Oebisfelde in alten Ansichten

Oebisfelde in alten Ansichten

Auteur
:   Friedrich-Karl Sonntag
Gemeente
:   Oebisfelde
Provincie
:   Sachsen-Anhalt
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5817-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Oebisfelde in alten Ansichten'

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69. Dieses Bild bot sich dem Fotografen, als er von einem Fenster herunter den Festumzug zum 900. Stadtjubiläum aufnahm. Unzählige Oebisfelder und Gäste bestaunten den historischen Umzug, der hier von der Burg aus durch die Lange Straße vorbei an mit Girlanden und Fahnen geschmückten Häusern zog. Frauen, Männer, Kinder aus nah und fern hatten sich schmuck gemacht und erfreuten sich bei offensichtlich schönem Wetter der Bilder, die ihnen die festliche Parade bot.

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70, Im Umzug zur 900-Jahr-Feier im Jahre 1914 wurden wie auch bei den spätern Stadtjubiläen Ereignisse unserer Stadtgeschichte in vielerlei Bildern dargestellt, konnten Freunde und Bekannte in historischen Kostümen als Persönlichkeiten vergangener Zeiten bestaunt werden. Prächtig anzusehen waren auch die Mitglieder der Oebisfelder Stad/kapelle, die in der Uniform der Jäger von 1813 teilnahmen und mit ihrer Musik den rechten Takt angaben.

71. Zu den Privilegien, die einer Stadt zugestanden wurden, zählte das Recht, Märkte abhalten zu dürfen. In der mittelalterlichen Stadt waren Jahrmärkte ein Höhepunkt im Leben der Bewohner. Im Jahre 1523 durften in Oebisfelde vier Märkte veranstaltet werden, auf denen Vieh und Krämerwaren gehandelt wurden. Die Zahl der jährlichen Märkte erhöhte sich später. Mit dem Bau der Eisenbahn und damit günstigeren Verkehrsverbindungen sank die Bedeutung der Jahrmärkte. Bedeutungsvoll blieb jedoch die Viehvermarktung in unserer Stadt bis weit in dieses Jahrhundert hinein. Die Herren auf dem Bild (F. Widdecke, W. Kuthe, W. Schenke, M. Schulz, A. Stottmeister, W. Dömland, A. Kuthe und G. Hage) hatten sich mit ihrer Vereinigung das Ziel gesetzt, den Viehverkauf in unserer Gegend zu fördern.

Wo einst das Krieg e sgreuJ zerbarst, Das Frankreich und das Beijlierland. .. Dort ZOl( ich friedlich meine Bahn Durch Gau'n die ich gekannt.

Traf Men.chen anJ mit denen ich Oft mud und Leid geteilt,

Und nirJl'ends fand ich Gro/l nod> HaS Die Zeit hat AiI's geheilt.

72. Einheimischen ist Friedrich Ganz aus Oebisfelde bekannt. Er wohnte im 'Prinzenhaus' gegenüber der Burg. Es heißt, er sei widerwillig aus unserer Stadt nach Hamburg gezogen. Nach Art des 'Eisernen Gustav' fuhr er mit dem abgebildeten Wagen von dort nach Paris. Er wollte wohl als Botschafter guten Willens dazu beitragen, Groll und Haß zwischen den Menschen nach dem Ersten Weltkrieg zu beseitigen. Das Gefährt hat er nach einer seiner Töchter 'Wilma' benannt. Er selbst sagte: 'Der kleine Wagen enthält alle Bequemlichkeiten eines modernen Autos.'

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73. Heimat, blos in dick bin ick tau Hus. / Heimat ach wie klingt dat Wort doch traut und schön. I Heimat dick gilt doch dat aller grötste Sehn'n. Das von Friedrich Ganz gedichtete Heimatlied drückt seine stetige enge Beziehung zu Oebisfelde aus: Bist du ok sau wiet, / ick lat von dick nich los, I denn ne Heimat hat man eine blos. Auf der Rückseite der Karte ist zu lesen: 'Teiknung, Text un Wise hewwe ick vor mine lewe Heimat Oesfelle makt. Fritz Ganz, Hbg.-Blankenese.'

74. Grenzzäune, Mauern, Wachtürme, 'Schutzsstreifen' , Sperrgebiete prägten über Jahrzehnte nicht nur das Bild am Rand der Stadt, sie prägten vor allem das Leben der Menschen. Das Tor blieb für die meisten geschlossen, dahinter begarm eine andere, für viele nicht erreichbare Welt. Oebisfelde hat als Grenzstadt eine Geschichte, doch nie zuvor wurde eine Trennlinie zwischen verschiedenen Teilen Deutschlands so scharf bewacht. In der Grenzstadt veränderte sich auch die Bevölkerungsstruktur: Grenzsoldaten und Zöllner machten einen großen Teil der Bevölkerung aus.

75. Das Unwahrscheinliche war Wirklichkeit geworden: die schier unüberwindliche Grenze mußte geöffnet werden. Züge in den 'Westen' durften nicht mehr nur Rentner und wenige Auserwählte benutzen. In Oebisfelde wurde zunächst ein Grenzübergang per Bahn eröffnet. Tausende Menschen drängten sich in der ersten Zeit nach der Grenzöffnung auf Bahnsteig 1 Westseite und in den unvorstellbar überfüllten Zügen. Von Wolfsburg aus wurden schließlich Triebwagen als Sonderzüge eingesetzt, die ständig hin und her pendelten. Reichs- und Bundesbahn hatten Hochbetrieb wie nie mehr danach.

76. Am 26. November 1989 war dann auch die Grenze auf der Straße nach Velpke nicht mehr undurchlässig. Einwohner hatten mit Nachdruck einen Straßenübergang in die Bundesrepublik gefordert. Da ein durchgehender, befahrbarer Fahrweg auf DDR-Seite nicht mehr vorhanden war, wurde das Stück vor der Büstedter Brücke kurzfristig behelfsmäßig instand gesetzt. Vorn frühen Morgen des 26. November 1989 an nutzten ungezählte Menschen in Pkws, Bussen und zu Fuß die neue Freiheit und Möglichkeit, auf beiden Seiten den wiedergewonnen Nachbarn zu besuchen. Oebisfelde war wieder eine Stadt mitten in Deutschland.

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