Oettingen in alten Ansichten

Oettingen in alten Ansichten

Auteur
:   Reiner Bauer
Gemeente
:   Oettingen
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4609-8
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Oettingen in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Rückblickend muß es wohl als Glücksumstand empfunden werden, daß Oettingen durch die Mediatisierung und somit zwangsweise Eingliederung durch Napoleon ins neue Königreich Bayern, seit 1806 zu einem Landstädtchen ohne besondere Bedeutung herabsank. Dies darf aber ausschließlich so verstanden werden, daß dadurch bedingt diese Stadt für den Rest des Jahrhunderts kaum Veränderungen erfahren hat und somit heute der Stadtkern ein unverändertes Bild jahrhundertelanger Entwicklung darstellt. Landschaftlich liegt Oettingen am sanft abfallenden Nordrand des Rieskraters, der durch Meteoriteneinschlag vor ca. 15 Millionen Jahren entstanden ist, am Rande des ausgedehnten Oettinger Forstes - einst und heute eine wesentliche Besitzgrundlage der Fürsten von Oettingen - und an der sich behäbig durchs Ries schlängelnden Wörnitz mit ihren reizvollen Uferpartien.

Diese Lage war wohl auch der entscheidende Punkt für den Ausbau des Dorfes Oettingen zum Hauptort der Grafschaft und des späteren Fürstentums Oettingen. Im Schnittpunkt alter Verkehrswege an einer Wörnitzfurt gelegen und an dem seit der Mitte des 13. Jahrhunderts aus Eichstätter Besitz übernommenen Forstes. Im Bereich des Gruftgartens entwickelte sich aus dem sicher bereits vorhandenen Herrenhof eine befestigte Burg, die gleichzeitig einen Anziehungspunkt für Ansiedlung darstellte. Der Schutz und Sicherheit versprechende Burgflecken entstand in Verlängerung des Burgtores und ist die heutige Ledergasse. Die Burg selbst wurde wohl seit 1141 zum Hauptsitz des sich danach nennenden Geschlechts und der späteren Hertschaft Oettingen.

Die Zukunft Oettingens lag freilich nicht in diesem Bereich des Burgfleckens, sondern in der seit der zweiten Hälfte

des 12. Jahrhunderts westlich davon angelegtenMarktsiedlung. Sie bildete die wirtschaftliche Grundlage für die Ausbildung des Ortes zur Stadt und war wohl gegen Ende des 13. Jahrhunderts vollzogen. Wichtige Grundlage war die entstehende Süd-Nord-Straße, die im Zentrum den sich von ihr absetzenden Marktplatz quert. An dieser Stelle entstanden unter strenger Bauaufsicht großzügige Häuser, in denen sich Kaufleute und Gewerbetreibende niederließen. Diese Bevölkerungsstruktur hat sich bis in die heutige Zeit weitgehend erhalten. Wenngleich noch große Flächen unbebaut blieben und die seit 1312 selbständige Pfarrkirche St. Jakob im sogenannten heiligen Bezirk nordwestlich des Burgfleckens abgesetzt vom Wohnbezirk stand, war die Stadt wohl um 1294 durch die ein großes breites Oval bildende Stadtmauer eingeschlossen. Vor der Mauer lag ein breiter Graben und diesem vorgelagert ein Wall (im Hofgartenbereich durch einen weiteren Graben erkennbar). Drei Tore bewachten die Straßenzugänge zur Stadt - im Süden das untere Tor (Königstor, auch Gefängnisturm), im Osten das mittlere Tor (Bäckerei Koller, 1815 abgebrochen) und im Norden das obere Tor (später in das neue Schloß eingebaut). Jenseits des Grabens lagen noch Vortore (im Zwingertor noch erkennbar). Diese Grundlage der Stadt ist mit Ausnahme der sich später noch herausbildenden Vorstädte (Süden: Königstor bis Anwesen Bohner; Osten: Zwinger mit Schützenstraße; und Norden: Mühlstraße; im Westen verhinderten die seit 1600 genarmten Hofgärten eine städtebauliche Weiterentwicklung), heute noch vorhanden.

Eine der dominierendsten Veränderungen erfuhr das Stadtbild durch den Bau des oettingen-spielbergischen Schlosses am Nordrand der Stadt von 1679 bis 1687. Der

herzoglich württembergische Hofbaumeister Matthias Weiß plante den breitgelagerten Saalbau in der Form der italienischen Spätrenaissance-Palastbauten. Im Erdgeschoß befanden sich neben Kanzleien die Küchen- und sonstigen Nutzräume, während im ersten Stock die Wohnräume und nach alter Tradition im zweiten Stock die Festräume liegen. Die prächtige Ausgestaltung der Wohn- und Repräsentationsräume im Schloß wurde dem berühmten Wessobrunner Stukkator Mathias Schmuzer übertragen. Einen weiteren Akzent von herausragender Schönheit bildet der Marktplatz. Auffallend ist die strenge Trennung der Fassadengestaltung der umgebenden Häuser. Während die eine Seite von Fachwerkbauten geprägt ist, dominieren auf der anderen Seite die wellengiebeligen Putzbauten. Dieses bemerkenswerte Stadtbild wurde durch den Baumeister Christian Lüttich (unter Fürst Albrecht Ernst Il.) hergestellt. Er nahm für die Fachwerkseite das seit 1431 entstandene, im typisch schwäbischen Fachwerk erbaute Rathaus und für die Barockseite das Schloß als formbildendes Element. Somit entstand eine einmalige städtebauliche Geschlossenheit, die noch heute auf den Betrachter ihre Wirkung nicht verfehlt. Eine immer wiederkehrende Behauptung, daß die Stilelemente auf die Teilung der Stadt in zwei Glaubensrichtungen zurückzuführen sei, ist unzutreffend. Die Grafen Ludwig XI. und Friedrich Hl. teilten die Stadt um 1416 'den Gassen nach', jedoch war diese Teilung bis zur Trennung der Grafschaften in eine evangelische (Oettingen-Oettingen) und eine katholische Linie (Oettingen-Wallerstein) zur Reformationszeit 1539 längst wieder durch Kauf und Vererbung verwischt. Ungeachtet davon blieb nach der politischen

Teilung der Stadt die konfessionelle Teilung fast bis heute unverändert bestehen.

Diese sind zum Teil die historischen Gegebenheiten, die die Stadt Oettingen noch heute prägen. Doch auch die neuere Vergangenheit hat vieles hinzugefügt. Im Süden der Stadt hat sich ein Industriegebiet entwickelt, das die Grundlage für wichtige Arbeitsplätze bietet. Im südlichen Teil des Hofgartens entstand ein Schulzentrum, um die Bildungsmöglichkeiten für die künftigen Generationen zu gewährleisten. Neue Baugebiete haben weit über die historische Bausubstanz hinaus die Stadt verändert. Oettingen nutzt aber die historisch gegebene Substanz für den Ausbau des Fremdenverkehrs. Eine Vielzahl von Erholungseinrichtungen wie die Wörnitz-Flußbadanlage mit KneippTretbecken, Minigolf, Ruderbooten, Wildgehege und schönen Parkanlagen ist im Laufe der Zeit entstanden. Sie ergänzen die naturgegebenen Möglichkeiten und die so zahlreich vorhandenen Kulturdenkmäler des Rieses in seinen Dörfern und Städten.

Oettingen ist heute eine Kleinstadt mit einer Fläche von 3570 ha und einer Einwohnerzahl von 4 635, die ihr kulturelles Erbe zu erhalten wußte und sich den Aufgaben der Gegenwart stellt.

Reiner Bauer, Oettingen 1987

Die Bilder dieses Buches stammen aus den Sammlungen Hermann Iaumann, dem für die zur Verfügungstellung herzlich gedankt wird, und von Reiner Bauer.

1. Bliek vorn Buschel auf das an der Wörnitz liegende Oettingen. Die 1849 eröffnete Eisenbahn überquert gerade die mehrbögige Brücke. Das Stadtbild wurde auf diesem wohl1850 entstandenen Stich noch in der Mitte von dem 1851 abgebrochenen Gebäudekomplex des Oettingen-Oettingischen Schlosses geprägt.

2. Eine fürstliche Residenzstadt ist Oettingen im wahrsten Sinne des Wortes. Seit 1680 dominiert das neuerbaute Schloß der Fürsten von Oettingen-Spielberg, sowie der Turm der Jakobskirche, die Stadtsilhouette. Im Vordergrund des Bildes die lange Baumallee entlang des älteren Friedhofes (1785-1869) an der Straße nach Gunzenhausen.

3. Fürstliche Repräsentanz rund um den Schloßplatz. Das Aussehen 1920 war noch vom Pflanzenbewuchs des Schlosses, sowie den ausgestellten Sonnenschutzblenden des bewohnten Schlosses, den Pflanzrabatten vor der St.xlakobs-Kirche und dem Blumenrondell mit Springbrunnen (entfernt 1923) geprägt. Rechts das Progymnasium das 1976 in ein neues Gebäude verlagert wurde.

Oettingen -J. tf.t~

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Progymnasium

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Chor der 51. Jakobsklrch~ Oettinaen..

4. Das Innere der St.-Jakobs-Kirche im Bauzustand einer gotisierenden Renovierung um 1900. Eine geplante neugotische Ausmalung unterblieb allerdings. Der 1689 entstandene Taufstein stand links an der Chorwand (heute vor dem Altar). Farbige Fenster prägten den Chorraum (weitgehend zerstört beim Luftangriff am 23. Februar 1945). Die wertvollen Figuren der Kreuzigungsgruppe von 1500 stehen auf einem barockisierten Altar (heute entfernt). Neugotische Kirchenbänke umstanden den Altar.

5. Das 1910 bewohnte Schloß mit seiner gepflegt wirkenden Umgebung. Am Zugang zum Hofgarten befand sich gleich ein kleiner abgegrenzter Privatgarten der fürstlichen Familie. Die an das Schloß angebaute Terrasse ist auf diesem Bild links zu sehen und zum Sonnenschutz von zuziehbaren Vorhängen umgeben.

6. Noch ohne jegliche farbliche Gliederung war 1920 der Festsaal des Residenzschlosses. In dieser Zeit wurde er auch als der 'Weiße Saal' bezeichnet. Rechts fehlte aber bereits eines der durch Wassereinbrüche beschädigten Deckengemälde.

7. Der Innenhof des Schlosses um 1917. Links das ehemalige Münzschloß , im oberen Stockwerk waren die Kinderzimmer untergebracht. An das Schloß rechts auf dem alten Stadttor aufgebaut, das 'Salettle' , ein luftiger Gartensalon. Die niedrigen Gebäude der Beschließerei sind durch den Abbruch des Mittelteils heute nicht mehr mit dem Schloß verbunden.

8. Prinzessin Elisabeth von Oettingen-Spielberg (gebboren am 31. Oktober 1886 in Oettingen, gestorben am 2. Oktober 1976 in Oettingen) war offensichtlich eine Liebhaberin der heimisehen Rieser Tracht, die sie auch bei ihrer Hochzeit mit dem Herzog von Radibor im September 1910 trug.

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