Offenbach am Main in alten Ansichten

Offenbach am Main in alten Ansichten

Auteur
:   Franz Schaub
Gemeente
:   Offenbach am Main
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-0750-1
Pagina's
:   144
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Offenbach am Main in alten Ansichten'

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38. An der Herrnstraße lag die alte Realschule. Die ersten Schüler kamen im Jahre 1873 in diese Schule. Sie benutzten den freien Platz, den das alte Foto zeigt, als Pausenhof. An der Seite dieses Platzes stand ein kleines, unansehnliches Fachwerkhaus, das dem Realschuldiener als Behausung zugewiesen worden war. Das alles verschwand, als die neue Realschule am Friedrichplatz bezogen werden konnte.

39. In dem schindelverzierten Häuschen am Markt wohnte Joharm Jacob Möller, Seine Name gehört zur Lokalgeschichte der Stadt. Möller richtete die erste Portefeuillerwerkstatt ein und war maßgebend am Ausbau dieses Industriezweiges beteiligt. 1763 in Stockhausen bei Lauterbach geboren, kam er im Jahre 1790 nach Offenbach, heiratete, gründete sein Ge-

schäft, und war glücklich in seinem Offenbach. Sohn Daniel baute die Werkstatt aus, Im Jahre 1849 wurde sie aufgelöst. Im Häuschen wurde eine Spezereihandlung eingerichtet. Kurz vor dem Abbruch im Jahre

..:: 1889 wurde ein Fotograf herbeizitiert, der das alte Haus und seine letzten Bewohner aufnehmen mußte.

40. So sahen sie aus, die Häuschen am Marktplatz. Sie passen nicht mehr zu den hohen stolzen Häusern, die mit breiten Fassaden und verschnörkelter Dachzier die Hauptstraßen säumen. Der Abrißtermin für das alte Gemäuer steht fest. Findige Geschäftsleute verwandelten das Häuschen an der Ecke in eine Reklametafel. Ausverkauf! Ausverkauf! Das kann man auf dem verwitterten Mauerwerk lesen. Man schreibt das Jahr 1900. Und man schickt sich an, mit neuen Ideen und großen Plänen aus der romantischen kleinen Stadt eine Großstadt zu formen.

41. Und diejenigen, die unverdrossen für eine neue Zeit eintraten, die wohnten in so herrschaftlichen Villen, die wie hübsche Puppenhäuser in kleine Parks gebaut waren. Die 'Villa Pfaltz' gehörte dem Kommerzienrat Ferdinand Pfaltz, der eine Färberei und eine Wachstuchfabrik besaïs. Er gründete im Jahre 1861 den Offenbacher Schützenverein, war ein Mäzen der Künste und ein Wohltäter in seiner Stadt, der er einen großen Teil seines Vermögens vermachte. Den Plan für das Haus entwarf Karl Wiegand, ein Schüler der Kunstgewerbeschule.

42. Das Haus nannte man auch 'Mainpfaltz', weil es in der unteren Kaiserstraße, unweit des Mains stand. Es zeigte typische Merkmale der Gründerzeit. Der Architekt hatte mit Steinverzierungen nicht gespart. Er schmückte die Hauptfassade mit Voluten und Pilastern, verwendete Säulen und Baluster, stülpte über die Dachgauben originelle spitze Schieferhütchen und bewies mit der Giebelgestaltung seine Liebe zum Detail. Der Hausherr bezog das Haus im Jahre 1886. Er starb im Jahre 1919. In die Villa kam das Deutsche Ledermuseum. Im Jahre 1938, nachdem das Museum neue Räume im umgebauten alten Lagerhaus gefunden hatte, wurde die Villa Pfaltz eingerissen.

43. Das Stadthans in der Frankfurter Straße beherbergte genau dreiundsechzig Jahre lang die Stadtverwaltung. Die Fundamente des Hauses wurden im Jahre 1768 gelegt. Im Jahre 1783 kam das Haus in den Besitz des Fürsten von Isenburg, dem das Schloß als Wohnung zu unbequem war. Das geräumige Haus diente der fürstlichen Familie nicht nur als Wohnung, sondern auch als gesellschaftlicher Mittelpunkt bei Fest und Feier. Im 'Blauen Saal' über der Toreinfahrt wurden die Gäste empfangen, dort erwies der legendäre Baron Frank seinem Herrn die erste Reverenz, und dort tanzte die junge Bettina Brentano zum ersten Mal nach den Klängen eines Cembalos, Im Jahre 1822 wurde das Haus umgebaut und bekam ein zweites Stockwerk. Im Jahre 1858 zog die 'Bürgerrneisterei' dort ein und blieb bis zum Jahre 1921.

44. Das Haus 'Löwenruhe' stand an der Ecke Frankfurter-Tulpenhofstraße. Es war cin vornehmes Haus, klassizistisch ausgestattet und von einern großen Park umgeben, Den Namen bekam es von Generalleutnant Siegrnund Löw von und zu Steinfurt. Der Edelmann aus Hannover hatte sich Offenbach als Ruhesitz ausgesucht. Spater wechselte das Haus mehrfach seine Besitzer und hat wohl seine schönsten Zeiten erlebt, als der Tabakfabrikant Adolf Krafft dort wohnte. Dessen Frau - die als Malerin mit dem Pseudonym Ralf Samin bekannt war - richtete ein Künstleratelier ein und gab am Ende des 19. Jahrhunderts dem schönen Haus eine liebenswürdige Seele.

45. Der 'Kaiserliche Postamt' am Aliceplatz. Am 28. Dezember 1884 begarm dort der Postbetrieb. Die Chronik der Offenbacher Post wurde mit in das neue Haus genommen und gerne aufgeblättert. Um 1700 kannte man 'Offenbacher Botten'. Im Jahre 1794 begann die 'Privilegierte Fürstlich Isenburgische Post', und nach 1816 wurde die 'GroßherzogIich Hessisene Postexpedition' in der Frankfurter Straße eröffnet. Als die Lokalbahn Offenbach-Frankfurt 1848 zum ersten Male fuhr, rollte schon ein Postwagen mit. 1925 erfolgte ein Umbau des Postgebäudes. Drei Jahre später begann der Landkraftpostdienst mit zwei Kraftwagen vom Typ 'Phänomen', Der neue Dienstleistungsbetrieb, in Offenbach erprobt, bewährte sich vorzüglich, so daß bald alle Postdienststellen dem Beispiel Offenbachs folgten.

46. Der Stolz der Stadt war und blieb die Kunstgewerbeschule. Als älteste gewerbliche Unterrichtsanstalt in Hessen erfüllte sie nicht nur eine padagogische Aufgabe. Sie setzte Zeichen und Wertmaßstäbe, die es ermöglichten, daß andere, ähnliche Schulen eingerichtet werden konnten. Im Jahre 1832 gründetc der Geometer Fink eine Handwerkerschule. Dazu kam 1865 eine Kunstindustrieschule. 1877, nach der Übernahme durch die Stadt, wurden beide Schulen, die im Schloß untergebracht waren, vereinigt, Die 'Technische Lehranstalt' war am 1. November 1885 vollendet und bekam irn Jahre 1902 den Namen 'Kunstgewerbeschule'. Buchdruck, Schriftkunst, Fotografie und alle damit zusammenhangenden Industriezweige, wurden in dieser Schule erforscht, gefördert und der Allgerneinheit nutzbar gemacht.

47. Ein 'Verein Offenbacher Stadtbad' bemühte sich in der zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts um ein Stadtbad. Nach den Planen des damaligen Stadtbaumeisters konnte dieses Bad in den Jahren 1886/1887 in der Kirchgasse gebaut werden. Es war ein reichgegliederter Backsteinbau, der im Jahre 1899 vergrößert werden mußte, weil die Badefreudigkeit der Offenbacher unterschätzt worden war. Das Bad ging im Jahre 1905 in den Besitz der Stadt über und bliebjahrzehntelang ein gern besuchtes Ziel für alle, denen die Wassertherapie Freude und Erholung schenkte,

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