Offenbach am Main in alten Ansichten

Offenbach am Main in alten Ansichten

Auteur
:   Franz Schaub
Gemeente
:   Offenbach am Main
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-0750-1
Pagina's
:   144
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Offenbach am Main in alten Ansichten'

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48. Im Innern war das Bad geradezu marchenhaft ausgestattet. Aus einer Grotte sprudelte frisches Wasser in ein großes Becken, das den Schwimmern vorbehalten war. Rings um die künstliche Grotte hatte man eine Ideallandschaft mit einer riesigen Eiche an die Wand gemalt. Im Stadtbad gab es Dampf- und Heißluftbäder, und man konnte sogar Schwimmunterricht bekommen, eine Tatsache, die in anderen Städten gleicher Größe noch lange nicht selbstverständlich war.

49. Das Stadttheater am Stadtgarten verdankt seine Entstehung einer Bürgerinitiative. Bereits im Jahre 1791 gab es eine Theatergesellschaft, der vor allem holländische Familien angehörten, die an der industriellen, aber auch an der kulturellen Entwicklung der Stadt regen Anteil nahmen. Fürst WoJfgang Ernst unterstützte ebenfalls die Bestrebungen der Gesellschaft und stellte Gelände zur Verfügung, damit ein 'Musentempel' gebaut werden konnte. Im Jahre 1870 bekam das Theater eine neue klassizistische Form, Damals entstand auch der 'Rote Saal', der als Konzertsaal Verwendung fand. In seinen Fundamenten birgt das Haus die reizvolle Geschichte vieler Träume und Illusionen, Dort führte einmal der 'Hofuhrmacher' Heinrich Schlosser Regie. 'Gehn mer ins Schlosser', sagte man damals.

50. Als der Umbau in der zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts vollendet war, bot sich den Theaterbesuchern irn Innern des Hauses ein festliches Bild. Die Logen waren rnit Samt ausgeschlagen, über den Parkettreihen hing ein Lüster aus Kristall. Aber das alles konnte die Zeiten nicht überdauern. Im Jahre 1907 mußte das Theaterchen im Stadtgarten fÜI öffentliche Veranstaltungen gesperrt werden und verschwand wenig später für immer. Das kulturelle Leben der Stadt indes erlitt keine Einbußen. Theater- und Konzerveranstaltungen fanden an anderer Stelle einen neuen Rahmen,

51. Zwar hatten sich die politischen Strukturen verändert. Eine neue Zeit verlangte neue Ausdrucksformen, Die Vereine traten untereinander in Wettbewerb. Die Gewerkschaften kümmerten sich um die sozialen Belange ihrer Mitglieder und zeigten nach außen hin ihre Stärke mit aufwendigen Versammlungssälen. Das Gewerkschaftshaus besaß Raum und Platz für alle, die mehr als nur lokalpatriotische Parolen hören wollten. Auch Theater- und Musikaufführungen fanden im Gewerkschaftshaus ein beifallfreudiges Publikum.

52. In der erste Hälfte des 19. Jahrhunderts war Offenbachs Industrie bereits weltbekannt. Auf zahlreichen Ausstellungen konnten Offenbacher Firmen Anerkennungen und Preise erringen. Es nimmt nicht wunder, daß die Stadt selbst ebenfalls Ausstellungen ausrichten wollte. Im Jahre 1820 wurde deshalb eine Ausstellungshalle, das sogenannte Lagerhaus, gebaut. Dort wurde am 25. August 1846 die erste große Gewerbeausstellung eröffnet. Im Jahre 1936 wurde das Lagerhaus umgebaut und für das Deutsche Lederrnuseum hergerichtet.

53. Am 3. September 1911 wurde der Grundstein für die katholische Marienkirche an der Bieberer Straße gelegt. Nach den Plänen des Dombaumeisters Ludwig Becker aus Mainz entstand eine neubarocke Kirche mit einem hohen gekuppelten Turm, der einen neuen Akzent an der tristen, grauen Straße setzte. Zur Feier der Grundsteinlegung war Domkapitular Dr. Bendix aus Mainz gekommen und Papst Pius X. gab der opferwilligen Gemeinde aus dem fernen Rom seinen Segen. Aber auch ein anderer in Italien beschäftigte sich mit dieser Kirche: Leonardo Guida di Martino, ein 'Kunstmarmorierer' aus Locorotondo. Er war für einen Teil der Innenausstattung der Kirche verantwortlich.

54. So sah die Kirche aus, als sie am IJ. August 1913 eingeweiht wurde, Damals sprach man von den zahlreichen technischen Errungenschaften, die beim Bau der Kirche Verwendung fanden. Der Eisenbeton zeigte auffällig seine Vorteile. In den sechzig Meter hohen in die Vorderfassade eingebauten Turm karnen insgesamt vier Glocken mit einern Gewicht von 132 Zentner. Und eine Attraktion karn hinzu: Eine Läutemaschine, die aus Köln angeliefert worden war.

OFFENBACH a. M.

St. Marienkirehe

55. Die Kirchenfassade mit dem Portal gestaltete der Bildhauer Hans Steinlein aus Eltville. Steinlein schuf eine lächelnde Gottesmutter mit dem Kind auf dem Arm. Reizende steinerne Putten sind der Rosenkranzmadonna zugeordnet. Im Giebelfeld konnte man das Wappen des damals regierenden Mainzer Bischofs bewundern.

56. Im Innem der Kirche entfaltete sich die ganze Pracht des barocken Formgeftihls. Zwischen den Säulen des Baldachinaltars standen die Figuren des heiligen Ambrosius und des Papstes Leo I. Für das fast fünf Meter hohe und zwei Meter breite Gemälde wählten die Kunstmaler F. und H. Muth ein Geheimnis des Rosenkranzes: Der Dich, 0 Jungfrau, im Himmel gekrönt hat.

57. An Stelle der Schloßkirche stand früher eine Kapelle. Sie wurde im Jahre 1700 abgerissen und bald danach begann der Bau einer neuen Kirche. Der schwere wuchtige Turm aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts übernahm die Glocken aus dem Glockenturm, der einst an der Kreuzung GlockengasseFranzösisches Gäßchen stand, und der zur Schloßkapelle gehörte.

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