Offenbach am Main in alten Ansichten

Offenbach am Main in alten Ansichten

Auteur
:   Franz Schaub
Gemeente
:   Offenbach am Main
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-0750-1
Pagina's
:   144
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Offenbach am Main in alten Ansichten'

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78. Als um die Jahrhundertwende das Auto populär wurde, erkannte die Firma Dick und Kirschten eine neue Chance. Zwar konnten keine Autos mit allen technischen Raffinessen gebaut werden, aber die Firma hatte sich auf Wagenverdecke und Innenausstattung spezialisiert, fertigte auch hölzerne und eiserne Räder mit Hartgummiauflage, und tüchtige Arbeiter der Firma waren schließlich schuld, daß sich die Benzinkutsche zum Gebrauchsfahrzeug wandeln konnte. Das Foto zeigt das letzte Auto, das die alte Firma auslieferte, bevor sie mit einer Mannheimer Firma vereinigt wurde.

79. Und sie feierten ihre Feste, waren mit Eifer dabei, wenn es galt, der alten Stadt eine neue, hübsche Variante zu geben. Am 9. Mai 1909 wurde der Schillerbrunnen auf der Kreuzung Geleit- und Luisenstraße eingeweiht. Ein Brunnen, der Geschichte gemacht hatte, noch bevor er aufgestellt war. Das Bauwerk aus Marmor war eine Attraktion der Nürnberger Gewerbeausstellung des Jahres 1906. Dort konnten ihn Vertreter des Offenbacher Verschönerungsverein erwerben - selbstverständlich ohne die Figur des bayerischen Prinzregenten, die in Nürnberg den Brunnen geziert hatte. Im Jahre 1939 sah man in dem Brunnen ein Verkehrshindernis, so daß er abgetragen werden mußte.

80. Die würdigen Herren, die sich hier vor dem Schloß versammelt haben, lauschen keinen Friedensparolen. Noch ist Krieg, und von den Fronten kommen traurige Nachrichten. Man schreibt das Jahr 1917. Auch der Tag ist auf dem Foto vermerkt: 5. Mai. Der Ludo-Mayer-Brunnen wird eingeweiht. Und die Gesellschaft, standesgemäß mit Zylinder, würdigt einen Mann, der als Wohltäter viel für die Witwen und Waisen der Stadt getan hat: Ludo Mayer. 1870 gründete er die Firma Mayer und Sohn. 1899 finanzierte er den Grundstock für einen Wohltätigkeitsfonds. Im Ersten Weltkrieg schuf er die finanzielle Basis, die es erlaubte den Brunnen zu bauen. Ludo Mayer starb im Jahre 1917 in Bad Nauheim.

81. Bei Fest und Feier durfte auch die Feuerwehr nicht fehlen, obwohl sie eigentlich eine ganz andere Aufgabe hatte. Aber was war eine Einweihung oder eine Denkmalenthüllung ohne Feuerwehr? Die Feuerwehr konnte eine lange Tradition aufweisen. Offiziell wurde sie am 4. Februar 1845 gegründet. Es war - und wieder eine Offenbacher Attraktion - eine der ersten freiwilligen Feuerwehren in Deutschland. Vorbildlich für andere ähnliche Institutionen! Ein Löschzug der freiwilligen Feuerwehr Iieß sich im Jahre 1870 fotografieren. Auf dem mit vier Pferden bespannten Spritzenwagen konnten vielleicht nur vier Mann Platz nehmen,' die anderen mußten hinterher rennen, und sie hatten sicher Mühe, ihre Gerätschaften mitzuschleppen. Der Stadtmagistrat allerdings konnte seine Feuerwehr gut 'Auf Trab' halten. Es gab Prämien für die Schnelligkeit. Die erste Spritze, die am Brandplatz eintraf', erhielt fünf Gulden!

82. Kein anderer Verein konnte seine Feste so vortrefflich ausrichten, wie die Feuerwehr. Die Gerneinschaft hatte sogar eine eigene Kapelle, und wenn die Feuerwehr mit ihrer Kapelle durch die Stadt zog, dann liefen alle Bürger an die Fenster oder auf die Straße. Ganz groß wurde vom Veteranen- und Militärverein 'Hassia' im Jahre 1895 eine Erinnerungsfeier aufgezogen. Und ein Fotograf war dabei und bannte die marschierende Feuerwehrkapelle auf seine Glasplatte, eine für die damalige Zeit außergewöhnliche Leistung.

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83. Als die Feuerwehr selbst das 25jährige Dienstjubiläum ihres Oberführers Grünheit feiern konnte, beließ es der Fotograf nicht bei einer Gruppenaufnahme, sondern er fertigte eine Fotomontage, ein beliebtes Souvenir aus den ersten Jahren der professionellen Fotografie. In der Mitte des Bildes sieht man, von einem Lorbeerkranz eingerahmt, den Kommandanten in Uniform, links oben steigt ein Feuerwehrmann mit einem Kind auf dem Arm, eine Leiter herunter, und unten, vor dem Feuerwehrhaus, steht die 1. Compagnie. Natürlich durfte die Autodrehleiter, die im Jahre 1903 angeschafft wurde, nicht fehlen. Offenhach war die erste Stadt der Welt, die sich so eine moderne Drehleiter leistete!

84. Wer von Offenbach spricht, denkt an den 'O.F.C. Kickers'. Der Fußballclub ging in die Weltgeschichte des Sports ein und er muß erwähnt werden, wenn von Offenbach erzählt wird. Das Bild zeigt die erste Elf der Offenbacher Kickers im Jahre 1911. Der Fotograf schrieb alle Namen auf die Rückseite seiner Fotografie. Und so weiß man zum Beispiel, daß die drei Herren in der ersten Reihe Mahr, Baumbach und Toß heißen, und daß der Mannschaftsbetreuer, der damals noch mit Zylinder offiziell auftreten mußte, 'Vater Fink' genannt wurde. Der 'O.F.C. Kickers' errang zahlreiche Siege, kam bei den Deutschen Fußballmeisterschaften 1950 in die Endrunde und spielte gegen den 'VfB-Stuttgart' im Berliner Olympiastadion,

85. Offenbach wollte einmal Kurstadt werden. Im Jahre 1888 wurde eine Quelle entdeckt, die ein hervorragendes Trinkwasser spendete. Es war eine Zufallsentdeckung. Der Fabrikant Adam Neubecker benötigte Kühlwasser für seine Brauereimaschinenfabrik und ließ Bohrungen auf eigenem Grund und Boden durchführen. Wasser wurde gefunden, aber mit sechzehn Grad war es zum Kühlen ungeeignet, Aber sein Geschmack war vorzüglich. Eine Untersuchung ergab, daß man es mit einem Heilwasser besonderer Güte zu tun hatte. Die Nachricht ging in alle Welt, und der Kaiser persönlich gab seinen Segen. Die Kaiser-Friedrich-Quelle ist noch heute berühmt. Im Jahre 1889 wurde an der Frankfurter Straße das Brunnenhaus eingeweiht.

86. Das Offenbacher Heilwasser bekam Ehrendiplome und Auszeichnungen. Ärzte aller Fachrichtungen priesen die Heilkraft des Wassers, das aus einer Tiefe von rund dreihundert Metern sprudelt. Besonders die Männer, die einer Stammtischrunde nicht abgeneigt waren, kamen in Scharen, um das Heilwasser am Quellausschank in der Frankfurter Straße zu trinken. Im Jahre 1889 begann der Versand des Heilwassers in Flaschen, und die Quelle trägt noch heute den Namen der Stadt Offenbach in alle Lande.

87. Natürlich ließ sich auch der Fabrikbesitzer Adam Neubecker fotografieren. Wie die Chroniken melden, war Neubecker ein beharrlicher Mann, der weder auf einen Wünschelrutengänger, noch auf andere geheimnisvolle Angaben vertraute, als er eine Quelle suchte. Er ließ sich von Mißerfolgen nicht beirren, und er lieferte den besten Beweis, daß Beharrlichkeit zum Erfolg führt. In seinem Tagebuch ist sein Erfolgserlebnis genau vermerkt: Am 7. Februar 1888, zwischen 5 und 6 Uhr, als die Bohrung eine Tiefe von 249 m erreicht hatte, kam das Wasser, 50 Liter in der Minute. Neubecker feierte seinen Erfolg mit der ganzen Stadt.

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