Oldenburg in alten Ansichten Band 2

Oldenburg in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Sibylle Neumann-Gäßler
Gemeente
:   Oldenburg
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6416-0
Pagina's
:   144
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Oldenburg in alten Ansichten Band 2'

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9 Die um 1900 entstandene Aufnahme zeigt die Lambertikirche von Südwesten mit Blick über den Kasinoplatz. In der Mitte des Bildes ragt der Westturm der Kirche in der Form auf, die sich nach dem Umbau von 1889-1893 bot. Damals wurde durch den Baumeister Kar! Börgemann aus Hannover der ursprünglich von Ludwig Klingenberg sehr viel höher aufgeführte Turm um das Turmgeschoß und die massive Turmspitze verringert und mit einem niedrigeren Turmhelm versehen. Im architektonischen Kontrast zu dem neugotischen Kirchenbau stehen die klassizistischen Bauten des Kammergebäudes (rechts) und des Civil-Casinos (links), die 1831 beziehungsweise 1840/41 von dem Architekten Heinrich Strack errichtet wurden. Hinter dem Casino, das abgerissen wurde, ist ein Teil des Geschäftshauses des Kleidermachers Reich zu sehen.

10 Ein romantischer Blick aus dem Schloßgarten über den Schloßteich zeigt im Hintergrund den markanten Westturm der Lambertikirche in der Zeit um 1880, als die vier Ecktürme noch nicht gebaut waren und seine Spitze noch die alte Form aufwies, die ihm Ludwig Klingenberg 1875/7 6 gegeben hatte. Nur kurze Zeit später muß diese Aufnahme entstanden sein, die am linken Bildrand als geschickte Bildkomposition die Balustrade des halbrunden Aussichtspunkts am westlichen Ufer des Schloßteiches anschneidet. Ein Vergleich mit den früheren Eingängen zum Paradewall an der Schloß-

brücke zeigt, daß in beiden Projekten die gleiche Form der Baluster verwendet wurde.

Oldenburg.

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11 Vor der Balustrade des Schloßteiches und in der Nähe der offensichtlich gern aufgesuchten Blutbuche im Schloßgarten sind Frauen und Kinder in der Kleidung des wohlhabenden Bürgertums zum Beginn des Jahrhunderts zu sehen. Die Anlage des Oldenburger Schloßgartens erfolgte aufWunsch und Befehl des Herzogs Peter Friedrich Ludwig nach ersten Anfängen um 1804-1808, die durch die französische Okkupation 1810-1813 unterbrochen wurden, seit 1814 durch den Hofgärtner Julius F.W Bosse. Bis um die Mitte des

19. Jahrhunderts erreichte dieser englische Landschaftsgarten durch Erweiterungen eine Fläche von 16 Hektar. Über Jahrzehnte entstand so

ein weitläufiges und bis in Details harmonisch abgestimmtes Gartenkunstwerk, das sich schon früh zu einem besonderen Anziehungspunkt für Besucher entwickelte. Die Partien um den Schloßteich und die weiten Rasenflächen mit den Bauminseln waren schon seit 1819 zu bestimmten Tageszeiten für die Bürger der Stadt zugänglich.

12 Der damalige Oldenburger Architekt und Oberbauinspektor Ludwig Freese erbaute 1894 bis 1896 für den Erbgroßherzog Friedrich August und seine Frau Elisabeth Anna von Preußen (18571895) ein Palais am Schloßwall mit ungestörtem Blick in den Schloßgarten. Das Palais wurde nach der während der Bauzeit verstorbenen Erbgroßherzogin benannt. Auf dem 1898 entstandenen Foto ist die Gartenseite beziehungsweise Rückfront des Palais zu sehen. Der Bau weist, dem damaligen Zeitgeschmack entsprechend,

stilistische Elemente der Neo-Renaissance in den Bauformen auf Nach der Eheschließung mit seiner zweiten Frau, Elisabeth Alexandrine Mathilde von Mecklenburg -Schwerin, am 24. Oktober 1896 wohnte der Erbgroßherzog mit seiner Familie in diesem Palais, das schon damals durch den breiten Schloßteich vom öffentlich zugänglichen Schloßgarten getrennt war. Er behielt diesen Wohnsitz auch nach 19 00 bei, als er als Großherzog die Regierungsgeschäfte übernommen hatte.

OLDENBURG

13 Diese Aufnahme des Elisabeth -Anna -Palais war als Postkarte erhältlich und wurde 1916 verschickt. Die Ansicht der Südseite des Gebäudes, aufgenommen vom Eingang des Schloßgartens an der Hunte, veranschaulicht zum einen die imponierende Größe des herrschaftlichen Wohnsitzes auf der Höhe der ehemaligen EiskeilerBastion und zum anderen die Romantik eines Märchenschlosses, hervorgerufen durch das bis zum Dach mit wildem Wein bewachsene Ziegelmauerwerk. Nach der Abdankung des Großherzogs im Jahre

19 18 ist das Gebäude vielfältig umgenutzt worden. Darüber hinaus wurden die vorgelagerte Gartenanlage und die Hofküche zugunsten

Ellsabelh-Anna Palais

des Straßenstückes 'Schloßwall' eingeebnet, das einen Teil des um die Innenstadt führenden Straßenringes bildet. So liegt das Palais heute direkt am Straßenzug und dient zur Zeit dem Sozialgericht als Dienstgebäude.

14 Der Schloßgarten wurde im 19. Jahrhundert so geplant und angelegt, daß sich an verschiedenen Stellen freie Blickachsen zu den umliegenden Gebäuden ergaben. Auf diese Weise wurden Architekturen und gärtnerisch gestaltete Natur zu einem Gesamtkunstwerk verbunden. Der Blick aus dem Schloßgarten über die Mühlenhunte links auf das Prinzenpalais und rechts auf das Augusteum bietet ein solches Erlebnis. Das Augusteum wurde 1865/67 für den 1847 gegründeten Oldenburger Kunstverein und zur Unterbringung der großherzoglichen Gemäldegalerie von dem Architekten Heinrich Ernst Klingenberg errichtet. Diese frühe Aufnahme ist besonders interessant,

weil sie noch den ursprünglichenAbschluß des Gebäudes mit figurenbesetzten Balustraden zeigt, die heute nicht mehr vorhanden sind.

15 Der südliche Zugang zur Oldenburger Innenstadt war ehemals, wie die Aufnahme aus der Zeit um 1920 zeigt, ruhig und wenig belebt. Wo heute der Autoverkehr sich auf drei und vier Spuren kreuzt, befanden sich bis 1963/64 noch Teile der Anlagen des Schloßgartens, hier auf der linken Bildseite, bevor der Straßenzug Schloßwall angelegt wurde. Rechts lag der architektonisch gestaltete Zugang zum Paradewall mit vier Baumreihen, der 1957 einer breiten Straße weichen mußte. Unverändert zeigt sich in der Bildmitte noch der vom Architekten Heinrich Theodor Ludwig Freese 1894 bis 1899 errichtete Festsaalanbau am Schloß mit seinem schlanken Ecktürmchen, der auf

dem Gelände des 1894 abgebrochenen dänischen KanzleiflügeIs errichtet wurde.

16 Im Zentrum der bürgerlichen Stadt nördlich von Schloß und Schloßfreiheit liegt seit der Stadtwerdung der Marktplatz. Das Foto aus der Zeit um 1885 mit den Leiterwagen bäuerlicher Händler wirkt auf uns heute völlig fremd, weil keines der Häuser mit den früheren Hausnummern Markt 6-12 auf der Nord - und Ostseite des Platzes mehr erhalten ist. Am linken Bildrand ist die zwischen 1878 und 1882 von dem Architekten Ludwig Klingenberg errichtete Spar- und Leihbank zu sehen. Davor befindet sich auf dem Platz der ebenfalls von Klingenberg 1874 erstellte Marktbrunnen, der 1901/02 abgetragen wurde. Die Gebäude auf der Ostseite, wie beispielsweise das mit der

Gastwirtschaft von G. Bartels, vor dem eine Anzahl Leiterwagen stehen, wurden 1964/65 für den Neubau eines großen Kaufhauses abgebrochen.

17 Diese Postkarte aus der Zeit vor 1933 zeigt das Rathaus, dessen Grundstein am 28. Mai 1886 gelegt und das 1888 seiner Bestimmung übergeben wurde. Es trat an die Stelle einesVorgängerbaues, der wiederum ein gotisches Rathaus abgelöst hatte. Das Oldenburger Rathaus hat an dieser Stelle somit eine lange und ungebrochene Tradition, die bis in das späte Mittelalter zurückreicht. Die architektonische Form wurde immer wieder den wechselnden Bedürfnissen und dem jeweiligen Zeitgeschmack angepaßt. Den Entwurf für das Rathaus mit neogotischen Bauformen lieferte die Berliner Architektengemeinschaft Matthias von Holst und Carl Zaar. Die

Ausführung wurde von Stadtbaumeister Noack und den ihm unterstellten Architekten Ramien und Adams geleitet. Vor dem Rathaus steht auf dem Marktplatz ein steinerner Kandellaber, der 1907 den früheren Marktbrunnen ersetzte. Das 1799 erbaute Haus am linken Bildrand veranschaulicht die Größenordnung der ursprünglichen Randbebauungen des Marktplatzes. Es wurde erst 1960 abgerissen.

18 Der Blick vom Süden offenbart die eigenwillige Form des Rathauses, das auf dreieckigem Grundriß errichtet wurde. Bei dem Bau gab es einige Verzögerungen, so daß sich im Herbst 1887 abzeichnete, daß das Gebäude nicht mehr im selben Iahr fertig werden würde, obwohl über dem Eingang bereits die Jahreszahl' 1887' eingemeißelt war. Nur der Ratskeller konnte am 2. November 1887 eröffnet werden. Diese Gastwirtschaft, vom Theatermaler Wilhelm Mohrmann an Wänden und Decken ausgemalt, erfreute sich sofort großer Beliebheit und wurde in der lokalen Presse überschwenglich beschrieben und

gelobt. In jüngster Zeit sind Teile dieser Malereien, die später übertüncht wurden, wieder freigelegt worden.

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