An richtig kalten Wintertagen war diese Eisdecke nicht nur an den Sonntagnachmittagen, sondern auch an den Werktagen bevölkert (siehe Bild). Allerdings gehörte der Marktweiher nicht immer nur den Eisstockschützen. In der Zeit um den Februar, wenn die Eisschicht am dicksten war, wurden die mit langen Sägen zerstückelten Eisbroeken mit Fuhrwerken in die Bierkeller der Oberviechtacher Gastwirte gebracht. Dieses Eis mußte dann das ganze Jahr hindurch das Bier kühlen.

66. Eine weitere Gemeinschaft, die einst wie jetzt nützliche Dienste erfüllt, ist der Obst- und Gartenbauverein Oberviechtach. Dieses Bild zeigt die Gruppe kurz nach der Gründung bei einem Zuschneidekurs für Obstbäume. Allerdings dieser Baum wurde schon arg strapaziert, als man ihn neu frisierte.

67. Dieses Vereinsfoto wurde im Jahre 1901 angefertigt. Es zeigt die Schützengesellschaft Pullenried. Die Feuerwehren, Burschenund Schützenvereine waren die damals wichtigsten Vereine hier in dieser Gegend. In Oberviechtach existierte noch ein Königsverein. Jedoch wurde nicht immer jeder als Vereinsmitglied aufgenommen, der daher kam. Oft wurde man nur akzeptiert, wenn man Rang und Namen hatte.

68. Nochmals zu einem traurigen und in der Geschichte Oberviechtachs tiefe Wunden hinterlassendes Ereignis. Es war im Jahr 1914, als in Sarajewo die ersten verhängnisvollen Schüsse fielen. 'Krieg', stand in der Zeitung. Deutschland und Österreich marschierten in der Folge von Verträgen gegen Rußland. Frankreich und England erklärten Deutschland und Österreich den Krieg. Am 1. August 1914 verkündete der Polizeidiener mit seiner Glocke die allgemeine Mobilmachung. Schon bald darauf wurden die eingezogenen jungen Rekruten mit 'Pauken und Trompeten' auf dem Marktplatz von Oberviechtach verabschiedet (Bild). Diese Bildszene macht deutlich, welche Aufregung der Kriegsausbruch unter der Bevölkerung anrichtete. Gar manche Träne wird hier geflossen sein und manche Mutter wird ihrem geliebten Mann oder Sohn zum letzten Mal die Hand geschüttelt haben.

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