Offenbach am Main in alten Ansichten

Offenbach am Main in alten Ansichten

Auteur
:   Franz Schaub
Gemeente
:   Offenbach am Main
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-0750-1
Pagina's
:   144
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Offenbach am Main in alten Ansichten'

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18. Einige Häuser in der Sandgasse haben den Zweiten Weltkrieg überstanden. Auch Neubaupläne konnten ihnen nichts anhaben. Aber sie erzählen nur wenig von der alten Zeit, und sie schweigen sich aus, wenn es um die Schicksale der Bürger geht. In der Sandgasse wohnten vornehmlich Handwerker, und wer etwas zu reparieren hatte, der suchte dort die Werkstätten auf. Auch ein 'Städtisches Leihhaus' war dort zu finden und hat mitgeholfen, manche kleine Not zu lindem,

19. Die Häuser hatten breite Toreinfahrten. Oft gab es Nebengebäude, Stallungen und Gesindestuben. Um die Jahrhundertwende hatte man am Fachwerk keine Freude mehr und liebte glatte, farbige Fassaden. Auch das Haus des Schmiedemeisters Lorz, einst hübscher Fachwerkbau, wurde bemalt.

20. Andere Häuser wurden fein herausgeputzt. An der Kaiserstraße stand das Haus des Liederkomponisten Wilhelm Speyer. Wilhelm Speyer kam im Alter von zwei Jahren mit seinen Eltern im Jahre 1792 von Frankfurt nach Offenbach. Hier ging er in die Schule, hier studierte er Musik, hier faszinierte ihn das Fluidum der Stadt, die er mit seinen Kompositionen berühmt gemacht hat. Zwar siedelte Wilhelm Speyer nach dem Tode seines Vaters nach Frankfurt über, aber sein Offenbach besuchte er immer wieder. Im Jahre 1876 - Wilhelm Speyer konnte es noch erleben - bekam die kleine Straße von seinem Elternhaus bis zum Main hinunter seinen Namen.

21. Die 'Frankfurter Straße' war schon im 14. Jahrhundert bekannt. Es war eine Kauffahrer-Straße, über die Planwagen und Geleitszüge zur Frankfurter Messe rollten. Die Straße war die Hauptader der Stadt, dort siedelten sich Firmen an, die mit ihren Produkten weit über die lokalen Grenzen hinaus planten, darunter auch eine Wagenbaufabrik, die sogar für Napoleon eine Reisekutsche baute. Später rumpelte die lokalhistorisch berühmte Straßenbahn mit der Nummer '16' hier an den Häusern entlang. Um die Jahrhundertwende wurde die Straße modern ausgebaut, Platanen wurden gepflanzt und gußeiserne Laternen gesetzt. Die eineinhalb Kilometer lange Straße war so etwas wie eine Visitenkarte für die Stadt.

22. Die Häuser wurden vornehm gestaltet. Hohe Mansardendächer lagen wie Hauben über den Wohnbleeks. Die Umrahmungen der Fenster waren stuckverziert und die Klappläden gaben den Fassaden noch zusätzliche Zier. Es waren Patrizierhäuser, die sogar gerne fotografiert wurden.

23. Um die Jahrhundertwende versuchte man alles, um aus der Frankfurter Straße eine großstädtische Verkehrsader zu machen. Zwar fahren noch Pferdedroschken durch die Straße und Handwerker schieben noch ihre Blechkarren, aber schon liegen Gleise im Pflaster und über den Gleisen hängen die Kabel für die Stromzuführung. Die 'Elektrische', etwas spöttisch gerne auch 'Knochenmühle' genannt, verkündet eine neue Zeit. Und neben kleinen Häusern prunkt die verschnörkelte Fassade eines Kaufhauses, dem ein Türmchen wie eine Krone an die Stirnseite gesetzt ist.

II

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24. Das Fürstlich-Isenburgische Haus, links auf dem alten Foto, wurde im Jahre 1904 abgebrochen. Auch andere Häuser mußten Neubauplänen weichen. Man wollte mit Frankfurt konkurrieren können. Die 'Rennbahn für Liebespaare' - wie mancher Offenbacher heute noch sagt, wenn die Erinnerung kommt - sollte eine Straße für Kaufleute werden.

25. In der Kaiserstraße lag das Amtsgericht, ein Sandsteinbau, der im Jahre 1879 vollendet war. Die Straßenseite des Gebäudes war mit Säulen geschmückt. An der Treppe zum Hauptportal standen mächtige gußeiserne Kandelaber. Das alles sah vornehm aus, und mancher kleine Schuldner wird mit Herzklopfen das Haus betreten haben. Im Jahre 1882 wurde hinter dem Amtsgericht noch ein Haftloka1 gebaut, in dem die Verurteilten ihre Strafen bis zu vier Wochen absitzen konnten.

26. Im 19. Jahrhundert konnte man noch mitten auf den Fahrbahnen spazierengehen. Im Winter blieb der Schnee lange liegen. Es war die Zeit, da die Postkarten als Grußübermitt1er gerne benutzt wurden. Die Fotografen hatten ein neues Betätigungsfeld gefunden. Mitunter erzielten sie malerische Bildeffekte, so wie auf diesem Foto. Ein Wintertag im Jahre 1899. Im Hintergrund verschwimmt der Turm der Sankt-Pauls-Kirche im Nebel und die Bürger stehen wie schwarze Tupfer im Schnee.

Offenbach a. M.

Kais.rstraO. (Südl. Teil)

27. Ein paar Jahre später ist die Straße schon etwas vornehmer geworden. Die Straßenbahn fährt nun doppeIgleisig und beansprucht den größten Teil der Straße. Dem Fotografen aber wird immer noch größtes Interesse entgegengebracht. Nicht nur die Kinder bleiben stehen, um die Manipulationen des Mannes mit der Kamera zu bewundern.

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