Offenbach am Main in alten Ansichten

Offenbach am Main in alten Ansichten

Auteur
:   Franz Schaub
Gemeente
:   Offenbach am Main
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-0750-1
Pagina's
:   144
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Offenbach am Main in alten Ansichten'

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28. Im Jahre 1879 bekam der 'Paradeplatz' den Namen 'Aliceplatz', Es sollte an Alice, Prinzessin von Großbritannien, der Tochter der Queen Victoria erinnert werden. Alice heiratete den Grofsherzog Ludwig IV. von Hessen und war an der Seite ihres Mannes eine immerwährende Fürsprecherin für alle Belange der Stadt Offenbach. Einst hieß der Platz 'Neuer Markt'. Im ehemaligen Rathaus im Hintergrund residierte Fürst Wolfgang Ernst Il. (1759-1803). Rechts das Postamt, das im Jahre 1884 gebaut wurde. In der Mitte des Platzes das Denkmal 'Victoria', eine Erinnerung an die Gefallenen der Kriege 1870/1871.

29. So sah der Markt aus. In der Mitte stand ein UhrtürInchen, das als 'Zwiwwel' in die Lokalgeschichte einging. Im Jahre 1885 setzte sich der Offenbacher Schützenverein für den Aufbau ein. Im Jahre 1927 wurde das Türmchen entfernt, man brauchte Platz für den modernen Verkehr und hatte keine Freude mehr an den gemütlichen Zeugen der Vergangenheit.

30. Der alte Markt ist bereits im Jahre 1702 urkundlich erwähnt. Am Markt wurde im Jahre 1725 der Grundstein fÛI ein Rathaus gelegt. Graf Johann Philipp von Isenburg (1685-1718) schuf die ersten Pläne zur Vergrößerung seiner Residenz Offenbach. Er baute die Fundamente für die spätere vcrteilhafte Entwicklung der Stadt. Viele alte Häuser am Markt wurden um die Mitte des 19. Jahrhunderts abgerissen, Es entstanden große Kaufhäuser, vor allem vor dem Ersten Weltkrieg. Damals sah der Markt so aus, wie ihn das Foto zeigt.

31. Ein paar Jahre später. Es hat sich fast nichts verändert. Die stolzen Häuser stehen alle noch reserviert und vornehm an der Straße. Aber die Straßenbahn fährt schon mit zwei aneinandergekoppelten Wagen und Verkehrsexperten haben festgestellt, daß das alte Uhrtürmchen den Verkehr behindert. Zum Leidwesen der Bürger wird die 'Zwiwwel' abgetragen. Das Türmchen ist eingerüstet, das Oberteil mit der Uhr ist schon verschwunden, alles andere wird folgen, Der Fotograf hat das Datum auf seinem Foto vermerkt: 3. März 1927.

32. War das eine gemütliche Zeit! Man konnte noch ohne Hast und Eile durch die Stadt spazieren. Man hatte Muse um 'einem Fotografen als Bildstaffage zu dienen. Dennoch ist auch in diesem Bild etwas von der Eile zu spüren, mit der man die alte Stadt verändern wollte, Das Foto zeigt den Bahnübergang an der Waldstraße. Die Bahn war nur eine Privatbahn. Sie wurde gerne als 'Gotthard-Bahn' bezeichnet. Es war ein Anschlußgleis einer Zementfabrik an die Bebrabahn. Ein Fabrikbesitzer hieß Gotthard. Der Name wurde auf die Bahn übertragen. Rechts die Gastwirtschaft von Bertalot. Später nannte sie sich 'Zur Station'. Das Haus wurde im Jahre 1896 abgerissen, alles wurde sehr rasch verändert, die Waldstraße mußte verbreitert werden.

33. Um diese Zeit mußte auch mancher alte Gasthof verschwinden. Das 'Gasthaus zur Krone' an der Ecke Frankfurter-Herrnstraße war einmal die bekannteste Gaststätte der Stadt. Hinter dem Gebäude war ein großer Garten, der sich bis zur Marktstraße dehnte, Zum Gasthaus gehörte ein Saal, in dem die Vereine ihre Jubiläen feierten. Später wurde an der Stelle des Gasthauses das Kaufhaus Wronker gebaut.

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34. In der Schloßstraße gab es ein Gasthaus, das sich 'Vater Fritz' betitelte. Früher hieß die Gaststätte 'Goldener Strauß'. Das 'Gast- und Logierhaus' war nur eines von vielen. Das älteste Gasthaus hieß 'Goldener Hirsch'. Dem Gasthaus war eine Brauerei angeschlossen. 1m Jahre 1717 gab es dort das beste Bier der Stadt. Im Jahre 1861 allerdings wurde die Brauerei stillgelegt. Es gab viele Gaststätten, die dem 'Vater Fritz' Konkurrenz zu machen versuchten, darunter auch eine 'Stadt Lindau', Dort machte der Gastwirt Jakob Scherer seine Spässe, Die Stammgäste nannten ihn 'Awwi'. Nach ihm versuchte der Kickersspieier Mathes den alten Glanz von einst noch einmal zurückzuholen,

35. Der 'Erbacher Hof' in der Schloßstraße wurde im Jahre 1918 eingerissen. Jean Becker war der letzte Wirt in einer langen Reihe. In Urkunden kann man nachlesen, daß der Erbacher Hof schon im Jahre 1816 errichtet worden ist. Der erste Wirt hieß Jonas Weber. Bereits im Jahre 1820 inserierte der Wirt im 'Offenbacher privilegierten Frage- und Anzeigenblatt' und pries sein gutes Essen an. Auch der Erbacher Hof besaß einen Tanzsaal. Über eine Treppe, die in eine Art Loggia hineingebaut war, konnte man den Saal vom Hof aus erreichen.

36. In der Glockengasse gab es ein Gasthaus, das sich 'Zur langen Bank' betitelte. Das Haus hat eine lange Geschichte, die im Jahre 1702 beginnt. Besitzer war damals der Hofbuchdrucker Bonaventura Hauch. Dessen Sohn war Arzt und wurde später Hofrat. 1822 erwarb er das Stadthaus. Hauchs Bruder lernte das Bierbrauerhandwerk und wurde Besitzer des Gasthauses 'Goldener Engel'. In dem Fachwerkhaus arbeitete lange Zeit die Firma 'Hauch und Karge' und druckte unter anderem auch den Kalender 'Hinkender Bote'. Das Haus hatte nach dem Erlöschen der Firma im Jahre 1835 verschiedene Besitzer. Ein Valentin Wemer eröffnete dort einer Branntweinausschank mit Spezereigeschäft und nannte das Haus 'Zur langen Bank', vermutlich weil eine lange Bank in der Ausschankstube stand.

37. An der Ecke Sandgasse-Mainstraße stand das Gasthaus 'Nordpol'. Friedrich Leonhardt hatte das Gasthaus in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eröffnet. Gerne kamen die Gaste, denn Leonhardt konnte deklamieren und musizieren, besaß zwei hübsche Töchter, und zu seiner Wirtsstubeneinrichtung gehörte eine Fahne, die ihm Turnvater Jahn persönlich übergeben hatte, Man nannte den Wirt 'Staufacher' , weil er einmal im Schauspiel 'Tell' mitgewirkt hatte. Der Name blieb, und später sagten die Stammgäste immer wieder: 'Gäihn mer zum Staufacher', auch wenn die Wirte andere Namen trugen,

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