Offenbach am Main in alten Ansichten

Offenbach am Main in alten Ansichten

Auteur
:   Franz Schaub
Gemeente
:   Offenbach am Main
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-0750-1
Pagina's
:   144
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Offenbach am Main in alten Ansichten'

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68. Durch dieses Portal mögen sie alle geeilt sein, wenn sie zu einem Ball oder zu einer Redoute vom Fürsten von Isenburg eingeladen waren. Hier verweilte Sophie La Roche, um ihrer Maxi noch einmal gute Ratschläge zu erteilen. Und später gingen die Mitglieder des Magistrats durch diese Pforte, denn im 'Blauen Saal' tagte ab 1858 der Gemeinderat. Bürgermeister Schäfer war der erste, der hier die Sitzungen eröffnete.

69. Die Schulen wollten den Bürgerhäusern und den anderen öffentlichen Gebäuden nicht nachstehen. Auch für die Schulen wurden prächtige Portale geschaffen. Das Portal am Leibniz-Gymnasium in der Parkstraße bekam Säulen und ein steinernes Wappen in prächtiger Kartusche. Vor dem Ersten Weltkrieg errichtet, spiegelt das Portal die Strenge und die Vornehmheit der alten Schule, in der sich am Beginn des Ersten Weltkrieges alle Abiturienten dem Dienst am Vaterland stellen wollten.

70. Als Perle der Baukunst des Barock bezeichnete man das Büsingpalais. Bauherr der schönen Schloßanlage war der Kaufmann Peter Bernard. Gemeinsam mit seinem Schwager, dem Kaufmann Johann Georg d'Orville, setzte Bernard seine kühnen Träume in die Tat um, gewann den Architekten Johann Caspar Nix, der als fürstlicher Baukommissar dem Stilgefühl seiner Zeit den entsprechenden Ausdruck zu geben verstand. Um 1780 war das Palais in der Herrnstraße vollendet. Das Palais bekam seinen Namen vom dem Freiherrn Adolf von Büsing, der am Beginn unseres Jahrhunderts das von ihm erworbene Gut nach seinen Ideen urnbauen und neu gestalten ließ.

71. Das 20. Jahrhundert! Noch bevor das 19. Jahrhundert zu Ende war, begannen in Offenbach die großen Baurnaßnahmen, die der Modernisierung der Stadt galten. Im Jahre 1887 ist die neue Mainbrücke dem Verkehr übergeben worden. Im Dezember 1912 stand die Hafenbahn 'unter Dampf' und das gesamte Mainufer erhielt eine neue Gestaltung. Das Hochwasser sollte keine Schäden mehr anrichten können. So also sah das damals aus, als man noch mit Pickel und Schaufel arbeiten mußte, um größere Erdbewegungen zu ermöglichen. Ein Bliek nach Osten. Der Mainuferausbau im Jahre 1893!

72. Eine Postkartenansicht vom alten Offenbach. Der Main liegt wie ein silberner Spiegel zwischen den Ufern, Die Flößer haben ihre Flöße aneinandergekoppelt und verankert. Sie sind die Uferstraße hinauf in ihre Stamrnkneipe gegangen. Im Hintergrund zeigen hohe Fabrikschlöte an, daß sich Industriebetriebe unweit des Mains angesiedelt haben. Im Vordergrund aber erkennt man die zierlichen Säulen des Badetempels, den der Franzose Salins de Montfort im Jahre 1789 für den Bankier Friedrich Metzler gebaut hat. Der letzte Rest einer Idylle, die nicht recht zu den nüchternen Fabrikanlagen passen will.

73. Die geruhsame Zeit scheint vorüber zu sein. Am 20. Oktober 1883 wurde dem Kaufmann Weimann die Konzession zum Bau und Betrieb einer elektrischen Straßenbahn erteilt, und bald danach klapperte zum ersten Male eine Straßenbahn vom Mathildenplatz über die Offenbacher Landstraße zur alten Brücke in Sachsenhausen. Im Jahre 1906 kauften die Städte Offenbach und Frankfurt die Bahn von der Frankfurt-Offenbacher Trambahngesellschaft. Die legendäre Linie 16 nahm mit zwölf Motorwagen ihren Betrieb auf.



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74. Die Fahrdienstleiter und Schaffner trugen schrnucke Uniformen. Die Wagen selbst glänzten und funkelten. Das Blendwerk der Reklame mußte auch hier ausprobiert werden. Es war zwar eine Frankfurt-Offenbacher Trambahn, aber ein durchgehender Verkehr war noch nicht möglich, weil die Staatsbahn an der Landesgrenze den Trambahnweg kreuzte. Erst nach der Höherlegung der Eisenbahnstrecke im Jahre 1910 konnte man ungehindert nach Frankfurt und zurück fahren, Das Bähnlein auf der 6 555 Meter langen Strecke nannte man gerne 'Knochenmühle', aber das sollte ein freundlichheiteres Prädikat und keine Abwertung sein.

75. Im Jahre 1912 gab es bereits achtunddreißig Schaffner, fünfundzwanzig Wagenftihrer und zwei Fahrdienstleiter, wie eine zeitgenössische Chronik vermerkt. An einem Frühlingstag des Jahres 1912 ließ sich ein Teil des Personals in der neuen Straßenbahnhalle fotografieren. Der Herr der mit übergeschlagenem Bein lässig auf seinem Stuhl sitzt, ist der Chef: Direktor König. Das war ein sozial denkender Bürger, der sich unentwegt für die Bediensteten der Straßenbahn eingesetzt hat und den Bau eines Arbeiterwohnhauses ermöglichte.

76. Die große Zeit der Eisenbahnen war auch für Offenbach eine Zeit steten Planens und neuer Ideen. Am 16. April 1848 nahm die Frankfurt-Offenbacher Eisenbahn ihren Dienst auf. Offenbach hatte seine 'Lokalbahn', kurz auch 'Lakke!' genannt. Pfeifend, keuchend und schaubend fuhren die Dampfmaschinen in den Lokalbahnhof ein, der im nördlichen Teil der Kaiserstraße gebaut worden war. Nun konnte man auch mit dem Zug Sachsenhausen erreichen. Mit einem Zug noch dazu, der eine Besonderheit darstellte: Es war einer der ersten Lokalbahnzüge in Deutschland.

77. 'Alte Meister der Firma Dick und Kirschten', steht auf der Rückseite der verblaßten Fotografie aus dem Jahre 1890. Da sirzen und stehen sie, brave, fleißige Männer, die zum Teil schon Jahrzehnte in der Firma, die im Jahre 1782 von den Sattlerrneistern Christoph Dick und Georg Kirschten gegründet worden ist, tätig sind, Die Firma eröffnete im Jahre 1797 in der Frankfurter Straße eine Kutschenfabrik, später wurde der Betrieb in die Geleitstraße verlegt. 1856 übernahm Kaufmann Carl Theodor Wecker das Geschäft. 1912 hieß die Firma 'Vereinigte Achsen- und Fedemfabrik'. Luxusequipagen waren nicht mehr gefragt.

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