Offenbach am Main in alten Ansichten

Offenbach am Main in alten Ansichten

Auteur
:   Franz Schaub
Gemeente
:   Offenbach am Main
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-0750-1
Pagina's
:   144
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Offenbach am Main in alten Ansichten'

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58. Die Stadtkirche an der Herrnstraße war der sichtbare Beweis für die Toleranz der Offenbacher, die schon immer alle Religionsgemeinschaften geduldet haben. Für diese Kirche an der Herrnstraße stifteten alle Bürger, ohne nach einem Glaubensbekenntnis zu fragen, Der Grundstein wurde im Jahre 1739 gelegt, die Einweihung aber konnte erst rund zehn Jahre später erfolgen. Für den Glockenguss sollen - wie eine Chronik berichtet - erbeutete französische Kanonen aus dem Krieg 1870/1871 verwendet worden sein.

59. Für die Paulskirche in der Kaiserstraße, die am 23. Oktober 1828 eingeweiht wurde, hatten ebenfalls zahlreiche Burger Geld- und Sachspenden gegeben. Die Pläne für diese Kirche fertigte der Fabrikant und Maurer Philipp Günther. Es war ein Mann, der zwar kein Architekturstudium nachweisen, aber mit Zirkel und Maßstab umgehen konnte. Es entstand eine einfache Hallenkirche, die sich gut in die Häuserzeile einfügte, Im Jahre 1866 wurde die Kirche umgebaut und vergrößert.

60. Ein neuer Hochaltar kam im Jahre 1929 in die Kirche. Gestiftet von Pfarrer Martin Schwarz aus Heusenstamm. Der Münchner Bildhauer Georg Kernper schnitzte die Tafeln auf der Evangelien- und auf der Epistelseite. Er schnitzte Szenen aus dem Leben des heiligen Paulus. Domine quid me vis facere - Herr, was willst du, daß ich tun soll, - fragt Paulus. Und er erhält die Antwort: Te oportet testificari de me: Zeugnis mußt du ablegen für mich.

61. Am 23. Juli 1911, in jenem Jahr, in dem viele Kirchen, Straßen und Häuser vor allem in den innerstädtischen Bezirken gebaut wurden, entstand an der Ecke Tulpenhof- und Geleitstraße die evangelische Friedenskirche. Sie sollte ein Denkmal des Friedens sein und bleiben. Der Kirchenbaumeister Pützer der hessischen Landeskirche hatte diese Kirche entworfen, Architekt war Eduard Walther aus Offenbach, und Rudolf Koch hatte die Urkunde gezeichnet, die in den Grundstein eingemauert wurde. Dem Frieden für alle Zeiten dienend, hieß es darin. Drei Jahre später war der Glaube an den Frieden bereits zerstört.

62. Eine fast ähnliche Kirche entwarf Professor Pützer für die evangelische Gemeinde in der Waldstraße. Hier aber achtete man darauf, in den Gesamtbereich der Kirche auch andere Räume miteinzuplanen. Es wurde eine wuchtige, kraftvolle Kirche gebaut, eine feste Burg, wie der Pfarrer anläßlich der Einweihung am 15. März 1914 sagte. Noch war Frieden. Aber bald schon sollte in die Amtsräume ein Rekrutierungsbüro einziehen und es mußte eine Chronik für die Gefallenen angelegt werden.

63. Eine Synagoge ist bereits im Jahre 1708 in Offenbach nachweisbar. Sie stand in der Marktstraße, Ihre Fundamente wurden beim Neubau der Synagoge im Jahre 1729 benutzt. Am Beginn des 17. Jahrhunderts kamen bereits die ersten Juden, vornehmlich aus Frankfurt, nach Offenbach, um sich hier niederzulassen. Graf Johann Philipp von Isenburg erkannte den Fleiß und die Geschäftstüchtigkeit der Juden, die sich auch für das Allgemeinwohl der Stadt eingesetzt haben. Im Jahre 1693 bekamen verschiedene Händler und Kaufleute besondere Privilegien. Die alte Synagoge an der Marktstraße diente später - als eine neue Synagoge gebaut war - profane Zwecken.

64. Die neue Synagoge entstand in den schweren Jahren von 1913-1916 an der Goethestraße. Ein moderner, den Bedürfnissen der Gemeinde angepaßter großer Kuppelbau, den die Architekten Fritz Schwarz und Kar! Wagner entworfen hatten. Es muß daran erinnert werden, daß die Kirche in der sogenannten 'Kristallnacht' im Innern verwüstet wurde, Der Bau selbst überstand den Zweiten Weltkrieg. Auch er wurde später profanen Zwecken nutzbar gemacht.

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- ~ 65. Auch dieses Kirchlein überstand trutzig und wehrhaft die Zeiten und so manches Chaos. Es liegt wie ein Markstein inmitten der alten Stadt und syrnbolisiert den unbeugsamen Willen einer kleinen Gemeinde, die immer der Zukunft aufgeschlossen war. Der Grundstein der französisch-reformierten Kirche in der Herrnstraße wurde im Jahre 1717 gelegt. Ein Jahr später wurde die Kirche eingeweiht. Die aus Frankreich Geflüchteten hatten in Offenbach Frieden und Geborgenheit gefunden. Die Renovierungen in den Jahren 1874 und 1918 veränderten die Formen nicht, verbesserten nur das Aussehen.

66. Im Jahre 1873 schlossen sich die Altkatholiken zu einer eigenen Gemeinde zusammen. Im Jahre 1901 baute sich die Gemeinde ihre Christuskirche an der Bismarckstraße. Anläßlich der Einweihung der im gotischen Stil erbauten Kirche weilte der Bischof der deutschen altkatholischen Kirche, DI. Weber, der damals in Bonn seinen Hauptsitz hatte, in Offenbach.

67. In den letzten Jahren des 19. Jahrhunderts und am Beginn unseres Jahrhunderts erhielt die Stadt Offenbach im wesentlichen ihr Gepräge, so wie es sich unversehrt bis zum Zweiten Weltkrieg erhalten hat. Die Bürgerhäuser in der Innenstadt statte te man mit Steinverzierungen aus, Die Turmportale am alten Schloß wurden zum Vorbild genommen. Und die Fotografen , kamen, um aus den tristen Fassaden kleine Interieurs zu formen. Am Haus in der Herrnstraße Nummer 74 lag ein eiserner Balkon wie eine prachtvolle Girlande über der Eingangstür. Und vor den schweren Vorhängen aus Brüsseler Spitzen schaute die Herrin des Hauses stolz und selbstbewußt auf den Fotografen.

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