Offenbach am Main in alten Ansichten

Offenbach am Main in alten Ansichten

Auteur
:   Franz Schaub
Gemeente
:   Offenbach am Main
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-0750-1
Pagina's
:   144
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Offenbach am Main in alten Ansichten'

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8. Und man stellte sich gerne in Positur, wenn ein Fotograf kam und umständlich seinen Apparat aufbaute, um einen Altstadtwinke! im Bilde festzuhalten. Das Haus mit dem seltsamen Treppentürmchen stand an der Ecke Schloßstraße-Französisches Gäßchen. Es gehörte dem Holzhändler Schmidt, der von seinen Freunde gerne 'Flößer-Schmidt' genannt wurde, weil er die besten Verbindungen zu den Flößern hatte, die ihm das Rundholz anlieferten. Die Flößer waren auch oft seine Gäste, und gerade in der Schloßstraße gab es zahlreiche Gasthäuser, die zu den ältesten der Stadt zählten, darunter der 'Goldene Hirsch', der 'Stern', die 'Stadt Mainz' und die Wirtschaft 'Zum roten Ochsen'.

9. Was der Fotograf im Hof noch als intime Familienszene festgehalten hat, - auf der Straße wurde das alles zu einem wichtigen Ereignis, Sie waren aus den umliegenden Straßen herbeigeeilt, die Erwachsenen behäbigen Schrittes, die Kinder hastig und lärmend, - und sie alle blieben geduldig stehen, um das triste Objekt, das sich der Fotograf ausgesucht hatte, mit etwas Farbigkeit zu beleben.

10. Ein Rückgebäude in der Schloßstraße. Die Bürger betitelten das unansehnliche Häuschen mit dem hohen Kamin gerne als 'Schlachthaus'. Es gehörte zu einer Metzgerei, die für die umliegenden Gasthäuser die Fleisch- und Wurstwaren lieferte.

11. In der Glockengasse reihte sich einst Haus an Haus, sauber herausgeputzt, oft mit Fachwerk verziert. Im Vordergrund das Haus des Fuhrunternehmers Neubert, der die Hofkutschen der Firma 'Dick und Kirschten' noch gekannt und oft davon erzählt hat.

12. Unweit des Schlosses zeigte die Schloßgrabengasse ein freundliches Gesicht. So waren viele andere Straßen in der Altstadt gepflastert. Wenn in Offenbacb ein Platzregen kam, sahen die Pflastersteine aus wie [rischgewaschene Gesichter ... schrieb einmal Bettina Brentano, die als Kind so gerne bei ihrer Großmutter La Roche in Offenbach weilte und in den alten Gassen ihr Jugendparadies fand,

13. Die Herrnstraße war eine der wichtigsten Straßen im sogenannten 'klassischen Viertel' der Stadt. Hier besaßen vornehme Familien ihre Wohnhäuser und ihre Geschafte. Hier wohnten der 'Schloßschmied' Michel Rudruff und der 'Burggraf' Christoph Dhiner. Sie standen - wie viele andere, die dort wohnten - in fürstlichen Diensten, und sie durften sich als 'Herren und Meister' bezeichnen. Die Herrnstraße wurde im Jahre 1691 als 'Neugasse' angelegt. Vom Jahre 1816 ab hieß sie Herrnstraße. Das Foto zeigt die nordwestliche Ecke HerrnstraßejGroße Marktstraße.

14. An der Herrnstraße stand auch das Haus des Schnupftabakfabrikanten Nikolaus Bernard. Breit und wuchtig, geschmückt mit barocken Formen, lag es wie ein Palast an der alten Straße, Unweit davon, auf dem Foto rechts, das Haus der Familie d'Orville. Links, dort wo die neugierigen Bürger stehen und zum Fotografen schauen, das Haus des Komponisten Johann André. André gründete im Jahre 1774 in Offenbach seine 'Notenfabrique', die bald weltberühmt werden sollte. Goethe und Wolfgang Amadeus Mozart waren Gäste bei den Familien Bernard, André und d'Orville,

15. So sah das damals aus, als man noch im Altstadtviertel plante, baute, und noch nicht recht wußte, wie man die neuen Straßen führen sollte. Das alles gleicht einem bunten Prospekt für eine heitere Theateraufführung, die Sonne wirft ihr gleißendes Gold auf das balkendurchsetzte Mauerwerk, ein paar Kinder ruhen sich aus vom fröhlichen Spiel, - ein Mädchen arn Lattenzaun hält die Hände vor die Augen. Geblendet von der Sonne? Scheu vor dem Fotografen? Auch hier wird bald ein neues Spiel beginnen!

16. Und das Spiel wird vielleicht so heiter sein, wie die Verse, die Bettina Brentano erdacht und die sie im Haus ihrer Großmutter, der Schriftstellerin Sophie La Roche, in ihr Album gekritzelt hat. Das Haus, ohne Zierde und ohne äußeren Glanz, lag in der Domstraße, Dort wohnte Sophie La Roche, die Jugendgeliebte Wie lands. Sophie Gutermann hatte im Jahre 1754 den kurmainzischen Hofrat La Roche geheiratet. Im Jahre 1786 kam die Familie nach Offenbach. Tochter Maximiliane heiratete den Kaufrnann Antonio Brentano. 'Maxi' wurde das liebenswürdige Mädchen gerne gerufen, die Mutter von Clemens und Bettina, eine fürsorgende Frau, die ihrer Tochter Bettina die Liebe zu Offenbach ins Herz gepflanzt hat.

17. Ein Bliek von der Kreuzung Kaiserstraße in die Domstraße. Im Hintergrund die Französisch-reformierte Kirche, die der Straße den zierlichen Abschluß gibt. Die Aufnahme stammt aus dem Jahre 1894, aus einer Zeit also, als der Friede für immer gesichert schien, Die meisten Häuser sind gegen Ende des 18. Jahrhunderts gebaut worden, ein- oder zweistöckig nur, mit lichten, hellen Fassaden, Im Haus rechts wohnte der französische General Jean Babtist Albert und verliebte sich in Lili Fuchs, der Tochter seiner Quartiergeber. Die Heirat war am 1. Februar 1802. Mon cher Offenbach, schrieb der General in seine ferne Heimat, in die er nicht mehr heimkehrte. Er blieb und starb im Jahre 1822.

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