Oberviechtach in alten Ansichten

Oberviechtach in alten Ansichten

Auteur
:   Ludwig Berger
Gemeente
:   Oberviechtach
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3340-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Oberviechtach in alten Ansichten'

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69. Auch diese schneidigen Soldaten waren Oberviechtacher, Sie dienten im Königlich-Bayerischen Infanterieregiment und waren in einer Kaserne in Amberg untergebracht. Mit ihrer hellblauen Uniform, dem Spitzhelm am Kopf, dem Tornister (auch Muckl genannt) auf dem Rücken und aufgepflanztem Bajonett stellten sie sich auf den Befehl 'Augen links' dem Fotografen.

70. Wieder mehr zu lachen hatten diese angehenden jungen Soldaten. Es war der Musterungsjahrgang 1920. So ein Musterungstag ist seit eh und je ein großer Tag. Die Freude und Ausgelassenheit wird aber weniger wegen des zu erwartenden Kriegsdienstes die jungen Burschen ermuntert haben, sondern mehr die Tatsache, daß die Kinderschuhe abgelegt werden konnten und sie als vollwertige junge Männer akzeptiert wurden.

71. Ein noch unbeschwertes Leben konnten diese Kinder verbringen. Sie brauchten keine aufwendigen Spielsachen und waren trotzdem glücklich aufihrem Sandhaufen hier in der Karfreitaggasse. Dieses Foto entstand im Jahr 1929.

72. So sah es in einer richtigen Schusterwerkstätte bei einem hiesigen Schuhmacher aus. Dieser Meister unterrichtet gerade seine vier Lehrlinge in Praktik und Theorie. Damals gab es noch keine Tarifverträge über die Entlohnung oder die Arbeitszeit der Auszubildenden. Es kam öfter vor, daß solche Lehrbuben bis spät in die Nacht hinein auf ihrem Schusterbockel saßen. Trotzdem passierte es aber oft, daß die Eltern den Lehrmeister sogar noch dafür bezahlen mußten, daß er ihren Sohn in die Lehre nahm.

73. Einen Burschenverein gibt es in Oberviechtach heute nicht mehr, Zu Beginn dieses Jahrhunderts scheint er aber sehr aktiv gewesen zu sein. Am 18. August 1907 feierten die damaligen Mitglieder eine Fahnenweihe. Mit im Bild links der damalige Pfarrer Hamperl mit seinem Kaplan Josef Wolfrum. Pfarrer Hamperl plante bereits im Jahre 1903 die Verlängerung der Pfarrkirche, nachdem durch den Abriß des letzten, die Kirche einengenden Gebäudes der Platz an der Westfront frei zu werden schien, Warum es zu diesem Vorhaben dann nicht kam, ist nicht bekannt. Erst im Jahr 1963 konnte dieser Plan von Pfarrer Sindersberger verwirklicht werden.

74. Das ist keine Spinnstube, sondern ein Theaterstück, das die jungen Damen aufführen. Theater gespielt wurde seinerzeit sehr viel im Saal des Gasthofs 'Zur Post'. Es gab eben noch keinen Film und kein Fernsehen. So erfreuten sich diese Stückln größter Beliebtheit. Man machte es sich aber auch keinesfalls einfach mit dem Spielen. 'Der Hauptmann von Köpenik', 'Die Junggesellensteuer', 'Erster Klasse' und 'Hussitenkrieg', das waren nur einige der gebotenen Theaterstücke. Nachdem die Proben zu diesen Aufführungen sehr viele Abendstunden in Anspruch nahmen und anderseits die Moral sehr groß geschrieben wurde, verbot der Pfarrer kurzerhand das Theaterspielen für Mädchen. Die Burschen mußten nun auch in die Frauenrollen schlüpfen. Auf dem Bild, so scheint es, haben die jungen Damen 'den Stiel dann umgedreht'.

75. Das waren noch Zeiten! Da brauchte man nicht viel und man war trotzdem zufrieden. Da mußten die Gemeinden noch keine Millionen ausgeben, Man setzte sich in eine blecherne Wanne mit ein paar Eimer Wasser und fertig war das Freibad. Das Mädchen zweite von rechts könnte sicherlich viel erzählen. Es war die Tochter des Kunstmalers Lorenz Lehner, die jetzige Frau Bauer,

76. Zum Abschluß des Bilderbogens ein charakteristisches Bild dieser, längst vergangenen Zeiten, 'das alte Kirmweiberl'. Fast in jedem Haus fand man so eine Kirm. Solch ein Transportmittel wurde angefertigt, entweder durch eigene Kirm- und Grezlzeuner, oder auch im Winter von der Landbevölkerung selbst. Das Material wurde aus besonders elastischen Fichtenwurzeln durch schleißen (spalten) gewonnen. Mit Gurten wurde sie dann auf dem Rücken getragen wie ein Rucksack. Kleinere Häuselleute holten oft ihr gesamtes Futter auf dem Rücken nach Hause. Es gab mehrere um ihre Familie besorgte Weiberl, die man im Sommer kaum auf der Straße ohne ihre Kirm sah. So wie dieses Mutterl wurde zum Beispiel zum Heu wenden auf die Wiese gegangen und, damit der Fußmarsch ausgenützt wurde, eine Ladung Brennholz nach Hause getragen. Abgesehen vom Wintervorrat, der hier allmählich zusammengetragen wurde, hatten auch die Waldbesitzer ihren Nutzen. Es blieb kein Stück verdorrtes Holz für den Borkenkäfer liegen.

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