Oldenburg in alten Ansichten Band 2

Oldenburg in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Sibylle Neumann-Gäßler
Gemeente
:   Oldenburg
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6416-0
Pagina's
:   144
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Oldenburg in alten Ansichten Band 2'

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19 Vom Marktplatz führen seit der Zeit der Stadtgründung die Lange Straße und die Achternstraße als Haupterschließungsstraßen der Stadt von der Nardwest- beziehungsweise Nardostecke nach Narden. Es ist eine interessante Straßenszene, die ein unbekannter Fotograf um 1905 eingefangen hat. Am linken Bildrand ist an der Ecke zur Achternstraße noch das Haus des Uhrmachers Krüger zu sehen, das 1909/10 durch das heute noch erhaltene Geschäftshaus mit hohem Volutengiebel ersetzt wurde. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite steht das Geschäft des Bäckermeisters Spanhake, Markt 8, var dessen Tür ein Pferdegespann hält, das als Lieferwagen von Spanhake zu identifizieren ist.

20 Obwohl die Achternstraße entsprechend der Stadtentwicklung von Süden nach Norden aufgesiedelt wurde, läuft die Zählung der Hausnummern zunächst von Norden nach Süden und dann erst ab Nummer 33 wieder nach Norden. Kurz vor der Einmündung der Achternstraße in die Langestraße stand bis zum Abriß für den Neubau der Firma F. W Woolworth & Co. GmbH das Elternhaus der Frauenrechtlerin Helene Lange (1848-1930), das ihr Vater, der

Kaufmann Karl Theodor Lange, 1849 erworben hatte. Es war ein einfaches und sehr schlichtes Gebäude, daß zur Zeit der fotografischen Aufnahme um 1900 dem Schlachtermeister Heinrich Daniel Reese gehörte.

21 Die Hausstelle Achternstraße Nr. 18 hat eine bewegte Vergangenheit. Am Ende eines Ganges gelegen, der am Hintergebäude der Hirschapotheke vorbeiführte, wurde das Haus nach dem Stadtbrand von 1676 als Stadtpfarrhaus 1677/78 neu errichtet und ist als Wohnung für die Prediger von St. Lamberti bis 1818 genutzt worden. Von 1858 bis 1926 diente es als Gesellenherberge. Verschiedene Herbergswirte lösten sich im Laufe der Jahre ab. Der letzte war Friedrich Wilhelm Boerner. Er verkaufte das Gebäude an das Weinhaus Herterich. Vor dem Teilabbruch und Umbau wurde es 192 6 noch einmal fotografiert und ist so in seiner ursprünglichen Form überliefert. Heute befindet sich an der gleichen Stelle ein Haus mit Klinkerfassade sowie Bekleidungsgeschäften und einer Diskothek. Linker Hand, zwischen diesem Haus und einer Drogerie, liegt der Eingang zu der neu geschaffenen Passage 'Handelshof' .

22 Auf der dem pfarrhaus von St. Lamberti schräg gegenüberliegenden Parzelle der Achternstraße, heute Nr. 52, stand dieses Haus, das 1678 nach dem Stadtbrand von 1667 neu errichtet worden war. Es befand sich damals im Besitz der begüterten Familie von Hagen. Durch seine ursprüngliche Größe und architektonische Gestaltung ist es zu den herausragenden bürgerlichen Wohnhäusern zu rechnen, die im

17. Jahrhundert in Ol den burg gebaut wurden und von denen nur noch wenige Beispiele erhalten sind. Das Gebäude wurde 1850 von dem Wattenfabrikanten Hinrich August Theodor Freese erworben.

1888 ließ es sein Sohn abbrechen und ein neues Haus von dem Architekten Ludwig Freese erbauen. Noch heute ist dieses Haus erhalten. In der Fassade ist die Tafel mit der Inschrift: 'Go(t)t/allèn die EhrAF.FF 1678 - 1888' eingelassen.

23 Zwischen der Achternstraße und der Langen Straße verlief während des 14. Jahrhunderts noch die Grenze der nördlichen Stadtbefestigung auf der Höhe einer Linie, die heute von Staustraße, Schüttingstraße und Gaststraße gebildet wird. Bei der Anlage der nördlich anschließenden Neustadt und deren Befestigung konnten die älteren Stadtgräben zugeschüttet und auf der so entstandenen Fläche neue Straßen angelegt werden. Die spätere Schüttingstraße hieß deswegen auch zunächst 'strate by dem graven' (1434) und 'strate uppen graven'. Ihren jetzigen Namen erhielt sie von dem an der Straße gelegenen Gast-und Versammlungshaus der Kaufleute und Handwerker. Um die Jahrhundertwende wurden die Häuser, die zuvor noch niedrige Fachwerkkonstruktionen waren, alle abgerissen und durch neue, massive, dreigeschossige Bauten im Stil des Historismus ersetzt. Auf dem 19 11 entstandenen Foto sind die Fassaden der Geschäfte sowie die Menschen in der damals üblichen Kleidung - nach Stand und Tätigkeit unterschieden - zu sehen.

OLDENBURG i. Gr.

SchU1tingstrasse

24 Das Haus Schüttingstraße 13 hatte sich in der Farm, wie es nach dem Stadtbrand von 1676 wieder aufgebaut wurde, bis 1903 erhalten. Vermutlich wurden dabei ältere Bauteile wiederverwandt, denn die Fassade wies - wie auf dem Foto zu sehen - typische Farmen eines Fachwerkhauses vom Anfang des 17. Jahrhunderts auf Die Windbretter und Knaggen - gut sichtbar über und zwischen den Fensternwurden mit Kehlen und Wülsten gearbeitet und die Knaggen zusätzlich volutenförmig gestaltet - ähnlich denen, die heute noch am Degodehaus, Markt 24, zu sehen sind. Das Haus wechselte mehrfach die Besitzer. 1874 wurde es von dem Schlachter Karthauer gekauft und blieb in dessen Familie bis 1896. Auf der Ansicht, die var dem Abriß im Iahre 1903 entstanden sein muß, sind die beiden Schaufenster der Zigarrenfabrik von Hinrich Bohlen, die sich von 1877 bis 1896 in diesem Haus befand, zu sehen.

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Gaststrasse

25 Die Gaststraße wurde nach dem mittelalterlichen Gasthaus (Kraukenhaus für Mittellose) benannt, das am Wall am westlichen Ende der Straße lag. Es wurde vom Kloster Rastede 1388 für verarmte Kranke gegründet und ist auf dem Stadtplan von Peter Bast aus dem Jahre 1598/99 überliefert. Bis zur Einebnung des Stadtwalls und der Anlage des TheaterwalIs und des Theaters war die Gaststraße eine Sackgasse. Erst danach entwickelte sie sich ab 1840-1850 zur Geschäftsstraße mit Hoflieferanten. Durch Umbauten und Neubauten entstanden Geschäftsräume und Wohnungen. Zur Zeit der Aufnahme von 1901 wohnten in den Häusern Nr. 20 und 21 die Bildhauer

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Demetrius und Bernhard Högl, Sohn und Enkel des Bildhauers Anton Högel (1769-1859), der viele klassizistische Kunstwerke und Bauelemente in Oldenburg geschaffen hatte. Handwerker und Passanten sind auf der Straße zu sehen. Einige schauen neugierig zum Fotografen hin.

26 Die Burgstraße verbindet die Gaststraße, die bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts eine Sackgasse war, mit der Haarenstraße. Sie bot vor der Niederlegung des Walles die Möglichkeit, das Haarentor auf kurzem Wege erreichen zu können. Die Lage am Rande der Innenstadt und abseits vom geschäftigen Leben der Hauptstraßen führte dazu, daß sich hier nur kleine Läden und insbesondere Handwerker ansiedelten, die nicht aufLaufkundschaft angewiesen waren. So hat sich ein kleinstädtischesAmbiente mit Bebauung des 18. und frühen 19. Jahrhunderts sehr lange erhalten. Die Aufnahme stammt aus dem Jahre 1932. Inzwischen sind einige Häuser um- und neugebaut und andere

abgerissen worden. Doch nach wie vor ist die Burgstraße eine der letzten innerstädtischen Straßen Oldenburgs, in denen sich noch Häuserzeilen aus der Zeit um 1800 bewahrt haben.

27 Die Gebäude im Winkelgang, der von der Burgstraße abzweigt, zunächst nach Osten führt und dann scharf nach rechts zur Gaststraße abbiegt, sind alle nach dem Zweiten Weltkrieg neu entstanden oder modernisiert worden. Auf der hier gezeigten Aufnahme sind noch die zweigeschassigen einfachen Häuser der historischen Bebauung zu sehen. In dieser Straße, die bis 1942 'Abraham' hieß, wohnten Handwerker, Arbeiter, Witwen und Waisen, die sich einen besseren Wohnungsstandard aus finanziellen Gründen nicht leisten konnten. Es wird vermutet, daß der Name 'Abraham' von demAnfang des 17. Jahrhunderts (1625) an der Gaststraße beim Winckelgang wohnenden Bürger Abraham Arondeus stammte und dessen Name im Volksmund auf den Gang übertragen wurde. Den Nationalsozialisten war der Name suspekt, weil sie ihn mit jüdischer Geschichte in Verbindung brachten. Die Straße wurde deshalb umbenannt.

28 Nicht weit vom Abraham und für Ortskundige auf Schleichwegen zu erreichen, lag bis 1898/99 ein altes Fachwerkhaus aus dem

17. Jahrhundert mit dreifach vorkragendem Giebel über kräftigen Knaggen und Balkenköpfen, das um 1706 von Bürgermeister Johann Voss bewohnt wurde. Es war dies das Haus Haarenstraße Nr. 5 auf der Südseite der Haarenstraße, wo jetzt zwischen den Häusern des Bekleidungsgeschäfts Bruns sich ein kleiner Platz befindet. Rechts ist das Gebäude zu sehen, in dem Georg Timpe Galanterien, Kurz- und Spielwaren verkaufte. Bei dem Ziegelgebäude mit Rundbogenfenster am linken Bildrand handelt es sich um das Haus des Kaufmanns und Kolonialwarenhändlers JB. Harms, das auf 1898 datiert ist. Dahinter lag dann die 1859 erbaute katholische Schule, die 1878 noch einmal erweitert wurde.

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